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Veröffentlicht am 31.08.2025

Die magischen Vier

Flora Magica (Band 2) - Die Gabe der bösen Kräuter
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Das fantastische Abenteuer der vier Cunabula-Kinder, die das magische Erbe ihrer Uroma antraten, geht weiter! Mit einer sanften Auffrischung der vergangen Ereignisse, ist man schnell wieder in den alten ...

Das fantastische Abenteuer der vier Cunabula-Kinder, die das magische Erbe ihrer Uroma antraten, geht weiter! Mit einer sanften Auffrischung der vergangen Ereignisse, ist man schnell wieder in den alten Ländereien dieses einzigartig vertrauten Ortes angekommen und träumt sich zu den köstlichen Obst- und Gemüsesorten in den Garten der Familienvilla nach Österreich.

Es ist Juni und einige Monate sind seit der Beerdigung von Uroma Flora vergangen, doch ihr Geist lebt in ihren Aufzeichnungen weiter und warnt vor der Feuerranke, deren Samen die Zwillinge von dem geheimen Nachtschatten-Netzwerk erhalten haben. Leider ist auch die Firma Novocreos ganz nah dran, das Geheimnis um die magischen Pflanzen zu lüften.

Im zweiten Band «Flora Magica - Die Gabe der bösen Kräuter» erwarten euch spannende Abenteuer im Schutz der Dunkelheit, mysteriöse Symbole, ein riskantes Vorhaben zum Mitfiebern und magische Pflanzen, die voller Geheimnisse stecken. Darüberhinaus begeistert das Buch erneut mit einer liebevollen Aufmachung, die kaum Wünsche offen lässt und absolut spektakulären Schwarz-Weiß-Illustrationen von Marie Beschorner. So ein Schmuckstück stellt man sich gern ins Bücherregal. Die Sukkulente Nox ist ebenfalls wieder dabei und sorgt mit für einige Lacher, gehörige Aufregung und viele lustige Momente. Nox Theatralik und protestreiche Hilfestellungen mochte ich sehr, aber besonders gepackt hat mich eine spektakuläre Szene, die auch von Marie Beschorner eindrucksvoll illustriert wurde. Es gibt berührende Momente, die ganz tief gehen und wertvolle Erkenntnisse des Lebens. Mir haben es auch wieder die Seiten aus Floras uraltem Buch angetan, die nach jedem Kapitel mit Expertise und Leidenschaft für Wissensdurstige aufwarten.

Vanessa Walder ist es leidenschaftlich gut gelungen, eine atmosphärische dichte Fantasy-Geschichte zu erzählen, die fesselnde Unterhaltung bietet, und spannendes Wissen und Kompetenzen vermittelt. Der lebendig klare und feinfühlige Schreibstil spielt sich wie ein Film im Kopf ab und schenkt neue Perspektiven auf die Natur und deren Schätze. Vielleicht sieht man danach die Welt der Kräuter, Pilze, Samen und ihre Gaben mit ganz anderen Augen. Obwohl sich alles um den Schutz der Pflanzenmagie dreht, haben Tierra, Sol, Avia und Zacharias ihre sozialen und emotionalen Fähigkeiten weiterentwickelt und mich hat ihr Mut und ihr wachsender Zusammenhalt begeistert, mit der sie sich dem Schutz der magischen Pflanzen widmen.

Spannend, magisch, witzig und nebenbei lernt man noch was. Diese Reihe hat sich zu einem meiner Lieblinge gemausert und ich bin wahnsinnig gespannt auf das bombastische Finale, das im März 2026 erscheint. Wer neugierig geworden ist - es lohnt sich für Kinder ab 9 Jahren und Erwachsene gleichermaßen, mit dem ersten Band in diese außergewöhnliche Fantasy-Reihe zu starten, und die fantastische Unterhaltung und hohe Qualität zu genießen, die unvergleichlich Neues bietet und die Fantasie anregt.

Veröffentlicht am 10.08.2025

Lieblingsstück über das Abenteuer «Leben»

Huhu und Momo – Für dich trau ich mich!
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Ein Bilderbuch über eine Freundschaft, die so wahrhaftig ist, dass eine Eule ganz groß über sich hinauswächst, um ihren mausigen Freund zu retten. Ich liebe alles an dem Buch: die Mut-Botschaft, die niedlichen ...

Ein Bilderbuch über eine Freundschaft, die so wahrhaftig ist, dass eine Eule ganz groß über sich hinauswächst, um ihren mausigen Freund zu retten. Ich liebe alles an dem Buch: die Mut-Botschaft, die niedlichen Illustrationen und die spannende Geschichte.

Wer mag es in der kalten Jahreszeit nicht auch lieber, es sich Zuhause gemütlich zu machen? Die Eule Huhu bleibt auch am liebsten drin. Mit dem Mäuserich Momo hat Huhu einen Freund gefunden, der gern mit ihr gemütliche Stunden drin verbringt, doch als Momo eines Tages nicht zu ihrer Verabredung erscheint, macht die kleine Eule sich große Sorgen.

Eine ermutigende Geschichte, die zeigt, es ist in Ordnung, wenn man etwas nicht mag und manchmal kommt der Zeitpunkt, wo man sich überwinden kann, auch wenn man Angst hat, und sich neue Möglichkeiten eröffnen. Momo gibt der kleinen Eule immer wieder Anstöße, aber Huhu bliebt lieber in ihrem sicheren Baum und erklärt Momo auch, warum sie sich damit wohler fühlt. Momo akzeptiert es, auch wenn er das vielleicht nicht ganz nachvollziehen kann, wie man an seiner Mimik erkennt. Es zeigt, wie inspirierend Freundschaft sein kann, wenn man über sich hinauswächst und durch Hilfsbereitschaft stärker wird, um das Abenteuer «Leben» gemeinsam zu meistern.

Die Reime wurden aus dem Englischen von Franziska Jaekel übersetzt. Das ist gut gelungen, denn sie klingen harmonisch und lassen sich lebendig vorlesen. Der unverwechselbare Zeichenstil von Lucy Fleming passt hervorragend zur Geschichte. Ihre illustrierten Bücher haben immer einen ganz besonderen Charme und erzeugen mit liebevollen Details Behaglichkeit und eine märchenhafte Natur. Huhu sieht einfach niedlich mit ihren Lieblingsschlappen und ihrer Mütze aus, wie sie auf ihrem Sessel sitzt und ein warmes Getränk genießt. Das strahlt ganz viel Wärme aus - genau das richtige Bilderbuch für die kalte Jahreszeit also. Ebenso toll sind aber auch die letzten Seiten, die Huhu in ihrem Element zeigen. Diese Kraft strahlt auch das Cover aus, was dieses Bilderbuch zu einem Lieblingsstück aller Zeiten für Kinder und Erwachsene macht. Ich würde lediglich beanstanden, dass es unnötigerweise in China gedruckt wurde, da Huhu vermutlich viel lieber in ihrem Wald geblieben wäre, statt soweit zu „fliegen“.

Veröffentlicht am 10.08.2025

Wertvolles Bilderbuch für zukünftige Glückskinder

Ich bring dir das Glück – Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen
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«Ich bring dir das Glück - Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen» ist ein Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren und begleitet den kleinen Elefanten bei einem Schultag an der Glücksschule.
Dort ...

«Ich bring dir das Glück - Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen» ist ein Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren und begleitet den kleinen Elefanten bei einem Schultag an der Glücksschule.
Dort lernen kleine Elefanten die Lektionen des Glücks und werden zu Glückselefanten ausgebildet. Und weil man damit gar nicht früh genug anfangen kann, werden neun Glücksgeheimnisse in diesem Buch gelüftet, damit jeder ein Glückskind werden kann. Autorin Anjana ist nämlich davon überzeugt, das Glücklichsein kein Zufall ist, sondern auf Prinzipien beruht, die man gar nicht früh genug verinnerlichen kann. Daraus ist diese wertvolle Buchidee entstanden, die spielerische Visualisierungsübungen, einfache Techniken, Weisheiten und Ideen vermittelt. Wertvoller Input, der nicht nur glücklich macht, sondern auch die Kreativität anregt und hilft, Gefühle zu regulieren. Es ist zwar vereinfacht und kindlich dargestellt, kann aber für Erwachsene genauso hilfreich sein, sich wieder an diese Glückslektionen zu erinnern. Dabei hilft der kleine Vogel, der als Glücks-Überbringer das Gelernte zusammenfasst und Tipps zur Umsetzung gibt. Für Vierjährige erstmal viel Text und ich würde empfehlen, die Glücksgeheimnisse nicht am Stück zu enthüllen. Das Buch lässt sich prima mehrmals lesen und lädt zum Mitmachen ein.
Die Illustrationen von Anita Schmidt unterstreichen die unbeschwerte Leichtigkeit und geben dem Buch eine sehr niedliche Note, die dabei hilft, sich alles vorzustellen. Der kleine Elefant ist zum Knuddeln und passt zur freudigen Glücksbotschaft. Nach meiner anfänglichen Skepsis, ob man Glück lernen kann, finde ich es gerade für Kinder sehr empfehlenswert.

Veröffentlicht am 10.08.2025

„Geradezu poetisch!“ - Lesehighlight

In uns der Ozean
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Die Romanbiografie «In uns der Ozean» über die Meeresbiologin und wegbereitenden Umweltschützerin Rachel Carson, einfühlsam geschrieben von Theresia Graw, erzählt die inspirierende Lebensgeschichte dieser ...

Die Romanbiografie «In uns der Ozean» über die Meeresbiologin und wegbereitenden Umweltschützerin Rachel Carson, einfühlsam geschrieben von Theresia Graw, erzählt die inspirierende Lebensgeschichte dieser außergewöhnlich tapferen Frau und befasst sich mit der Debatte um die Pestizide-Sprühkampagne und die Rolle, die Rachel Carson darin spielte, als sie ein Buch über die Wunder-Chemikalie schrieb.

„Wir sind alle Teil eines großen Ganzen.“

Der Roman beginnt 1963, in der die 56-jährige Rachel, gesundheitlich schwer gezeichnet, mit einem Taxi zu einem Termin fährt, und wechselt sich mit der Vergangenheit ab, bis irgendwann die beiden Erzählstränge zusammenfließen und es in der Gegenwart zu einem spannenden Showdown kommt. Ein erzählerischer Kniff, der mir sehr gefallen hat und Rachel nahbarer machte. Dadurch war dieses Buch für mich eine sehr mitreißende Lesereise. Die Ungerechtigkeit, der Rachel als Frau ausgesetzt war, hat mich sprachlos und wütend gemacht. Das Pech, das ihr widerfuhr, war so bitter und deshalb freute mich jeder Triumph, den sie feiern konnte, umso mehr. Besonders ihre verbale Ausdrucksfähigkeit und gefasste Schlagfertigkeit hat mich beeindruckt. Ihre Aussagen waren wissenschaftlich korrekt, ließen sich stets belegen und stützten ihre Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung. Dadurch hat sie viele Menschen zum Umdenken bewegt und inspiriert - bis heute.

Mit Zweiundzwanzig Jahren sieht Rachel das erste Mal das Meer und freut sich darauf, die nächsten drei Monate in Woods Hole zu forschen. Ihre Begeisterung ist ansteckend. Sie verschreibt sich ganz der Natur und dem Leben auf der Erde, doch ihre vielversprechende Karriere als Wissenschaftlerin endet, noch bevor sie ihren Doktor in Meeresbiologie machen kann. Doch Rachel lässt sich von niemanden abhalten und so ergeben sich neue Wege, um ihre Leidenschaften zu kombinieren: ihr poetisches Schreibtalent und ihre Liebe zur Natur. Klug und Informativ möchte sie alle Menschen an der Naturwissenschaft teilhaben lassen, sie zum Staunen bringen und sie zu Verbündeten machen, die mit Ehrfurcht und mitfühlender Neugier die Natur bewahren. Dabei durchlebt Rachel einige schicksalshafte Wendungen, die sie verkraften muss. Ihre furchtlose Stärke und ihren Ehrgeiz fand ich beeindruckend. Ihr fortschrittliches Denken macht die Diskrepanz und Ungerechtigkeit ihrer Zeit noch deutlicher.

Theresia Graw hat genau die richtigen fiktionalen Ergänzungen ergänzt, die es zwar so nicht gegeben hat, wie sie im Nachwort verrät, aber die den Roman spannend und nachvollziehbar machen. Der Schreibstil ist einladend und liest sich wie von selbst. Das führt dazu, dass man die Worte einfach auf sich wirken lassen kann. Ich habe diese leichte Lesbarkeit in Kombination mit der Ich-Perspektive als angenehm empfunden. Für mich war es die Buchentdeckung des Jahres und eine große Freude, Rachel Carson auf diese Art zu entdecken. Eine absolute Empfehlung für alle, die eine inspirierende Romanbiografie über eine bewundernswerte Frau lesen möchten, die man nicht so schnell vergisst.

Veröffentlicht am 31.07.2025

Comic-Detektivgeschichte für Kinder

Detektiv Stanley und das Geheimnis im Museum
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Ein Diebstahl im Museum, bei dem nichts gestohlen wurde? Seltsam! Ein guter Grund für Stanley, das köstliche Pfannkuchenfrühstück zu unterbrechen, die Detektiv-Kappe aufzusetzen und der Sache nachzugehen.

«Detektiv ...

Ein Diebstahl im Museum, bei dem nichts gestohlen wurde? Seltsam! Ein guter Grund für Stanley, das köstliche Pfannkuchenfrühstück zu unterbrechen, die Detektiv-Kappe aufzusetzen und der Sache nachzugehen.

«Detektiv Stanley und das Geheimnis im Museum» liest sich wie eine Hommage an die Detektivgeschichten von Agatha Christie. Wie Hercule Poirot analysiert der charmante Hunde-Detektiv Stanley den Schauplatz des Verbrechens und präsentiert mit detaillierten Erklärungen seine spannende Lösung des Falls, die beinahe die Hälfte des Buches in Anspruch nimmt.

Das gelungene an dieser Detektivgeschichte ist die kinderechte Darstellungsform und die spannende Erzählweise. Der Comic ist für Kinder ab 6 Jahren empfohlen und angepasst: Tiere leben wie Menschen in der Menschenwelt, dazu großflächig bunte Cartoon-Illustrationen und große Sprechblasen. Die Bildabfolge ist eindeutig erkennbar und der Fall ist nicht zu knifflig, enthält einen spannenden Plotttwist und gibt ganz nebenbei Hintergrundwissen über den Künstler Piet Mondrian und sein Werk, was die Aspekte Literatur und bildende Kunst in dieser Bildgeschichte vereint. Am Ende gibt es nämlich eine Fallakte zum Künstler und die letze Seite hält eine Überraschung bereit.

Wer einen witzigen Tier-Krimi mit einem charmanten Pfannkuchen-Liebhaber-Hunde-Detektiv zum Miträtseln sucht, findet hier eine tolle Beschäftigung mit Liebe zum künstlerischen Detail, bei der es viel zu entdecken gibt.
Absolut empfehlenswert, auch wenn sonst selten zum Buch gegriffen wird: Hier ist für jeden was dabei.