Familiengeheimnisse
Die SturmtochterEin stürmischer Himmel, eine gefährliche Brandung, ein schroffer Felsen und obendrauf thront ein stattliches Anwesen. Dramatischer könnte das Cover eines Buches nicht gehalten sein, wären da nicht oben ...
Ein stürmischer Himmel, eine gefährliche Brandung, ein schroffer Felsen und obendrauf thront ein stattliches Anwesen. Dramatischer könnte das Cover eines Buches nicht gehalten sein, wären da nicht oben auf dem Cover die in Weiß und in Rosa gehalten wilden Rosen zu sehen. Dramatisch scheint auch die Geschichte um die Familie Fraser zu schein: Eigentlich eine untadlige Familie, die zudem noch zu den Reichsten Schottlands gehört. Und doch scheinen sie ein Geheimnis zu verbergen, dass sich durch mehrere Generationen zieht. Isla Fraser hat gerade ihre Journalistenausbildung abgeschlossen. Eine Reportage über ihre Tante Shelly, die nach Australien ausgewandert ist, soll ihrer Karriere jetzt den nötigen Schub verleihen. Doch warum weiß niemand / oder will niemand aus ihrer Familie wissen, wo Shelly genau lebt? Und warum gerät Isla plötzlich in Situationen, die ihr das Gefühl vermitteln es trachte ihr jemand nach dem Leben? Hat ihre Familie etwas zu verbergen und was geschah mit ihrer Urahnin Rosa Fraser? Die Antworten auf alle Fragen scheinen in Schottland auf dem Familiensitz Taigh-Mor-Fraser verborgen zu sein.
Florence Winter ist eine deutsche Autorin mit Vorliebe für England und Schottland. Auf mehr als 400 Seiten entwickelt sie einen spannenden Roman, bei dem auch die Romantik nicht zu kurz kommt. Dabei schreibt sie so authentisch, dass es mich manches Mal schaudern lässt. Der Roman ist gut aufgebaut und regt zum Nachdenken an. Und so entwickelt sich ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, das nur der lösen kann, der den entsprechenden Schlüssel in Händen hält. Der Roman spielt auf zwei Ebenden sowohl im 21. Jahrhundert als auch im 19. Jahrhundert, das verleiht ihm noch einen zusätzlichen Charme.
Die Charaktere in diesem Roman sind authentisch und in ihrer Konstellation zueinander gut entwickelt, sodass allein dadurch eine besondere Spannung entsteht. Interessant ist der Charakter von Rosas Vater: George Fraser, einem echten Menschenfänger, während Rosa zwischen Loyalität und dem eigenem Gewissen schwankt. Isla dagegen teils stark, teils beschützenswert kämpft nicht nur mit dem Ringen um die Wahrheit, sondern auch mit allen Widrigkeiten, die ihr durch ihre Nachforschungen entstehen. Die spannende Story, die unterschiedlichen Charaktere und die vielen unerwarteten Wendungen in dem Buch geben viel Raum für Spekulationen. Aber trotzdem einiges im ersten Moment vielleicht verwirrend erscheint, wird alles bis zum teilweise überraschenden Ende aufgeklärt. Intrigen, Vertuschung und fiese Machenschaften eingebettet in die raue Landschaft Schottlands und der äußeren Hybriden lassen den Leser einerseits nicht zu Atem kommen, aber genau wie die Rosen auf dem Cover der Dramatik die Härte nehmen, findet sich in diesem spannenden Roman auch etwas für das Herz. „Die Sturmtochter“ ist eine fesselnd geschriebene Geschichte für die ich gerne eine Leseempfehlung gebe.