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Veröffentlicht am 04.09.2025

Ein Feuerwerk an Fantasie

Sophie Red Dot - Das Buch der magischen Kreaturen
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An ihrem 11. Geburtstag erfährt Sophie, die eigentlich nicht an Magie glaubt, dass magische Kreaturen tatsächlich existieren und sie mit ihrem roten Punkt über der Augenbraue eine ganz besondere Beziehung ...

An ihrem 11. Geburtstag erfährt Sophie, die eigentlich nicht an Magie glaubt, dass magische Kreaturen tatsächlich existieren und sie mit ihrem roten Punkt über der Augenbraue eine ganz besondere Beziehung zu diesen Kreaturen hat. Mit ihrem Bruder und ihren Freunden taucht sie in eine fantastische und gefährliche Welt ein. Sie lernen, dass man mit Mut und Zusammenhalt viele Schwierigkeiten überwinden kann.

Schon in den ersten Seiten bin ich von der Geschichte fasziniert und werde in die magische Welt von Sophie hineingezogen. Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen, man fliegt sozusagen durch die Seiten. Die Lesbarkeit wird zusätzlich durch die Einteilung in kleine Kapitel unterstützt. Es ist diesem Buch anzumerken, dass es mit viel Liebe zum Detail und Herzblut geschrieben wurde. Die erschaffene Welt entfaltet sich in einem bildgewaltigen, bunten Feuerwerk und lädt zum Träumen und Eintauchen ein. Gleichzeitig wird auch die moderne Realität mit ChatGPT, iPod und Handy einbezogen, so dass die Geschichte gut in der heutigen Zeit verankert ist.

Die Hauptcharaktere sind liebevoll beschrieben und durchweg sympathisch. Sophies Familie wird so warmherzig und individuell geschildert, man möchte einfach dazugehören. Das Cover, kleine Zeichnungen zwischen den Seiten und ein Charakterverzeichnis am Schluss des Buches runden diesen Eindruck zusätzlich ab.

Die Handlung wird langsam aufgebaut und nimmt im Laufe des Buches merklich an Spannung zu. Zum Schluss überschlagen sich die Ereignisse und es endet mit einem vielversprechenden Ausblick auf Band 2 der Reihe.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gefallen. An manchen Stellen ist er Text jedoch so detailverliebt, dass es dadurch etwas langatmig erscheint z.B. beim Ausflug in die Quantenphysik . Die Zeitsprünge sind teilweise sehr kompliziert und selbst für mich als erwachsener Leser nur schwer nachzuverfolgen.

Aufgrund der beachtlichen Seitenzahl von 460 Seiten empfehle ich das Buch ab einem Alter von 10.

Fazit: Ein wunderbar fantastisches Buch, das ich gerne gelesen habe und auch gut weiterempfehlen kann!

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Ein langer Trauerprozess

Perlen
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Marianne hat eine glückliche Kindheit, doch mit acht Jahren verschwindet ihre Mutter und kehrt nie mehr zurück. Die Beziehung zur Mutter ist sehr liebevoll und innig. Marianne wird von ihr zuhause unterrichtet. ...

Marianne hat eine glückliche Kindheit, doch mit acht Jahren verschwindet ihre Mutter und kehrt nie mehr zurück. Die Beziehung zur Mutter ist sehr liebevoll und innig. Marianne wird von ihr zuhause unterrichtet. Ihr Verlust wirft sie völlig aus der Bahn und die Frage nach dem Warum und dem Gefühl der Scham, nicht genug gewesen zu sein, um sie zu halten, prägen fortan ihr gesamtes Leben.
Das Buch beschreibt einen lagen und nicht endend wollenden Trauerprozess.

Das Buchcover ist dazu sehr passend. Im übertragenen Sinne findet Marianne im Laufe der Erzählung viele kleine Erinnerungen, Perlen, die sie ihrer Mutter nahe bringen. Zum anderen bezieht sich der Titel auf das Gedicht "Pearls", das immer wieder im Buch zitiert wird und sie mit ihrer Mutter verbindet.

Gefallen hat mir der poetisch Schreibstil, der wunderbar zu lesen und vorzulesen ist.

Inhaltlich ist die Erzählung sehr dramatisch und aufwühlend. Es werden viele tabuisierte Themen angesprochen wie Selbstverletzungen (Ritzen), Selbstmordgedanken und psychische Ausnahmezustände, was das Buch zu einer eher schweren Kost macht. An manchen Stellen ist der Roman sehr leise und poetisch, an anderen Stellen jedoch auch sehr direkt. Das Buch ist in Ich-Form geschrieben und Marianne erscheint mir sehr authentisch, dadurch werde ich als Leser durch all ihre Zweifel und psychische Verletztheit geführt, das macht das Buch teilweise sehr schwer zu ertragen.

Manche Passagen empfinde ich allerdings als zu langatmig, da hat mich die Erzählung etwas verloren. Außerdem gibt es einige Zeitsprünge, die das Lesen erschweren und irritierend sind, da ich nicht mehr wusste, in welchem Alter ich Marianne jetzt antreffe.

Es ist inhaltlich kein leicht zu lesendes Buch. Trotzdem kann ich es empfehlen, wenn man sich mit den schweren Themen Trauer und psychische Gesundheit auseinandersetzen kann und möchte.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Ermittlungen im Urlaubsparadies Mallorca

Das Teufelshorn
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Das Cover verrät zunächst nicht, dass es sich um einen Krimi handelt: Die südländische Landschaft mit Orangenbäumen verspricht eine nette Urlaubslektüre und der Leser wird nicht enttäuscht.

Die ehemalige ...

Das Cover verrät zunächst nicht, dass es sich um einen Krimi handelt: Die südländische Landschaft mit Orangenbäumen verspricht eine nette Urlaubslektüre und der Leser wird nicht enttäuscht.

Die ehemalige Kommissarin Isabel hat ihren Dienst quittiert und leitet nun ein florierendes Unternehmen zur Ferienhausvermittlung auf Mallorca. Doch als sie von der Polizei gebeten wird, bei einer Kindesentführung zu helfen, kehrt sie in den Dienst zurück, zumindest vorübergehend.
Zur Kindesentführung gesellt sich ein Mord an einem älteren Einwohner und der Kokainschmuggel floriert auch auf der Insel. Isabel ermittelt in alle Richtungen. Sie ist eigenwillig, geht jeden Morgen mit ihrem Frettchen Furó im Meer schwimmen und trinkt ihren Cortado im örtlichen etwas heruntergekommenen Café. Isabel ist sympathisch, lebenslustig und immer gut gelaunt, man muss sie einfach mögen.
Im Laufe des Buches wird sie mir allerdings etwas unheimlich, egal was gefordert ist, Isabel spricht die Sprache, hat Verbindungen in das jeweilige Land oder die Behörde und sieht Zusammenhänge auf die ihre ebenfalls erfahrenen Kollegen nicht kommen. Sie löst die Fälle quasi im Alleingang. Ihre Kollegen sind nur schmückendes Beiwerk und dürfen die Verhaftungen durchführen. Das ist mir schon etwas zu viel Superwoman.

Der Schreibstil ist leicht zu lesen. Die mallorquinische Atmosphäre wird so gut geschildert, dass ich beim Lesen schon fast das Meer riechen und die Sonne auf meiner Haut spüren konnte. Da bekommt man richtig Lust auf Urlaub. Warum nicht mal wieder Mallorca? Die Liebe der Schriftstellerin zur Insel merkt man an den detaillierten Schilderungen der lokalen Gebräuche, Örtlichkeiten und kulinarischen Köstlichkeiten. Mehr als einmal musste ich Google zu Rate ziehen, um zu wissen, worüber genau gerade geschrieben wurde.

Fazit: Eine gute Urlaubslektüre mit mallorquinischem Flair. Das Buch ist angenehm zu lesen, die Spannung hält sich allerdings durch die vielen detaillierten Beschreibungen in Grenzen.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Spannender Thriller mit Schwächen

Eine von uns
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Das düstere Cover mit der Person am erleuchteten Fenster passt sehr gut zum Inhalt und zur Stimmung des Thrillers.

Nach einem Hausbrand zieht Gina mit ihrem Mann Matt und ihren beiden Kindern vorübergehend ...

Das düstere Cover mit der Person am erleuchteten Fenster passt sehr gut zum Inhalt und zur Stimmung des Thrillers.

Nach einem Hausbrand zieht Gina mit ihrem Mann Matt und ihren beiden Kindern vorübergehend bei ihrer Freundin Annie ein, die sich auf einer Abenteuerreise befindet. Kurze Zeit später klingelt eine Frau und stellt sich als Annies Haushälterin Mary vor. Doch wer ist Mary wirklich?

Der Thriller wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass der Leser schnell besser informiert ist als die Protagonistin selbst, dadurch geht vor allem am Anfang des Buches etwas von der Spannung verloren. Zum Ende hin steigt die Spannungskurve rasant an und der Leser wird mit mehreren Twists in der Geschichte überrascht. Sogar die letzten drei Seiten bergen ein Geheimnis, mit dem ich nicht gerechnet hätte.

Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und ich kann mich ohne Probleme in sie hineinversetzen, doch genau deshalb erscheinen mir manche Reaktionen unglaubwürdig. Beispielsweise kann ich mir nicht vorstelle, jemanden im Haus zu akzeptieren, den ich als Bedrohung für meine Kinder empfinde. Außerdem ist an einem Punkt des Buches die Lösung schon so offensichtlich, dass ich nicht verstehe, wie die Protagonistinnen so blauäugig in die Falle tappen können.

Das Ende des Thrillers ist spannend und aufwühlend, doch in meinen Augen zu konstruiert und unglaubwürdig.

Fazit: „Eine von uns“ ist ein durchaus spannender Thriller, den ich gerne gelesen habe, mit vielen Twists dem Ende hin, aber auch mit ein paar Schwächen die Authentizität betreffend.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Zwischen Faszination und vielen Fragezeichen

Shark Heart
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Wren und Lewis lernen sich kennen und lieben. Zwei Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein können. Lewis ist ein Träumer mit einer gescheiterten Schauspielkarriere und dem Plan, ein gefeiertes Theaterstück ...

Wren und Lewis lernen sich kennen und lieben. Zwei Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein können. Lewis ist ein Träumer mit einer gescheiterten Schauspielkarriere und dem Plan, ein gefeiertes Theaterstück zu schreiben, das er jedoch nie beendet. Bis dahin unterrichtet er die Theatergruppe einer High School. Wren hingegen arbeitet erfolgreich im Finanzwesen. Sie ist kontrolliert, perfektionistisch und zielgerichtet. Die beiden heiraten. Kurze Zeit später erhält Lewis die Diagnose, dass er sich unaufhaltsam in einen Weißen Hai verwandelt. Diese Krankheit scheint in der Welt, die die Autorin Emily Habeck kreiert hat, nicht selten zu sein. Es gibt spezielle Kliniken und Heime für Angehörige, die sich im Stadium des Übergang in den Körper eines Tieres befinden. Eine Heilung gibt es allerdings nicht.

Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und mich in vielen Passagen sehr berührt hat. Wie gehe ich mit einer Krankheit um, die einen geliebten Menschen langsam von innen auffrisst, bis nicht mehr viel von ihm übrig bleibt? Es ist ein Buch über Liebe, Trauer, Verlust und Loslassen.

Es werden philosophische Fragen aufgeworfen: Was macht mich als Mensch aus? Was ist wichtig im Leben? Was macht mein Leben lebenswert? Wie gehe ich mit einer Krankheit um, die meinen Körper völlig entstellt? Finde ich zu einer neuen Identität? Werde ich von meiner Umwelt akzeptiert und kann ich mich selbst so akzeptieren?

Der Schreibstil der Autorin ist ungewöhnlich: Prosa wechselt sich mit einem Stil ab, der eher an einen Dialog aus einem Theaterstück erinnert. Die beiden unterschiedlichen Schreibstile spiegeln die Protagonisten wider.

"Shark Heart" ist ein Buch, das in mir eine Mischung widersprüchlicher Gefühle hervorgerufen hat. Auf der einen Seite hat es mich fasziniert und berührt. Auf der andere Seite wirken die Figuren so surreal und distanziert, dass ich mich nicht in sie hineinversetzen konnte. Die Erzählung springt ständig zwischen verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven der Charaktere hin und her, was für mich teilweise irritierend war und mich aus der Lesefluss gerissen hat.

Letztendlich bin ich mir am Schluss nicht sicher, ob ich das Buch wirklich verstanden habe. Manche der Metaphern haben sich mir nicht erschlossen und ich frage mich, was die Autorin mir als Leser sagen wollte.

Fazit: Ein skurriles, surreales und faszinierendes Buch, das mich jedoch mit einigen Fragezeichen zurücklässt.

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