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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.09.2025

Technik überlagert Gefühl.

Quintessenz von Wagemut
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Die Schreibweise wirkt für mich, trotz der Ich-Perspektive eines Charakters, emotionslos und wie eines Erzählers mit einem gewissen Abstand zu den Personen. Ich konnte keine wirkliche Bindung zu den Protagonisten ...

Die Schreibweise wirkt für mich, trotz der Ich-Perspektive eines Charakters, emotionslos und wie eines Erzählers mit einem gewissen Abstand zu den Personen. Ich konnte keine wirkliche Bindung zu den Protagonisten aufbauen und habe Entscheidungen der Protas nicht nachvollziehen können. Einige Übergänge sind zu abrupt. Man springt ohne wirkliche Textformatierung oder sichtbaren Absatz, sowohl in der Zeit, als auch perspektivisch hin und her, was es schwer macht der Geschichte zu folgen und ich musste einige Stellen wiederholt lesen. Die Kapitel waren mir persönlich zu lang und hätten auch sichtbarer getrennt werden können. Gespräche gab es so gut wie keine, wenn dann mal Anführungszeichen kamen, waren es meist nur Gedanken.
Der Autor selber ist Erfinder und Automechaniker was sich in der seeeehr detailliert beschriebenen Autoreparaturen wiederspiegelt. Ich habe das seitenweise überflogen.
Was mir extrem negativ aufgestoßen ist, war der K.O.-Tropfenmissbrauch.
Die Botschaft der Hauptgeschichte kam trotzdem durch: Zwei Menschen müssen sich nicht unbedingt suchen, um sich zu finden, Menschen können gegenseitig das Beste aus sich herausholen, egal ob in einer freundschaftlichen oder romantischen Beziehung und dass aufgeben, keine Option ist.

Fazit: Die Hauptstory fand ich gut durchdacht, das technische Drumherum und der Schreibstil hat es für mich schwer gemacht, wirklich die Geschichte mitzufühlen. Es gab zu viele Handlungspunkte, die ich nicht nachvollziehen konnte.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Bedrückende Nachwendezeit

Verlassene Nester
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Kurz zum Inhalt: Die 13-jährige Pilly lebt mit ihrem alkoholkranken Vater im Elbe-Grenzgebiet zwei Jahre nach der Wiedervereinigung. Die Mutter ist vor Jahren in den Westen abgehauen. Pilly sucht Anschluss ...

Kurz zum Inhalt: Die 13-jährige Pilly lebt mit ihrem alkoholkranken Vater im Elbe-Grenzgebiet zwei Jahre nach der Wiedervereinigung. Die Mutter ist vor Jahren in den Westen abgehauen. Pilly sucht Anschluss bei zwei älteren Mädchen und verbringt zusammen mit Ihnen den Sommer, wobei auch so die ein oder andere eher unschuldige sexuelle Erregung stattfindet. Plötzlich steht Pillys Mutter unerwartet vor der Tür und möchte sie in den Westen mitnehmen. Durch ein paar Nebengeschichten wird nochmal die Nazispitzelzeit, die Vietnamesenbelagerung und den Umbruch vor Ort aufgegriffen.

Fazit: Ich hatte etwas anderes von dem Buch erwartet und bin ein wenig enttäuscht, dabei hatte ich mich wirklich auf das Buch gefreut. Ich hatte durch den Klappentext die Hoffnung, dass uns diese sehr spezielle geschichtliche Etappe durch Pillys kindlich frohe Augen gezeigt wird. Aber es war weder kindlich, noch froh oder sonderlich emotional auf irgendeine Weise. Ich hätte mir mehr Gefühlsregungen gewünscht, aber ich war weit weg davon und ich bin sehr nah am Wasser gebaut.

Es war mir auf der einen Seite viel zu wenig Handlung und ich langweilte mich beim Lesen, auf der anderen Seite zu viel "Grausamkeit", und damit meine ich nicht die Nachkriegszeit.

Die zweite Hälfte des Buches war wesentlich besser als die erste, weil endlich mal etwas Fahrt aufkam.

Der Schreibstil an sich mit der Wortwahl, den Metaphern und den ständig wiederkehrenden Vogelassoziationen ist dafür umso beeindruckender. Man merkt wie sehr sich die Autorin hierbei Gedanken gemacht hat und mit welcher Sorgfalt geschrieben wurde. Die Sprünge zwischen Personen und Zeiten fand ich schwierig nachzuvollziehen und war anstrengend.

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