Identitätsfindung meets Doppeltes Lottchen
Seoulicious – Fake Me, Real You
von Thea Hong ist im NovelArc Verlag erschienen und nicht nur eine schöne Geschichte über die Identitätsfindung von Suki, einer Koreanerin in Deutschland.
Nein, es ist ...
Seoulicious – Fake Me, Real You
von Thea Hong ist im NovelArc Verlag erschienen und nicht nur eine schöne Geschichte über die Identitätsfindung von Suki, einer Koreanerin in Deutschland.
Nein, es ist auch eine Neu-Interpretation des Buchklassikers das Doppelte Lottchen für mich, denn Suki hat einen Zwilling namens Yoona und muss notgedrungen mit dieser quasi ihr Leben tauschen, damit diese in Seoul innerhalb einer Fernsehshow Karriere machen kann.
Die Thematik von Ausgrenzung, Nicht-Akzeptiertwerdens und Alltagsrassismus werden hier echt schonungslos mit eingebaut, was mich persönlich auch zum Nachdenken über mein eigenes Verhalten gebracht hat.
Aber wer jetzt denkt, das hört sich nach schwerer Lektüre an, der irrt, denn die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil eine Lockerheit und bisweilen sarkastischen Witz in die Zeilen zu bringen, dass mir die aus der Ich-Perspektive von Suki erzählte Geschichte überhaupt nicht schwer vorkommt.
Ja, ich verstehe nicht jedes Handeln und Denken von ihr und schon gar nicht, warum ausgerechnet ihr Zwilling bzw. auch andere Figuren ihr gegenüber so gemein und unverständlich sind, aber Sukis Reaktionen darauf sind zum Teil echt der Brüller. Mal ganz ab von der zuckersüßen Romanze, die da innerhalb der Seiten sich anbahnt.
Mir hat das Lesen somit viel Spaß gemacht und ich bin gut unterhalten worden, während ich sogar noch einen Einblick in das Leben einer Person bekommen habe, die sich selbst und ihre Identität noch nicht wirklich gefunden hat. Also alles perfekt so wie es ist und ich gebe deshalb gerne eine Lese-Empfehlung.