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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2025

Zwischen Tiefgang und Leerlauf – eine ambivalente Leseerfahrung

Where I Left My Heart
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Bei manchen Büchern weiß man schon nach wenigen Seiten, dass man begeistert ist, bei anderen hat man das gegenteilige Gefühl. Bei diesem Buch habe ich mal das eine, mal das andere gefühlt. Und auch jetzt, ...

Bei manchen Büchern weiß man schon nach wenigen Seiten, dass man begeistert ist, bei anderen hat man das gegenteilige Gefühl. Bei diesem Buch habe ich mal das eine, mal das andere gefühlt. Und auch jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, bleiben gemischte Gefühle bei mir zurück.
Pluspunkte sammelt Julia Niederstraßer auf jeden Fall für das "Museum of broken hearts". Wobei man hierbei hinzufügen muss, dass es dieses Museum wirklich gibt. Die Autorin hat nur den Namen ein klein wenig variiert. Denn in Wirklichkeit heißt es "Museum of broken relationships" und hat seinen Stammsitz in Zagreb. Aber auch wenn die Idee dafür nicht von ihr stammt, gefällt mir die Einbindung des Museums in die Geschichte sehr gut. Gerade die kurzen Beschreibungen der Exponate zu Beginn der meisten Kapitel hat mich emotional sehr getroffen. Ich habe nicht nachgeprüft, ob sich die Autorin an realen Geschichten aus dem Museum bedient hat oder eigene erfunden hat. Diese Frage ist aber eigentlich auch unerheblich.
Weitere Pluspunkte kann die Autorin für ihre beiden Hauptcharaktere der Geschichte sammeln. Mit Juna und Link hat sie zwei Personen erschaffen die glaubwürdig und alles andere als perfekt sind. Mich persönlich stört es immer ein wenig, dass in allen Liebesromanen die Charaktere natürlich immer wunderschön, erfolgreich und perfekt sind. Juna und Link weichen beide von der Norm ab, Juna vor allem durch ihre Krankheitsgeschichte. Denn sie hat, gleich wie die Autorin, Skoliose. Ich finde es äußerst positiv, dass die Autorin dies in ihre Geschichte einfließen hat lassen. Denn dadurch verleiht sie der Geschichte Tiefe und hebt sich damit deutlich von anderen Büchern des gleichen Genres ab.
Dennoch habe ich wie erwähnt gemischte Gefühle, wenn es um die Bewertung des Buches geht. Denn, obwohl ich die Personen sehr interessant fand und ich auch den einen oder anderen Denkanstoß aus dem Buch mitgenommen habe, war das Buch phasenweise äußerst langatmig. Das lag für mich vor allem daran, dass streckenweise einfach nicht besonders viel passiert, sich die Protagonisten im Kreis drehen und seitenlange, innere Monologe geführt werden. Mir ist bewusst, dass dies eine sehr realistische Darstellung ist und normalerweise befürworte ich Realismus in Liebesromanen, aber dies war mir dann doch ein wenig zu viel des Guten.
Andererseits ging es mir an gewissen Stellen nicht weit genug. Denn ich hätte gerne mehr über die Vergangenheit von Juna und Link erfahren. Wäre gerne tiefer in ihre Beziehung abgetaucht und hätte erlebet, wie sie an den Punkt gekommen sind, an dem sie sich zu Beginn des Buches eben befinden. Hier belässt es die Autorin aber mit wenigen Sätzen hier und dort. Auch das Thema Skoliose hätte für meinen Geschmack noch stärker thematisiert werden können.
Der Schreibstil der Autorin hat mir durchaus zugesagt. Ihre Beschreibungen der Personen und Orte fand ich interessant und sehr detailreich. Dadurch konnte ich mir alles sehr gut vorstellen. Auf emotionaler Ebene hat mich das Buch phasenweise sehr berührt. Dies lag aber wie bereits erwähnt eher an den Beschreibungen der Exponate als an der Anziehungskraft zwischen Juna und Link.
Obwohl mich die Geschichte nicht komplett überzeugen könnte, möchte ich doch eine Empfehlung für das Buch aussprechen.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Gedankentiefe trifft Ratlosigkeit – Hannah Lühmanns Gesellschaftsspiegel

Heimat
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Dieses Buch lässt mich ein wenig ratlos zurück. Denn ich konnte der Autorin und ihren Gedankengängen sehr lange folgen, auch wenn ich nicht jeden Gedanken und jede Idee, welche in diesem Buch aufgeworfen ...

Dieses Buch lässt mich ein wenig ratlos zurück. Denn ich konnte der Autorin und ihren Gedankengängen sehr lange folgen, auch wenn ich nicht jeden Gedanken und jede Idee, welche in diesem Buch aufgeworfen wurde, befürwortet habe, so konnte ich sie zumindest nachvollziehen. Mit dem Ende des Buches hat die Autorin Hannah Lühmann mich allerdings verloren.
Wobei ich hier bei erwähnen muss, dass ich weder ein Problem mit einem Ende habe, dass kein Happy End ist, `nennt man das dann eigentlich No Happy End, noch mit einem offenen Ende bzw einem Ende an dem nicht alle Handlungsstränge komplett aufgelöst und zu Ende geführt wurden.
Doch was sich Hannah Lühmann bei diesem Ende gedacht hat, ist mir einfach komplett unklar. Wenn ihr Ziel es war, dass man über das Buch nachdenkt und sich über die Gesellschaft und ihre Entwicklung Gedanken macht, dann hätte sie meiner Meinung nach nicht viel tun müssen. Denn das Buch bietet so viel Potential, dass man sich wochenlang den Kopf zerbrechen könnte. Mich beschleicht eher das Gefühl, dass die Autorin am Ende Schwierigkeiten hatte das Buch zu beenden. Die Geschichte ist wohldurchdacht, sehr gut konstruiert und so nah an der Realität, dass es einen beim Lesen fast körperlich schmerzt. Man spürt zwischen den Zeilen, welche Meinung Hannah Lühmann über die Dinge hat, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Autorin nicht mit dem erhobenen Zeigefinger droht und die Leserin oder den Leser in eine bestimmte Richtung drängen möchte. Dies hätte sie aber tun müssen, wenn sie das Ende anders gestaltet hätte, dann hätte sie Farbe bekennen und ihre Position offenbaren müssen.
Dieses Buch beschreibt für mich auf sehr eindrucksvolle Weise wie es besonders charismatische Menschen es schaffen einen in seinen Bann zu ziehen und einen Glauben zu lassen, dass die Meinung der „Führerin“ schon immer die eigene war. Oder im besten Fall, kennt man seine eigene Meinung noch, möchte sie aber nicht laut teilen, da der Leithammel ein Problem damit hat. Außerdem zeigt das Buch sehr schonungslos wie toxisch und hinterhältig die Mütter-Bubble ist.
Viele der angesprochenen Glaubenssätze in diesem Buch habe ich selbst zu hören bekommen. Gerade das Thema „Fremdbetreuung“, wobei ich persönlich das Wort an sich verabscheue und lieber außerhäusliche Betreuung sage (und ja, mir ist bewusst, wie woke das klingt) bringt meiner Meinung nach das schlimmste in den Müttern hervor.
Die Autorin spricht viele wichtige und kontroverse Themen in diesem Buch an, vor allem Themen aus dem Bereich Kindererziehung, Partnerschaft und Politik. Und in allen Fällen bewegt sie sich immer mehr im Bereich der Extreme und lässt vieles im Dunkeln. So ist zum Beispiel Gewalt in der Familie ein immer wiederkehrendes Thema, wohingegen nicht ganz klar ist wer Opfer und wer Täter ist. Wobei sich hierbei die Frage stellt, ob das überhaupt eine Rolle spielt.
Bei dem Hörbuch handelt es sich um eine ungekürzte Version, was ich persönlich sehr befürworte. Mit 4,5 Stunden ist die Zeit aber wirklich auch überschaubar. Daher bin ich froh, dass der Argon Verlag nicht auch noch Kürzungen vorgenommen hat. Gelesen wird das Hörbuch von Heike Warmuth. Die Auswahl des Verlages kann ich an dieser Stelle nur befürworten und beglückwünschen. Die Stimme der Sprecherin passt hervorragend zum Text und man kann die Emotionen wirklich sehr gut spüren. Für mich persönlich gewinnt der Text durch die Stimme von Heike Warmuth noch einmal an Tiefe.
Aufgrund des für mich extrem unbefriedigenden Endes kann ich leider nur eine durchschnittliche Bewertung geben. Ohne das Ende wäre dies wieder einmal ein 5 Sterne Buch. Da ich mich aber ziemlich allein und verloren nach der Lektüre gefühlt habe, muss ich leider kleine Abstriche machen. Trotzdem ist dies meiner Meinung nach eine durchaus lesenswerte Geschichte.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Ich bin besseres von Marc-Uwe Kling gewöhnt

Neon und Bor
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An Marc-Uwe Kling kommt man nicht vorbei, oder nur schwer, vor allem wenn man Kinder hat. Denn Marc-Uwe Kling ist überall. Sowohl in den Bücherregalen für Kleinstkinder als auch bei den Kleinkindern, bei ...

An Marc-Uwe Kling kommt man nicht vorbei, oder nur schwer, vor allem wenn man Kinder hat. Denn Marc-Uwe Kling ist überall. Sowohl in den Bücherregalen für Kleinstkinder als auch bei den Kleinkindern, bei Kindern und natürlich auch bei den Erwachsenen. Er ist gut, keine Frage, er ist lustig, zumindest meistens und er ist überall. Vielleicht liegt es an letzterem, dass ich mit diesem Buch nicht mehr ganz so zufrieden bin. Möglicherweise leide ich unter einer Überdosis MUK.
Denn im Großen und Ganzen ist das Buch eigentlich gar nicht schlecht, bzw. eigentlich müsste ich sagen, ist das Hörbuch, welches natürlich, trommelwirbel von Marc-Uwe Kling selbst gelesen wird, recht lustig. Aber auch ein wenig viel, also eigentlich eher ein wenig zu viel. Ein wenig zu viel von allem. Getestet wurde das Hörbuch sowohl an der Zielgruppe, also annähernd an der Zielgruppe, denn das Buch ist ab 6 Jahre und die Testhörerin ist knapp sechs, aber wer wird so hier schon so kleinlich sein und an einer Erwachsenen, die in der letzten Zeit, ganz viel MUK abbekommen hat. Beide haben sich phasenweise sehr über das Buch amüsiert, wohlgemerkt zumeist an unterschiedlichen Stellen. Aber ich denke, dies ist vom Autor auch so beabsichtigt.
Wie man es von dem Autor gewohnt ist, nimmt er weder das Leben noch sich selbst allzu ernst. Daher fand die Erwachsene vor allem die Referenzen zu seinen anderen Büchern, und von denen gab es einige, also sowohl Querverweise also auch Bücher, besonders amüsant. Die kindliche Hörerin hat sich über das Verhalten und die Ideen von Neon und Bor sehr amüsiert. Wobei man gemerkt hat, dass sie einige der Dinge nicht verstanden hat, obwohl es doch viele Erklärungen gibt und einige Lacher ein wenig verpufft sind auf Grund der viel Zahl an Dingen.
Die grundsätzliche Idee des Buches fand ich, die Erwachsene, eigentlich ganz gut. Dennoch habe ich das Gefühl, dass sich der Autor hier ein wenig verstrickt hat. Und zwar in der Idee ein Kinderbuch zu schreiben, dass die Erwachsenen genauso gut unterhält wie die Kinder. Gefühlsmäßig wollte er mit diesem Buch so etwas erreichen wie es Disney/Pixar mit ihren Filmen schafft. Also ein Medium, dass eigentlich an Kinder gerichtet ist, bei dem aber von Anfang an klar ist, dass die Erwachsenen mitmachen werden und diese auch sehr gut unterhalten werden sollen. Ein extrem schwieriger Spagat und leider muss ich sagen, dass er nur mäßig gelungen ist.
Denn meine persönliche Erfahrung zeigt, dass beide Seiten nicht komplett zufrieden gestellt wurden. Ironischerweise aus dem gleichen Grund: Es war alles ein wenig zu viel, zu abgehoben, zu überdreht.
Wobei ich mich hierbei wahrscheinlich selbst ein wenig maßregeln muss. Denn ich vermute, ich würde das Buch nicht so hart kritisieren, wenn es von einem anderen Autor wäre. Von Marc-Uwe Kling bin ich einfach besseres gewöhnt. Allerdings hat er das Hörbuch wie immer vortrefflich gelesen. Mir ist bewusst, dass viele die Entscheidung, dass ein Autor sein Buch selbst als Hörbuch vertont scharf verurteilen. Ich stehe dem Ganzen eher neutral gegenüber und muss sagen, dass ich da auch eher positive Erfahrungen gemacht habe.
Denn auch wenn ich mit dem Inhalt des Buches nicht komplett zufrieden bin, muss ich zugeben, dass ich es immer wieder charmant finde, wenn MUK seine Bücher selbst als Hörbuch einliest. Und ich hoffe sehr, dass sich auch daran in Zukunft nichts ändert. Denn ich werde auch sicher den zweiten Teil von Neon und Bor, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass es einen weiteren Teil geben wird, auch wieder hören.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Großartige Umsetzung einer seichten Geschichte

My Italian Lovestory
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Entscheidungsbücher finde ich super und meiner Meinung nach gibt es die viel zu selten. Gefühlsmäßig habe ich schon seit Jahren keine mehr gelesen. Daher war ich von der Idee ganz begeistert und muss sagen, ...

Entscheidungsbücher finde ich super und meiner Meinung nach gibt es die viel zu selten. Gefühlsmäßig habe ich schon seit Jahren keine mehr gelesen. Daher war ich von der Idee ganz begeistert und muss sagen, es macht noch immer Spaß. Allerdings ist es vor allem der Spaß und der Nervenkitzel welchen Weg ich bzw. Emilia einschlagen sollen, der mich besonders an dem Buch begeistert hat. Die Geschichte selbst ist ein wenig, naja wie formuliere ich das jetzt am besten, denn fad trifft es nicht wirklich. Ich glaube seicht ist vielleicht das beste Wort, obwohl es vielleicht ein klein wenig zu hart formuliert ist.
Mir ist absolut bewusst, dass man bei einem Entscheidungsbuch kleinere Abstriche bezüglich der Qualität der Geschichte machen muss. Immerhin muss die Autorin hier eigentlich zwei Bücher schreiben, denn immerhin darf der Leser sich zwischen zwei Männern, Paolo und Angelo. Doch dabei bleibt es nicht, denn dann wäre die Sache ja viel zu einfach und viel zu durchschaubar. Man könnte sich für den einen Mann entscheiden, das Buch fertiglesen und dann noch mal von vorne beginnen, einmal anders abzweigen und man wüsste, wie die Geschichte ausgeht.
Doch Autorin Nina Bilinszki war hierbei viel gefinkelter und hat mehr Abzweigungen und Wege eingebaut, so dass man zwischendurch nicht mal mehr erkennt für welchen Weg oder Mann man sich eigentlich entscheidet. Es gibt so viele Möglichkeiten, dass man dieses Buch wirklich mehrmals lesen kann und es nicht langweilig wird, weil man immer wieder etwas Neues kennenlernt.
Allerdings bedeuten diese vielen Abzweigungen auch, dass die Autorin viele Bälle in der Luft hat mit denen sie jonglieren muss. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die Qualität der Geschichte ein klein wenig darunter leiden muss. Die verschiedenen Charaktere erlebt man nur oberflächlich und bekommt maximal bei Emilia einen tieferen Einblick. Eine Charakterentwicklung kann man auch nur am Rande beobachten und die Schönheit Siziliens wird einem vor die Nase gehalten, aber das Bild bleibt ein wenig unscharf.
Mir war von Anfang an bewusst, dass der Hauptschwerpunkt des Buches auf der Liebesgeschichte liegt und diese Aufgabe hat die Autorin auch wirklich souverän erfüllt. Die Gefühle sind spürbar, wenn sie auch ziemlich plötzlich und heftig daherkommen. Mich persönlich hätte aber das Thema Weinbau und Weinherstellung brennend interessiert, dies wird leider nur stark an der Oberfläche angekratzt. Die Beschreibungen der Landschaft sind für meinen Geschmack zu wenig detailreich.
Leider kann ich für dieses Buch nur eine durchschnittliche Bewertung abgeben. Dies liegt daran, dass ich die Story an sich eher seicht und vorhersehbar fand, aber andererseits die Idee und Umsetzung des Entscheidungsbuches bei mir große Begeisterung ausgelöst hat.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Für meinen Geschmack zu viel Spice

Fae Isles − Der Henker der Königin
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Wieder einmal hatte ich recht große Erwartungen an ein Buch und musste leider miterleben, wie sich diese Erwartungen in Rauch aufgelöst haben. Dennoch muss ich der Autorin Lisette Marshall zugutehalten, ...

Wieder einmal hatte ich recht große Erwartungen an ein Buch und musste leider miterleben, wie sich diese Erwartungen in Rauch aufgelöst haben. Dennoch muss ich der Autorin Lisette Marshall zugutehalten, dass sie mich nicht komplett enttäuscht hat und ich durchaus Lust habe zu erfahren, wie die Geschichte um Emelin und Creon weitergeht.
Die Autorin vermischt in diesem Buch altbekanntes und altbewährtes mit einigen neuen Elementen. Die bereits wohlbekannten Elemente sind die Fae, die wenig überraschend die Bösen sind. Wieder einmal stelle ich mir die Frage, ob es bereits einmal ein Buch gegeben hat in denen die Fae die Guten waren und kann diese Frage nicht eindeutig beantworten. Ich weiß aber, dass ich es mit Sicherheit lesen würde. Des Weiteren handelt es sich bei der Heldin der Geschichte um ein menschliches Mädchen, dass bis dato kaum Ahnung von ihrer Magie hat. So weit so bekannt und erprobt. Ich möchte auch gar nicht behaupten, dass dies nicht funktioniert, aber mittlerweile wird das Ganze eben schon ein wenig langweilig. Dass sich die menschliche Heldin dann auch noch in den bösen und skrupellosen Fae verliebt, folgt wie das Amen im Gebet.
Hätte Lisette Marshall nicht auch noch ein paar, für mich neue, und interessante Aspekte in die Geschichte eingebaut, hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht zu Ende gelesen bzw. in meinem Fall müsste man sagen zu Ende gehört.
Außergewöhnlich fand ich das Magiesystem, welches die Autorin entwickelt hat. Ich bin mir relativ sicher, dass ich von einem ähnlichen, auf Farbenbasierendes Magiesystem, bereits irgendwo anders mal gelesen habe, aber dennoch ist dies etwas eher Unübliches. Zu Beginn hatte ich leichte Schwierigkeiten zu verstehen, wie das so genau von Statten geht, aber da ging es unserer Heldin Emelin nicht anders, daher denke ich, dass dies von der Autorin so gewünscht war.
Besonders gut hat mir gefallen, dass der männliche Gegenpart in diesem Buch stumm war. Die Umsetzung des Ganzen war meiner Meinung im Großen und Ganzen sehr gut gemacht. An der einen oder anderen Stelle hatte ich das Gefühl, dass die Autorin vergessen hat, dass ihr Held stumm war. Leider ist dies aber auch sein einziger Makel. Denn ansonsten ist er wie zu erwarten war, ein Bild von einem Mann. Und Em lässt sich auch gerne darüber aus, wie schön und stark und unwiderstehlich er ist. Den romantischen Teil an sich habe ich erwartet und an sich hätte ich damit auch kein Problem gehabt. Leider kam es irgendwann zu dem Punkt, wo es eigentlich nur mehr darum ging. Dies fand ich äußerst schade, denn sowohl die gut konstruierte Grundgeschichte als auch das Magiesystem hätte so viel mehr Potential gehabt als die Tändeleien von Creon und Em.
Wie bereits erwähnt habe ich mir das Buch als Hörbuch angehört. Gesprochen wird das Buch von Corinna Dorenkamp und ich muss dem Argon Verlag zu seiner Wahl gratulieren. Die Sprecherin war eine großartige Wahl. Mit ihrer Stimmmelodie und ihrer Betonung hat Corinna Dorenkamp es geschafft alle Emotionen zu transportieren und mich fühlen zu lassen. Ihre Stimme ist ausdrucksstark und man hört einfach gerne zu. Ich freue mich schon darauf, ihre Stimme im zweiten Hörbuch wieder zu hören, wenn ich erfahren werde, wie es mit Emelin und Creon weitergeht.
Obwohl mich Lisette Marshall mich mit ihrem Buch nicht komplett überzeugen konnte, finde ich, dass man die solide Leistung der Autorin honorieren muss. Für meinen Geschmack war der Spice Anteil aber einfach zu hoch, als das ich dem Buch eine bessere Bewertung geben könnte.

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