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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2025

1. Teil

Gerächt sein sollst du
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Die Journalistin Eevi Manner lebt mit ihrem Freund, einem Künstler, in ihrer Heimatstadt Kristinestad. Als sie zu einem Leichenfund geschickt wird, trifft sie auf ihre Jugendliebe Mats Bergholm, der Ermittler ...


Die Journalistin Eevi Manner lebt mit ihrem Freund, einem Künstler, in ihrer Heimatstadt Kristinestad. Als sie zu einem Leichenfund geschickt wird, trifft sie auf ihre Jugendliebe Mats Bergholm, der Ermittler in Vaasa ist und den Fall übernimmt. Der Tote wird als der 17jährige Jonas identifiziert, ein eher zurückhaltender Jugendlicher, der sich in letzter Zeit sehr verändert haben soll.

Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Das Bild einer finnischen Hütte mit Spiegelbild in typischer Landschaft wird in Buchschnitt und Rückseite fortgeführt. Hinter der Rückenklappe befindet sich die Abbildung des 2. Teils, der im Juli 2026 erscheinen soll.

Die Geschichte ist gut in kurzen Kapiteln mit wechselnden Handlungsorten erzählt . Zwischendurch gibt es Tagebucheinträge, die ich erst am Ende zuordnen konnte.
Spannender als den Kriminalfall fand ich das Verhältnis von Eevi und Mats. Daher hat es mich auch nicht gestört, dass einiges konstruiert, anderes unglaubwürdig auf mich wirkte. Vieles, was negativ über das Opfer zum Vorschein kam, war nicht glaubhaft. Ich habe mich gefragt, wann endlich jemand darauf kommt, dass das nicht Jonas freiem Willen zuzuschreiben war.
Auch der zweite Todesfall ist nach meinem Empfinden unrealistisch.

Aber, wie schon erwähnt, ist die Geschichte gut geschrieben. Ich konnte mich gut in Eevi rein versetzen, mochte ihre lockere und zugewandte Art, durch die sie mehr ermitteln konnte als die Polizei.
Auch Mats wird der Leserin näher gebracht. Ich freue mich auf ein Wiedersehen der beiden und hoffe nebenbei auf einen besseren Krimi.

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Enttäuschend

Die feindliche Zeugin
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Die junge Anwältin Mercedes Rosa Higgins übernimmt die Verteidigung eines Mordverdächtigen vor dem Old Bailey. Ein weißer Pflegehelfer wurde in einen tödlichen Kampf mit drei schwarzen Jugendlichen verwickelt. ...


Die junge Anwältin Mercedes Rosa Higgins übernimmt die Verteidigung eines Mordverdächtigen vor dem Old Bailey. Ein weißer Pflegehelfer wurde in einen tödlichen Kampf mit drei schwarzen Jugendlichen verwickelt. Der am Tatort verbliebene und dem Verletzten helfende Emmett wird von zwei Zeugen als Täter ausgemacht. Rosa glaubt an seine Unschuld, obwohl alles auf ihn als Täter hinweist.

Das Cover hat mich gar nicht angesprochen. Beim Lesen des Klappentextes fühlte mich sofort an „Die Jury“ erinnert, weil auch hier ganz klar rassistische Hintergründe eine Rolle spielen. Nur leider heute in Europa,
Rosa ermittelt auf eigene Faust und das nicht immer zum Vorteil ihres Mandanten. Ihre private Situation wird sehr in den Vordergrund geschoben, was ich jetzt nicht schlimm sondern eher unterhaltsam fand. Allerdings wurde es dadurch zu einer Justizgeschichte und nicht zu einem Thriller. Insgesamt fehlte auch die Spannung bzw. war das eigentlich spannende, was mit Rosas Nana passiert.
Beim Warten auf das Urteil hatte ich mehr Mitleid mit Rosa als mit ihrem Mandanten. Und auch Craig, ihr Solicitor, bleibt eher farblos.
Die Aufklärung der Geschichte passiert am Ende so nebenbei und reißt die Leserin nicht mehr mit.

Abgesehen davon, dass ich mich erst mit dem Englischen Justizsystem vertraut machen musste, war das ein guter Einblick. Rosa ist eine sehr sympathische Hauptfigur, während Emmett hauptsächlich bemitleidenswert ist. Seine Lügen und Aussageverweigerungen ergeben für mich nicht immer Sinn und interessieren am Ende auch nicht.

Eine unterhaltsame Justizgeschichte für Interessierte des englischen Rechts, definitiv kein Thriller!

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Veröffentlicht am 15.01.2025

viele Geheimnisse

Nachtflut
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In dem Klappentext ist nur von Elisa die Rede, aber eigentlich ist es auch die Geschichte ihrer Familie.
Während eines Segeltörns kommt Elisas Schwester Lizzy ums Leben, ihr Mann Paul dafür ins Gefängnis. ...


In dem Klappentext ist nur von Elisa die Rede, aber eigentlich ist es auch die Geschichte ihrer Familie.
Während eines Segeltörns kommt Elisas Schwester Lizzy ums Leben, ihr Mann Paul dafür ins Gefängnis. Elisas psychische Probleme nehmen zu; sie lässt sich von Max scheiden. Dann bricht eine Umweltkatastrophe über sie herein, vor der sie sich im Nachbarhaus, dessen Bewohner auch ihre Geheimnisse haben, in Sicherheit bringt.

Ich bin schwer in die Geschichte hineingekommen. Dann nahm sie allerdings Fahrt auf, wurde spannend, um in der Mitte wieder abzuflachen und danach wieder spannend zu werden. Einiges fand ich nervend, anderes unlogisch, manches unverständlich.
Ausschnitte aus dem Tagebuch der Mutter wurden immer mal wieder dazwischen geschoben. Anfangs konnte ich damit gar nichts anfangen. Erst beim dritten Ausschnitt wurde mir klar, worum es sich handelt.
Die Protagonisten der Geschichte, die alle ein Geheimnis haben und es teilweise auch bewahren, werden alle nicht wirklich gut gezeichnet. Von Elisa war ich schnell genervt, alle anderen blieben nur oberflächliche Staffage.

Die Geschichte an sich ist gut erdacht, teilweise spannend und birgt die ein oder andere Überraschung. Am Ende ist kaum etwas so wie es anfangs erscheint.
Kann man lesen - muss man aber nicht!

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Veröffentlicht am 02.12.2024

Psychotherapeutin auf Speed

Mordscoach
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Am Anfang musste ich schon mehrfach schmunzeln. Die Psycho-Coachin Sophie Stark beschreibt ihren Klienten Nils Bergmann so menschlich und wenig feinfühlig, dass ein sehr gutes Bild von ihm vor dem inneren ...

Am Anfang musste ich schon mehrfach schmunzeln. Die Psycho-Coachin Sophie Stark beschreibt ihren Klienten Nils Bergmann so menschlich und wenig feinfühlig, dass ein sehr gutes Bild von ihm vor dem inneren Auge entsteht.
Leider geht es nicht so lustig weiter, da Sophie durch den Besuch einer neuen Klientin ins Straucheln gerät. Eigentlich mehr ein Unfall als ein Mord an dieser Person bestimmen den Fortgang der Geschichte. Die Protagonistin handelt wie auf Speed, ist extremen Gefühlsausbrüchen unterworfen und mordet lustig weiter.

Das Buch liest sich leicht, hat eine einfache Sprache, sodass die Leser:in schnell durch die gut 300 Seiten durch ist. Allerdings ist der Inhalt eher Trash. Die Hauptperson handelt so schnell und teilweise irrational, dass die Leser:in gar keine Beziehung zu ihr aufbauen kann. Sie blieb für mich bis zum Schluss eine völlig überdrehte Person, der ich weder positiv noch negativ begegne. Alle weiteren Personen bleiben gänzlich blass.

Ein Buch, dass zwar leidlich unterhält, aber keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Mein Interesse an weiteren Geschichten der Reihe hält sich in Grenzen.

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Veröffentlicht am 09.11.2024

Enttäuschend

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Dieses ist der zweite Teil einer Reihe, für mich allerdings der erste. Maya Topelius nimmt an einem Yogaretreat ihrer Freundin auf einer Insel teil. Als dort eine Leiche entdeckt wird und ihre Kollegen ...

Dieses ist der zweite Teil einer Reihe, für mich allerdings der erste. Maya Topelius nimmt an einem Yogaretreat ihrer Freundin auf einer Insel teil. Als dort eine Leiche entdeckt wird und ihre Kollegen die Ermittlungen aufnehmen, bleibt sie undercover und versucht so zu helfen.

Abgesehen vom Klappentext birgt schon der Prolog eine gewisse Spannung. Ich habe mich daher voll Vorfreude auf diesen Krimi eingelassen. Leider hält er nicht, was er anfangs verspricht. Die Leserin braucht schon einen intensiven Zugang zu diesem ganzen Meditations- und Esoterikkram, um den Mittelteil unterhaltsam zu finden. Dazu gibt es teilweise alberne persönliche Konflikte, die die Geschichte nicht vorwärts bringen.

Insgesamt ist der Schreibstil ganz gut und auch das Setting ist nicht schlecht. Das sehr spannende Ende versöhnt dann etwas.

Empfehlenswert als Urlaubslektüre für Yogis oder solche, die Zugang zu Esoterik haben.

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