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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2025

Leise Tiefe

Das Gefühl von Unendlichkeit
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Das Gefühl von Unendlichkeit hat mich mit seinem poetischen Titel und dem ruhigen Erzählton sofort neugierig gemacht. Die Geschichte nimmt sich Zeit, entwickelt sich in leisen Tönen und setzt weniger auf ...

Das Gefühl von Unendlichkeit hat mich mit seinem poetischen Titel und dem ruhigen Erzählton sofort neugierig gemacht. Die Geschichte nimmt sich Zeit, entwickelt sich in leisen Tönen und setzt weniger auf große Dramen als auf innere Prozesse. Genau das mochte ich – zumindest anfangs. Die Sprache ist gefühlvoll, oft fast schon melancholisch, und schafft eine nachdenkliche Stimmung, in der man sich gut verlieren kann.

Die Figuren wirken authentisch, wenn auch stellenweise etwas distanziert. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht ganz nah an sie herankomme – was wahrscheinlich beabsichtigt ist, aber mir gelegentlich das Mitfühlen etwas schwer gemacht hat. Trotzdem sind ihre Gedanken und Entscheidungen nachvollziehbar, besonders, wenn es um die Themen Identität, Verlust und Neuanfang geht.

Was für mich nicht ganz rund war: Manche Passagen zogen sich etwas, gerade im Mittelteil. Es gab Momente, in denen ich gedanklich abgeschweift bin, obwohl ich eigentlich dranbleiben wollte. Auch inhaltlich blieb mir einiges zu vage – ich hätte mir an ein paar Stellen mehr Tiefe oder Klarheit gewünscht.

Trotzdem: Der Roman hat schöne Momente und starke Bilder. Besonders das Thema “Unendlichkeit im Kleinen”, also in Begegnungen, Erinnerungen oder Blicken, fand ich sehr gelungen. Für Leser:innen, die ruhige, nachdenkliche Bücher mögen und sich gern zwischen den Zeilen verlieren, ist Das Gefühl von Unendlichkeit auf jeden Fall einen Blick wert – auch wenn es nicht ganz in mir nachgeklungen hat, wie ich es mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Neuanfang mit Herz

Und plötzlich ist es wunderbar
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Und plötzlich ist es wunderbar war für mich eine dieser Geschichten, die man schnell wegliest und trotzdem lange im Kopf behält. Mhairi McFarlane schafft es wieder einmal, ernste Themen mit Humor, Herz ...

Und plötzlich ist es wunderbar war für mich eine dieser Geschichten, die man schnell wegliest und trotzdem lange im Kopf behält. Mhairi McFarlane schafft es wieder einmal, ernste Themen mit Humor, Herz und einer guten Portion Selbstironie zu verbinden.

Ich mochte die Protagonistin von Anfang an. Sie ist sympathisch, authentisch und macht eine spürbare Entwicklung durch. Am Anfang wirkt sie noch unsicher, von äußeren Erwartungen geprägt und manchmal ein bisschen verloren – aber genau das macht sie so greifbar. Man fiebert mit, wie sie Schritt für Schritt ihren eigenen Weg findet, sich von alten Mustern löst und lernt, auf ihr Herz zu hören.

Besonders gut gefallen haben mir die Dialoge. Sie sind scharf, witzig und gleichzeitig emotional. Immer wieder gibt es Momente, in denen man schmunzeln muss, aber genauso Szenen, die nachdenklich machen. Diese Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe hat mich wirklich überzeugt.

An ein, zwei Stellen zieht sich die Handlung für meinen Geschmack etwas, und manche Entwicklungen sind vorhersehbar – aber das hat meinen Lesefluss kaum gestört. Ich habe genau das bekommen, was ich mir erhofft hatte: eine warmherzige Geschichte über Neuanfänge, Selbstfindung und die kleinen Wunder, die das Leben bereithält.

Ein schönes Buch für alle, die Romantik mögen, aber auch Wert auf vielschichtige Charaktere und eine Prise Humor legen. Perfekt für gemütliche Lesestunden und zum Abtauchen aus dem Alltag.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Zwischen Liebe und Kontrolle

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
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Loverboy war keine leichte Lektüre, aber eine wichtige. Antonia Wesseling greift ein Thema auf, das oft übersehen oder verharmlost wird – die emotionale Manipulation durch sogenannte Loverboys. Die Geschichte ...

Loverboy war keine leichte Lektüre, aber eine wichtige. Antonia Wesseling greift ein Thema auf, das oft übersehen oder verharmlost wird – die emotionale Manipulation durch sogenannte Loverboys. Die Geschichte zeigt auf eindringliche Weise, wie schleichend Kontrolle entsteht und wie schwer es ist, sich daraus zu befreien.

Ich fand den Einstieg sehr gelungen. Die Hauptfigur ist greifbar, ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehbar. Man versteht, wie sie in diese Beziehung hineingerät – und gleichzeitig möchte man sie manchmal schütteln. Genau das zeigt aber, wie gut die Autorin das emotionale Dilemma eingefangen hat. Es ist keine einfache Schwarz-Weiß-Geschichte, sondern eine, die weh tut, weil sie so realistisch wirkt.

Was mir etwas gefehlt hat, war an manchen Stellen die Tiefe. Bestimmte Entwicklungen gingen mir zu schnell, manche Figuren blieben für mich ein wenig zu blass. Ich hätte mir gewünscht, dass manche Konflikte mehr Raum bekommen – gerade gegen Ende.

Trotzdem: Das Buch schafft es, ein komplexes Thema zugänglich zu machen. Es regt zum Nachdenken an, zeigt Warnzeichen auf und spricht besonders jüngere Leser:innen auf Augenhöhe an. Der Schreibstil ist klar, emotional, aber nicht zu überdramatisiert. Für mich ein gutes, starkes Jugendbuch mit kleiner Schwäche in der Ausarbeitung – aber mit großem Wert in der Botschaft.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Zwischen Meer und Gefühl

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
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A Taste of Cornwall war für mich ein richtig schönes Wohlfühlbuch. Ich liebe Cornwall als Setting, und hier wurde es so atmosphärisch beschrieben, dass ich beim Lesen fast die salzige Luft riechen konnte. ...

A Taste of Cornwall war für mich ein richtig schönes Wohlfühlbuch. Ich liebe Cornwall als Setting, und hier wurde es so atmosphärisch beschrieben, dass ich beim Lesen fast die salzige Luft riechen konnte. Die kleinen Gassen, das Meer, die Küche – alles fühlt sich lebendig und warm an, wie eine Einladung zum Durchatmen.

Die Geschichte selbst ist leicht, emotional und genau richtig für alle, die gern in Herzensgeschichten eintauchen, ohne dass es zu kitschig wird. Die Protagonistin mochte ich sofort. Sie ist nicht perfekt, aber echt – mit Ecken, Zweifeln und dem Wunsch, ihren Platz zu finden. Auch die Liebesgeschichte entwickelt sich angenehm langsam und glaubwürdig. Kein übertriebenes Drama, sondern leise Annäherung, bei der man mitfiebert.

Besonders gefallen haben mir die kulinarischen Elemente. Es macht einfach Spaß, mit den Figuren zu kochen, zu genießen, zu leben. Die Sprache ist dabei leicht und trotzdem mit Gefühl – perfekt zum Abschalten.

Ein paar kleinere Wendungen waren für mich vorhersehbar, aber das hat mich nicht gestört. Ich habe genau das bekommen, was ich mir erhofft hatte: ein liebevoll erzählter Roman mit Herz, einer Prise Fernweh und dem Gefühl, am Ende ein Stück Urlaub im Kopf zu behalten. Ein Buch, das glücklich macht – und ein bisschen hungrig.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Aufstieg einer Ikone

Coco und die Revolution der Mode
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Eine weitere bemerkenswerte Romanbiografie in der Aufbau Verlag-Reihe über außergewöhnliche Frauen widmet sich Coco Chanel – einer Ikone der Modewelt. Doch wie wurde sie zu dieser Legende und wer war ...


Eine weitere bemerkenswerte Romanbiografie in der Aufbau Verlag-Reihe über außergewöhnliche Frauen widmet sich Coco Chanel – einer Ikone der Modewelt. Doch wie wurde sie zu dieser Legende und wer war die Frau hinter dem berühmten Namen?
Judith Johannson führt uns durch das bewegte Leben von Gabrielle "Coco" Chanel, in eine Ära, in der Frauen nur wenige Rechte und Möglichkeiten hatten. Die Erzählung verbindet gekonnt historische Fakten mit fiktionalen Elementen und ist dabei anschaulich und emotional.
Besonders eindrucksvoll sind die Schilderungen von Chanels Kindheit, die von Verlust, Armut und Not geprägt war. Nachdem ihre Mutter starb, wurden sie und ihre Schwestern vom Vater ins Waisenhaus gebracht. Diese harten Erfahrungen prägten Chanels unermüdlichen Ehrgeiz. Nach gescheiterten Versuchen im Gesang und Tanz eröffnete sie dank ihres Netzwerks ein Modeatelier. Sie revolutionierte die Damenmode in der Nachkriegszeit, indem sie Frauen von einengenden Korsetts befreite.
Das Buch endet mit Chanels Erfolg, spart jedoch spätere Jahre und private Verluste aus. Selbst für Leser ohne Modeinteresse bietet es faszinierende Einblicke in ihr Leben.

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