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Veröffentlicht am 06.08.2025

Commissario Gallo ermittelt in der Stadt der Hexen

Riviera Express - Schatten über Triora
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In der Nacht vom 31. Oktober wurde bei einer Jagd auf Wildschweine in der Nähe von Triora die Leiche eines Jägers gefunden. Es ist fraglich, ob es ein Unfall war, denn auch ein Jäger aus der Truppe ist ...

In der Nacht vom 31. Oktober wurde bei einer Jagd auf Wildschweine in der Nähe von Triora die Leiche eines Jägers gefunden. Es ist fraglich, ob es ein Unfall war, denn auch ein Jäger aus der Truppe ist spurlos verschwunden. Auch eine Naturforscherin aus Deutschland wurde als vermisst gemeldet. Gibt es eine Verbindung zwischen den beiden Fällen?
Commissario Gallo versucht das Rätsel zu lösen, was sich als ziemlich kompliziert erweist. Denn es ist Halloween, ein Fest, das in Triora groß gefeiert wurde. Massen der feiernden, verkleideten Touristen überströmen die Straßen der berühmten Hauptstadt der Hexen an dem Tag. Die Suche nach Vermissten und Verdächtigen wurde dadurch sehr erschwert.

„Schatten über Triora“ ist ein zweiter Fall für Commissario Gallo, der dank dem eingespielten Team seiner Mitarbeiter jeden Fall blitzschnell lösen kann. Sehr interessant, aber auch etwas konstruiert, fand ich Commissario Rubbano, der über ein fotografisches Gedächtnis verfügt und alle benötigten Informationen, wie ein Computer, parat hat.

Den aktuellen Fall fand ich nicht besonders spannend; es wurde von Anfang an nur nach einem Verdächtigen gesucht, der sich offenbar in der Nähe versteckt hielt.
Viel interessanter dagegen fand ich die Geschichte über die Hexenstadt Triora, über die weisen Frauen im 16. Jahrhundert, die für ihr Engagement und Wissen verfolgt und getötet wurden. Dieser Handlungsstrang wurde parallel zu der Jagdgeschichte in gesonderten Zwischenkapitel geführt. Sehr ausführlich wurde sowohl die Geschichte der berühmten Hexe von Triora, wie auch über die Folgeereignisse in der Gegenwart, erzählt. Eine Straffung hier hätte dem gesamten Krimi mehr Spannung verleiht.
Trotzdem habe ich den Krimi mit großem Interesse gelesen und würde dem Commissario Gallo noch eine Chance ge
ben. 😉
Die Fortsetzung der Reihe mit Commissario Gallo erschien bereits im März 2025 genauso wie zwei erste Bänder im Gmeiner Verlag.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Zerstörte Nester

Das Nest
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Das Leben von Fran an einem kleinen Küstenort verläuft ziemlich monoton; jeder Tag gleicht dem anderen. Die täglichen Pflichten als Ehefrau und Mutter scheinen sie immer mehr zu belasten. Auch die Aufgaben ...

Das Leben von Fran an einem kleinen Küstenort verläuft ziemlich monoton; jeder Tag gleicht dem anderen. Die täglichen Pflichten als Ehefrau und Mutter scheinen sie immer mehr zu belasten. Auch die Aufgaben rund um den Campingplatz, den Fran dort seit zwei Jahren betreibt, rauben ihr die Kraft und ihre wertvolle Zeit. Die Zeit, die sie lieber mit der Beobachtung der an der Küste lebenden Vögel verbringt. Denn Fran ist eine leidenschaftliche Vogelbeobachterin, die stundenlang dem Treiben der unzähligen Vögel zusehen kann. Fran hofft sehnlichst eine Zwergseeschwalbe entdecken zu können:
„Eine Zwergseeschwalbe zu sehen, würde diese Woche – nein, würde dieses ganze Jahr aufwerten.“ (39)

Bis dahin verläuft die Geschichte monoton; sehr ruhig erzählt die Autorin über Frans Alltag und ihre Liebe für Vögel. Obwohl hier und da Anmerkungen fallen, die ich zu dem Zeitpunkt nicht zuordnen konnte, empfand ich das Buch zuerst als nicht besonders interessant, fast langweilig.

Vieles ändert sich, als im Dorf, direkt am Frans Campingplatz, die reisenden Roma ihre Wohnmobile aufstellen. Die Roma bringen eine gewisse Unruhe mit sich, für viel Aufregung sorgt auch neue Lehrerin, die von den meisten Eltern sehr kritisch beäugt wurde.
Die Geschichte bekommt dramatische Züge, als plötzlich die unbeliebte Lehrerin verschwindet und später tot aufgefunden wurde. Gleichzeitig entdeckt man an verschiedenen Orten kleine Vögel mit abgetrennten Köpfen und auch die Kinder verhalten sich äußerst merkwürdig.

Ab diesem Moment konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Obwohl weiterhin ruhig erzählt, bekommt die Geschichte dramatische Risse, die Atmosphäre wirkt viel geheimnisvoller und bedrohlicher, und die Handlung wirft immer mehr Fragen auf.

Zum Schluss weckt die Geschichte viele Emotionen: überraschende Wendungen enthüllen zum Teil schockierende Geheimnisse. Der Mordfall wurde zwar aufgeklärt, die Auflösung wirkte jedoch ziemlich konstruiert. Auch Frans abschließende Entscheidung war für mich nicht nachvollziehbar. Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen zugeklappt.

FAZIT: ein ruhiger, atmosphärisch dichter Roman über dysfunktionale Familien, über gefährliche Gerüchte, Vorurteile und Geheimnisse, über Nester, die man selbst zerstört.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Gute Unterhaltung!

Very Bad Widows
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Erstaunlich schnell erholt sich Marlene vom tragischen Tod ihres Ehemannes Daves. Nachdem ersten Schock scheint sie ihr Witwendasein beinahe zu genießen. Marlene verrät ihren Freundinnen Pam, Nancy und ...

Erstaunlich schnell erholt sich Marlene vom tragischen Tod ihres Ehemannes Daves. Nachdem ersten Schock scheint sie ihr Witwendasein beinahe zu genießen. Marlene verrät ihren Freundinnen Pam, Nancy und Shalisa das streng gehütete Geheimnis ihrer Ehemänner: Jeder von ihnen hat eine hohe Lebensversicherung abgeschlossen, die den Witwen ein komfortables Leben ermöglichen würde.
Die drei Freundinnen, mit ihrem bisherigen Leben und ihren lieblosen Ehen unzufrieden, wollen ihre Ehemänner loswerden und engagieren einen Profikiller. Doch die Frauen wissen nicht, dass ihre Männer schon seit langem eigene Pläne schmieden und auch jetzt nicht untätig bleiben.

Very Bad Widows ist eine Krimi-Komödie, die ich sehr gerne gelesen habe. Der tragische Tod eines der Ehemänner wirft viele Fragen auf. Auch das Verhalten seiner Freunde ist in diesem Zusammenhang ist sehr merkwürdig. Meine Neugier wurde geweckt: war es ein tragischer Unfall oder wirklich ein brutaler Mord?
Mit Vergnügen habe ich sowohl die verrückten Pläne der verärgerten Frauen, wie auch das seltsame Verhalten ihrer Ehemänner verfolgt. Vieles davon erschien mir unsinnig, sogar absurd, aber insgesamt sehr lustig. Bei dem abenteuerlichen Verwirrspiel aller Parteien (den angeheuerten Profikiller sollte man dabei nicht vergessen) konnte ich mich köstlich amüsieren.
Amüsant fand ich auch die Einblicke in das Eheleben und die jahrelangen Freundschaften der Protagonisten. Das Buch ist sehr unterhaltsam, witzig geschrieben und interessant.
Als eine leichte Sommerlektüre sehr zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Tiefe Einblicke in die Gefühlswelt einer Frau

Genau so, wie es immer war
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Tiefe Einblicke in das Familienleben einer amerikanischen Familie gewährt Claire Lombardo in ihrem Roman „Genau so, wie es immer war“. Bereits der Titel des Romans deutet darauf hin, dass es hier um eine ...

Tiefe Einblicke in das Familienleben einer amerikanischen Familie gewährt Claire Lombardo in ihrem Roman „Genau so, wie es immer war“. Bereits der Titel des Romans deutet darauf hin, dass es hier um eine alltägliche Geschichte aus dem Leben der Protagonisten geht.

Die Geschichte wurde aus Julias Sicht, der Hauptfigur des Romans erzählt. Ihre Erzählung fängt mit den Vorbereitungen zum 60. Geburtstag ihres Ehemannes Mark. Beim Einkaufen trifft Julia zufällig Helen, eine Frau, die eine wichtige Rolle in ihrer Vergangenheit gespielt hat. Dieses unerwartete Treffen scheint Julia emotional aus der Bahn zu werfen; die Erinnerungen an die bewegende Vergangenheit wecken immer noch starke Emotionen bei ihr auf und beeinflussen ihren auch sonst stressigen Alltag.

Nach und nach verrät Julia die intimsten Details aus ihrem Leben, sie spricht über ihre Rolle als Mutter und Ehefrau, erzählt über ihre schwierige Kindheit und ihr gestörtes Verhältnis zur Mutter. Julias Erzählweise ist sprunghaft. Wir begleiten sie zwar auf verschiedenen Etappen ihres Lebens, doch die Ereignisse wurden keineswegs chronologisch erzählt. Es sind meistens die aktuellen Ereignisse, die Julias Erinnerungen an die Vergangenheit erwecken und ihr Handeln immer noch stark beeinflussen.
Aber zum Schluss muss Julia erkennen, was für eine Ehe und Familie wichtig ist und was im Leben wirklich zählt.

Mit ihrem emotionalen Roman ist Claire Lombardo ein ausdruckstarkes Abbild einer ganz normalen, modernen Familie gelungen. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht eine Ehefrau und Mutter, mit all ihren Problemen, Sorgen und Ängsten, eine Frau wie du und ich.
„Genau so, wie es immer war“ ist ein Buch über das Leben, ein Buch so vielschichtig wie das Leben selbst. Es lohnt sich in diese komplexe Geschichte einzutauchen.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Interessante Fortsetzung der Grenzfall-Reihe

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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In diesem Sommer brennt es auf beiden Seiten der deutsch-österreichischen Grenze. Es ist zwar die Zeit des Sonnenwendfeuers, doch die entdeckten Brände sind alles andere als harmlos.
Alexa Jahn und Florian ...

In diesem Sommer brennt es auf beiden Seiten der deutsch-österreichischen Grenze. Es ist zwar die Zeit des Sonnenwendfeuers, doch die entdeckten Brände sind alles andere als harmlos.
Alexa Jahn und Florian Huber ermitteln in der Nähe von Bad Tölz. Dort ereignete sich ein Autounfall, in dem der Fahrzeugfahrer noch an der Unfallstelle in Flammen starb.
Bald gibt es mehrere Brände auf den beiden Seiten der Staatsgrenze, bei denen es einige Gemeinsamkeiten gibt. Chefinspektor Bernhard Krammer aus Innsbruck glaubt weder an Zufälle noch an den alten heidnischen Aberglauben und beginnt in der Sache zu ermitteln.
Auch Alexa Jahn weigert sich das ausgebrannte Fahrzeug als ein Unfall abzustempeln. Ihr ungutes Gefühl verstärkt sich noch nach dem anonymen Drohbrief.

„Ihre Spuren in den Flammen“ ist bereits der fünfte Band der Grenzfall-Reihe mit den interessanten Ermittlern Alexa Jahn und Bernhard Krammer.
Immer noch gehen die beiden Ermittler mit ihrer vor kurzem entdeckten Vater-Tochter-Beziehung behutsam um. Langsam nähern sie sich einander an, obwohl Krammer immer noch viel darüber nachsinnen muss. Bei den gemeinsamen Ermittlungen wurde jedoch deutlich sichtbar, dass Vater und Tochter sich sehr gut verstehen, ähnlich denken und handeln.
Krammer bedrücken auch immer noch die Ereignisse von den letzten Ermittlungen; er macht sich viele Vorwürfe deswegen.
Überhaupt nehmen die Geschehnisse und die Protagonisten aus der Vergangenheit viel Platz in diesem Band ein, für meinen Geschmack – bisschen zu viel. Deren Zuordnung fiel mir manchmal nicht leicht.
Trotzdem habe ich den Krimi gerne gelesen, den die Ermittlungen verliefen auch diesmal spannend. Ich mag den angenehmen flüssigen Schreibstil der Autorin, die bildhaften Beschreibungen der Handlungsplätze, die authentisch dargestellten Charaktere.

Fazit: Gute Fortsetzung der beliebten Krimi-Reihe. Vorkenntnisse über die bisherigen Bücher der Reihe empfehlenswert.

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