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Veröffentlicht am 07.08.2025

Willkommen im Lichtenstein - zu Tanz, Rausch und verführerischer Magie!

Glory of Broken Dreams (Devil's Dance 1)
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Charlotte, Charlie, erhofft sich im berühmt-berüchtigten Grandhotel Lichtenstein endlich ihren Durchbruch als Tänzerin. Auf der Suche nach der Magie trifft sie auf den Showboxer Willem. Er redet nicht ...

Charlotte, Charlie, erhofft sich im berühmt-berüchtigten Grandhotel Lichtenstein endlich ihren Durchbruch als Tänzerin. Auf der Suche nach der Magie trifft sie auf den Showboxer Willem. Er redet nicht viel, stimmt aber glücklicherweise zu, die geheimnisvollen Tanzbälle mit ihr zu besuchen. Denn dort ist ihr der Eintritt nur am Arm eines Geliebten gestattet. Was sie nicht weiß: er ist geradezu dankbar für diese einmalige Gelegenheit, da er um jeden Preis mit seinem Bruder sprechen muss, der sich stets auf den Bällen herumtreibt. Hier wird gefeiert, wofür das Hotel steht: Rausch, Ekstase, die Erfüllung der größten Träume und natürlich die noch größere Liebe - mitsamt tragischem Ende. Ob sich auch Charlies und Willems Träume erfüllen, oder aber klirrend wie Kronleuchter beim Fall zerspringen?

Der Umschlag sowie das darunterliegende Cover sind sehr ansprechend gestaltetet. Hübsch, aber ohne Veredelungen und etwas vintage - wie es zu einem in die Jahre gekommenen Luxushotel passt. Ungewöhnlich, aber ebenso passend zum rauen Charakter der Geschichte und des Settings, ist der Rough Cut der Seiten. Hier hat es mich nicht gestört - aber im Gegensatz zu manchen Farbschnitten wäre das für mich kein Grund gewesen, das Buch in der ersten Auflage zu kaufen. Ich mag bei Büchern dann doch lieber ein makelloses Aussehen, aber hier scheiden sich ja grundsätzlich die Geister.
Apropos Geister: die scheint es im Lichtenstein ja auch zu geben. Überhaupt umgibt das Hotel eine nicht wirklich greifbare Magie, die sowohl verlockend als auch düster zu sein scheint. Was ist Schein und was ist Sein? Diese Frage hat mich während des Lesens beinahe um den Verstand gebracht. Ich wusste bis zum Ende nicht, ob und für wen die Magie auch ihre guten Seiten hat. Genauso wenig, wem Charlie wo und wann vertrauen konnte - und wem nicht. Dadurch wollte ich immer weiterlesen, musste aber leider feststellen, dass ich nie ganz in die Geschichte gefunden habe. Vielleicht war es genau so gewollt. Dass die Magie des Hotels etwas Abstraktes und Vielschichtiges bleibt, das niemand, auch nicht wir Leser:innen, ganz zu fassen bekommen. Vielleicht wurden die großen Enthüllungen aber auch für Band 2 aufgespart.
Neben der Spannung, die gut aufgebaut war, mochte ich auch das Setting des Hotels sehr. Ich konnte mir gut vorstellen, wie es in den einzelnen Räumen ausgesehen hat. Auch die Ausarbeitung der Charaktere fand ich gelungen! Die Protagonisten hatten ihre Ecken und Kanten und haben diese auch gezeigt - das fand ich sehr authentisch. Auch die Dynamik zwischen den Protagonisten und ihre sich anbahnende Zuneigung hat mir gut gefallen. Slow-Burn at it’s best! Charlie und die anderen Tänzerinnen haben zudem viele Unsicherheiten in sich vereint, die Frauen in der heutigen Zeit ebenso beschäftigen. In diesem Kontext gab es eine Stelle, die mich ganz besonders berührt hat. In der ich zugleich Verbundenheit und Wut empfunden habe. Verbundenheit den Frauen gegenüber und Wut darüber, wie viel in dieser Welt noch schiefläuft und wie wenig wir teilweise dagegen tun können - obwohl wir so viel dagegen tun wollen. Ich muss aber gestehen, dass ich es hier und da auch anstrengend fand, wie unvorsichtig Charlie durchs Leben geht. Ich wäre wohl überhaupt eher die Wanda in der Geschichte.
Ich habe die Geschichte bereits rau beschrieben. Damit meine ich einerseits die Ehrlichkeit und Authentizität, die die Figuren und das Setting kreieren. Damit meine ich aber auch, dass ebenso mit der Sprache und den Schilderungen von Gewalt und Sex umgegangen wird. Unvorsichtig und explizit, mir einfach stellenweise zu viel. Ja, es passt zu einem verruchten Hotel. Aber das bedeutet nicht, dass man es meiner Ansicht nach hätte weniger bildlich beschreiben können. Dennoch habe ich für mich beschlossen, vielleicht keine Bücher mehr mit dem Thema Boxen zu lesen. Da wird es einfach blutig, das hätte mir vorher klar sein müssen. Was ich weder positiv noch negativ anmerken, aber grundsätzlich erwähnen möchte, war der leichte Grusel-Charakter, der stellenweise durch die Magie aufgekommen ist. Das fand ich, genauso wie die Magie im Gesamten, echt interessant und eigenartig.
Insgesamt bin ich also wirklich hin- und hergerissen, was ich von der Geschichte und allem, das sie vereint, halten soll. Sie hat ihre absolut gelungenen und wichtigen Aspekte, aber auch ihre verwirrenden und unangenehmen Momente.

Fazit: Aufwühlend - positiv wie negativ. Man muss sich bewusst sein, dass hier nichts beschönigt wird und die Geschichte in einem etwas älteren Luxushotel spielt, das als verrucht gilt. Triggerwarnungen gibt es nicht grundlos. Dann kann man sich aber gerne von der eigenartigen Magie mitreißen lassen.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Ein Herz für die Tintenstadt.

Sepia 2: Sepia und die Verschwörung von Flohall
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Seit ihrer Ankunft in Flohall ist nun ein Jahr vergangen und bald steht Sepias erste Lehrlingsprüfung an. Doch es geschehen zunehmend merkwürdige Dinge in der Stadt und Sepia beschleicht das Gefühl, dass ...

Seit ihrer Ankunft in Flohall ist nun ein Jahr vergangen und bald steht Sepias erste Lehrlingsprüfung an. Doch es geschehen zunehmend merkwürdige Dinge in der Stadt und Sepia beschleicht das Gefühl, dass etwas Dunkles im Gange ist. Das zeigen ihr auch ihre besondere Tintenmagie und die Tintenwesen, mit denen sie kommunizieren kann. Gemeinsam mit ihren Freunden Niki und Sanzio begibt sie sich daher auf die Suche nach der Ursache der Diebstähle und des Bebens, das die Stadt immerzu erfasst. Alchemie scheint dabei eine Rolle zu spielen.

Wie schon das Cover des ersten Bandes besticht auch dieses wieder mit sehr edlen goldenen Verzierungen und einer tollen Darstellung der Protagonistin im Zentrum. Das lässt es sehr hochwertig erscheinen und spricht nicht nur Kinder, sondern auch erwachsene Lesebegeisterte wie mich optisch an. Wo ich bei anderen Büchern Farbschnitte mag, kommt dieses hier in meinen Augen auch sehr gut ohne aus. Dafür hat es ein Lesebändchen.
Im Gegensatz zum ersten Teil der Reihe hat es dieses Mal eine Weile gedauert, bis mich die Geschichte in ihren Bann ziehen konnte. Es gab zwar vereinzelt aufregende Ereignisse, die aber sehr zusammenhanglos daherkamen und auch den cozy Vibe der Stadt habe ich zu Beginn der Handlung vermisst. Dieser kam im späteren Verlauf aber wieder auf und auch die Spannung nahm zu, sodass ich ungefähr ab der Hälfte des Buches auch wieder Spaß am Lesen hatte und unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Obwohl ich manche Entwicklungen vorhergesehen habe, trifft es doch nicht auf alle zu und so hat auch mich noch die ein oder andere Enthüllung am Ende überraschen können. Auch auf emotionaler Ebene haben mich die letzten Seiten abholen können, sodass ich mich nun doch freue, im kommenden Jahr noch einmal nach Flohall zurückkehren zu dürfen. Sepia als Charakter war für mich allerdings auch schwerer zu greifen als in Band 1. Teilweise war sie sehr sehr mutig und abenteuerlustig, dann aber wieder auch unwahrscheinlich naiv und impulsiv. Daher konnte ich ihr Handeln nicht immer nachvollziehen. Aber auch hier muss ich wieder betonen: ich gehöre nicht in die Zielgruppe und Kinder mögen das ganz anders wahrnehmen. Dafür dass es eine Geschichte für Kinder und Teenager ist, fand ich sie zuweilen aber doch ganz schön gruselig. Positiv daran finde ich, dass so vermutlich eine recht große Bandbreite an Lesenden angesprochen werden kann. Und da ich die Idee mit der Tintenstadt nach wie vor einzigartig finde, sollte man definitiv mal einen Ausflug nach Flohall wagen! ;)

Fazit: Fast noch spannender als Band 1 der Trilogie, allerdings dauert es etwas, bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt. Die Tintenmagie ist und bleibt aber etwas Besonderes, von dem ich sonst noch nirgendwo gelesen habe.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Wo Schlange und Wolf sich gute Nacht sagen. Oder sich doch die Hand reichen?

The Serpent and the Wolf
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Vaasalisa ist die Königstochter Asterias und wird wider Willen mit einem Vormann eines verfeindeten Königreichs verheiratet. Daher versucht sie, ihren Ehemann noch in der Hochzeitsnacht zu ermorden und ...

Vaasalisa ist die Königstochter Asterias und wird wider Willen mit einem Vormann eines verfeindeten Königreichs verheiratet. Daher versucht sie, ihren Ehemann noch in der Hochzeitsnacht zu ermorden und anschließend zu fliehen. Die Sache gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, denn Reid stellt sich als sehr charmant heraus und bietet ihr zudem seine Hilfe an. Als Erbin einer besonderen Art von Magie weiß sie bisher noch nicht mit dieser umzugehen. Obwohl sie dafür ihre Freiheit opfern muss, lässt sie sich auf den Handel mit Reid ein, um endlich Kontrolle über ihre Fähigkeiten zu erlangen. Doch das scheint alles halb so schlimm, denn zum ersten Mal in ihrem Leben beginnt sie, sich an einem Ort zu Hause zu fühlen.

Das Cover sieht wunderschön ästhetisch und zugleich düster aus, was zu dem passt, was der Titel vermittelt. Der Farbschnitt ergänzt es außerdem perfekt, weshalb ich ein wenig traurig darüber bin, kein Exemplar mit Farbschnitt erwischt zu haben. Letztendlich ist aber natürlich vor allem der Inhalt entscheidend. Nach dem sehr rasanten Start mit dem versuchten Mordanschlag geht die Geschichte etwas gediegener weiter und hat im weiteren Verlauf immer wieder tolle Wohlfühlmomente, die mich doch überrascht haben. Allerdings absolut positiv. Besonders mochte ich die Szenen in den Bibliotheken. Da habe ich glatt Lust bekommen, auch dort lernen zu dürfen. Zugleich gab es, wie erwartet, aber auch zahlreiche Kampfszenen. Diese waren mir persönlich stellenweise zu brutal. Allerdings muss man in einer Geschichte, die von verfeindeten Königreichen handelt, natürlich damit rechnen und vermutlich lassen solche brutalen Schilderungen die Situation erst authentisch wirken. Für mich war es dennoch zu viel des Guten und ich habe mich auch geekelt. Gleiches gilt für eine der erotischen Szenen. Da solche Aspekte immer Geschmackssache sind, mögen das für andere Leser:innen keine Kritikpunkte sein. Mein Leseerlebnis haben sie dennoch beeinträchtigt. Leider, muss ich sagen, denn davon abgesehen haben mir sowohl die Storyline und der Spannungsaufbau als auch die Charaktere sehr gut gefallen. Auch die Hexen-Thematik, die ich gar nicht erwartet hätte, war genau meins. Wenn es nach mir ginge, hätte man diese Szenen sogar noch ausweiten können. Ich hätte beispielsweise gerne mehr darüber erfahren, wie genau Vaasa lernt, ihre Magie unter Kontrolle zu bringen. Das wurde immer nur sehr grob umschrieben. Auf diese Weise hätte man vielleicht auch Amalie noch besser kennengelernt, die mir neben Vaasa und Reid wirklich ans Herz gewachsen ist. Obwohl viele Aspekte der Geschichte mir total zugesagt haben, kann ich aus den genannten Gründen leider „nur“ 4 Sterne vergeben. Highlight-Potenzial habe ich zwischendurch definitiv gesehen.

Fazit: Eine spannende und stellenweise sehr brutale High Fantasy, mit liebenswerten wie grausamen Charakteren. Alles, was viele sich bei einer guten Romantasy wünschen, mir persönlich war es etwas zu blutig und explizit.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Ein Relikt auf Abwegen

Campion. Tödliches Erbe
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Der Detektiv Albert Campion erfährt, dass der legendäre Kelch der Familie Gyrth gestohlen werden soll. Er weiht den Erben der Gyrths, Percival, in die Umstände ein und bietet ihm seine Hilfe an. Schon ...

Der Detektiv Albert Campion erfährt, dass der legendäre Kelch der Familie Gyrth gestohlen werden soll. Er weiht den Erben der Gyrths, Percival, in die Umstände ein und bietet ihm seine Hilfe an. Schon zu Beginn wird deutlich, wie heikel die Angelegenheit für alle Beteiligten ist. Doch Albert Campion wäre nicht er, wenn er sich dem Fall nicht trotz aller Widrigkeiten annehmen würde.

Das Cover besticht in meinen Augen mit seiner schlichten Eleganz, die perfekt zum britischen, ländlichen Setting der Geschichte passt. Jedoch hätte ich, zumal es eine Neuauflage eines älteren Werkes ist, mir ein Hardcover gewünscht, damit es noch mehr wie eine Schmuckausgabe anmutet.
Zunächst einmal musste ich mich an den Schreibstil gewöhnen, der deutlich werden lässt, dass die Geschichte bereits vor einigen Jahrzehnten verfasst wurde. Das spiegelt sich auch im Bild der weiblichen Figuren wider - trotz einer Autorin. Damals waren die Umstände aber schlichtweg noch andere. Für mich war es demzufolge ein kleiner Exkurs in eine frühere Welt der Literatur, mit der ich mich ansonsten wenig auseinandersetze. Als solchen habe ich das Leseerlebnis daher betrachtet, wie eine kurze Zeitreise.
Ich mochte den Witz und die verschiedenen Eigenheiten der Figuren, da sie der Handlung selbst in gewaltreicheren Szenen einen humoristischen Anstrich verliehen haben. Insbesondere Campion fand ich als Charakter spannend, da er bis zum Ende nicht ganz hinter seine Fassade hat blicken lassen, was ihn trotz seiner normalen äußerlichen Erscheinung mysteriös hat wirken lassen. Dennoch hat er Stück für Stück mehr über sich preisgegeben und war mir sympathisch. Zudem hat mich sehr Furchtlosigkeit und scheinbare Gelassenheit sehr beeindruckt. Alles in allem ist er sehr prädestiniert für seinen Beruf und ich kann mir gut vorstellen, ihn noch auf weiteren Abenteuern zu begleiten. Die anderen Figuren, selbst Percival, standen deutlich im Hintergrund der Geschichte. Bei so vielen verschiedenen Figuren, wie es in Kriminalromanen häufig der Fall ist, kann ich aber gut verstehen, dass man den Fokus nicht auf die Beschreibung aller Beteiligten setzen kann. Dennoch hätte ich beispielsweise auch den Professor gerne noch besser kennengelernt.
Spannend und mit unvorhersehbaren Wendungen gespickt war die Geschichte zwar, aber für meinen Geschmack hätten es noch mehr Tempo und rasantere Wendungen sein können.

Fazit: Ein solider englischer Kriminalroman aus früheren Tagen, mit einem charmanten Detektiv in der Hauptrolle und speziellem Humor. Kann man lesen, muss man aber auch nicht.

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Veröffentlicht am 06.05.2024

Hier werden Tee, Blut und Geheimnisse serviert.

A Tempest of Tea
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White Roaring ist das Zuhause von Arthie Casimir. An der Grenze zwischen nobler Stadt und Arbeiterviertel steht das Spindrift. Tagsüber ein luxuriöses Teehaus, in dem die Reichsten der Stadt verkehren, ...

White Roaring ist das Zuhause von Arthie Casimir. An der Grenze zwischen nobler Stadt und Arbeiterviertel steht das Spindrift. Tagsüber ein luxuriöses Teehaus, in dem die Reichsten der Stadt verkehren, verwandelt es sich nachts in ein Bluthaus für Vampire. Der Respekt, den ganz White Roaring vor Arthie hat, schützt das Teehaus und seine Geheimnisse. Bis zu jenem Tag, an dem es plötzlich bedroht wird. Doch Rettung naht, als ein Fremder ihr ein Angebot macht. Sie soll ein Buch aus dem Besitz der mächtigsten Vampire stehlen und im Gegenzug ihr geliebtes Teehaus behalten dürfen.
Weil sie keine Alternative hat, stimmt sie zu und stellt sich gemeinsam mit ihrem engsten Vertrauten Jin eine Crew für diesen scheinbar unmöglichen Raubzug zusammen. Doch wem kann sie wirklich vertrauen?

Der Buchumschlag könnte nicht passender zum Inhalt gestaltet sein. Aber die wahre Schönheit dieses Buchs verbirgt sich darunter. Auf schwarzem Untergrund sind mit silberner Folie der Titel, ein paar Worte zum Buch sowie diverse kleine Symbole, die thematisch zur Geschichte passen, eingeprägt. Das macht dieses Buch schon rein äußerlich zu einem echten Schmuckstück für jedes Bücherregal.
Aber auch die Geschichte selbst klang verlockend. Und das, obwohl ich in der Vergangenheit weder besonders Fan von High Fantasy, noch von Vampiren in Büchern war. Doch Arthie und Co. haben mir gezeigt, dass ich zukünftig wieder offener für beides werden sollte.
Alles in allem ist die Geschichte nämlich rasant, spannend, und voller überraschender Wendungen. Außerdem habe ich die Charaktere mit der Zeit total liebgewonnen. Bei Arthie selbst hat es ein wenig länger gedauert, weil sie mit ihrer unverfrorenen, gleichgültigen Art doch stellenweise Entsetzen in mir hervorgerufen hat. Aber schlussendlich hat auch sie sich in mein Herz geschlichen.
Leider gab es aber auch kleinere Dinge, die mich gestört haben. Ich wusste zwar, dass die Geschichte mit einer Blutphobie zu lesen ein Wagnis ist, dachte aber, ich könnte es als kleine Herausforderung sehen und würde damit schon umgehen können. Und ja, vielleicht war es auch mein Fehler, und ich habe mich selbst etwas überschätzt. Schließlich ist „Blut“ sogar Teil des Titels. In jedem Fall wird sehr häufig davon und darüber gesprochen, es beschrieben, und so weiter. Dazu kommen aber noch zahlreiche Kampfszenen. Und damit wurde es mir tatsächlich ein bisschen zu blutig und gruselig. Bei einem Buch, das auch ein nobles Teehaus verspricht, hätte man so manches vielleicht etwas harmloser formulieren können. Oder wäre es dann eine Verharmlosung von Gewalt? Schwieriges Thema und daher auch schwierig für mich zu bewerten.
Was für mich aber der schwerwiegendste Grund ist, weshalb ich diesem Buch trotz des riesigen Potenzials und grandiosen Worldbuildings keine 5 Sterne geben kann, sind die teils ziemlich komplexen Formulierungen. Ich habe einige Sätze mehrfach lesen müssen, um sie wirklich zu verstehen. Auch wurden gerade gegen Ende häufig die Perspektiven gewechselt und dabei für mein Gefühl ein paar Handlungselemente weggelassen. So blieben einige Zusammenhänge für mich sehr kryptisch, sodass ich verwirrt verblieben bin. Und auch unschlüssig, ob ich trotz der teils guten Passagen überhaupt Band 2 lesen möchte.

Fazit: Eine spannende Welt, in der Armut und Reichtum sowie Menschen und Vampire aufeinandertreffen. Aufgrund umständlicher Formulierungen und Handlungslücken aber kein so tolles Leseerlebnis wie erhofft.

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