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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2025

Ein Jahr voller Geschichten – Ein Wimmelbuch, das mitwächst

Das Jahr
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Zu meiner großen Freude hat mein kleiner Leser meine Liebe zu Büchern übernommen und kann gar nicht genug davon bekommen. Daher bin ich einerseits ständig am Vorlesen, da er es selbst noch nicht kann, ...

Zu meiner großen Freude hat mein kleiner Leser meine Liebe zu Büchern übernommen und kann gar nicht genug davon bekommen. Daher bin ich einerseits ständig am Vorlesen, da er es selbst noch nicht kann, andererseits aber auch immer auf der Suche nach neuen Büchern. Die gemeinsame Vorlesezeit wird aber leider manchmal durch so Dinge wie Haushalt machen und Kochen gestört. Da bieten sich dann meiner Meinung nach Wimmelbücher perfekt an. Da kann der kleine Leser sich selbst beschäftigen und in aller Ruhe die Bilder betrachten.
Bei diesem Buch hat mich vor allem die Idee angesprochen, dass hier am Beispiel einer kleinen Stadt dargestellt wird, wie sich die Jahreszeiten verändern und was in einem Jahr so passieren kann.
Gezeigt werden drei verschiedene Ansichten aus der Stadt und diese Ansichten wiederholen sich dann wiederrum vier Mal, so dass alle zwölf Monate des Jahres abgedeckt sind. Zusätzlich zu den Bildern gibt es auch einen kleinen Text pro Monat. Dieser ist in Reimform verfasst, was mir, gerade beim Vorlesen besonders gut gefällt. Die Reime sind im Großen und Ganzen sehr gut gemacht und sauber gereimt. Den einen oder anderen holprigen Reim habe ich aber doch entdeckt. Wobei ich vermute, dass dies der Übersetzung geschuldet ist, da es sich hierbei um ein schwedisches Buch handelt. Ich gebe ehrlich zu, dass ich zu Beginn ein wenig gebraucht habe, um in den Flow beim Vorlesen zu kommen, aber wenn man den Dreh einmal raushat, lässt sich das Buch wunderbar vorlesen.
Im Text wird auf die Besonderheiten der jeweiligen Monate und vor allem auf die Feste, die in diesem Monat gefeiert werden, eingegangen. Da es sich wie bereits erwähnt um ein schwedisches Buch handelt, werden auch Feierlichkeiten erwähnt, die in Österreich oder Deutschland nicht so gängig sind. Doch gerade diese Vielfalt macht für mich das Buch zu etwas ganz Besonderem.
Die Bilder sind ausdrucksstark und wie bei einem Wimmelbuch äußerste detailreich. Obwohl der kleine Leser und ich uns das Buch bereits mehrmals angesehen haben, glaube ich nicht, dass wir bereits alle Details entdecken konnten. Aus dem Grund nehmen wir das Buch auch immer wieder gerne zur Hand und schauen, was wir dieses Mal Neues entdecken. Besonders gut gefällt mir, dass man nicht nur mitverfolgen kann, wie sich die Jahreszeiten und daher die Natur verändert, sondern auch die Personen. So sieht man zum Beispiel im Jänner eine schwangere Frau und kann ein paar Monate später sehen, wie das Baby krabbelt.
Die Illustrationen heben sich vom Stil deutlich von anderen Büchern ab. Manche Dinge sind äußerst realistisch dargestellt andere eher weniger detailreich und fast comichaft. Es ist eine bunte Mischung, die auf den ersten Blick nicht zusammenpasst. Geht man aber möglichst unvoreingenommen an die Sache heran, erkennt man, dass das ganze doch eine runde Sache ist. Wenn auch vielleicht nicht den Geschmack von jedem treffen wird. Sehr spannend finde ich, dass gerade die Personen in diesem Buch wenig detailreich dargestellt sind.
Am Beginn und am Ende werden noch einmal die verschiedenen Figuren, die in diesem Buch vorkommen gezeigt. Zusätzlich gibt es auch Fragen und Aufgaben auf diesen Seiten. So erzählt ein Kind zum Beispiel, dass es Torten liebt und fragt wie viele Torten man in diesem Buch finden kann.
Das Buch hat ein empfohlenes Lesealter von 4 Jahren, aber auch der knapp 2,5 jährige kleine Leser hat schon viel Freude mit dem Buch und ich denke, dass es uns auch noch viele Jahre begleiten wird. Von unserer Seite gibt es für dieses Buch auf jeden Fall eine klare Kauf- und Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Fragmentierte Erinnerungen und stille Emotionen

Onigiri
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In der letzten Zeit habe ich vermehrt das Gefühl, dass die japanischen Romane, welche eine deutsche Übersetzung bekommen, grob in zwei Kategorien eingeteilt werden können. Da gibt es die Wohlfühlromane, ...

In der letzten Zeit habe ich vermehrt das Gefühl, dass die japanischen Romane, welche eine deutsche Übersetzung bekommen, grob in zwei Kategorien eingeteilt werden können. Da gibt es die Wohlfühlromane, wie z. B. „Die Magnolienkatzen“, „Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen“ oder „Das kleine Café der zweiten Chancen“. Bücher, die einem zwar zum Nachdenken anregen, aber den Leser oder die Leserin mit einem positiven Gefühl zurücklassen. Und gibt es da die Romane, wie z.B. „Vermissen auf Japanisch“ oder „Kankos Reise“, die meistens ein schwieriges Thema behandeln, einen leicht verwirrenden Aufbau haben und eher ein leicht bedrückendes Gefühl hinterlassen.
„Onigiri“ zählt hierbei für mich ganz klar zur zweiten Kategorie. Wobei diese Einteilung noch nichts über die Qualität des Buches aussagt. Ich finde es nur wichtig dies zu erwähnen, um etwaige Enttäuschungen vorzubeugen. Wer einen japanischen Wohlfühlroman sucht, wird mit diesem Buch wohl eher nicht glücklich werden.
Autorin Yuko Kuhn erzählt hier auf sehr eindrucksvolle und empathische Weise eine deutsch-japanische Familiengeschichte. Die beiden Hauptschwerpunkte der Geschichte, der Tod der in Japan lebenden Großmutter und die Demenzerkrankung der Mutter, welche man bereits dem Klappentext entnehmen kann, geben dabei aber nur einen groben Rahmen vor. Wie bereits zu Beginn meiner Rezension angedeutet, ist der Aufbau des Romans ein wenig verwirrend und gewöhnungsbedürftig. Dies liegt vor allem daran, dass die Erlebnisse nicht chronologisch erzählt werden. Dies ist selbstverständlich in vielen Romanen der Fall, Yuko Kuhn geht aber noch einen Schritt weiter. Indem sie nämlich ohne Kennzeichnung die zeitliche Ebene von einem Absatz zum nächsten wechselt. Für manch einen mag dies befremdlich sein und den Lesefluss stören. Ich bin dies allerdings bereits aus anderen Romanen gewohnt und konnte mich daher schnell darauf einstellen. Gerade in Kombination mit der Demenzerkrankung von Akis Mutter, fand ich dies ein sehr gut gewähltes Stilmittel.
Yuko Kuhn schafft den, meiner Meinung nach äußerst schwierigen, Spagat zwischen Emotionalität und Nüchternheit. Für manche mag ihre Art die Geschichte zu erzählen vielleicht ein wenig zu distanziert und kühl wirken. Dies ist mir bereits in mehreren japanischen Romanen aufgefallen und ich würde es auch hier wieder dem kulturellen Hintergrund der Autorin zuordnen. Dennoch steckt in den Zeilen so viel Gefühl. Man braucht nur eben einen Augenblick, um dies zu merken. Genauso wie man ein wenig braucht, um die Geschichte im Kopf zusammensetzen zu können. Für mich waren die einzelnen Episoden wie kleine Puzzlestücke die verstreut auf einem Tisch liegen. Erst nach und nach haben sie sich in meinem Kopf zusammengesetzt und dann ein Gesamtbild ergeben.
Dies ist kein Roman, den man einfach so mal zwischendurch lesen kann. Dies ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte, sowohl während als auch nach dem Lesen. Den das Gelesene berührt einen, gibt einem zu denken und lässt einen so schnell nicht mehr los. Jedenfalls ist es mir so ergangen.
Besonders berührend empfand ich die Beschreibungen und den Umgang mit der Demenzerkrankung von Keiko. Obwohl die Krankheit maßgeblichen Einfluss auf Keikos Verhalten und die gesamte Familiendynamik hat, wird sie nie als Kranke dargestellt. Also nicht in dem Sinne, dass die Krankheit sie definiert und ausmacht.
Zusammengefasst kann man sagen, dass es sich hierbei um ein, auf vielen Ebenen, schwieriges Buch handelt. Meiner Meinung nach ist die Lektüre der Geschichte aber eine lohnende Erfahrung.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Sophie Schoenwalds Zoo: Ein Ort zum Verlieben und Wiederkommen

Die großen Spiele im Zoo
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Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, wer Sophie Schoenwald ist, hätte ich keine Ahnung gehabt und wahrscheinlich vermutet, dass es sich um eine deutsche Schauspielerin handelt. Mittlerweile kenne ich ...

Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, wer Sophie Schoenwald ist, hätte ich keine Ahnung gehabt und wahrscheinlich vermutet, dass es sich um eine deutsche Schauspielerin handelt. Mittlerweile kenne ich sie und vor allem ihre Bücher sehr gut. Einige ihrer Werke haben bereits in unser Bücherregal einziehen dürfen und es werden sicher noch mehr werden.
Vor allem von den Zoo Büchern werden sicherlich noch viele bei uns ein Zuhause finden dürfen. Denn Zoodirektor Ungestüm, Ignaz Pfefferminz Igel und die anderen Zoobewohner haben uns wirklich sehr gut gefallen und unterhalten.
Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den siebten Band der „Zoo-Reihe“. Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden sind unserer Meinung nach nicht notwendig für ein außerordentlich unterhaltsames Lesevergnügen. Doch wie bereits anfangs erwähnt, kann es passieren, dass man sich in die Zoobewohner verliebt und dann unbedingt auch noch die anderen Bücher haben möchte.
Für die Illustrationen ist Günther Jakobs verantwortlich und meiner Meinung nach, hat er einen hervorragenden Job gemacht. Die Zeichnungen sind handwerklich gut gemacht, detailreich und ausdrucksstark. Die Farbzusammenstellung ist sehr gelungen und harmonisch. Die Gesichtsausdrücke der Tiere sind teilweise zum Schießen komisch und auch für jüngere Kinder eindeutig identifizierbar. Obwohl die Tiere natürlich zu einem gewissen Grad vermenschlicht werden, immerhin veranstalten sie olympische Spiele, sind sie doch recht realistisch dargestellt. Soweit man einen Koala mit Schwimmreifen als realistisch bezeichnen kann, aber ich denke, es ist klar, was ich damit sagen möchte.
Die Geschichte selbst finde ich auch sehr gelungen. Das Buch hat ein empfohlenes Lesealter ab 4 Jahren und ist wie in dem Altersbereich üblich nicht mehr in Reimform verfasst. Die Wortwahl ist für die Altersgruppe angemessen und auch die Länge der Texte finde ich passend. Ich persönlich kann das Buch auch für jüngere Kinder empfehlen, wobei ich als Einschränkung anmerken muss, dass der 2-jährige kleine Leser es bereits gewohnt ist, Bücher aus dieser Altersklasse vorgelesen zu bekommen. Daher ist für den kleinen Leser die Länge der Texte kein Problem mehr. Für andere Gleichaltrige mag es eventuell noch ein wenig zu herausfordernd sein.
Leider muss ich aber dieses Mal auch ein klein wenig Kritik üben. Die Grundidee des Buches und auch die Umsetzung finde ich im Großen und Ganzen sehr gelungen. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass man den Aspekt des Verlierens ein wenig näher erörtern hätte können. Ich finde ich großartig, dass die verschiedenen Wettkämpfe angepasst werden, wenn auch leider nicht alle, damit auch andere Tiere ihre Stärken ausüben können. Hierbei wird den Kindern auf sehr ansprechende Weise vermittelt, dass jeder von den Tieren und auch von uns, andere Stärken und Schwächen hat. Dennoch kann man im Leben nicht immer gewinnen und auch wenn es eine harte und unerfreuliche Lektion ist, so denke ich doch, dass man es vierjährigen Kindern bereits zumuten können muss, dies zu lernen. Die Wahrscheinlichkeit ist auch gar nicht so niedrig, dass sie es auch am eigenen Leib erfahren.
Der kleine Leser mag das Buch aber wirklich sehr und sucht es immer wieder bewusst aus dem Bücherregal heraus. Für mich ein Zeichen, dass das Duo Sophie Schoenwald und Günther Jakobs hier ganz viel richtig gemacht haben.
Daher kann ich nur eine Empfehlung für dieses Buch aussprechen, denn trotzdem ich so meine kleinen Kritikpunkte habe, muss ich dennoch zugeben, dass ich beim (Vor-)Lesen des Buches sehr häufig sehr herzlich gelacht habe.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Aus dem Leben gegriffen

Born to Perform – Sei das Rad, nicht der Hamster
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Es gibt Bücher auf die wartet man sehnsüchtig und freut sich auf ihr Erscheinen. Und dann kommt entweder die erwartete Freude auf oder das böse Erwachen, weil die Erwartungen einfach nicht ansatzweise ...

Es gibt Bücher auf die wartet man sehnsüchtig und freut sich auf ihr Erscheinen. Und dann kommt entweder die erwartete Freude auf oder das böse Erwachen, weil die Erwartungen einfach nicht ansatzweise erfüllt wurden. Und dann gibt es die Bücher, über die man einfach zufällig stolpert und einen von den Socken hauen. Dieses Buch gehört für mich definitiv in die letzte Kategorie.
Denn ich kannte im Vorfeld weder den Autor Casper Bendix, noch wurde mir dieses Buch empfohlen. Es war einfach ein Glücksgriff. Eines dieser Bücher oder in meinem Fall konkreter ein Hörbuch, das man hernimmt, weil man auf der dringenden Suche nach neuem Lesestoff ist und der Klappentext interessant klang.
Doch bereits nach wenigen Minuten hatte mich dieses Buch in seinen Bann gezogen. Dies lag einerseits an der eingängigen und unglaublich ausdrucksstarken Stimme von Nils Nelleßen. Ich habe mich bereits nach wenigen Sätzen in seine Stimme verliebt und habe jede einzelne Minute sehr genossen. Dies liegt vor allem an seinem Tempre und seiner Stimmmelodie. Meiner Meinung nach hat der Verlag hier wirklich genau ins Schwarze getroffen und ich hoffe sehr, dass ich in naher Zukunft noch weitere Hörbücher von Nils zu hören bekomme. Er ist einer dieser Sprecher, die mir auch die Rückseite meines Shampoos vorlesen könnten und ich würde noch immer dahin schmelzen. Denn es geht nicht darum, was er liest, sondern wie er es liest.
Doch meine sehr gute Bewertung ergibt sich natürlich nicht nur aus der meiner Begeisterung für die Stimme von Nils Nelleßen. Den Großteil meiner Bewertung macht der Inhalt des Buches von Casper Bendix aus. Doch auch dieser konnte mich begeistern. Denn seine Figuren sind einerseits so dermaßen abgedreht und doch so realistisch. Bei den Sprüchen die Doktor Thomas Meermann so von sich gibt, schüttelt man den Kopf und amüsiert sich über die Genialität des Autors. Doch richtig amüsant wird es, wenn man, so wie ich eben, im richtigen Leben bereits mit solchen Kandidaten in Berührung gekommen ist. Gefühlsmäßig jeder zweite Manager, dem ich begegnet bin, hat Sprüche in der Art des Doktor Meermanns abgesondert. Diese souverän vorgetragenen Sprüche, meist eine Mischung aus englisch und deutsch, die auf den ersten Blick so viel Sinn ergeben. Doch denkt man einmal darüber nach, fällt das ganze Kartenhaus zusammen. Das passiert halt leider, wenn die zentralen Eckpfeiler nicht stabil genug sind.
Casper Bendix erlaubt seinen Figuren aber auch, dass sie sich weiterentwickeln. Charakterentwicklung ist normalerweise eine gute Sache. In diesem Buch bin ich dabei allerdings zwiegespalten. Denn die Komik des Buches verliert sich dadurch ein klein wenig, dafür werden die Charaktere noch greifbarere und noch vielschichtiger. Das Buch mausert sich vom Klamauk zum ernstzunehmenden Roman. Der Übergang von dem einem zum anderen war ein wenig holprig, aber im Großen und Ganzen hat es doch funktioniert.
Wie bereists anfangs erwähnt, hat mich dieser Roman wirklich überrascht, und zwar im positiven Sinne. Manch ein Leser oder eine Leserin wird zwar über die Plattitüden und blöden Sprüche den Kopf schütteln, doch wenn man dies im realen Leben bereits einmal (oder eher mehrmals) erlebt hat, dann amüsiert man sich köstlich über dieses Buch. Aufgrund dessen, was ich über den Autor im Netz finden konnte, glaube ich, dass seine persönlichen Erfahrungen in der Wirtschaft in das Buch eingeflossen sind. Es bleibt mir daher nichts anders übrig, als eine Leseempfehlung für dieses Buch auszusprechen und noch einmal zu betonen, dass es wirklich aus dem Leben gegriffen ist.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Raum für Joan – Eine Frau zwischen NASA, Normen und Neuanfang

Atmosphere
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Die Autorin Taylor Jenkins Reid ist keine Unbekannte, sondern ganz im Gegenteil sehr berühmt. Ihre Bücher verkaufen sich weltweit unfassbar gut und werden in unzählige Sprachen übersetzt. Bis mir dieses ...

Die Autorin Taylor Jenkins Reid ist keine Unbekannte, sondern ganz im Gegenteil sehr berühmt. Ihre Bücher verkaufen sich weltweit unfassbar gut und werden in unzählige Sprachen übersetzt. Bis mir dieses Buch empfohlen wurde, habe ich noch nie etwas von der Autorin gehört. Allerdings kann ich jetzt behaupten, dass mir nicht nur ihr Name ein Begriff ist, sondern, dass ich auch verfolgen werde, wann sie wieder ein Buch veröffentlicht. Denn mit diesem Buch hat sie mich wirklich begeistert.
Mir ist bewusst, dass die komplette Handlung der Geschichte fiktional ist und so im wirklichen Leben nie stattgefunden hat. Trotzdem hat die Autorin so viele historische Elemente einfließen lassen und sich in vielen Dingen an reale Ereignisse angelehnt, dass man das Gefühl hat, dies sei alles einmal wirklich passiert. Möglicherweise ist es das auch, vielleicht nicht alles exakt so, aber so ähnlich.
Für meinen Geschmack hätte das Thema Weltall, Raumfahrt und NASA noch einen viel höheren Stellenwert in dem Buch bekommen können. Besonders der wissenschaftliche Anteil der Geschichte hätte gerne mehr Raum einnehmen können. Die Autorin erwähnt aber bereits im Vorwort, dass dies nie ihre Intention war. Sie wollte eine Astronomin als Hauptperson, aber sie wollte das alles, den Weltraum, die NASA, die Space-Shuttles immer nur als Hintergrund. Als Aufhänger für ihre Liebesgeschichte. Daher kann ich Taylor Jenkins Reid eigentlich keinen Vorwurf machen, dass das Thema nicht so dominant war, wie von mir erhofft. Dennoch fließt es in meine Gesamtbewertung ein.
Mit Joan Goodwin hat die Autorin einen unglaublich vielschichtigen und doch sympathischen Charakter erschaffen. Von Beginn an war mir Joan sympathisch und ich habe sie gerne auf ihrem Weg zu sich, ihren Träumen und ihrer großen Liebe begleitet. Es gab einige Stellen, an denen mich Joan zur Weißglut gebracht hat und ich sie am liebsten angeschrien hätte. Ein weiteres Zeichen dafür, wie gut und durchdacht die Handlung und die Charaktere sind.
Es war nervenaufreibend und doch schön zu sehen, wie Joan an ihren Aufgaben und den selbstgesteckten Zielen wächst. Und das alles in einer Zeit, in der Frauen noch nicht die gleichen Chancen hatten wie Männer. Also nicht einmal auf dem Papier die gleichen Chancen, denn ob es heutzutage eine wirkliche Gleichstellung gibt, lasse ich an dieser Stelle einmal unkommentiert.
Man lernt die verschiedenen Seiten von Joan kennen: Die Astronautin, die Teamkollegin, die liebende Tante, die zweifelnde Schwester und die hingebungsvolle Geliebte. Letzteres bringt mich zum Hauptaugenmerk des Buches: Der Liebesgeschichte.
Diese ist meiner Meinung ebenfalls äußerst glaubwürdig und ich konnte die Emotionen zwischen den Zeilen wirklich spüren. Joans große Liebe ist ebenfalls ein durchaus sympathischer und vor allem vielschichtiger Charakter. Durch die äußeren Umstände gestaltet sich die Beziehung der beiden aber als äußerst schwierig. In vielen anderen Büchern haben mich diese Schwierigkeiten oft einmal genervt und ich fand sie als unnötig. Denn oftmals dienen diese Hürden nur dazu künstlich Spannung aufzubauen und die Geschichte ein wenig in die Länge zu ziehen. Dies ist in diesem Buch aber nicht der Fall und dies empfand ich als eine sehr schöne Abwechslung.
Der Schreib- und Erzählstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Er war eine angenehme Mischung aus nüchterner Erzählweise und prosaisch schwärmerischen Elementen. Einige wenige Passagen empfand ich als ein wenig zu schwulstig und langatmig, diese waren aber glücklicherweise in der Minderheit.
Taylor Jenkins Reids Roman hat mich an vielen Stellen überrascht und mich zum Nachdenken angeregt. Die Handlung hat mich gepackt und gefesselt. Das Ende kam mir dann fast ein wenig zu abrupt, jedoch war es ein wohlüberlegtes Ende. Kleinere Abzüge in der Bewertung muss ich aber trotzdem vornehmen, da ich wie bereits erwähnt einen höheren Anteil an wissenschaftlichen Themen erwartet bzw. erhofft hatte.

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