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Veröffentlicht am 08.09.2025

I have finished my course

Rabenthron
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Von ihrer Waringham-Saga habe ich alle Bände verschlungen, und auch ihre Romane über Otto den Großen haben mich begeistert. Die ersten beiden Bände der Helmsby-Reihe von Rebecca Gablé habe ich im Regal ...

Von ihrer Waringham-Saga habe ich alle Bände verschlungen, und auch ihre Romane über Otto den Großen haben mich begeistert. Die ersten beiden Bände der Helmsby-Reihe von Rebecca Gablé habe ich im Regal stehen, leider noch ungelesen, und nun erschien ganz neu der dritte Band. Zu meiner Freude habe ich festgestellt, dass "Rabenthron" chronologisch vor den früher erschienenen Bänden einzuordnen ist. Die Handlung des neuen Helmbsby-Bandes erstreckt sich von 1013 bis 1041, während das früher erschienene Buch "Das zweite Königreich" erst 1064 beginnt. Mit diesem Wissen konnte ich beruhigt in "Rabenthron" einsteigen, und die beiden anderen bereits erschienenen Bände lese ich dann im Anschluss.
Aber nun meine Gedanken zu "Rabenthron". Wir lernen Ælfric of Helmsby kennen. Er flieht bei Nacht und Nebel aus seinem Heimatort, zusammen mit seinem kleinen Sohn Penda und einem dänischen Gefangenen, denn sein Onkel, der Thane von Helmsby, hat gedroht, Penda in die Sklaverei zu verkaufen, wenn Ælfric ihm nicht seinen Gefangenen ausliefert. Ælfric jedoch will Hakon, den jungen Dänen, am Königshof abliefern. Für die drei beginnt eine gefährliche Reise ins Ungewisse, denn der herrschende König Ethelred ist schwach, Wikingerüberfälle sind an der Tagesordnung, und London ist in weiten Teilen zerstört. Auf ihrem Weg können sie den Mönch Eilmer vor Wegelagerern retten, und er schließt sich ihnen an. Zwischen den Männern entsteht ein dauerhaftes, freundschaftliches Band. Bei Hof lernen sie Königin Emma kennen, die Gemahlin von Ethelred. Sie macht sich Sorgen um ihre Kinder und möchte sie in ihrer alten Heimat, in der Normandie, in Sicherheit wissen. Den drei Freunden fällt die Aufgabe zu, die Prinzen Edward und Alfred sowie Prinzessin Godgifu auf ihrer Reise ins Exil zu begleiten.
Wie man es aus anderen Büchern der Autorin kennt, haben auch hier die fiktiven Charaktere einen starken, loyalen Bezug zum Königshaus, der ein Leben lang anhält. Die Feinde des Königshauses sind auch die Feinde von Ælfric of Helmsby, und er setzt nicht nur einmal sein Leben aufs Spiel, um die Königin und ihre Macht zu schützen. Mit Emma ist die königliche Bezugsperson diesmal weiblich. Emma ist eine starke Frau, berechnend und mit einem starken Willen. Nach dem Tod ihres Gemahls Ethelred geht sie eine Verbindung mit dem dänischen König Knud ein und wird durch diese Heirat zum zweiten Mal Königin. Aber wer die historischen Hintergründe kennt, weiß, dass dieses Glück nicht von langer Dauer ist. Es ist eine bewegte Zeit, von der Autorin brillant und sehr lebendig erzählt, immer sehr nah an den bekannten Fakten. Es ist schon extrem, wie oft in den knapp dreißig Handlungsjahren die Krone ihren Besitzer wechselt; mir fällt jedenfalls kein anderer Fall ein, wo das so der Fall gewesen wäre.
Ælfric of Helmsby ist ein Kind seiner Zeit, ein gläubiger und loyaler Untertan seines jeweiligen Königs, mit einer großen Portion Empathie, die manchmal fast zu stark ausgeprägt ist. Die Treue seinem Herrscher gegenüber stellt er über sein eigenes Leben, was dazu führt, dass wir nicht nur einmal um ihn bangen müssen. Sein Sohn Penda tritt diesbezüglich in seine Fußstapfen.
Wie die Autorin ihre ersonnene Welt mit der historischen verbindet, ist wieder unnachahmlich gut gelungen, und die verschiedenen Charaktere agieren sehr glaubhaft zusammen. Was mir an Rebecca Gablés Helden immer besonders gefällt, ist, dass sie einerseits todesmutig und stark sind, dabei aber auch eine weiche Seite haben und Gefühle zeigen, was sich sehr intensiv zwischen Ælfric und Penda zeigt; die beiden haben ein ganz besonderes Vater-Sohn-Verhältnis, was zur damaligen Zeit sicher nicht an der Tagesordnung war.
Am Anfang des Buches findet man ein ausführliches Personenverzeichnis, wo man genau erkennen kann, welche Personen fiktiv und welche historisch sind. Das ist auch absolut sinnvoll, denn es kommen sehr viele Charaktere im Roman vor, was schon an der Zeitspanne von fast 30 Jahren liegt, die wir hier begleiten, und mit dieser Auflistung behält man zu jeder Zeit die Übersicht. Im Anhang erklärt die Autorin noch einiges zu diversen Begebenheiten. Interessanterweise sind gerade die unglaublichen Szenen historisch verbürgt.
Das Ende des Romans wirkt auf mich ein wenig offen, was vermutlich daran liegt, dass die Autorin, für einen runden Abschluss, hier einen "ruhigen Punkt" im historischen Geschehen gewählt hat, denn die politischen Turbulenzen gingen damals ja munter weiter, und es ist sicher nicht einfach, zu entscheiden, wo man hier den Schlusspunkt setzt.
Mich hat der Roman wieder absolut in seinen Bann gezogen und mich bestens unterhalten. Daneben sind Rebecca Gablés Bücher immer sehr lehrreich für mich, so auch dieses, denn ich habe viel Neues über die damalige Zeit erfahren.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Sehr gelungener und runder Abschluss der Pensionat-Trilogie

Der Weg der Frauen
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Der dritte Teil und gleichzeitig Abschluss der Trilogie "Das Pensionat an der Mosel" spielt im Jahre 1912 und weitgehend in Diedenhofen. Pauline Martin muss wieder einmal um den Ruf ihres Pensionats fürchten, ...

Der dritte Teil und gleichzeitig Abschluss der Trilogie "Das Pensionat an der Mosel" spielt im Jahre 1912 und weitgehend in Diedenhofen. Pauline Martin muss wieder einmal um den Ruf ihres Pensionats fürchten, denn Sophie, eine ihrer Schülerinnen, wurde in Metz verhaftet, weil sie für Frauenrechte demonstriert hatte. Als Pauline nach Metz fährt, um die Sachlage mit Sophie zu klären, begegnet sie dort zufällig ihrem ehemaligen Verlobten. Aus diesem Zusammentreffen schöpft Roland Hoffnung und wirbt wieder um sie.

Der preußische Hauptmann Erich von Plienitz, mit dem Pauline inzwischen eine zurückhaltende Freundschaft verbindet, ist enttäuscht, als er davon erfährt und zieht sich zurück. Dies ist nicht sein einziger Kummer, denn er erhält Briefe, die ihn ziemlich aus der Bahn werfen. Er versucht, sie zu ignorieren, aber innerlich wühlen sie ihn auf. Seine niedergeschlagene Stimmung bekommen auch seine Untergebenen zu spüren. Es gibt weitere Veränderungen in Paulines Umfeld, denn unter anderem muss sie eine neue Lehrkraft einstellen, was ihr einiges an Kopfzerbrechen bereitet, und sie muss weitere, schwerwiegende Entscheidungen treffen.

Es war sehr schön und eindrucksvoll, Pauline und all die anderen Charaktere auf ihrem Weg zu begleiten. Ein großes Thema, dem die Autorin dieses Buch gewidmet hat, ist die Situation der Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Frauen waren damals sehr eingeschränkt, was ihren Werdegang betrifft. So durften Lehrerinnen beispielsweise nicht heiraten. Ein uneheliches Kind, auch wenn es durch Gewalt entstanden war, wurde als Schande für die Mutter angesehen, und wenn eine Frau ihren Mann verlassen wollte, war es immer ihre Schuld, egal wie gewalttätig der Mann war; die Kinder blieben bei ihm. Frauen hatten kein Wahlrecht und mussten ständig auf ihren Ruf und ihr Ansehen achten. Das geht Pauline gewaltig gegen den Strich, und in diesem Roman begegnet sie weiteren Frauen, die sich ihrem Schicksal nicht beugen, sondern mutig sind und neue Wege beschreiten.

Einerseits schreibt die Autorin im Nachwort, dass sie starke persönliche Bindungen zu der Gegend hat, in der ihre Pensionat-Trilogie spielt. Daneben hat sie sehr aufwändig recherchiert, was man am umfangreichen Anhang deutlich sehen kann. Die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn diese Trilogie hat einen besonderen Zauber und ganz viel Atmosphäre. Die unterschiedlichen Charaktere sind alle sehr glaubwürdig dargestellt, und man kann sich gut in die jeweiligen Situationen hineinversetzen. Besonders authentisch ist der Roman, da viele Begriffe in französisch oder der Mundart der jeweiligen Protagonisten integriert sind. Vieles erschließt sich ganz einfach aus dem Text, und wenn man etwas mal nicht versteht, gibt es ein Glossar mit den fremdsprachigen Begriffen hinten im Buch. Dort sind auch eine Menge Reise- und Stöbertipps zu den Schauplätzen zu finden, so dass man nicht nur einen fesselnden, sehr schönen Roman sondern gleich auch einen kleinen Reiseführer hat. Thionville und Metz sind sicher eine Reise wert, und man kann dort gut auf den Spuren der Romanfiguren wandeln. Mich hat beim Lesen direkt die Reiselust gepackt. Hiermit hat die Trilogie, die insgesamt absolut lesenswert und empfehlenswert ist, einen sehr schönen und stimmigen Abschluss gefunden, und es ist direkt ein wenig traurig, von den lieb gewonnenen Charakteren Abschied zu nehmen.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Wie da Calafati auf'm Prater Ringelspü', steh' i do und i waß net, wie ma gschiecht...

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Wien Ende des 19. Jahrhunderts: Der vierte Fall von Leopold von Hertzfeld führt in den Prater, in die Welt der Zauberei und Magie. Seit dem letzten Band der Totengräber-Reihe sind einige Monate vergangen, ...

Wien Ende des 19. Jahrhunderts: Der vierte Fall von Leopold von Hertzfeld führt in den Prater, in die Welt der Zauberei und Magie. Seit dem letzten Band der Totengräber-Reihe sind einige Monate vergangen, und während dieser Zeit gab es einige Änderungen, wie wir gleich zu Beginn des Romans erfahren. So zum Beispiel ist Julia Wolf nicht mehr für die Polizei tätig sondern arbeitet inzwischen als Zeitungsreporterin. Auch hat sie sich von Leopold getrennt. Ihre Beweggründe kann man gut nachvollziehen, und doch hadert sie selbst mit ihrer Entscheidung, denn Leo geht ihr nicht aus dem Kopf.
Als sie mit ihrem neuen Verehrer eine Zaubervorstellung besucht, wird sie Zeugin eines tragischen Unglücks, denn der Zaubertrick von der zersägten Jungfrau geht schief, und die junge Assistentin des Zauberers kommt dabei ums Leben. Was auf den ersten Blick wie ein Unfall wirkt, stellt sich schnell als Mord heraus. Es bleibt nicht bei diesem einen Todesfall, denn Julia findet heraus, dass mehrere junge Frauen im Umkreis des Praters spurlos verschwunden sind. Während Julia für einen Zeitungsbericht über die Sache recherchiert, trifft sie auch Leo wieder, denn dieser ist mit den Ermittlungen betraut. Schnell wird klar, dass einer allein den Fall nicht lösen kann. Leo steckt in einer Sackgasse, während ihm Julia wertvolle Informationen liefern kann. Und doch gestalten sich die Todes- und Vermisstenfälle immer verworrener und rätselhafter, und die beiden ziehen sehr bald ihren alten Freund, den Totengräber Augustin Rothmayer hinzu, denn der hat Kontakte zu diversen Personen im Prater. Aber er hat noch andere Probleme, hauptsächlich mit seiner Adoptivtochter Marie. Das Mädchen ist gerade im pubertären, rebellischen Alter und treibt sich gerne mit Jungs beim Fußballspielen herum.

Die Geschichte beginnt mit vielen einzelnen Handlungsfäden, die jedoch sehr schnell zusammenfinden und einen dicken, anfangs noch recht undurchsichtigen Strang bilden. Zwar wendet Leo schon die neuesten Erkenntnisse bei der Spurensuche am Tatort an, so nutzt er beispielsweise die Daktyloskopie (das Verfahren zur Identifizierung durch Fingerabdrücke), was die meisten seiner Kollegen eher skeptisch beäugen.
Und doch tritt er auf der Stelle. Erst nach und nach verbinden sich die losen Fäden zu einem logischen Ganzen. Bis dahin erleben die Protagonisten aber viel Schreckliches und geraten in ernste Gefahr. Auch muss Leo feststellen, dass anscheinend jemand aus den Reihen der Kollegen seine Arbeit sabotiert.

Wie man es von Oliver Pötzsch kennt, erzählt er mitreißend und sehr autenthisch. Seine Romane haben viel Lokal- und Zeitkolorit, so auch dieser neue Fall. Man fühlt sich direkt ins alte Wien versetzt. Die Protagonisten sind mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen, und ich habe mich sehr gefreut, an ihrer Seite in die kriminalistische Welt Wiens abzutauchen. Auch eine gute Portion schwarzer Humor ist dabei, und vor allem bei einem Versuch von Augustin mit einer besonderen Fliege musste ich herzhaft lachen.
Dieser historische Krimi hat alles was man sich von guter Lektüre wünscht; er ist fesselnd, geheimnisvoll, ein wenig gruselig, aber es ist auch eine Portion Romantik dabei. Außerdem konnte ich einiges lernen, denn der Autor hat eine Liste österreichischer Begriffe mit Erklärung zusammengestellt. Vieles kann ich zwar aus dem Bayerischen ableiten, aber bei Bezeichnungen wie "Pompfüneberer" musste ich passen, weiß aber inzwischen, dass es sich dabei um Bestattungsunternehmer handelt.
Am Ende des Buches klärt sich zwar der Fall, aber die Geschichte von Leo und Julia, von Augustin und Marie geht weiter, und darauf sowie auf weitere spannende Fälle freue ich mich schon sehr.
Noch bemerken möchte ich, dass ich, da der Calafati im Roman eine wichtige Rolle einnimmt, während des Lesens einen Ohrwurm hatte. Mir ging nämlich ständig das Lied von Peter Cornelius im Kopf herum, vor allem weil der Refrain zu diesem Song vorne im Buch abgedruckt ist. So hat man beim Lesen automatisch eine "musikalische Abrundung".

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Balsam für die Seele

Der Garten der kleinen Wunder
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Toja, die Ich-Erzählerin, lebt in einem alten Haus mit einem wundervollen Garten. Eines Tages merkt sie, dass sie von einem jungen Mädchen auf dem Nachbargrundstück beobachtet wird. Als sie das Mädchen ...

Toja, die Ich-Erzählerin, lebt in einem alten Haus mit einem wundervollen Garten. Eines Tages merkt sie, dass sie von einem jungen Mädchen auf dem Nachbargrundstück beobachtet wird. Als sie das Mädchen anspricht, erfährt sie, dass es Vica heißt. Dieser Kurzname geht auf den gleichen Namen zurück wie ihr eigener, nämlich Victoria. So recht glücklich ist Vica nicht mit ihrem Namen, denn sie fühlt sich ganz und gar nicht als Siegerin. Toja spürt, dass sie mehr mit dem jungen Mädchen verbindet als der gemeinsame Name.
Sowohl Toja als auch Vica sind introvertierte Menschen, die in der lauten, hektischen Welt oft ihre Probleme haben. Durch ihre eigenen Erfahrungen kann Toja dem Mädchen helfen. Ein weiterer liebenswerter Charakter ist Bär, der mit Toja im Haus wohnt. Auch bei ihm findet Vica Verständnis, das sie bei ihrem Vater vermisst, der ein eher nüchterner Typ ist und sein Haus sowie den Garten sehr steril eingerichtet hat. Aber auch er kann sich mit der Zeit dem Zauber des Gartens von Toja und Bär nicht entziehen. Und dann ist da noch Wille, der das Haus ursprünglich gehörte und die mittlerweile verstorben ist, deren guter Geist jedoch immer noch nachwirkt. Wille war schwer krank aber bis zuletzt von einer unbändigen Lebenslust erfüllt. Bei ihrem Namen kam mir gleich der Satz in den Sinn: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", denn genau das trifft auf sie zu. Obwohl sie auf den Rollstuhl angewiesen war, fand sie stets Mittel und Wege, mit Hilfe von Toja und Bär trotzdem tolle Abenteuer zu erleben und ihre Zeit zu genießen.
Ich liebe die Naturbeschreibungen der Autorin, und auch diesbezüglich wurden meine Erwartungen wieder voll erfüllt. Zudem ist die Geschichte vollgepackt mit wunderschönen Momenten. Aber sie geht auch tiefer, denn es werden Probleme angesprochen, die introvertierten oder hochsensiblen Menschen das Leben schwer machen. Betroffene fühlen sich, als hätten sie einen Makel, nur weil sie zu leise für die Welt sind. Wie die Autorin so schön schreibt, gibt es die rätselhafte Daseinsform namens "man", und "man" macht dies nicht und tut das nicht, und so manches findet "man" nicht gut. Das beginnt schon in der Schule, wie Vica am eigenen Leib erfahren muss. Für ihr Problem, Referate zu halten, hat sie eine gute Idee, die jedoch von der Lehrerin abgelehnt wird. Wie kann "man" mit einem Referat so ein Problem haben??? Mit Hilfe ihrer lieben Nachbarn und inzwischen auch Vertrauten sowie ihres Vaters findet sich aber eine Lösung, wie ich sie mir auch für meine Schulzeit gewünscht hätte. Ich konnte in dieser Geschichte versinken und den wundervollen gemeinsamen Sommer mit Vica, Toja, Bär, Florian und Micki sowie mit ganz vielen phantastischen Wesen und Pflanzen, in einem zauberhaften Garten, genießen. Das ist definitiv für mich ein Sommer-Highlight.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Ein umfassendes Standardwerk, das sovohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen viel zu bieten hat

Brot backen in Perfektion mit Hefe
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Dem Blog des Autors folge ich schon länger, und eigentlich backe ich seit fast einem Jahr mein Brot mit meinem selbst angesetzten Sauerteig selbst, aber das Buch von Lutz Geissler hat mich trotzdem interessiert. ...

Dem Blog des Autors folge ich schon länger, und eigentlich backe ich seit fast einem Jahr mein Brot mit meinem selbst angesetzten Sauerteig selbst, aber das Buch von Lutz Geissler hat mich trotzdem interessiert. Alle im Buch enthaltenen Rezepte sind, wie schon der Titel verrät, mit Hefe gebacken. Aber auch da gibt es einiges zu beachten und zu wissen, und besonders die süßen Rezepte wie Sonntagsbrot, Butterhörnchen, Milchzopf, Bananenbrot oder Rosinenbrot haben mich hier sehr interessiert. Zwar kann man die zum Teil auch mit Sauerteig backen, aber der Vergleich zwischen Hefe- und Sauerteigrezept ist für mich recht reizvoll, und ich möchte im Lauf der Zeit so einiges ausprobieren.
Das vorliegende Buch ist besonders für Neueinsteiger in die Welt des Brotbackens geeignet, denn es bietet jede Menge an Hintergrundwissen, Infos und Tipps, die man kennen sollte. Auf den Innenseiten der Buchdeckel findet man beispielsweise Schablonen, um die benötigte Hefemenge gut abschätzen zu können, denn bei allen Rezepten wird nur sehr wenig Hefe verwendet, und nicht jeder hat eine Feinwaage in der Küche, mit der sich die Hefemenge auf 0,1 Gramm genau abwiegen lässt. Diese Schablone finde ich sehr hilfreich. Damit kann man seine Hefe sehr exakt dosieren. Im vorderen Teil des Buches spricht der Autor alle Themen umfassend an, die fürs Backen mit Hefe wichtig sind. Da geht es um geeignetes Zubehör, um die verschiedenen Mehlsorten und wie man Rezepte verändert, indem man eine Mehlsorte gegen eine andere austauscht. Hier findet man auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, nach der man sich grundsätzlich richten kann. In den Rezepten findet man dann die jeweiligen Zutaten sowie Arbeitsschritte und Angaben, die von der Basis-Anleitung abweichen. Es wird auch genau beschrieben, wie das Backen mit einem gusseisernen Topf funktioniert. Alles in allem bietet dieses Buch sehr viel Wissen, so dass auch Fortgeschrittene noch etwas für sich mitnehmen können. Ich stöbere immer wieder gerne im Buch, denn auch für das Backen mit Sauerteig konnte ich schon einige Tipps anwenden.
Sehr praktisch ist die Rezept-Tabelle hinten im Buch, mit deren Hilfe man die Zutaten ganz individuell für die gewünschte Teigmenge ablesen bzw. umrechnen kann.
Das erste Rezept, das ich ausprobiert habe, war das Rosinenbrot. Früher gab es in unserer Nähe einen kleinen Bäcker, der hat das weltbeste Rosinenbrot gebacken. Seit dieser Bäcker aus Altersgründen geschlossen hat, konnte ich nirgends ein derart feines Rosinenbrot finden. Nun habe ich eines selbst gebacken, genau nach Anleitung von Lutz Gessler, und es ist auf Anhieb hervorragend gelungen. Als nächstes werde ich mich mal an Buchteln wagen, denn auch die gab es früher immer frisch und sehr lecker bei einem Bäcker, und ich vermisse sie sehr. Nach diesen schönen Rezepten kann ich nun mein lang vermisstes Gebäck selbst herstellen, denn leider werden die guten Bäckereien immer seltener. Das Einheits-Backwerk aus den modernen Bäckereiketten oder aus Supermärkten wird mit großen Mengen Hefe und mit kurzer Zubereitungszeit gebacken, und das Ergebnis ist leider nicht so gut bekömmlich und auch nicht so lecker. Die Rezepte des Autors zeichnen sich durch lange Geh- und Ruhezeiten und durch eine winzige Menge verwendeter Hefe aus, und das ist für mich einfach der bessere Weg.

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