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AdelheidSchlegel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2026

Sinnvoll

Mathilde und Marie
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Ein Buch der Sinne.
Marie flieht Hals über Kopf aus dem hektischen Paris, ohne zu wissen wohin, nur raus hier. Jónína hat Marie auf der Bahnfahrt aufgelesen und mit nach Redu genommen. Recht schnell werden ...

Ein Buch der Sinne.
Marie flieht Hals über Kopf aus dem hektischen Paris, ohne zu wissen wohin, nur raus hier. Jónína hat Marie auf der Bahnfahrt aufgelesen und mit nach Redu genommen. Recht schnell werden ihre fast verkümmerten Sinne zum Leben erweckt. Das Sehen, indem sie die Natur bewusst wahrnimmt. Das Hören mit dem Vogelgesang in der Stille. Der Geruch des Waldes. Und auch später der Geschmack, als sie einen Salbei-Minze Tee genießt. Sie beginnt auf ihre innere Stimme zu hören und merkt, dass ihr das guttut. Mit dem Erwachen ihrer Sinne lernt sie auch auf ihre Mitmenschen zuzugehen. Jónína hat Marie in ihrem Kummer zugehört und nun wird Marie für Mathilde eine Zuhörende. Sie hört ihr zu und bietet Mathilde wohl dosiert Lösungen an. Für Das Dorf wird Marie zu einer Bereicherung. Auf keinen Fall würde sie wieder mit ihrer Zeit in Paris tauschen.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Toxische Beziehungen

No Way Home
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Von asc259

No Way Home bedeutet kein Weg zurück. Jedes Kapitel der Story ist aus dem Blickwinkel von einem der drei Protagonisten geschrieben.
Terry ist Assistenzarzt in einer Klinik in L.A. Als seine ...

Von asc259

No Way Home bedeutet kein Weg zurück. Jedes Kapitel der Story ist aus dem Blickwinkel von einem der drei Protagonisten geschrieben.
Terry ist Assistenzarzt in einer Klinik in L.A. Als seine Mutter stirbt, fährt er in die Kleinstadt mitten in Nevada, um den Hausstand aufzulösen. Ihm begegnet Bethany und nach einem One-Night-Stand, nistet sie sich gegen Terrys Willen in seinem Haus ein und schaltet und waltet dort nach Belieben.
Terrys Denkweise erscheint noch so halbwegs logisch. Er lebt in der Stadt und kann sich so gar nicht mit dem Leben in Nevada anfreunden. Außer Kneipen und einem künstlichen See hat dieses Nest nichts zu bieten.
Bethany ist dort aufgewachsen. Mit ihrem langjährigen Freund ist Schluss, da kommt ihr der Arzt aus L.A. mit Haus gerade gelegen. Sie ist ein naives Blondchen, das sich amüsieren will. Die beiden passen von Anfang an nicht zusammen.
Auch Jesse ist in diesem Nest aufgewachsen und er und Bethany waren drei Jahre lang ein Partypärchen. Er war es zwar, der Bethany verlassen hat, doch als Terry auftaucht, versucht er seine selbstverständlichen Besitzansprüche an Bethany durchzusetzen.
Der Roman ist ein emotionales Desaster. Jesse ist brutal, stalkt Bethany, drängt sich immer wieder in ihr Leben und es gelingt ihm vielleicht auch.
Der Schluss war dann noch einmal eine gute Überraschung.
Auch wenn der Roman amerikanisches Leben widerspiegelt, kann ich ihm nicht so viel abgewinnen, um die volle Punktzahl zu rechtfertigen.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Deprimierend

Adlergestell
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Drei Schulanfängerinnen aus der Eigenheimgasse bei der Berliner Ausfallstraße Adlergestell sind auf sich allein gestellt und was sie so Tag für Tag anstellen, kann man schon nicht mehr nur als Blödsinn ...

Drei Schulanfängerinnen aus der Eigenheimgasse bei der Berliner Ausfallstraße Adlergestell sind auf sich allein gestellt und was sie so Tag für Tag anstellen, kann man schon nicht mehr nur als Blödsinn bezeichnen. Die Eltern, eine alleinerziehende Mutter, die den ganzen Tag unterwegs ist, ein arbeitsloser prügelnder Vater, der oft betrunken ist und eine depressive Mutter, die Männer empfängt, kümmern sich wenig um ihre Mädchen. Ich stelle mir an dieser Stelle die Frage, gab es denn keinen Schulhort, der wenigstens einen Teil der überflüssigen Freizeit der Kinder auffing? Alles ist düster, nichts Positives. Anfangs wollte ich diesem Roman nur 3 Sterne vergeben. Doch gegen Ende hin haben mich die Biografien der handelnden Randfiguren, Mütter, Schwiegermutter, Lehrerin, Tante doch mitgenommen, auch wenn diese ebenfalls deprimierend sind. Ein Roman, der die untersten Schichten der Gesellschaft beleuchtet.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Die Abwesenheit der Mutter

Perlen
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Was macht es mit einem Kind, dessen Mutter so einfach an einem Nachmittag verschwindet, ohne ein Abschiedswort, ohne etwas mitzunehmen? Mariannes ganzes Leben ist davon geprägt. Immer stand das Warum im ...

Was macht es mit einem Kind, dessen Mutter so einfach an einem Nachmittag verschwindet, ohne ein Abschiedswort, ohne etwas mitzunehmen? Mariannes ganzes Leben ist davon geprägt. Immer stand das Warum im Raum, auch als sie selbst eine Tochter hat. Immer wieder erinnert sich Marianne an die schöne gemeinsame Zeit, an die Geschichten der Mutter, an die Lieder und wie sie zärtlich mit ihrem neugeborenen Brüderchen umging. War sie psychisch krank?
Die Protagonistin beschreibt das Chaos, dass geblieben ist, wie ihr Vater mit der Situation umzugehen versuchte. Marianne igelt sich ein, hat keine Freunde, schwänzt die Schule, benimmt sich auffällig. Ihr Vater lässt sie ihren eigenen Gedanken nachhängen, versucht niemals, Druck auf sie auszuüben. Man vermutet, Marianne sei erblich belastet, als sie nach der Geburt ihrer Tochter Auffälligkeiten zeigt.
Am Anfang werden mir all die Erinnerungsfetzen zu viel, doch dann fesselt mich das Buch, die Handlung nimmt Fahrt auf. Mit ihrer Tochter kehrt sie einmal im Jahr in ihr Dorf zurück, um an einer Gedenkfeier teilzunehmen, einer Art Kirmes. Und ohne zu spoilern, es gibt eine Antwort und als Marianne und ihr Vater diese erkennen, gelingt das Loslassen.

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Veröffentlicht am 13.09.2024

Prager Botschaft 1989

Als wir nach den Sternen griffen
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Am Anfang hatte ich mal gerade so 3 Sterne im Sinn. Da war das Zitat von Gorbatschow („wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“), das er 1989 geäußert hat, zeitlich an falscher Stelle. Die DDR mit ihrer ...

Am Anfang hatte ich mal gerade so 3 Sterne im Sinn. Da war das Zitat von Gorbatschow („wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“), das er 1989 geäußert hat, zeitlich an falscher Stelle. Die DDR mit ihrer Stasi wurde ja fast als Gestapostaat geschildert. Dass man man eine Wohnung weggenommen bekam, wenn der Partner sich in den Westen abgesetzt hat ist mir nicht bekannt. Dass man mit Ausreiseantrag zu weniger qualifizierten Arbeiten verdonnert wurde, stimmt schon, aber dass sich die Kollegen von einem abwandten aus Angst vor der Stasi passt dann wieder nicht.
Die abenteuerliche Flucht und die Zustände in der Prager Botschaft sind anschaulich geschildert worden. Ich kenne diese Zeit ja, auch wenn ich nicht zu den Menschen dort gehörte. Auch eine nette Lovestory hat das Ganze aufgepeppt. Mit diesem Buch ist einem Stück Geschichte ein Denkmal gesetzt und so verzeihe ich auch das Zitat an falscher Stelle von Willi Brand („jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“), das dieser am 10. November 1989 aussprach und nicht am 3. Oktober 1990.

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