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Veröffentlicht am 15.09.2025

Skurril, tiefgründig, selbstironisch, humorvoll – abwechslungsreiche Kurzgeschichten aus dem Leben

Mehr Allergien als Freunde
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Mit „Mehr Allergien als Freunde“ gibt Johanna Wack ihr Autoren-Debüt. Das schlichte Cover passt hervorragend zum Titel. Goldfische sind für Allergiker gut als Haustiere geeignet, im Buch sind sie aus einem ...

Mit „Mehr Allergien als Freunde“ gibt Johanna Wack ihr Autoren-Debüt. Das schlichte Cover passt hervorragend zum Titel. Goldfische sind für Allergiker gut als Haustiere geeignet, im Buch sind sie aus einem anderen Grund sogar Teil eines Kapitels.

Die Sammlung an abwechslungsreichen Kurzgeschichten mitten aus dem Leben ist herrlich skurril, manchmal tiefgründig, selbstironisch und humorvoll. Wobei der Humor gerne auch einmal schwarz sein darf. Manches Klischee wird aufs Korn genommen und unter anderem die Erwartungen der Gesellschaft an Mütter thematisiert.

Mich brachten vor allem die ersten und letzten Geschichten zum Lachen. Dies ist an diesem Buch besonders schön: jeder Humor wird angesprochen – mit der einen Geschichte mal mehr, mit der anderen mal weniger. Und wenn eine gar nicht gefällt, kann man problemlos zur nächsten Blättern ohne den Faden zu verlieren.

Etwas verwundert war ich, dass weder Allergien, noch Freunde einen größeren Teil des Buches einnahmen. Erwartet hätte ich dies durch den gewählten Titel.

Von mir gibt es für diese abwechslungsreiche Sammlung an Geschichten aus dem Leben vier Sterne. Es war ein kurzweiliges Lesevergnügen, bei dem ich manchmal Lachen und oftmals zustimmend mit dem Kopf nicken musste.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

netter Krimi rund ums Wandern mit Lokalkolorit der Eifel

Über Stock und Mörderstein
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Das Cover ist gut gewählt und spiegelt direkt das Hauptthema, das Wandern, wider.

Die Ermittlungen der Privatdetektivin Ellen sind gut dargestellt, ebenso wie die Mitwanderer auf ihrem vom Mord geprägten ...

Das Cover ist gut gewählt und spiegelt direkt das Hauptthema, das Wandern, wider.

Die Ermittlungen der Privatdetektivin Ellen sind gut dargestellt, ebenso wie die Mitwanderer auf ihrem vom Mord geprägten Weg. Die vielen verschiedenen Charaktere sind gut gezeichnet, jedoch immer wieder verwirrend, denn die unterschiedlichen Zusammenhänge und Verwicklungen der Einzelnen ist nur mit großer Aufmerksamkeit auseinanderzuhalten. Das Ende des Krimis habe ich nicht vorhergesehen, wenn auch die Lösung irgendwann vermutet, so dass es ein angenehmes Leseerlebnis war.

Schön wäre es, wenn man als Leser vorgewarnt werden würde, dass das Thema Wechseljahre recht viel Raum einnimmt. Gut finde ich es auf jeden Fall, dass es thematisiert wird. Jedoch wäre es notwendig, dass es vorab einen Hinweis darauf geben würde.

Der Krimi ist nett geschrieben, der Eifelsteig gut beschrieben, die Krimi-Handlung solide. Gänzlich überzeugt hat mich das Buch aber leider nicht.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Verlust, Trauer, Tod – einfühlsam, eindrücklich, vielschichtig

Café Finito
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Einfühlsam, eindrücklich und klar ist Sybil Volks‘ Schreibstil in ihrem Roman „Café Finito“. Das gleichnamige Café lässt sie auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin erstehen. Hier lebt und wirkt ...

Einfühlsam, eindrücklich und klar ist Sybil Volks‘ Schreibstil in ihrem Roman „Café Finito“. Das gleichnamige Café lässt sie auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin erstehen. Hier lebt und wirkt Kristof Fährer, die gute Seele - für die Toten, wie für die Lebenden - des liebevoll genannten „Doro“. Kern des Buches ist eine von ihm geleitete Trauergruppe, die sich langsam zusammenfindet, mit jedem Treffen näher rückt und sich mehr öffnet. Die Geschichten der einzelnen Teilnehmer sind so verschieden, wie das Leben sie schreibt. Dabei wird Vieles nur angerissen, Anderes sehr eindrücklich und mit viel Gefühl für die Situation und Menschen beschrieben.

Am Ende bleibt: Trauer ist vielschichtig und einzigartig. Niemand kann beurteilen, wie groß oder stark diese für den Betroffenen ist und wie lange jemand benötigt, um den Trauerprozess zu gehen und dann abzuschließen. Gemeinsam, im Gespräch und gegenseitigen Öffnen, liegt die Chance, diesen schmerzvollen Weg nicht alleine gehen zu müssen. Um Frieden zu finden, wird es notwendig sein, nicht nur den Verstorbenen zu verzeihen, sondern auch sich selbst.

Sehr gefreut hat mich, dass verschiedene Künstler und Persönlichkeiten vorgestellt wurden, die auf dem Doro ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Auch geschichtliche Hintergründe rund um die DDR, sowie gesellschaftliche Gegebenheiten sind unaufgeregt aber eindrücklich in die Geschichten eingewoben.

Die feinen Nuancen, die Sensibilität und der sanfte Humor sind klare Stärken dieses Romans. Dabei lässt die Autorin dem Lesenden ausreichend Platz für eigene Gefühle und Reflexionen. Manche Schicksale sprechen einen dabei mehr an als andere.

Ein oft mit Schweigen belastetes Thema, das einen gefühlvollen, nicht be- oder verurteilenden Raum bekommt. Dabei werden nicht alle Konflikte vollständig aufgelöst, was die Nähe zur Realität verdeutlicht. Deshalb gibt es auch kein klassisches Happy End, sondern die Offenheit, dass jeder seinen eigenen Weg findet, mit dem Geschehenen umzugehen.

Das von Sybil Volks für den Schluss gewählte „Fest der Toten“ war mir persönlich zu fantastisch, schrill und übertrieben. Leider kein Abschluss, der zum Buch gepasst hat. Die Thematik des Verlustes Leonies fand ich sehr gut, jedoch ihre Figur und deren Entwicklung denkbar ungeeignet zum Transport derselben, was mich sehr gestört hat. Deshalb gibt es von mir eine 4-Sterne-Bewertung, verbunden mit einer Leseempfehlung für alle, die keinen klassischen Roman erwarten und bereit sind, sich mit den vielschichtigen Thematiken Verlust, Trauer und Tod zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Lokalkolorit trifft spannende Ermittlungen

Was der See birgt
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"Was der See birgt" ist der erste Fall für Gianna Pitti, die neue Ermittlerin des Autors Lenz Koppelstätter. Eigentlich ist Gianna Polizeijournalistin, doch als ihr Date vom vergangenen Abend plötzlich ...

"Was der See birgt" ist der erste Fall für Gianna Pitti, die neue Ermittlerin des Autors Lenz Koppelstätter. Eigentlich ist Gianna Polizeijournalistin, doch als ihr Date vom vergangenen Abend plötzlich tot ist, recherchiert sie mit vollem Einsatz. Als goldene sowie bunte Fische eine immer wichtigere Rolle bei den Ermittlungen spielen, wird auch klar: hinter dem Ganzen steht noch viel mehr, auch Persönliches, als zunächst angenommen.

Lenz Koppelstätter beschreibt den Gardasee, seine Menschen, ihre Lebensweise und die Region mit viel Liebe zum Detail. An manchen Stellen mutet der Krimi so fast als Reiseführer an. Man spürt hierbei jedoch, wie verbunden der Autor der Gegend ist. Auch das Italienische fließt immer wieder ins Buch ein. Mancher Satz bleibt ohne entsprechende Sprachkenntnisse zwar im Dunkeln, unterstreicht aber das Lokalkolorit.
Die Spannung nimmt kontinuierlich zu und manche Entwicklung ist unerwartet, andere allerdings vorhersehbar.
Gianna ist ebenso wie ihr Onkel sehr authentisch gezeichnet, wobei mir vom Charakter Francesco fast noch ein bisschen sympathischer ist.

Ein zunächst gemütlicher Auftakt zu Lenz Koppelstätters neuer Gardasee-Krimi-Reihe, der es an persönlichen und spannenden Verwicklungen nicht fehlt. Den Folgeband werde ich sicher lesen. Von mir gibt es für Gardasee-Fans und Krimi-Begeisterte eine recht deutliche Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

ein lesenswerter Abschluss der Trilogie der einige Steine nicht nur zum Stolpern bereit hält

Wo die Liebe dich küsst
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Mit "Wo die Liebe dich küsst" endet die Trilogie von Jana Lukas rund um die alte Schule am See. Dieser lesenswerte Band dreht sich um Lina, die mit ihrem Nanny-Service vielen Eltern aus der Patsche hilft. ...

Mit "Wo die Liebe dich küsst" endet die Trilogie von Jana Lukas rund um die alte Schule am See. Dieser lesenswerte Band dreht sich um Lina, die mit ihrem Nanny-Service vielen Eltern aus der Patsche hilft. In dieser sitzt sie jedoch dank des Geologen Eric selbst, denn die Frage "Kinder - ja oder nein?" bringt die beiden auf ganz unterschiedliche Weise gehörig ins Stolpern.

Ein Mal mehr nahm mich der flüssige und gefühlvolle Schreibstil der Autorin gefangen. Die meist bunt gekleidete Lina muss man als Charakter mit ihrer Fröhlichkeit einfach gern haben, weshalb man umso mehr mitleidet, als ihr Herz ins Stolpern gerät. Eric als zweite Hauptperson ist sympathisch, wenn auch stellenweise recht kauzig.

Im Vergleich zu den beiden anderen Bänden der Reihe hat dieser ein paar Längen, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass es über die Mitbewohner der alten Schule nicht mehr so viel Neues zu erzählen gibt. Umso schöner, dass dafür Sam und Marie einen kleinen - wenn auch vorhersehbaren - Nebenstrang erhalten. Dem Lesevergnügen tut dies jedoch keinen gravierenden Abbruch. Deshalb spreche ich für den dritten Band der Reihe gerne eine Leseempfehlung aus, denn mit diesem erhält die "Alte-Schulhaus-Reihe" einen schönen wenn auch nötigen Abschluss.

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