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Veröffentlicht am 10.08.2025

Für Fans von Mariana Leky, mir aber leider zu langweilig

Happiness Forever
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Ich liebe das Cover und auch der Klappentext hat mir gut gefallen. Zu Beginn fand ich diese leichte Obsession mit der Therapeutin sowie das Therapiesetting generell auch interessant. Doch im weiteren Verlauf ...

Ich liebe das Cover und auch der Klappentext hat mir gut gefallen. Zu Beginn fand ich diese leichte Obsession mit der Therapeutin sowie das Therapiesetting generell auch interessant. Doch im weiteren Verlauf musste ich trotz der wirklich liebenswerten Figuren feststellen, dass es mir einfach zu langweilig war.

Was ich dem Roman positiv anrechne, sind die Figuren. Sie erinnern mich recht stark an die von Mariana Leky - irgendwie besonders, vielleicht ein wenig naiv, aber so herzensgut und freundlich, dass es mich wirklich berührt. So schön ich diese Nettigkeit bei Figuren aber auch finde, bin ich kein riesiger Fan davon, weil es mir oft nicht tief genug geht. Von Sylvie erfahren wir im Laufe der Therapie zumindest einige Hintergründe, aber ihre Figur blieb mir dennoch recht blass. Dass die Therapeutin in ihrer professionellen Rolle auch den Lesenden gegenüber distanziert bleibt, finde ich authentisch geschrieben. Chloe wiederum ist eine ganz tolle, unterstützende Freundin für Sylvie, aber über sie erfahren wir mehr oder weniger nichts.

Und wenn es sich so extrem um eine Figur dreht, die im Laufe der Handlung nur wenig an Tiefe gewinnt sowie für mein Empfinden kaum Entwicklung durchläuft, bin ich leider irgendwann gelangweilt. Ich habe die Lektüre bis zum Ende durchgezogen, aber es war wirklich ein kleiner Kampf. Therapieerfahrung hab ich selbst viel und vielleicht ist das auch ein Teil des Problems. Obwohl mich manche Referenzen schon auch zum Schmunzeln gebracht haben, ist mir diese festhängende und den Umständen scheinbar ausgelieferte Protagonistin einfach zu anstrengend. Das meine ich nicht abwertend, denn Sylvies Vergangenheit macht mich auch betroffen. Aber es ist literarisch in dieser Intensität eben nicht mein Fall.

Mir fällt es daher auch schwer, zu definieren, wer hier eine bessere Zielgruppe ist. Vielleicht Menschen, die sich gern intensiv in die kreisenden Gedanken einer Figur einarbeiten und langsame Handlungen mit freundlichen Figuren mögen. Dass mit dem Schlagwort LGBTQIA+ geworben wird, finde ich nicht passend, weil es als Teil von Sylvies Identität eigentlich keine Rolle spielt - auch da waren meine Erwartungen abweichend.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Eine Geschichte mit viel Schwere, die mich trotz interessanter Impulse sehr angestrengt hat

Oh Sunny
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Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und die Einblicke in ein deutsch-koreanisches Leben. Und so spannend einige Impulse auch waren, habe ich mich doch aus verschiedenen Gründen ziemlich durch diese Geschichte ...

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und die Einblicke in ein deutsch-koreanisches Leben. Und so spannend einige Impulse auch waren, habe ich mich doch aus verschiedenen Gründen ziemlich durch diese Geschichte geschleppt.

Sprachlich finde ich das Buch schon einmal eher herausfordernd. Wenig Dialoge, eine sehr in sich sitzende und damit auch isolierte Protagonistin, deren Leben und Gedanken für mich oft schwer auszuhalten waren. Ich mag dialogarme und sehr charakterbezogene Geschichten einfach deutlich weniger, weil ich vor allem Beziehungen und Figuren in Interaktion mit anderen reizvoll finde.

Und dann gibt es einfach Themen, auf die ich sensibel reagiere und die recht viel Raum einnehmen - völlig zu Recht, aber durch meine Empfindsamkeit war es mir in Summe einfach zu viel. Sunny und ebenso Ha als Nebenfigur erfahren wiederholt Gewalt in ihrem Leben, ganz speziell auch innerhalb ihrer Familien. Zusätzlich kämpft Sunny immer wieder mit schweren depressiven Episoden. Das allein finde ich schon nicht so leicht auszuhalten, auch wenn es sehr wichtige Themen sind. Doch durch das Buch zieht sich ein Muster von fehlender Bindung, ja gar von Beziehungsverweigerung, die mir Sunny hat fremd werden lassen. Auch kam mir die angekündigte Selbstfindung/Selbstermächtigung am Ende etwas holprig bzw. einfach zu kurz daher.

Interessant und tiefgründig fand ich verschiedene geschichtliche Komponenten, vor allem zu den euphemistisch bezeichneten „Trostfrauen“. Deren Geschichte kannte ich bislang nur absolut oberflächlich und ich mag es, wie im Roman immer wieder über die fehlende Aufarbeitung und die stattdessen existierende Scham reflektiert wird. Auch die Gleichzeitigkeiten von rassistischen Stereotypen und tatsächlichen Wahrheiten, die Sunnys Leben betreffen, fand ich spannend.

Sicher zeigt die Geschichte auf sehr authentische Weise die innere Zerrissenheit einer jungen Deutsch-Koreanerin. Doch insgesamt habe ich einfach deutlich zu sehr gekämpft mit diesem Roman. Die Kombination aus meinen Präferenzen in Bezug auf Schreib- sowie Erzählstil und meiner Sensibilität den behandelten Themen gegenüber machte das Buch einfach nicht zu einem Match für mich.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Gut gemeint, aber leider flache und stereotype Umsetzung

Not Your Type
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Ich habe bereits nachfolgende Bücher von Alicia Zett gelesen, die waren allerdings alle aus dem Young-Adult-Bereich und diese haben mir auch deutlich besser gefallen. Mein persönlicher größer Kritikpunkt ...

Ich habe bereits nachfolgende Bücher von Alicia Zett gelesen, die waren allerdings alle aus dem Young-Adult-Bereich und diese haben mir auch deutlich besser gefallen. Mein persönlicher größer Kritikpunkt liegt direkt in der unausgereiften Konstruktion von Charakteren und Sprache.

Die Charaktere sind ja alle aus dem Bereich „New Adult“, also in diesem Fall in ihren Zwanzigern. Ich finde aber Verhalten und Erzählstil viel mehr dem YA-Bereich zugehörig und das hat mich schon ziemlich genervt. Die Zwanziger sind für mich zwar immer noch ein Altersspektrum, in dem Menschen sich selbst finden und viele Unsicherheiten haben, aber hier fühlte es sich oft schon noch sehr jugendlich an.

Ursprünglich hätte ich trotzdem gesagt, dass ich die Charaktere überwiegend sympathisch fand. Beim Reflektieren über die Bewertung habe ich aber noch einmal festgestellt, dass es doch einige problematische Stereotype im Buch gibt, auf die bereits in anderen Rezensionen hingewiesen worden ist. Da ich die Autorin wie gesagt von späteren Werken her kenne und auch ihren persönlichen Lebensweg etwas verfolgt habe, bin ich mir sicher, dass sie das Buch heute anders schreiben würde. Trotzdem muss klar gesagt werden, dass das hier einfach wirklich keine gute Repräsentation von trans Personen ist.

Auch in der Handlung gab es für mich einige logische Fehler. Es hat mich schon direkt am Anfang genervt, wie absolut unglaubwürdig der Beginn des Roadtrips und Fynns Erscheinen ist. Und dann tröpfelt mir die Handlung auch zu sehr vor sich hin und besonders Marie und Fynn tänzeln viel zu lang um sich herum. Das Buch hätte für mich locker 150 Seiten weniger haben können.

Ich werte es als einen gut gemeinten ersten Versuch, der doch noch Einiges an Luft nach oben hat. Ich persönlich würde von der Autorin wahrscheinlich auch zukünftig eher YA lesen, wenn ich das gerade suche.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Eine flache, unnatürliche Geschichte, die mich sehr enttäuscht hat

30 Days, 10 Dates & 1 Drama
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Es tut mir wirklich aufrichtig leid, weil ich die Werke von Jungautor*innen und im Speziellen queere Geschichten so ungern schlecht bewerten will - aber das Buch war eine herbe Enttäuschung für mich.

Der ...

Es tut mir wirklich aufrichtig leid, weil ich die Werke von Jungautor*innen und im Speziellen queere Geschichten so ungern schlecht bewerten will - aber das Buch war eine herbe Enttäuschung für mich.

Der Trope "Friends to Lovers" ist einer meiner liebsten und dann noch als queere Geschichte - meine Erwartungen waren hoch und ich habe eine cozy Romance erwartet. Doch für mich hakte es an so vielen Stellen, dass ich schon nach dem ersten Drittel genervt war und ab der Hälfte nur noch quergelesen habe, weil ich wissen wollte, wie sich die Beziehung zwischen den beiden Freundinnen intensiviert.

Da komme ich gleich zum ersten Punkt: Die Chemie passte für mich einfach GAR nicht. Selbst die Freundinnenschaft war für mich emotional flach, es wurde viel beschrieben, aber gefühlt habe ich da beim Lesen nichts - erst recht keine Anziehung! Das kam für mich so unglaublich aus dem Nichts (wobei ich natürlich wusste, was auf mich zukommt), dass ich wirklich sauer darüber war, wie unnatürlich sich das angefühlt hat.

Das war auch ein generelles Problem des Textes. Daisy ist sehr verkopft, das ist auch nicht grundsätzlich ein Problem für mich. Aber die Autorin hat für mich einfach viel zu viel auserzählt. Blicke, Gesten, Tonlagen - all das immer wieder auszuschreiben, machte den Roman für mich zu einer Herausforderung. Ich habe mich immer wieder gefühlt, als wäre ich 7 Jahre alt und müsste alles ganz genau erklärt bekommen. Und nicht falsch verstehen - Jugendliteratur hat absolut ihre Berechtigung, ich lese sie auch gerne. Aber wir haben hier 21-jährige Protagonistinnen, da muss auch der Erzählstil entsprechend angepasst werden. Ich habe schon YA-Romane gelesen, die emotional vielschichtiger waren und die Lesenden selbst zum Mitdenken/-fühlen angeregt haben.

Die Story hätte wirklich Potenzial gehabt, aber beim Lesen hatte ich nur das Gefühl, dass die gesamte Handlung einfach nur geschrieben werden muss, die Dates schnell abgehakt, damit es dann ganz am Ende auf die eigentliche Sache hinauslaufen kann. Dabei kritisiere ich nicht die Vorhersehbarkeit, die dem Genre absolut angemessen ist, sondern die fehlende Tiefe. Zu Nebenfiguren gibt es eigentlich gar keine Beziehung und das titelgebende Drama... Na, ich weiß ja nicht.

Ich gebe aus reinem Wohlwollen 2 Sterne, obwohl ich das Buch weder als YA- noch als NA-Roman empfehlen kann. Da gibt es deutlich bessere auf dem Markt, so leid es mir für Lea Kaib tut.

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Veröffentlicht am 17.04.2025

Typischer Leky-Roman, aber kein besonders starker

Erste Hilfe
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Ich habe von Mariana Leky bereits "Kummer aller Art" und "Was wir von hier aus sehen können" gelesen und fand beide auf jeden Fall stärker als "Erste Hilfe". Den Schreibstil finde ich sehr vergleichbar, ...

Ich habe von Mariana Leky bereits "Kummer aller Art" und "Was wir von hier aus sehen können" gelesen und fand beide auf jeden Fall stärker als "Erste Hilfe". Den Schreibstil finde ich sehr vergleichbar, wer also den etwas tapsigen, unverstellten Ton Lekys mag, wird dahingehend auch hier zufrieden sein. Ich bin jetzt kein absolut überzeugter Fan der Sprache, finde sie in der richtigen Stimmung aber durchaus auch lieb.

Vielleicht passte dieser Roman also gerade einfach nicht zu meiner Stimmung. Dazu kam aber auch, dass es mir hier auf Handlungs- und Personenebene zu lange zu banal, durcheinander und oberflächlich blieb. Deshalb habe ich nicht versucht, mich weiter durchzukämpfen und das Buch nach etwa einem Viertel abgebrochen.

Diese Rezension ist also kein Verriss und Fans der Autorin kommen hier wahrscheinlich auch eher auf ihre Kosten als ich. Unter den richtigen Umständen kann ich mir den Roman als kleine Alltagsflucht vorstellen, mich hat er aktuell nur einfach eher genervt, sodass ich halb-versöhnliche 2 Sterne vergebe.

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