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Veröffentlicht am 25.12.2025

bewegendes Werk

Die Stunde des Herzens
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Meine Meinung

Ich habe "Die Stunde des Herzens" gelesen, weil mich Irvin D. Yalom schon mit anderen Werken und seinem Schreibstil begeistern konnte. Sein nun neustes Werk hat mich sofort berührt, weil ...

Meine Meinung

Ich habe "Die Stunde des Herzens" gelesen, weil mich Irvin D. Yalom schon mit anderen Werken und seinem Schreibstil begeistern konnte. Sein nun neustes Werk hat mich sofort berührt, weil es Yalom in einer Lebensphase zeigt, in der er selbst verletzlich ist. Er ist alt geworden, sein Gedächtnis lässt nach und er trägt die Trauer um seine verstorbene Frau in sich. Genau diese Offenheit macht das Buch für mich so besonders.

Die kurzen Sitzungen, die er beschreibt, wirken zunächst ungewohnt. Es sind einzelne Stunden mit Menschen, die er nur einmal sieht. Trotzdem entsteht in diesen Momenten eine Tiefe, die mich überrascht hat. Jede Begegnung fühlt sich wirklich besonders an. Aber ich möchte hier nicht zu viel verraten.

Das Buh strahlt eine beeindruckende Ruhe aus und viel Menschlichkeit.

Für mich ist "Die Stunde des Herzens" ein stilles und berührendes Werk, über das man sicher gerne nochmal nachdenken wird. Es erinnert daran, wie kostbar Zeit ist und wie viel Bedeutung eine einzige Stunde haben kann.


Über den Autor

Irvin D. Yalom wird 1931 als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer geboren. Seine Familie wanderte kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs von Celtz in die USA aus. Yalom studiert in Washington, D.C. und Boston. 1956 wird ihm der Doktorgrad der Medizin verliehen. Als Autor veröffentlichte er verschiedene psychotherapeutische Standardwerke, Geschichten und Romane. Er gilt als bedeutendster lebender Vertreter der existentiellen Psychotherapie und unterrichtete als Professor für Psychiatrie an der Stanford Universität. 2009 erhält er den Internationalen Sigmund-Freud-Preis für Psychotherapie. Mit seiner Frau, der Autorin und Wissenschaftlerin Marilyn Yalom, hat er vier Kinder. Yalom lebt in Palo Alto, Kalifornien.

Quelle Lovelybooks

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Magie, Schwestern, Gefahr: Drei tödliche Tage im Herrenhaus

The Blackgate Invitation
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Meine Meinung

Einzeltitel: Die Geschichte ist mit diesem Band abgeschlossen.

Sarah Hennings "The Blackgate Invitation" entführt in eine düstere Welt voller Magie, Geheimnisse und tödlicher Wettkämpfe. ...

Meine Meinung

Einzeltitel: Die Geschichte ist mit diesem Band abgeschlossen.

Sarah Hennings "The Blackgate Invitation" entführt in eine düstere Welt voller Magie, Geheimnisse und tödlicher Wettkämpfe. Die Geschichte dreht sich um zwei Schwestern, die völlig ahnungslos in einen gefährlichen magischen Wettkampf hineingezogen werden, der über Leben und Tod entscheidet. Eigentlich sollte es nur eine Einladung ins Herrenhaus werden, ein Gefallen, ein harmloses Abendessen.

Henning erschafft eine Welt, die nicht nur von magischen Kräften, sondern auch von dunklen (Familien-)Geheimnissen durchzogen ist. Die Atmosphäre ist düster, gefährlich und faszinierend.

Die Magie ist mysteriös und unvorhersehbar, was die Geschichte immer wieder in neue Richtungen lenkt. Wer ist der /die Schuldige, was ist geschehen. Man rätselt als Leser selbst mit. Die detaillierten Beschreibungen von Orten und Ereignissen haben es leicht gemacht, mir die Welt vorzustellen. Ich habe beim Lesen fast das Gefühl gehabt, durch die geheimen Gänge in dem Schloss zu streifen. Die dunkle Atmosphäre, die von der Autorin durchzogen wird, lässt einen förmlich die Bedrohung spüren, die hinter jedem Schritt der Charaktere lauert.

Ich bin sofort gut in die Geschichte gekommen, es mangelt nicht an Tempo.

Man lernt die Mitglieder der einzelnen Familien kenne, die Linien welchen sie angehören und ihre "Fähigkeiten" und Charakterzüge.

Minuspunkt ist die genderneutrale Verwendung von "they, their, whom etc.". Das hat den Lesefluss und das Verständnis zumindest bei mir etwas gehemmt.

Insgesamt hat mich "The Blackgate Invitation" sehr begeistern können. Die Covergestaltung mit dem Farbschnitt ist wunderschön. Ich liebe das Miträtseln und die Spannung. Wer eine atmosphärisch dichte Geschichte mit einer guten Mischung aus Magie, Spannung und komplexen Figuren sucht, wird hier auf jeden Fall fündig.


Über die Autorin

Sarah Henning ist Autorin für Jugendbücher und hat als Journalistin für mehrere Zeitungen gearbeitet. Wenn sie nicht gerade schreibt, läuft sie Ultramarathons oder verbringt Zeit mit ihren beiden Kindern und Justin, der nicht nur ihr Ehemann, sondern auch ihr langjähriger IT-Support ist. Bei Ravensburger ist ihr Roman „The Blackgate Invitation“ erschienen, eine packende Locked-Room-Mystery mit einer herzzerreißend knisternden Slow-Burn-Liebesgeschichte. Sarah Henning lebt in Lawrence im US-Bundesstaat Kansas.


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Veröffentlicht am 13.10.2025

Woran erkenne ich gesunde Beziehungen? Interessanter Ratgeber

Red Flags, Green Flags
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Meine Meinung

"DIE SITUATION BEIBEHALTEN ODER BEENDEN? WAS DU BEI DIESER ENTSCHEIDUNG BEACHTEN SOLLTEST Überlege dir: Soll deine Vergangenheit deine Zukunft bestimmen oder nicht?" (ZITAT)

Ich habe ...

Meine Meinung

"DIE SITUATION BEIBEHALTEN ODER BEENDEN? WAS DU BEI DIESER ENTSCHEIDUNG BEACHTEN SOLLTEST Überlege dir: Soll deine Vergangenheit deine Zukunft bestimmen oder nicht?" (ZITAT)

Ich habe "Red Flags, Green Flags" gelesen, weil ich mir mehr Klarheit über gewisse Beziehungsmuster (nicht nur in einer Partnerschaft, sondern auch in Freundschaften) in meinem Leben gewünscht habe. Darüber was mir guttut und was ich nicht mehr bereit bin zu akzeptieren. Ali Fenwick trifft den Kern ziemlich gut. Er erklärt was Red Flags sind also toxische Verhaltensweisen, wie Lügen, emotionale Manipulation oder / und ständige Vorwürfe.

Gleichzeitig zeigt er aber auch Green Flags auf, also gesunde Verhaltensweisen, wie echtes Zuhören Verlässlichkeit oder ehrliche Hilfsbereitschaft. Was mir besonders geholfen hat, war die Vielfalt an Alltagssituationen die im Buch vorkommen. Es geht nicht nur um romantische Beziehungen sondern auch um Freundschaften, Familie (viele haben mit toxischen Elternteilen zu kämpfen) und sogar berufliche Dynamiken. In ein paar der 24 Alltagsszenarien habe ich mich selbst wiedergefunden. Das hat mir geholfen zu verstehen warum ich mich in bestimmten Momenten unwohl oder verunsichert gefühlt habe.

Ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch ermutigt, seine Bedürfnisse klarer zu beleuchten und striktere Grenzen zu setzen.

Nicht alles war für mich neu. Einige Kapitel fand ich eher allgemein und manches war mir schon bekannt. Durch Erfahrungen lernt man schließlich auch, was einem eher gut tut und was nicht. Trotzdem war der praktische Nutzen da und nochmal eine Auffrischung.

Es geht darum Red Flags rechtzeitig zu erkennen und Green Flags bewusst zu fördern.

Mein Fazit: Ein verständliches alltagstaugliches Buch das zur Reflexion anregt und in einigen Momenten wirklich helfen kann.


Über den Autor

ALI FENWICK ist Professor für Organisationsverhalten und Innovation an der Hult International Business School. Er ist außerdem CEO des Dr. Fenwick Lab for Human Behavior & Technology, einem Forschungs-, Trainings- und Beratungsunternehmen.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Drei Leben zwischen Meer, Verlust und Neubeginn

Die Hummerfrauen
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Meine Meinung

Ich habe „Die Hummerfrauen“ als stillen, aber berührenden Roman erlebt, der drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen zusammenführt.

Ann, Julie und Mina treffen in einem Hummerfischerdorf ...

Meine Meinung

Ich habe „Die Hummerfrauen“ als stillen, aber berührenden Roman erlebt, der drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen zusammenführt.

Ann, Julie und Mina treffen in einem Hummerfischerdorf an der Küste von Maine aufeinander.

Was mich sofort gepackt hat, war die dichte Verbindung von Ort und Handlung. Die Hummerfischerei ist hier nicht nur Kulisse, sondern spiegelt die Kämpfe und Entwicklungen der Figuren.

Ann, die älteste, lebt zurückgezogen, hält aber in ihrer Küche einen blauen Hummer und öffnet sich nur langsam.

Julie kämpft sich nach einem schweren Unfall ins Leben zurück und ringt um Selbstvertrauen.

Mina sucht nach einem traumatischen Verlust einen neuen Halt.

Ihre Begegnungen entstehen ohne Pathos und doch mit spürbarer Wärme.

Die Sprache ist klar und gleichzeitig bildhaft, die Erzählweise wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit und entfaltet so nach und nach das, was die drei verbindet. Für mich liegt die Stärke des Romans in der ruhigen Intensität und in der Art, wie er Themen wie Trauer, Freundschaft und Neubeginn behandelt.

Das Tempo ist gemächlich, manche Nebenfiguren bleiben im Hintergrund, doch gerade diese Zurückhaltung macht den Reiz aus. Mein Fazit: ein atmosphärischer und tiefgründiger Roman, der nicht laut auftritt, sondern lange nachwirkt.

Wer sich auf die leisen Töne einlassen kann, wird hier viel finden.

Klappentext

Die Sommer ihrer Kindheit verbrachte Mina jedes Jahr auf einer kleinen Insel in Maine, gemeinsam mit ihren Eltern und dem großen Bruder. Auf Eagle Island fühlte sich das Leben frei und leicht an: Mina streifte mit dem Fischerjungen Sam durch die Kiefernwälder, sammelte Muscheln und Vogelfedern, während die Erwachsenen die Tage am Strand und auf Gartenpartys vorbeiziehen ließen. Doch ein schicksalhafter Sommertag veränderte alles, die Wege von Mina und Sam trennten sich.

Nun, fast zwanzig Jahre später, ist Minas Familie durch den plötzlichen Tod des Bruders zerbrochen. Sie hat allen Halt verloren, auch sich selbst ist sie fremd geworden. Und sie weiß: Ihre Suche nach sich selbst muss an jenem Ort beginnen, an dem sie zum letzten Mal glücklich war. In Maine, so hofft sie, wird sie endlich herausfinden, warum die Familie die Insel nach diesem Sommer für immer verließ und nie wieder zurückkehrte.

Mina strandet in einem Hummerfischerdorf bei den beiden Fischerinnen Ann und Julie. Die 72-jährige Ann lebt seit der Trennung von ihrer Lebensgefährtin allein in einem großen Haus am Wasser, nur ein seltener blauer Hummer namens Mr. Darcy leistet ihr Gesellschaft. Julie ist Mitte 50 und musste sich ihren Platz in der männlich geprägten Dorfgemeinschaft hart erkämpfen. Sie packt an, wo es nötig ist und nimmt kein Blatt vor den Mund, aber ihre Gefühle für den Fischer Nat kann sie aufgrund alter Verletzungen nicht zulassen.

Mit Ann und Julie fährt Mina hinaus aufs Meer, von ihnen erfährt sie Wärme und ein noch nie gekanntes Gefühl von Zugehörigkeit. Dann begegnet sie jedoch Sam wieder. Die tiefe Verbindung aus Kindheitstagen ist vom ersten Moment an wieder spürbar: Mina und Sam verlieben sich leidenschaftlich ineinander. Aber auch Sam kämpft mit seiner Vergangenheit, denn auch seine Familie war nach jenem schicksalhaften Sommer nicht mehr die, die sie einmal war.


Über die Autorin

Beatrix Gerstberger, geboren 1964, ist freie Autorin für ›Brigitte‹, ›Stern‹ und ›Geo‹. Sie schrieb den SPIEGEL-Bestseller ›Keine Zeit zum Abschiednehmen‹ über den frühen Tod ihres Partners und die Geschichten von weiteren jungen Witwen vor 20 Jahren, als sie für sechs Monate in einem Hummerfischerdorf in Maine lebte. Viele Jahre später kehrte sie an diesen Ort zurück, fuhr mit Hummerfischerinnen hinaus aufs Meer und sprach mit ihnen über das Leben, über Verluste, Trauer und das Weitermachen. Daraus entstand die Idee für diesen Roman. Beatrix Gerstberger lebt in Hamburg.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Liebe neu denken

Entromantisiert euch!
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Meine Meinung und Inhalt

Auffallendes Cover und klarer Titel -> Frasl stellt die romantische Liebe nicht als Herzstück des Lebens dar, sondern als ein kulturelles Konstrukt, das Frauen strukturell benachteiligt ...

Meine Meinung und Inhalt

Auffallendes Cover und klarer Titel -> Frasl stellt die romantische Liebe nicht als Herzstück des Lebens dar, sondern als ein kulturelles Konstrukt, das Frauen strukturell benachteiligt und bringt mich damit dazu, meine eigenen Erfahrungen schärfer zu reflektieren. Ihre Analyse fühlte sich an wie ein Spiegel, der mich nicht schonte, aber Hand bietend zur Klarheit führte (zumindest bei einigen Bereichen).

Mich hat besonders beeindruckt, wie das Ideal der romantischen Partnerschaft auf Kosten anderer, oft stabilerer Bindungen überhöht wird. Ich fand mich darin wieder, wie leicht enge Freundschaften zugunsten einer Beziehung ins Hintertreffen geraten können und wie bereichernd es ist, wenn das anders irgendwie gedacht wird. Das hat mir persönlich neue Perspektiven eröffnet. Zugleich bleibt das Buch unbequem, weil es tradierten Sehnsüchten und Hoffnungen den Boden entzieht. Aber gerade das macht es so "stark".

Für mich ist „Entromantisiert euch!“ weniger ein Abschied als ein Einladung: sichtbar für alternative Formen des Zusammenhalts zu werden. Die Botschaft hallt nach – klar, feministisch und nachdenklich stimmend.


Klappentext

Das Märchen von der großen Liebe
Kaum etwas wird mehr romantisiert als romantische Liebe …
Die Liebe – sie wird seit Jahrhunderten leidenschaftlich in Liedern besungen, in der Literatur wird ihr gelobhudelt, und in Filmen wird sie selbst in ihren toxischsten Ausformungen glorifiziert. Wir haben die romantische Liebe trotz ihrer Volatilität und meist relativ kurzen Dauer zu einem zentralen gesellschaftlichen Organisationsmodell gemacht. Romantische Liebe ist das, was uns pausenlos und von klein auf als unerlässlicher Bestandteil von Lebensglück und Erfüllung ins Hirn gehämmert wird. Dabei ist ihre Realität alles andere als romantisch – und das vor allem für Frauen.
… kaum etwas hat diese Romantisierung weniger verdient!
Heteroromantische Beziehungen bilden den Rahmen dafür, dass Frauen zwei Drittel der unbezahlten Arbeit übernehmen, weniger verdienen und in Abhängigkeiten rutschen. Unverheiratete Frauen ohne Kinder sind dagegen die glücklichste und gesündeste Bevölkerungsgruppe. Sie haben eine höhere Lebenserwartung als verheiratete, während verheiratete Männer länger leben als unverheiratete. Romantische Beziehungen mit Männern schaden Frauen: gesundheitlich, emotional und wirtschaftlich.


Über die Autorin

Beatrice Frasl ist Autorin, Kulturwissenschaftlerin/Geschlechterforscherin, Podcasterin, Kolumnistin (u.a. in der Wiener Zeitung). In ihren Arbeiten und als @fraufrasl auf Social Media setzt sie sich seit Jahren mit psychischer Gesundheit und Feminismus auseinander. In ihrem Podcast „Große Töchter" bearbeitet sie gesellschaftspolitische Fragen. Bei Haymon erschien 2022 „Patriarchale Belastungsstörung", 2025 folgt mit „Entromantisiert euch!" eine Auseinandersetzung mit dem Prinzip der romantischen Liebe – und warum wir dieses unbedingt neu denken sollten.

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