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Veröffentlicht am 25.08.2025

Atmosphärische Erzählung über das Schicksal mehrerer, ganz besonderer Frauen

Unbeugsam wie die See
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Wenige Tage nachdem ihr Ex ein freizügiges Foto von Lucy in seinem Freundeskreis verbreitet hat, wacht sie in seinem Bett auf, die Hände fest um seinen Hals gelegt. In ihrer Panik fährt die Studentin spontan ...

Wenige Tage nachdem ihr Ex ein freizügiges Foto von Lucy in seinem Freundeskreis verbreitet hat, wacht sie in seinem Bett auf, die Hände fest um seinen Hals gelegt. In ihrer Panik fährt die Studentin spontan zu ihrer Schwester, doch Jess´ einsam gelegenes Haus ist verlassen. Auf deren Gemälden entdeckt Lucy Szenen aus den Träumen, die sie seit einiger Zeit verfolgen, immer wieder taucht sie nachts in das Leben der Schwestern Mary und Eliza ein, die im Jahr 1800 aus Irland deportiert wurden. Die schrecklichen Zustände auf dem Sträflingsschiff scheinen Lucy teilweise realer zu sein, als ihr echtes Leben, doch woher kennt Jess diese Traumbilder? Und was hat es mit den verschwundenen Männern auf sich, durch die das Städtchen Comber Bay immer wieder in True Crime Podcasts auftaucht?

"Unbeugsam wie die See" von Emilia Hart ist ein fesselnder Roman, der das Schicksal mehrerer Frauen in verschiedenen Zeiten miteinander verknüpft. Nachdem ich den Debütroman der Autorin "Die Unbändigen" bereits mit Begeisterung gelesen hatte, wollte ich auch ihr neues Werk kennen lernen und es hat mich im selben Maß in seinen Bann gezogen und bis zur letzten Seite nicht mehr los gelassen. Zunächst wechseln die Kapitel regelmäßig zwischen den Perspektiven von Lucy und Mary, das hat die Spannung in meinen Augen auf einem konsequent hohen Niveau gehalten.

Der atmosphärische Schreibstil hat mich während des Lesens tief in die Handlung hinein gezogen und obwohl es gedauert hat, ehe ich den Protagonistinnen emotional wirklich nahe kommen konnte, mochte ich das Buch zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Wie eine Muschel, die sich langsam öffnet, hatte ich auch bei dieser Geschichte den Eindruck, dass sie sich erst nach und nach entfaltet. All die Geheimnisse, sowohl um Jess´ Abstammung als auch um die Männer, die immer wieder in Comber Bay verschwinden, haben mich zum intensiven mit rätseln animiert, wodurch ich einige der Wendungen bereits voraus ahnen konnte - dem Lesevergnügen hat das meiner Meinung nach keinen Abbruch getan. Insgesamt habe ich mich wunderbar unterhalten gefühlt, diesen Roman empfehle ich daher gern weiter.

Fazit: Wie schon in ihrem Debütroman schreibt Emilia Hart über Frauen, die nicht bereit sind, sich der gesellschaftlichen Unterdrückung zu beugen, ihr fesselnder, atmosphärischer Schreibstil macht dieses Buch zu einem besonderen Lesevergnügen, das ich gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 19.08.2025

Wunderbare Fortsetzung meiner liebsten Buchreihe

Age of Trinity - Spiegelnder Abgrund
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Remi Denier, der Alpha des RainFire-Rudels, entdeckt eine neue Nachbarin auf dem Gelände, das einst von einer paramilitärischen Gruppierung genutzt wurde. Auden Scott hat eine Witterung an sich, die Remis ...

Remi Denier, der Alpha des RainFire-Rudels, entdeckt eine neue Nachbarin auf dem Gelände, das einst von einer paramilitärischen Gruppierung genutzt wurde. Auden Scott hat eine Witterung an sich, die Remis Leoparden verwirrt, manchmal verändert sich der Geruch sogar, was eigentlich nicht möglich sein sollte. Kein Wunder, dass er ständig an sie denken muss, doch Auden erholt sich von einer schweren Hirnverletzung und kann ihre Gedanken oft nicht beisammen halten. Sie weiß nur, dass sie alles tun wird, um das Kind, das in ihr wächst, zu beschützen, selbst wenn sie dafür den gefährlichen Gestaltwandler um Hilfe bitten muss. Gemeinsam versuchen sie heraus zu finden, welche finsteren Pläne Audens verstorbene Mutter - Shoshanna Scott - für ihre Tochter und deren ungeborenes Kind in Gang gebracht hat.

"Age of Trinity - Spiegelnder Abgrund" von Nalini Singh ist der mittlerweile 23. Band ihrer Gestaltwandler-Serie und hat mich im selben Maße gefesselt und begeistert, wie es bei sämtlichen Vorgängern der Fall war. Nicht umsonst ist dies meine absolut liebste Buchreihe. Obwohl in jedem der Romane ein anderes Paar im Mittelpunkt steht und man die einzelnen Romanzen als in sich abgeschlossen betrachten könnte, empfinde ich den Weltenaufbau mit seinen gesellschaftlichen und politischen Entwicklung als so komplex, dass ich unbedingt empfehle, die gesamte Serie in chronologischer Reihenfolge zu entdecken, ansonsten würde das Leseerlebnis vermutlich durch die fehlenden Hintergrundinformationen getrübt sein.

Remi Denier kannte ich bereits als Nebenfigur aus einigen der Vorgängerbände, er war mir immer schon sympathisch, so dass ich mich sehr gefreut habe, ihn hier im Mittelpunkt des Geschehens zu sehen. Bei Auden handelt es sich um eine neue Figur, die mir ebenfalls schnell ans Herz gewachsen ist, ich war emotional immer an ihrer Seite und habe es genossen, mit zu erleben, wie sich ihre Verbindung zu Remi entfaltet. Den Schreibstil der Autorin kenne und liebe ich schon lange und auch dieses Mal mochte ich den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Für die wunderbare Fortsetzung meiner Lieblingsserie spreche ich daher eine unbedingte Leseempfehlung aus - wer die Reihe noch nicht kennt, sollte aber bei Band 1 beginnen.

Fazit: Schon vor diesem Roman waren Nalini Singhs Gestaltwandler-Bücher meine absolute Lieblingsreihe, Band 23 fügt sich nahtlos ein, ich hatte erneut ein wundervolles Leseerlebnis, das ich gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 15.08.2025

Fesselnde Romantasy mit magischen Spielen

Enchantra – Verrate die Liebe, rette dein Herz
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Genevieve Grimm hat sich ein Leben lang unbeachtet gefühlt, da ihre Mutter alle Aufmerksamkeit auf Vivis Schwester Ophelia richtete, die Erbin der familiären Nekromantenkräfte. Auf der Suche nach Anderen, ...

Genevieve Grimm hat sich ein Leben lang unbeachtet gefühlt, da ihre Mutter alle Aufmerksamkeit auf Vivis Schwester Ophelia richtete, die Erbin der familiären Nekromantenkräfte. Auf der Suche nach Anderen, denen es eventuell ebenso ergangen ist, reist Genevieve nach Italien und findet das verwunschene Anwesen Enchantra. Obwohl Rowin Silver ihr mit harschen Worten klar macht, dass sie hier nicht erwünscht ist, schleicht sich Genenvieve in das herrschaftliche Haus - doch nun ist sie darin gefangen und muss an den teuflischen Spielen teil nehmen, die der Familie Silver jedes Jahr auferlegt werden. Ihre einzige Überlebenschance besteht darin, den unausstehlichen Rowin zu heiraten und mit ihm gemeinsam zu kämpfen. Doch sind die Gefühle zwischen ihnen echt oder geht es ihm nur um die Show für das teuflische Publikum?

"Enchantra – Verrate die Liebe, rette dein Herz" von Kaylie Smith ist der zweite Teil der "Wicked Games" Reihe und hat mich genau so fix in seinen Bann gezogen, wie es beim Vorgänger der Fall war. Da jedes Buch die abgeschlossene Geschichte einer der Grimm-Schwestern erzählt, kann der Roman auch einzeln gelesen werden. Obwohl Genevieve bereits in einer Nebenrolle in "Phantasma" aufgetreten ist, habe ich erst hier das Gefühl gehabt, sie kennen zu lernen, in Ophelias Story wirkte sie ein wenig wie das verzogene Nesthäkchen. In ihrem eigenen Band zeigten sich dagegen die emotionalen Verletzungen, die hinter ihrem Eigensinn verborgen blieben und sie ist mir schnell ans Herz gewachsen.

Über Rowins Geschwister hätte ich gern noch mehr erfahren, sie wurden mit einigen Eigenschaften und Verhaltensweisen vorgestellt, die für das Spiel entscheidend waren, dennoch hatte ich den Eindruck, dass die Familiendynamik nur äußerst knapp erläutert wurde. Vielleicht lässt dieses - in meinen Augen - unvollständige Konzept auf eine weitere Fortsetzung hoffen. Den Schreibstil habe ich erneut als äußerst fesselnd empfunden, zwischenzeitlich mochte ich den E-Reader kaum aus der Hand legen. Die Erotik kam ebenfalls nicht zu kurz, die expliziten Beschreibungen sollte man mögen, um das Lesevergnügen abzurunden. Mich hat dieser Fortsetzungsband wunderbar unterhalten, so dass ich dafür gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: Wie schon der Vorgänger "Phantasma" vereint dieser Roman spannende, magische Spiele mit Romantik und einem guten Maß an Spice, wer das mag, den erwartet ein fantastisches Leseerlebnis, das ich gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 11.08.2025

Auftaktband des dystopischen Zweiteilers mit wunderbar feinsinniger Ironie

All Better Now
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Kurz nachdem die Corona-Pandemie überstanden ist, taucht plötzlich ein neues Virus auf, das sich ebenso schnell weltweit verbreitet. Crown Royale fordert das eine oder andere Todesopfer, aber die Überlebenden ...

Kurz nachdem die Corona-Pandemie überstanden ist, taucht plötzlich ein neues Virus auf, das sich ebenso schnell weltweit verbreitet. Crown Royale fordert das eine oder andere Todesopfer, aber die Überlebenden sind einfach glücklich. Sie leben ohne Stress, ohne Ängste und Sorgen, selbst die Trauer um die Verstorbenen wandelt sich in Dankbarkeit für die gemeinsam verbrachte Zeit. Dennoch fürchten viele die Ansteckung und betrachten die Genesenen misstrauisch, so viel Zufriedenheit kann doch nicht normal sein? Róns Vater, der zu den reichsten Menschen der Welt gehört, will sich und seine Familie vor dem Virus abschotten, Mariel, die mit ihrer Mutter auf der Straße lebt, hat kaum eine Möglichkeit, sich davor zu schützen. Als die beiden Jugendlichen zufällig aufeinander treffen, wird ihnen erst nach und nach klar, welche Rolle sie in dem Kampf um Glück und Geschäftsinteressen spielen können.

"All Better Now" von Neal Shusterman ist der erste Teil einer spannenden, dystopischen Dilogie, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Mit feinsinniger Ironie gelingt es dem Autor, seine Leser zum Nachdenken anzuregen, die eine oder andere augenzwinkernde Parallele zu den wilden Verschwörungstheorien, die sich während der Corona-Pandemie haltlos ausgebreitet haben, lässt sich nicht abstreiten. Denn Industrie und Regierung interessieren sich für Wählerstimmen und Gewinne - dass die Menschen glücklich sind, ist dabei nicht vorgesehen, denn rundum zufriedene Personen verspüren keinerlei Kaufzwang. Daher bemühen sich die Mächtigen dieser Welt gewaltig, dem Virus Einhalt zu gebieten, schließlich brechen ganze Absatzmärkte zusammen, während die Genesenen das Geschenk ihrer Zufriedenheit unter den Mitmenschen verbreiten möchten.

Inmitten all dieser Wirren müssen zwei Jugendliche ihren Weg finden und ich hatte den Eindruck, sie beide schon bald sehr gut zu kennen. Sowohl die Protagonisten, als auch sämtliche andere Figuren fand ich authentisch und lebensecht dargestellt. emotional war ich immer an ihrer Seite - selbst bei den Personen, die als Antagonisten angelegt waren. Die Perspektiven wechselten immer wieder zwischen den verschiedenen Personen, was die Spannung für mich auf einem konsequent hohen Niveau gehalten hat, der Schreibstil von Neil Shusterman hat mich erneut begeistert. Da noch ein Fortsetzungsband erscheinen wird, war abzusehen, dass es am Schluss einen Cliffhanger gibt, dennoch habe ich auch das Ende sehr gemocht und warte nun eher ungeduldig auf den zweiten Band. Für den mitreißenden Auftakt dieser Dystopie spreche ich eine überzeugte Leseempfehlung aus.

Fazit: Wie ich es von diesem Autor kenne und liebe, verpackt er seine gesellschaftliche Kritik in einer Geschichte voller feinsinniger Ironie. Mich hat dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert, so dass ich es gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 06.08.2025

Gemütlicher Küstenkrimi mit unkonventionellem Ermittler

Nordseerätsel
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Als eine junge Frau den Privatdetektiv Raphael Freersen um einen Besuch bei ihrem Onkel bittet, erzählt sie zunächst von seltsamen Postkarten, die Hermann Suhrkamp erhält. Doch die interessieren den alte ...

Als eine junge Frau den Privatdetektiv Raphael Freersen um einen Besuch bei ihrem Onkel bittet, erzählt sie zunächst von seltsamen Postkarten, die Hermann Suhrkamp erhält. Doch die interessieren den alte Herrn nicht wirklich, er hat einen ganz anderen Plan: mit den Verwandten, die ihn anlässlich seines 90. Geburtstages besuchen, will er ein Ratespiel ganz im Stil von Agatha Christie veranstalten, bei dem es 100.000,-€ zu gewinnen gibt. Raphael soll daran teilnehmen, um die erkrankte Putzfrau zu vertreten und die Familienmitglieder zu beobachten, dafür winkt ihm ein sattes Honorar. Der Auftrag ist zwar nicht so ganz nach dem Geschmack des Inseldetektivs, sein Kontostand rät allerdings dringend dazu, sich auf das seltsame Spiel einzulassen.

"Nordseerätsel" von Heike Denzau ist der dritte Fall des Privatdetektivs Raphael Freersen, den ich mit der selben Begeisterung gelesen habe, wie die beiden Vorgänger. Jeder Fall ist in sich abgeschlossen, so dass die Bücher auch unabhängig voneinander gelesen werden können - mir persönlich macht es aber besonders viel Freude, am Leben des Ermittlers teilzuhaben, weshalb ich es bevorzuge, die Reihe chronologisch geordnet zu lesen. Der unkonventionelle Raphael war mir bereits im ersten Band ans Herz gewachsen und ich habe mich gefreut, ihn und die Figuren in seinem Umfeld, von denen viele sympathisch, einige aber auch recht originell sind, wieder zu treffen.

Den Schreibstil der Autorin kenne und liebe ich bereits aus sehr vielen ihrer Bücher und auch dieses mal wurde ich nicht enttäuscht. Die Mischung aus Humor, Lokalkolorit und Krimihandlung hat meinen Geschmack genau getroffen, für mich hat sich der Roman sehr cosy angefühlt. Wer Nervenkitzel bis zum Herzkasper erwartet, wird hier nicht auf seine Kosten kommen, der gemütliche Hintergrund lässt trotz des spannenden Geschehens eine angenehme Atmosphäre entstehen, in der ich wunderbare Lesestunden verbracht habe. Das etwas verstaubte Ambiente von Hermann Suhrkamps Haus und seine Vorliebe für Hercule Poirot fühlten sich für mich wie eine kleine Hommage an Agatha Christie an, was der Geschichte meiner Meinung nach einen besonderen Charme verliehen hat.

Fazit: Wie bereits die beiden ersten Bände, hat mich auch Raphaels dritter Fall rundum begeistert, ich mag seine etwas flapsige Art und habe die Mischung aus Humor, Spannung und natürlich auch Urlaubsfeeling, das der Schauplatz Föhr immer wieder mit bringt, sehr genossen, für diese fesselnde Lektüre spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.