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Veröffentlicht am 16.09.2025

Pferde und Baustellen

Goldcrest Manor - Velvet Meadows
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Yvy Kazi habe ich bislang durch all ihre Reihen begleitet, wobei ich mich bei Magic und Moonlight irgendwann entschieden habe, diese abzubrechen, aber das hatte überhaupt nichts mit den Fähigkeiten als ...

Yvy Kazi habe ich bislang durch all ihre Reihen begleitet, wobei ich mich bei Magic und Moonlight irgendwann entschieden habe, diese abzubrechen, aber das hatte überhaupt nichts mit den Fähigkeiten als Autorin zu tun. Vielmehr war für mich die Thematik irgendwann nicht mehr richtig. Ich mag Magie, aber vielleicht gibt es einfach Phasen, in denen das besser passt. Als nun aber die Goldcrest Manor-Reihe angekündigt wurde, war ich sofort wieder hellwach.

Auch wenn ich nie eine Pferdenärrin durch und durch war, aber die edlen Tiere haben mich immer sehr fasziniert und die Wendy gehörte zu meiner Jugend dazu. Wenn ich gezockt habe, dann auch gerne Spiele, bei denen ich Pferde pflegen durfte. Dementsprechend ist da schon ein Faden zu erkennen, selbst wenn ich in echt lieber aus der Ferne zuschaue, als selbst auf den Rücken eines Pferdes zu steigen. Angesichts dieser Einleitung ist aber wohl deutlich geworden, dass ich es schon klasse fand, dass Kazi eine Pferdezucht mitsamt Polo-Spiel als Zentrum ihrer Handlung eingebaut hat. Ich muss auch sagen, dass die Thematik, wie alles dargestellt wurde, wie die Bedeutung von Pferden eingebettet wurde, wie dann auch das Polo-Spiel einen größeren Abschnitt bekommt, das ist für mich die große Stärke von „Velvet Meadows“. Sowas habe ich einfach ewig schon nicht mehr gelesen bzw. auch noch gar nicht, dementsprechend wirkte für mich dieser Aspekt frisch und anziehend.

Tropes sind in der Buchcommunity ein riesiges Thema. Sie werden offensiv beworben und dementsprechend sprechen auch so alle über Bücher, sodass das auch bei mir immer mehr übergegangen ist. Hier haben wir natürlich zentral Second Chance und es gibt viele, für die das zu den wenigsten beliebtesten Tropes gehört. Bei mir ist das nicht festgefahren, weil es bei mir immer auf die Machart ankommt. Leider muss ich sagen, Kazi hat mich hier mit ihrer zweiten Chance zwischen Kenzie und Julian nicht 100% gepackt bekommen. Zunächst würde ich vielleicht die Entscheidung für die Perspektiven am Anfang verantwortlich machen. Wir haben einen Prolog aus Julians Sicht, als die beiden 16 sind. Es hilft zunächst zu sehen, wie sehr er für sie schwärmt. Danach haben wir aber einen Cut und erstmal nur Kapitel aus Kenzies Sicht bekommen. Es hat geholfen, um Ereignisse aus den vergangenen Jahren zusammen zu bekommen, zudem ihr Leben und ihre Gefühle im Jetzt zu verstehen. Aber so geht es erstmal schleppend los und dann erleben wir Julian und es war sehr unangenehm.

Danach gibt es wieder einen Cut und alles, was zwischen dem Pärchen vorgefallen ist, wird ruckzuck abgebaut und wir sind wieder mittendrin. Auch wenn ich nach hinten heraus sagen kann, dass ich Kenzie und Julian irgendwann zusammen mochte, aber die Beobachtung ist stellvertretend für einige Baustellen. Denn ich hatte den Eindruck, dass Kazi sehr oft Konflikte simpel aufgelöst hat. Umgekehrt sind auch nicht alle Beziehungen in dem Buch für mich ausreichend aufgebaut worden. Ich fand es schwierig, Kenzie mit ihrer Mutter zu begreifen. Da ist Fürsorge, aber da war auch stets eine Distanz. Die ganze Darstellung der Mutter wirkte, als müsste sie mit der Zucht sich eigentlich von Anfang an schon längst überworfen haben. Das ist auch schade, weil wir von dem Vater erst gar nicht anfangen müssen, eine zutiefst suspekte Rolle, die zwar vielleicht nochmal in der Reihe auftauchen wird, die mich aber echt wütend gemacht hat. Aber auch Kenzie selbst war für mich nicht einfach. Es gab in dem Buch einige Szenen, die einfach seltsam wirkten. Ich kann das nicht mal richtig mit etwas Bestimmtem erklären. Aber gewisse Dialoge wirkten gezwungen und wenn Kenzie anschließend ihre Gedanken rekapituliert hat, da kam sie zu so vielen Wendungen, das war anstrengend.

Das Buch wirkt keinesfalls durchweg oberflächlich und es wirkt auch nicht inhaltsleer, weil unfassbar viel passiert. Aber vielleicht wäre eine andere Mischung besser gewesen. Etwas weniger Inhalt, dafür mehr Figuren- und Beziehungsarbeit. Umgekehrt will ich loben, dass zum Ende hin keine Dramatik für die Paarung erzwungen wurde. Stattdessen hatten wir Themenfelder, die gut ineinandergegriffen. Insgesamt kam viel geschickt zusammen und macht dann auch schon Lust auf die Folgebände. Zudem bleibe ich unter dem Strich auch dabei, dass Kazi sich für ein Setting entschieden hat, was sie konsequent bedient und was auch bei den anderen Bänden von Bedeutung sein wird. Das ist klasse, weil andere Autoren das schon mal aus den Augen verlieren. Einen Punkt will ich zuletzt noch aufgreifen. Kazi hat selbst eine chronische Erkrankung und wollte daher mit Kenzie dies aufgreifen. Grundsätzlich super, aber ich hätte mir die Epilepsie noch etwas besser eingebunden vorstellen können. Das wäre dann auch sehr echte Dramatik gewesen.

Fazit: Es ist extrem schwer, „Velvet Meadows“ als Auftakt der Goldcrest Manor-Reihe zu bewerten. Denn die Thematik und das Potenzial für die gesamte Reihe macht mich glücklich. Aber der erste Band für sich hatte auch viele Schwächen für mich. Die lagen vor allem in den Charakteren, wie Beziehungen aufgebaut wurden und wie gewisse Dialogen abliefen. Dementsprechend war der Leseprozess für mich nicht völlig geschmeidig, aber es war auch nicht so negativ, dass ich an ein Abbrechen der Reihe denken würde. Nein, wie auch die Betaleserinnen will ich Maeve und Archie ganz dringend zusammen erleben.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Flüssig zu lesen, aber auch genug Kritikpunkte

The Game Changer – Die Liebe ist ein süßes Spiel
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Lana Ferguson ist auf dem deutschen Buchmarkt noch relativ unbekannt, aber inzwischen hat der Aufbau Verlag schon zwei Werke von ihr übersetzen und veröffentlichen lassen. „The Game Changer“ ist mir dabei ...

Lana Ferguson ist auf dem deutschen Buchmarkt noch relativ unbekannt, aber inzwischen hat der Aufbau Verlag schon zwei Werke von ihr übersetzen und veröffentlichen lassen. „The Game Changer“ ist mir dabei ins Auge gefallen. Auch wenn ich Sports Romance eigentlich immer lesen kann, aber gerade im Sommer passt es doch noch besser und deswegen habe ich zugegriffen.

Mir hat es gefallen, dass es eine erwachsene Geschichte ist. Delilah und Ian stehen beide mitten im Leben und haben schon einiges hinter sich. Zudem haben sie sich beide erfolgreiche Karrieren aufgebaut. Sie kennen sich seit ihrer Kindheit, haben sich aber ewig schon nicht mehr gesehen. Die Geschichte wird mit dem Fake Dating-Trope aufgezogen, was eher etwas unnütz war, denn ich mag den Trope eigentlich nur, wenn er sich wirklich aufbaut, aber hier war es für beide Figuren schnell mehr. Für Lila, weil sie immer schon verknallt war und für Ian, weil er direkt sieht, dass aus dem Mädchen von einst eine richtige Frau geworden ist. Hier war Fake also wirklich nicht lange ein Thema, weil für alle, außer den Bruder, schnell klar war, dass da was in der Luft liegt. Ich mochte die Chemie zwischen den Figuren auch, weil sowohl die alte Sehnsucht, die sich endlich ausleben darf, und von ihm das abrupte Heftige gut gepasst hat.

Insgesamt würde ich auch sagen, dass man „The Game Changer“ gut lesen kann. Der Schreibstil lässt sich flott lesen und die Figuren haben einfach etwas, was auch Humor zulässt, sodass man viele Szenen gerne verfolgt. Dennoch glaube ich nicht, dass Ferguson für mich eine Autorin ist, die ich weiterhin verfolgen werde. Da lohnt sich vielleicht ein Vergleich zu Elsie Silver. Bei ihr habe ich lange gehadert, weil ich ihre Art der expliziten Szenen nicht völlig mag. Aber sie baut drum herum sehr intensive Geschichten auf, die das ausgleichen. Aber „The Game Changer“ hat mir zu wenig angeboten. Lilas Backshow geht irgendwann völlig verloren. Dabei fand ich diese Diskrepanz aus Sport und Backen richtig toll und hätte mir da eine ganz andere Geschichte vorstellen können. Stattdessen gab es zwei kleine Szenen, in denen Ian in der Show zu Gast ist und fertig. Irgendwann geht es gefühlt nur noch um Ian und das fand ich einfach nicht richtig im Gleichgewicht. Lila und ihr Bruder hatten selbst einen harten Schicksalsschlag, aber der spielt keine Rolle. Lila hat nur die Aufgabe, in Ian bedingungsloses Vertrauen zu haben und alles für ihn zu tun. Jetzt kann man umgekehrt nicht behaupten, dass Ian das einfordert. Denn er macht sich umgekehrt genauso Gedanken um Lilas Wohlempfinden. Doch ich fand die Botschaft etwas seltsam.

Dann wäre wir auch bei den expliziten Szenen bzw. auch bei dem, was darauf hingearbeitet hat. Ich fand die Wahl von ein- und demselben Schimpfwort extrem seltsam und habe auch nicht nachvollziehen können, warum das so wiederholt genutzt wurde, auch weil es für mich Dialoge aufgebrochen hat. Die Szenen selbst waren dann echt sehr ähnlich zu denen von Silver. Ich kann es lesen, keine Frage, aber in der Gesamtsicht sage ich dann, das ist der letzte Punkt, dass es für mich vielleicht nicht die passende Autorin ist. Denn es kommt auch hinzu, dass ich das Drama der ganzen Handlung künstlich erzeugt fand. Das Geheimnis von Ian und der Familie meine ich noch nicht mal, aber die ganze Art, wie der Einfluss von Social Media dargestellt wurde und wie Ian als vermeintlicher Ehebrecher gebrandmarkt wurde. Seltsam. Es steht außer Frage, dass es öffentliche Bereiche gibt, in denen alles seziert wird, aber umgekehrt wissen wir auch, dass der Mann sich wesentlich mehr erlauben darf als die Frau und selbst wenn es erstmal Kritik gibt, ist die schnell verschwunden, weil er die Erfolge als Eishockeyspieler noch bringt. Das fand ich also nicht realistisch, auch weil sich dadurch Lilas Produktionsteam ebenfalls Gedanken gemacht hat.

Fazit: „The Game Changer“ ließ sich schnell weglesen und Lana Ferguson hat auch ein Händchen für liebenswerte Charaktere, was auch für die kleineren Rollen gilt. Aber es ist nichts, was mich in dem Genre richtig umhaut. Dafür war zu viel künstlich erzeugt, es war zu einseitig, weil alles bei Ian aufgeladen wurde. Dazu ist die Art der Intimität nicht meins. Da kommt viel zusammen, dass ich das Fazit ziehen würde, für andere ist Ferguson sicherlich genau richtig, für mich leider nicht.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Für Dani Atkins zu banal

Versprich mir, dass du tanzt
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Immer wenn etwas Neues von Dani Atkins angekündigt wird, bin ich auf jeden Fall dabei. Ich finde, dass es extrem schwierig ist, die Autorin und ihren Stil zu beschreiben. Aber ich weiß definitiv, dass ...

Immer wenn etwas Neues von Dani Atkins angekündigt wird, bin ich auf jeden Fall dabei. Ich finde, dass es extrem schwierig ist, die Autorin und ihren Stil zu beschreiben. Aber ich weiß definitiv, dass ich in ihrer Stilistik nie nach anderen suche, die ähnlich schreibe. Da verlasse ich mich ganz auf Atkins und mit welcher Thematik sich mich als nächstes überraschen wird.

„Versprich mir, dass du tanzt“ ist nun das neuste Werk von Atkins und ich wurde überrascht, aber leider eher negativ. Insgesamt lässt sich meine Kritik dadurch zusammenfassen, dass ich das gewählte Thema zu harmlos und zu banal fand. Dazu habe ich beide Liebesgeschichten nicht restlos fühlen können. So hatte ich zwar ein Buch, das ich wie üblich sehr schnell weglesen konnte, aber es hat mich nicht so emotional gepackt, wie ich das schon oft genug bei ihr als Autorin erlebt habe. Aber mir ist klar, dass das auch was mit Erwartungen zu tun hat und genug Bücher zu kennen, sodass ich unweigerlich vergleiche. Ohne Vergleich und ohne Erwartungen ist „Versprich mir, dass du tanzt“ sicherlich für viele ein Highlight.

Wir fangen schon sehr extrem traurig mit der Geschichte an. Das war auch noch der Punkt, bei dem ich voll drin war. Auch wenn es erst schwer war, sich zu orientieren, aber es hat natürlich ordentlich zugeschlagen, dass wir eine intensive Liebesgeschichte enden sehen, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Der Ausschlag für den Rest ist dann Adams Bitte an Lily, dass sie für ihn wieder mit ihrem ehemals besten Freund Josh aufnehmen soll. Die eine Liebe verloren, aber vielleicht Versöhnung und Zukunft mit der anderen? Das ist so grob das Thema des Buchs. Das reicht mir oft genug auch und gerade wenn ich an Cecelia Ahern etc. denke, dann waren das stets schon die Handlungen, die anziehen. Traurige Liebesgeschichten, die aber Hoffnung für etwas Neues ausstrahlen. Aber ich habe einfach die ganze Zeit auf den besonderen Kniff gewartet. Atkins ist keinesfalls eine Fantasy-Autorin, aber sie ist spirituell und hat dementsprechend schon oft übernatürliche Konzepte eingearbeitet. Und irgendetwas in dieser Richtung hätte ich mir für die Handlung gewünscht.

Es kam aber nicht und so hätte ich die Handlung anspruchsvoller und ausgearbeiteter gebraucht. Lily ist unsere Protagonistin, die uns durch alle Zeitebenen leitet. Sie ist für mich dementsprechend als Einzelperson ausgearbeitet und ich habe sie gut verstanden. Doch beide Männer waren mir einfach zu wenig. Da wir Adam schon zu Beginn verlieren, ist es natürlich komplex, aber es gab Rückblenden und da wäre es sicherlich möglich gewesen, ihn als Menschen auszubauen. Ich mochte die erste Begegnung von ihm und Lily sehr und ich habe verstanden, warum er sie nach dem ganzen Herzschmerz durch Josh so mitgerissen hat. Aber ich hätte dennoch gerne mehr über ihn erfahren. Er wirkte auch völlig familienlos, als sei er ein einzelner Mensch ohne Geschichte gewesen. Josh ist ausgearbeiteter, das auf jeden Fall. Aber dennoch habe ich ihn einfach nicht richtig zu packen bekommen. Der jugendliche Josh mit seiner komplizierten Geschichte, der durch die neuen Pflegeeltern und durch Lily Konstanz und Wärme kennenlernt, da war alles fein. Aber wer ist der spätere Josh? Der junge Erwachsene, der, der Lily auf einmal nachjagt, aber dann auch der Einsiedler?

Dadurch, dass beide Männer für mich unter Wert verkauft wurden, habe ich auch bei beiden Liebesgeschichten kein Gefühl empfunden, das einfach durch mit strömt. Ich konnte mich an einigen Stellen erfreuen, weil sie dann zu Herz gehen, aber mehr sprachlich als wirklich menschlich. Was mir zwischendurch aber richtig gut gefallen hat, das war ein kleines Intermezzo zu Mutterschaft, auch ohne Mann an der Seite. Da waren sehr schöne Gedanken festgehalten und auch alles rund um Lilys Kollegin/Freundin war an der Stelle ideal ergänzt. Das hat mir gezeigt, dass es kein großes Tamtam braucht, sondern einfach etwas, was das Herz berührt. Die generelle Thematik war zu gewollt, aber in Kleinigkeiten konnte man definitiv etwas für sich mitnehmen. Aber ich hoffe doch sehr, dass mich Atkins mit dem nächsten Buch wieder mehr mitreißt.

Fazit: „Versprich mir, dass du tanzt“ ist im Vergleich zu anderen Dani Atkins-Werken als eher schwach zu bezeichnen. Ich fand die Themenwahl recht banal, da fehlte das gewisse Etwas. Zudem bekommen wir zwei Liebesgeschichten, die aber beide nicht recht zünden. So bleibt der angenehme Stil und dass sich Atkins immer weich anfühlt, aber sie habe ich sonst besser in Erinnerung.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Reihenkonzept nicht überzeugend genug

Der Trailer
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Linus Geschke ist im deutschen Krimigeschäft auch mir schon seit vielen Jahren ein Begriff, dennoch habe ich bislang noch nie zu einem Buch von ihm gegriffen. Da kam das Hörbuch zu „Der Trailer“ genau ...

Linus Geschke ist im deutschen Krimigeschäft auch mir schon seit vielen Jahren ein Begriff, dennoch habe ich bislang noch nie zu einem Buch von ihm gegriffen. Da kam das Hörbuch zu „Der Trailer“ genau richtig, zumal es bei Piper eine neue Reihe von ihm einleitet, sodass es der ideale Zeitpunkt ist, bei ihm mal einzusteigen und mir ein Begriff zu ihm zu machen.

Ich habe mich im Vorfeld nicht groß mit dem Konzept der Reihe beschäftigt. Für mich war nur ausschlaggebend, dass es eine neue Reihe ist, sodass ich kein Vorwissen brauche, um mich auf die Handlung einlassen zu können. Im Nachhinein habe ich mich dennoch gefragt, wie diese Reihe mit bislang angekündigten drei Bänden funktionieren soll, da der Campingplatz in Belgien, Donkerbloem, titelgebend ist und damit die Handlung dort immer wieder gebunden werden wird. Das betrachte ich ein wenig skeptisch, weil die Aussicht, genau diese Figurenkonstellationen wieder zu erleben, mich nicht unbedingt in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Aber dazu gleich mehr. Zunächst möchte ich noch auf Richard Barenberg als Sprecher eingehen. Da die Perspektiven zwischen den Geschlechtern gerecht aufgeteilt sind, habe ich mir schon mal gedacht, eine weibliche Stimme hätte nicht geschadet, aber das wurde leider nicht angeboten und in diesem Sinne musste ich mich mit jedem neuen Kapitel erstmal etwas orientieren, wer jetzt gerade dran ist. Die Stimme passte zu dem Genre ansonsten aber sehr gut.

Kommen wir jetzt wieder zum Inhalt. Wir haben recht viele Perspektiven, was ich für dieses Genre eigentlich immer sehr gut findet. Chris Carter, Nele Neuhaus, das sind so von meinen üblichen Autoren im Krimi und Thriller genau die, die das sehr gut beherrschen und damit ihre Geschichten immer anreichern. Auch hier in „Der Trailer“ fand ich das grundsätzlich gut. Es gab Perspektiven, wie die von Wout und Frieda, die sehr häufig auftauchen. Andere sind eher seltener, was es dann schon etwas komplexer gemacht hat, sie zunächst einzuordnen und dann wiederzuerkennen. Man hat auch deutlich gemerkt, dass vor allem eine Perspektive erst für die Folgebände von Bewandtnis sein wird. Das hat sie hier etwas zur Störfalle gemacht, weil es nicht konkret zu Ergebnissen führt, aber insgesamt wird sie noch Bedeutung haben. Aber die anderen Perspektiven nähern uns immer mehr den Antworten an, was einst auf dem Campingplatz passiert ist.

Ich hatte leider ein wenig das Problem, dass ich mich mit den Figuren sehr schwer getan habe. Es ist nicht unbedingt das Genre, in dem ich Sympathieträger suche, aber ich will dennoch etwas, was mich reizt und das war hier bei keinem wirklich geboten. Auch wenn schnell klar ist, dass Friedas Suspendierung bei der Hamburger Polizei nicht an ihr selbst liegt, sondern an Machenschaften. Aber ich fand sie als Person sehr schwer zu greifen. Deutlich klarer sind da Wout oder auch Kathinka ausgearbeitet, aber auch da, es wollte einfach kein Funken überspringen. Gerade Wout ist für mich eher abschreckend. Ich finde es respektabel, dass man solche ambivalente Figuren ins Zentrum rückt. Aber seine ganze Art war anstrengend und die Aussicht, dass so jemand der Reihe dann erhalten bleibt, ich weiß nicht, das reizt mich gar nicht. Auch weil die Kombination von ihm zu dem Boxer Tayfun ungewöhnlich ist, aber die ganzen wiederholenden Gespräche am Anfang, da kam doch einiges zusammen, was mich eher gehindert hat, mich mit Interesse an Figuren und Handlung zu binden.

Dennoch würde ich unter dem Strich sagen, dass der Fall an sich funktioniert. Die Frage, was einst mit der jungen Lisa Martin passiert ist, das ist ein spannender roter Faden. Es war auch eine gute Idee, sich vorzunehmen, den Fall von mehreren Sichten aus zu lösen. Mit Frieda eher professioneller, wenn sie durch ihre Suspendierung auch viel improvisieren muss, mit Kathinka von Rache getrieben und mit Wout aus Angst, er könnte der nächste sein. Ich hatte zwischendurch einen Verdacht, der sich dann halb bestätigt hat, dementsprechend kann ich auch nicht behaupten, dass der Ausgang vorhersehbar wäre. Es war am Ende überraschend, aber es war kein Kriminalfall, der mich bis zum Ende richtig mitzittern lässt.

Fazit: „Der Trailer“ war mein erstes Hörerlebnis mit Linus Geschke. Man konnte den Krimi insgesamt gut weghören, aber der entscheidende Funke ist für den Band alleine und damit keinesfalls für die gesamte Reihe einfach nicht übergesprungen. Aber ich werden den Namen nun definitiv auf dem Schirm haben. Denn ein anderes Setting, andere Figuren, wer weiß, ob der Funken dann nicht doch da ist, denn am Schreibstil an sich habe ich nichts zu meckern.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Respekt, aber wohl etwas zu riskant

Purple Clouds - Meet Cute
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Mit „Meet Cute“ haben wir wirklich zügig den zweiten Teil der „Purple Clouds“-Reihe bekommen. Und ich muss wirklich sagen, dass es ein Buch ist, was wirklich extrem viele Gedanken bei mir ausgelöst hast ...

Mit „Meet Cute“ haben wir wirklich zügig den zweiten Teil der „Purple Clouds“-Reihe bekommen. Und ich muss wirklich sagen, dass es ein Buch ist, was wirklich extrem viele Gedanken bei mir ausgelöst hast und dazu auch absolut gegensätzlich. Soll ich es jetzt gut oder ungeschickt finden?

Ich fand den Titel für den zweiten Band auf jeden Fall genau richtig gewählt und muss ohnehin sagen, dass Mounia Jayawanth die Meet Cutes echt drauf hat. Sie arbeitet in ihren Reihen echt oft mit diesen besonderen ersten Begegnungen, die dann einen unglaublichen Eindruck hinterlassen. Das war schon bei Emory und Deb der Fall, aber auch bei Riley und Louis passt es in jedem Fall hervorragend, also gut, dass der Titel in der Reihe unterkommen durfte. Wenn wir jetzt ein bisschen genauer auf den Inhalt schauen, dann muss ich echt sagen, dass ich die gesamte Entwicklung des Buchs so keinesfalls vermutet hätte. Ich habe mich immer gefragt, wie das Verstecken in Rileys WG irgendwann aufgelöst wird und was wir dann für Schwerpunkte haben. Dass Louis dabei aus der Schauspielbranche stammt, hat vieles möglich gemacht, denn die Herausforderungen einer Beziehung zwischen einer bekannten Person und einem Normalo, die sind bekannt und auch schon in vielen Büchern verarbeitet worden. Hier wird das eher gestreift, denn Jayawanth hat sich für ein ganz anderes Thema entschieden. Es war durch den ersten Band zwar schon angedeutet, aber trotzdem war die Dominanz vorher nicht auf meiner Bingo-Karte.

Bevor ich diesen Themenschwerpunkt mal genauer beleuchte, so möchte ich aber zuvor Kritikpunkte nennen, die unter der generellen Entscheidung etwas gelitten haben. Wir kennen Riley bereits aus der Van Day-Reihe, in der sie eine recht dominante Rolle eingenommen hat. Dementsprechend war sie als beste Freundin von Emory auch aus dem ersten Band nicht rauszudenken. Aber ich finde unter dem Strich, dass wir sie dennoch nie richtig kennengelernt haben. Wir haben viele Infos über sie sammeln können, aber in ihrem Kopf durch ihre Perspektive zu sein, bietet doch andere Möglichkeit. Und da waren wir in meinem Empfinden zu sehr im ‚Jetzt‘. Das Vergangene wurde echt wenig beleuchtet. Louis Thorne ist für uns als Figur ganz neu, bei ihm wäre also noch so viel mehr zu entdecken gewesen, aber ich fand, dass es auch hier nicht richtig aufgegangen ist. Ich fand ihn bis zum Ende überhaupt nicht sympathisch. Ich fand ihn zwar auch nicht unsympathisch, aber er war wie eine leere Buchseite für mich. Hier ein bisschen Eltern, ein bisschen Star-Leben und fertig. Was ich auch sehr bedauere, das ist der deutlich geringere Anteil des Magazins. Es ist schließlich titelgebend und ich fand die damit verbundenen Themen im ersten Teil großartig. Aber im zweiten Teil ist die Schauspielwelt viel dominanter und wie schade! Wir haben zwar ein paar interessante Einwürfe durch kleine Zwischenszenen in der Redaktion. Wir haben auch Rileys Umorientierung, die ein bisschen Raum lässt, aber unterm Strich, war es mir einfach zu wenig. Die Liebespaare sollen das Highlight sein, auf jeden Fall, aber die Redaktion sollte direkt auf zweiter Stelle kommen.

Umgekehrt fand ich es fürs Herz aber großartig, dass die WG wieder so eine große Rolle spielt. Die gemeinsamen Szenen strahlen zweite Familie bis in alle Spitzen aus. Da ist ein richtiger Zusammenhalt zu spüren und angesichts der vielen Stimmungen war es genau die Abwechselung, die wir alle beim Lesen wohl brauchten. So, jetzt kommen wir aber zum Themenschwerpunkt. Louis wie gesagt ein leeres Blatt und dann kommt hinzu, dass Jayawanth sich für das Thema Sucht entschieden hat. Auf der einen Seite will ich laut applaudieren, weil das Buch es sehr schonungslos angeht, auch mit den ganzen Schrecken. Auf der anderen Seite muss ich schon sagen, dass die Liebesgeschichte echt extrem leidet. Ich brauche immer eine Portion Unbeschwertheit, weil ich mich sonst frage, was das eigentlich sein soll, was zwei Menschen aneinanderbindet? Bei Riley und Louis ist es aber von Anfang an belastet. Auch wenn sie etwas ineinander sehen, aber es ist vom ersten Moment an belastet, zuerst durch ihre Unsicherheiten, dann durch ihr gemeinsames Suchtproblem. Jayawanth hat ihren Plan konsequent durchgezogen, dafür zolle ich Respekt. Ich fand letztlich auch das Ende passend und total angemessen, aber der Weg dahin hatte wenig mit der Portion Liebesgeschichte zu tun, die ich mir erhoffe, wenn ich zu solchen Büchern greife. Das Risiko wurde genommen, aber meiner Meinung nach hat es sich nicht ausgezahlt.

Fazit: Mounia Jayawanth scheut sich nicht vor wichtigen Themen. Aber das kann es auch sehr kompliziert machen und das haben wir bei „Meet Cute“ gesehen. Ich habe viel Respekt vor der Themenwahl. Ich fand Teile richtig stark, aber ich fand mehr Teil dann nicht ausreichend und dazu gehört zentral die Liebesgeschichte. Aber wer nichts wagt, der nicht gewinnt, daher weiter so!

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