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Veröffentlicht am 16.08.2025

Melancholische Erzählung

Das Geschenk des Meeres
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Der Roman spielt im Winter 1900 in dem abgelegenen schottischen Fischerdorf Skerry. Ein Junge wird an den Strand gespült, der der Lehrerin Dorothy sehr an ihren damals im Meer verschwundenen Sohn Moses ...

Der Roman spielt im Winter 1900 in dem abgelegenen schottischen Fischerdorf Skerry. Ein Junge wird an den Strand gespült, der der Lehrerin Dorothy sehr an ihren damals im Meer verschwundenen Sohn Moses erinnert. Diese Begegnung öffnet alte Wunden und das nicht nur bei Dorothy, sondern auch bei dem Fischer Joseph und in der gesamten Dorfgemeinschaft.

"Das Geschenk des Meeres" von Julia R. Kelly ist ein Roman, der sich sehr viel Zeit lässt bzw. nimmt und das erfordert eine Menge Geduld. Die Autorin erzählt in einer eher schweren, melancholischen Sprache, die die Stimmung gut einfängt, aber auch dafür sorgt, dass die Handlung nur sehr langsam voranschreitet. Viele Fragen bleiben lange im Raum, Antworten kommen erst nach und nach. Wer wie ich ein schnelles Erzähltempo bevorzugt, wird hier womöglich ungeduldig.

Im Mittelpunkt stehen die Lehrerin Dorothy, die auf einer kleinen Insel ein neues Leben beginnt, und der Fischer Joseph, der selbst mit Verlust und Trauer zu kämpfen hat. Die Begegnung der beiden wirkt zunächst unscheinbar, doch gerade ihre stille Annäherung macht einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus. Der Autorin gelingt es, Figuren zu zeichnen, die nicht laut oder spektakulär sind, sondern die durch ihre Warmherzigkeit und Verletzlichkeit sympathisch wirken.

Die Erzählung wechselt zwischen zwei Zeitsträngen, der Gegenwart mit dem mysteriösen Jungen und Dorothys Gegenwart sowie verschiedenen früheren Rückblenden mit Joseph, der Dorfgemeinschaft und dem Verschwinden Moses’.

Auch wenn ich persönlich Schwierigkeiten mit der zähen Erzählweise hatte und das Buch für mich nicht zum Lieblingsroman geworden ist, habe ich doch die ruhige Schönheit der Geschichte wahrgenommen. Die leisen Themen wie Neuanfang, Verlust, Hoffnung und die heilende Kraft menschlicher Nähe wurden dezent verbunden und regen einen zum Nachdenken an.

Fazit: "Das Geschenk des Meeres" ist mit Sicherheit kein Buch für ungeduldige Leser:innen. Aber wer sich auf die melancholische Atmosphäre erst einmal einlässt, wird eine berührende Geschichte mit liebenswerten Figuren entdecken, die noch eine Weile nachklingt.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Nicht gerade inspirierend

Quick & Tasty
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Leider hat mich dieses Kochbuch eher enttäuscht. Obwohl der Titel schnelle und delikate Rezepte verspricht, fehlt mir der Bezug zu den Wurzeln der Autorin, die sie ja im Buch so anpreist. Die meisten Gerichte ...

Leider hat mich dieses Kochbuch eher enttäuscht. Obwohl der Titel schnelle und delikate Rezepte verspricht, fehlt mir der Bezug zu den Wurzeln der Autorin, die sie ja im Buch so anpreist. Die meisten Gerichte wirken beliebig und austauschbar, man findet wenig Persönliches oder Neues.

Aufgeteilt sind die Kapitel in unterschiedliche Themen wie die Familie, Pasta & Reis, Gemüse, Hülsenfrüchte & Getreide, Kartoffeln, Eier, Brot und abschließend Dips & Saucen. Positiv hervorheben möchte ich die Kapitel über Brot, Kartoffeln und Eier. Das sind meine Lieblingskapitel. Mit den restlichen konnte ich nichts anfangen. Die Rezepte sind zwar unkompliziert, gut umsetzbar und alltagstauglich, aber trotzdem bleibt der Gesamteindruck blass. Viele Ideen kennt man bereits aus anderen Kochbüchern oder dem Internet.

Für Einsteiger in die schnelle Küche mag es eine solide Sammlung sein. Wer jedoch Inspiration, Kreativität oder kulinarische Überraschungen erwartet, wird hier wahrscheinlich nicht fündig. Es ist nur ein Kochbuch unter vielen, welches bald wieder in Vergessenheit geraten wird.

Fazit: Das Buch liefert 50 solide, pragmatische Rezepte, aber keine aufregenden Ideen oder Überraschungen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Kampf gegen das Vergessen

Himmelerdenblau
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Im September 2003 verschwindet die 16-jährige Julie Novak und wird nie gefunden. 20 Jahre später rollt die True‑Crime‑Podcasterin Liv Keller den Fall wieder auf und nimmt Kontakt zu Julies Vater Theo auf, ...

Im September 2003 verschwindet die 16-jährige Julie Novak und wird nie gefunden. 20 Jahre später rollt die True‑Crime‑Podcasterin Liv Keller den Fall wieder auf und nimmt Kontakt zu Julies Vater Theo auf, der trotz beginnender Demenz die Suche nach seiner Tochter nicht aufgegeben hat.

Für mich war es das erste Buch von Romy Hausmann und ich bin mir unsicher, wie ich es einordnen soll. Im Zentrum der Geschichte steht Theo, der früher mal ein renommierter Arzt war und in der Charité gearbeitet hat. Seine Geschichte hat mich berührt und schockiert, man fiebert und leidet mit ihm mit. Auch Daniel ist eine sehr tragische Figur, den man für sein Durchhaltevermögen und seine Kraft nur bewundern kann. Das Ende bzw. die Auflösung macht die ganze Geschichte nur noch tragischer. Es gab in meinen Augen nur Verlierer bei dieser bewegenden Geschichte.

True-Crime-Podcasts stehe ich eher kritisch gegenüber. Die meisten sind weder ehtisch noch tragbar und dienen mehr den Betreibern als den involvierten Menschen, die auf einen Abschluss und Frieden hoffen.

Das Cover ist jetzt nicht wirklich aufregend, doch es gefällt mir unheimlich gut, ein Eyecatcher. Der Schreibstil war fesselnd und gut verständlich. Es gab allerdings einige Längen und Spannung kam eigentlich nie auf, was auch daran lag, dass Theo eben die Hauptfigur war. Dazu war das Buch für mich kein Thriller und konnte mich nicht so überzeugen, wie ich es mir erhofft hatte.

Fazit: Ein schwieriges Buch, bei der eher die Demenz-Thematik im Fokus steht als Julies Schicksal. Und der Kampf gegen das Vergessen, was nicht nur auf Theo zutrifft.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Schwach

Madame le Commissaire und die gefährliche Begierde
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Madame le Commissare Isabelle Bonnet erfährt von einer Frau mit Gedächnisverlust, die in eine Psychiatrie eingeliefert wurde und muss schockiert feststellen, diese Frau ihre Freundin Clodine ist. Dann ...

Madame le Commissare Isabelle Bonnet erfährt von einer Frau mit Gedächnisverlust, die in eine Psychiatrie eingeliefert wurde und muss schockiert feststellen, diese Frau ihre Freundin Clodine ist. Dann recherchiert Apollinaire von einem ähnlichen Fall mit Todesfolge und die beiden fangen an, offiziell zu ermitteln.

Dies ist bereits der zwölfte Fall für Madame le Commissaire Isabelle Bonnet und ihren Kollegen Apollinaire.

Ich dachte, ich gebe der Reihe noch eine Chance, aber das hätte ich mir sparen können. Die Luft ist einfach raus und da es überhaupt keine Charakterentwicklung gibt, werde ich diese Reihe aufgeben. Unglaubwürdig war für mich Clodines Verhalten. Ich weiß, es ist schlimm, was ihr passiert ist, aber ihr war einfach egal, ob es andere Frauen gibt und wollte nichts mehr danit zu tun haben. Das war so egoistisch.

Ausserdem hat mich erschreckt, dass Isabelle den Fall abgetan hat, als nur Clodine als Opfer bekannt war und erst als weitere Frauen identifiziert werden konnten, hat sie den Fall ernster genommen. Als ob Clodine nichts wert ist.

Fazit: Leider habe ich das Gefühl, dass alles erzählt wurde in dieser Reihe. Und ich finde es schade, dass es keinerlei Charakterentwicklung gibt.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Nicht überzeugend

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
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Stella, eine junge, jüdische Lehrerin, unterrichtet nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat Wien am Lindengymnasium. Trotz des Mangels an allem versucht sie, ihren Schülern nicht nur Wissen, sondern auch Hoffnung ...

Stella, eine junge, jüdische Lehrerin, unterrichtet nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat Wien am Lindengymnasium. Trotz des Mangels an allem versucht sie, ihren Schülern nicht nur Wissen, sondern auch Hoffnung zu vermitteln. Das sehen nicht alle gern und so eckt sie bei einigen Kollegen an.

Dies ist der Auftakt zu einem Zweiteiler von Beate Maly rund um eine Wiener Trümmerschule und die junge jüdische Lehrerin Stella. Die Geschichte ist angelehnt an die Lebensgeschichte der echten Stella Klein-Löw.

Die Geschichte, die so vielversprechend begann, fühlte sich leider über weite Strecken ziemlich langweilig und gezogen an. Ich hatte Schwierigkeiten, mich richtig in die Handlung einzufinden, da es kaum fesselnde oder überraschende Momente gab. Mir hat leider das Authentische an dieser Geschichte gefehlt. Ich hatte mich im Vorfeld über die echte Stella informiert und bis auf ihren Namen und den Beruf hatte die fiktive Stella so fast gar nichts mit der echten gemeinsam. Das war schade, denn ihre Lebensgeschichte las sich so spannend und erfüllend. Der Schreibstil war sehr einfach. Mir fehlte es an Tiefe und Emotionen bei Beate Malys Erzählweise.

Fazit: Die Idee war viel versprechend, aber die Umsetzung war nicht mein Ding. Schade. Ich werde den zweiten Teil nicht lesen. Da gibt es deutlich bessere Romane, die in der Nachkriegszeit spielen.

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