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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2023

Das Baby-Projekt

Ein guter Plan ist die halbe Liebe
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Die Grundidee dieses Romans finde ich sehr spannend. Roxy erfährt, dass sie nur noch wenige Eizellen übrig hat und sich nicht mehr viel Zeit lassen sollte, wenn sie ein Kind möchte. Ihr wird klar, dass ...

Die Grundidee dieses Romans finde ich sehr spannend. Roxy erfährt, dass sie nur noch wenige Eizellen übrig hat und sich nicht mehr viel Zeit lassen sollte, wenn sie ein Kind möchte. Ihr wird klar, dass sie sich ein Baby wünscht und da sie gerade keinen Partner hat, sucht sie in ihrem Umfeld nach möglichen Vätern für ihr Kind. Drei Männer schaffen es in die engere Auswahl und werden von ihr auf Herz und Nieren geprüft – ohne dass sie davon wissen.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen und ich bin gut in die Geschichte gestartet. Nach und nach lernen die Leser die drei Männer und das Umfeld von Roxy kennen. Die Geschichte wird ausschließlich aus ihrer Sicht erzählt, dadurch hat mir teilweise der Bezug zu den anderen Protagonisten gefehlt. Ich hätte es schön gefunden, noch eine weitere Sichtweise auf die Ereignisse zu haben. Die Handlung ist zum größten Teil unterhaltsam und kurzweilig, das Ende hat mich aber nicht überzeugt. Roxy agiert im letzten Teil der Geschichte sehr egoistisch und ich konnte ihre Handlungen leider überhaupt nicht nachvollziehen.

Abgesehen vom Schluss hat mir die Geschichte gut gefallen und ich kann sie allen empfehlen, die eine etwas andere, nicht zu kitschige Liebesgeschichte lesen möchten, die kein klassisches Happy End hat. Von mir gibt es 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.05.2023

Sehr idealistisch

Kühe kuscheln
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Beim Anblick des Covers war für mich sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Ich war sehr gespannt darauf zu erfahren, welche Geschichte hinter dem Bild von Joar Berge mit den beiden Rindern steckt. ...

Beim Anblick des Covers war für mich sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Ich war sehr gespannt darauf zu erfahren, welche Geschichte hinter dem Bild von Joar Berge mit den beiden Rindern steckt. Aus den sozialen Medien kannte ich ihn und sein Projekt noch nicht.

Kurz zusammengefasst beschreibt er, wie er nach einigen rastlosen Jahren einen Neuanfang wagt. Er erinnert sich an seine glückliche Kindheit und beschließt, zunächst zwei Kühe freizukaufen. Daraus entwickelt sich dann das Projekt Lebenshof, das rasch wächst und für das sich eine immer größer werdende Community sowohl online als auch offline begeistert.

Ich fand es sehr spannend zu erfahren, welche positive Wirkung die Tiere auf Joar Berge und sein gesamtes Umfeld haben. Er beschreibt auch immer wieder, wie dankbar er für die Entwicklungen und die großartige Gemeinschaft ist, die sich gebildet hat. Mir haben in der Geschichte allerdings einige Aspekte gefehlt. Die Schilderungen erinnern doch sehr an eine heile Welt, in der Mensch und Tier bis ans Ende ihrer Tage glücklich zusammenleben. Das finde ich grundsätzlich sehr schön. Allerdings weiß jeder, der ein Tier hat, dass damit viel Arbeit und auch Kosten verbunden sind. Es wird zwar immer wieder erwähnt, dass ein Lebenshof viel Arbeit und Verantwortung mit sich bringt, auf die konkreten Aufgaben, Probleme und Entscheidungen wird aber nur sehr oberflächlich eingegangen.

Zudem hätte ich mir gewünscht, dass etwas mehr zum Hintergrund der geretteten Tiere berichtet wird. Bei vielen wird nicht klar, warum sie ihr bisheriges Zuhause verlassen mussten. Eine schöne Ergänzung des Texts sind die Bilder in der Mitte des Buchs, die die Geschichte abrunden (auch wenn die Platzierung mitten im Satz gewöhnungsbedürftig ist). Meine Erwartungen wurden leider nur zum Teil erfüllt, deshalb gibt es 3,5 Sterne für interessante, aber aus meiner Sicht sehr idealistische Einblicke in das Projekt Lebenshof.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Viele ernste Themen

Pinguine fliegen nur im Wasser
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Nachdem ich das Buch „Frühling, Sommer, Herbst und du“ von Henriette Krohn vor einiger Zeit in einem Rutsch verschlungen habe, war ich sehr gespannt auf ihr neues Buch. Ich bin zu Beginn gut in die Geschichte ...

Nachdem ich das Buch „Frühling, Sommer, Herbst und du“ von Henriette Krohn vor einiger Zeit in einem Rutsch verschlungen habe, war ich sehr gespannt auf ihr neues Buch. Ich bin zu Beginn gut in die Geschichte gestartet und schon bald in der Welt von Greta und Vincent angekommen. Vincent verliert unter ominösen Umständen seinen Job und seine Wohnung. Er hat mit Ängsten zu kämpfen und muss sich erst einmal neu sortieren. Greta ist eine extrovertierte Kümmerin und da sie sowieso Hilfe bei der Renovierung der Villa ihrer verstorbenen Großeltern braucht, bietet sie ihm Kost und Logis gegen Mithilfe bei der Renovierung an. Auch sie hat mit Ängsten zu kämpfen. In Rückblenden wird der bisherige Lebensweg von Greta und Vincent dargestellt, der einige Frage beantwortet, aber noch mehr Fragen offenlässt.

Der Schreibstil war angenehm und leicht zu lesen. Auch die Rückblenden sind passend eingebaut und haben meinen Lesefluss nicht gestört. Dennoch bin ich mit Greta und Vincent nicht so recht warm geworden. Deshalb habe ich auch sehr lange gebraucht, um die Geschichte zu Ende zu lesen. Obwohl die beiden bei der Renovierung viel Zeit miteinander verbringen, habe ich zwischen ihnen wenig Zuneigung und Zugewandtheit gespürt. Da war es eher überraschend, dass sie sich irgendwann näherkommen. Meine Lieblingsfigur war die Gräfin, die zuerst keine Hilfe annehmen möchte und dann durch Vincent, Greta und Kurt gezwungenermaßen erlebt, dass das Leben auch für sie noch einiges zu bieten hat.

Das Buch ist keine klassische Liebesgeschichte, es zeigt, wie die Lebensgeschichten von ganz unterschiedlichen Menschen miteinander verwoben sind und wie sich aus herausfordernden Situationen neue Wege entwickeln können. Mir hätten weniger und dafür ausführlicher erzählte Nebenhandlungen mit mehr Leichtigkeit besser gefallen. Ich kann das Buch allen empfehlen, die Geschichten mit Tiefgang mögen, bei denen auch Fragen offenbleiben und man sich die Zusammenhänge teilweise selbst erarbeiten muss.

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Veröffentlicht am 26.07.2025

Authentischer Erfahrungsbericht

Two Lives
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Das Cover zeigt eine nachdenklich blickende Laura Herz. In ihrem sehr persönlichen Buch schildert sie, wie sie den Traum vom Reisen im Van mit ihrem Freund bereits nach kurzer Zeit loslassen musste und ...

Das Cover zeigt eine nachdenklich blickende Laura Herz. In ihrem sehr persönlichen Buch schildert sie, wie sie den Traum vom Reisen im Van mit ihrem Freund bereits nach kurzer Zeit loslassen musste und sich stattdessen von ihrem Verlobten trennte und in eine neue Stadt zog. Ich finde es sehr mutig, wie die Autorin die Leser an ihren Gedanken und Gefühlen in einer für sie sehr schwierigen Zeit teilhaben lässt. Die Veränderungen, die sich in ihrem Leben vollziehen, sind gewaltig. Traum weg, Mann weg, später auch noch Job weg, Freunde über das ganze Land verteilt und nur wenige Bezugspersonen in der Nähe.

Während ich in der ersten Hälfte mitfühlen und die Gedanken und Entscheidungen der Autorin nachvollziehen konnte, begann sich das Buch ungefähr ab der Hälfte in die Länge zu ziehen. Die Schilderung von vielen mehr oder weniger gelungenen Dates, einem erneuten Umzug und der langwierigen Jobsuche waren teilweise recht langatmig und hatten wenig von Neuanfang und positiver Veränderung. Mein Eindruck ist, dass sich die Autorin auf die negativen Dinge fokussiert und noch einiges zu bewältigen hat. Deshalb kam auch das Ende für mich sehr abrupt.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, allerdings hat mich das permanente Gendern mit Wortkreationen wie „Freundinnen*schaften“ im Lesefluss gestört. Auch an den immer wieder eingestreuten Ratschlägen konnte ich keinen Mehrwert entdecken. Positiv bleibt mir der authentische Erfahrungsbericht in Erinnerung, der allen Mut macht, die nicht nach dem leben, was andere erwarten und der alle dazu ermutigt, auf die innere Stimme zu hören.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Familienleben auf dem Land

Die Frau des Farmers
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Auf dem Schutzumschlag des stabilen Hardcovers ist ein einsamer Hof in einem weiten Tal abgebildet. Diese ländliche Idylle wird den Schilderungen des trubeligen Alltags nicht, dem Schreibstil aber durchaus ...

Auf dem Schutzumschlag des stabilen Hardcovers ist ein einsamer Hof in einem weiten Tal abgebildet. Diese ländliche Idylle wird den Schilderungen des trubeligen Alltags nicht, dem Schreibstil aber durchaus gerecht. Ruhig und unaufgeregt schildert Helen Rebanks im Buch ihren Alltag als Ehefrau und Mutter. In kurzen Episoden, die mich an Tagebucheinträge erinnert haben, wirft sie immer wieder einen Blick zurück in die Vergangenheit, erzählt ihre Lebensgeschichte und bezieht auch die vorherigen Generationen mit ein. Da die einzelnen Fragmente nicht zusammenhängen, fehlt mir in der Geschichte teilweise der Zusammenhang. So war für mich nicht nachvollziehbar, warum die Familie mehrere Häuser gekauft und dann renoviert hat und schlussendlich auf einer Farm gelandet ist, obwohl das zunächst nicht der Plan war.

Interessant fand ich, dass sich das Leben der Farmersfrau in England offenbar vor allem im Haus und mit den Kindern abspielt und die Mitarbeit auf dem Hof eher Nebensache ist. Ich hatte vermutet, dass die Tiere in der Geschichte mehr Raum einnehmen, immerhin wird die stattliche Anzahl der Hunde, Ponys, Hühner, Rinder und Schafe bereits im Klappentext genannt. Diese werden aber nur in Nebensätzen erwähnt, so wird das Impfen und Markieren der Schafe und die Fütterung von Welpen beschrieben. Im Buch sind viele Rezepte, die aus meiner Sicht zu viel Raum einnehmen. Hier wäre weniger mehr gewesen, das Rezept für Pudding mit Puddingpulver oder Vesper hätte getrost weggelassen werden können.

Das Buch bietet einen interessanten Einblick in das Leben einer Ehefrau und Mutter von vier Kindern im ländlichen England. Die vielfältigen Herausforderungen, denen sie als Familienmanagerin begegnet, werden ausführlich und nachvollziehbar dargelegt. Vor allem in der zweiten Hälfte war dadurch aber kaum noch Raum für anderes. Wer einen Einblick ins Familienleben mit all seinen Herausforderungen bekommen möchte, wird an diesem Buch seine Freude haben. Einen größeren Einblick ins Farmleben darf man aber nicht erwarten.

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