Mühselig
Fabula Rasa oder Die Königin des Grand HotelsAngelika ist eine lebenslustige junge Frau und keine Kostverächterin. Gleichzeitig ist sie aber bemühtim Job als Buchhalterin, eine solide Beziehung zu führen und irgendwie mit ihrer Mutter, die unter ...
Angelika ist eine lebenslustige junge Frau und keine Kostverächterin. Gleichzeitig ist sie aber bemühtim Job als Buchhalterin, eine solide Beziehung zu führen und irgendwie mit ihrer Mutter, die unter einer beginnenden Demenz leidet und zu der das Verhältnis immer schon schwierig war, klar zu kommen. Da bekommt sie vom Hoteldirektor, für den sie arbeitet, aus seiner Not heraus den Auftrag, die Bilanzen des Hotels zu frisieren. Und als sie selbst in eine Notlage gerät, bietet sich an, dies auch für sich selbst zu tun.
Das Buch basiert auf einem wahren Fall von Betrug. Und die Entstehungsgeschichte, die leider viel zu knapp in den Roman einfließt, ist etwas, das ich mit am spannendsten an dem Roman finde.
Auch das typisch Wienerische fließt in die Erzählung bis in die Sprache hinein sehr anschaulich mit hinein.
Nur die Hauptfigur kann mich so gar nicht packen, im Gegensatz zur historischen Person. Ich kann mich wenig in sie hineindenken und fühlen, ihr Leben bleibt mir fremd. Die Erzählung spring von einem Ereignis zum anderen. Mal Angelikas Liebesbeziehungen, mal die Mutter-Tochter-Problematik, mal ihr Job. Ja, es liegt bisweilen ein komisch-witziger Unterton in dem Erzählten, das mir allerdings bisweilen zu skurril ist. Von daher gestaltete sich für mich das Lesen eher als zäh und widerständig. Ich hatte aufgrund der Beschreibung anderes (vielleicht auch mehr erwartet). Von dem Glamour des Grand Hotel bleibt wenig und das Turbulente wird für mich von der verqueren Existenz der Protagonistin zu sehr verschluckt. Leider nichts für mich.