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Veröffentlicht am 12.08.2025

Leben Mythen- und Sagengestalten mitten unter uns?

Irida 1. Irida und die Stadt der Geheimnisse
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Willkommen im schönen Hohenburg, einer Kleinstadt mit Sandsteinhöhlen, alten Mythen und Sagen und einem überall auftauchenden Kaninchen mit Glöckchen am Halsband. Dazu gibt es einen lange verschollenen ...

Willkommen im schönen Hohenburg, einer Kleinstadt mit Sandsteinhöhlen, alten Mythen und Sagen und einem überall auftauchenden Kaninchen mit Glöckchen am Halsband. Dazu gibt es einen lange verschollenen magischen Schlüssel, seltsame Monsterspuren und manchmal verschwinden Leute für einige Zeit spurlos. Dem wollen Irida und ihre Freunde auf die Spur gehen.
Irida und ihre Clique haben sich selbst Die Furchtlosen getauft, um gemeinsam gegen Andersartigkeit zusammen zu halten. Bei Irida sind es ihr Humpeln und ihr Stottern in Stresssituationen, welche ihr zu schaffen machen. Dafür ist sie immens stark. Die anderen haben ihre eigenen Besonderheiten, welche zu Beginn erläutert werden.
Angestoßen werden ihre Recherchen dank Iridas Onkel, der ebenfalls ein wenig aus der Rolle fällt und sich für magische Artefakte interessiert. Das Abenteuer erleben sie allerdings ohne ihn. Dank diverser Perspektivenwechsel verfolgt man neben den Abenteuern der Kinder auch eine verdächtige Versammlung im Ort sowie magische Wesen, deren Art zunächst unklar bleibt. Dadurch ergibt sich ein größeres Bild, deren Zusammenhänge es zu klären gilt, welche jedoch bis zum Ende nicht komplett aufgelöst werden. Trotzdem macht diese Abwechslung Spaß, auch das Rätseln, wer in welcher Beziehung zu wem stehen könnte.
Etwas befremdlich empfinde ich den wiederholten Fokus auf dem Aussehen der Kids, Kleidung und Frisuren werden, neben Essgewohnheiten, detaillierter beschrieben als deren Emotionen. Ein unglückliches Wägeverhältnis. Zumal die Kids manchmal erstaunlich abgebrüht wirken, wenn es um Gefahren geht. Auch kann ich Iridas fehlendes fehlendes Zugehörigkeitsgefühl in der Familie nicht nachvollziehen, welches sie wie ihre auffällige Stärke wiederholt betont, denn da herrscht ein sehr tolerantes Klima, welches mir beim Lesen positiv auffiel. Dafür wiederum hat der Autor auf veraltete Geschlechterklischees dankenswerterweise verzichtet, Irida steht den Jungen in nichts nach.
Andererseits gefällt mir der Bezug zum Ort, dass es die vorkommenden Sandsteinhöhlen wirklich gibt und dass das Gefühl der Andersartigkeit von verschiedenen Charakteren unterschiedlich gelebt wird. Ebenfalls werden gewisse Sagengestalten hier erfrischend anders dargestellt als gewohnt und bieten Stoff für Spekulationen. Was das Fantastische betrifft sehe ich hier definitiv Potential. Insbesondere Irida betreffend, ohne mehr verraten zu wollen. Stilistisch würde ich es begrüßen, wenn der Fokus etwas vom Oberflächlichen weg hin zu mehr Emotionen schwenken würde. Eine Anspielung, wohin es im zweiten Band gehen könnte, klingt ebenfalls vielversprechend.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Neue Detektei ermittelt in perfiden Entführungsfällen

Mörderfinder – Das Muster des Bösen
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Es ist so weit: Fallanalytiker Max Bischoff und Psychologe Marvin Wagner gründen ihre eigene Detektei WaBi Investigations. Gleich der erste Fall hat es in sich, denn die Entführung des Sohnes eines Richters ...

Es ist so weit: Fallanalytiker Max Bischoff und Psychologe Marvin Wagner gründen ihre eigene Detektei WaBi Investigations. Gleich der erste Fall hat es in sich, denn die Entführung des Sohnes eines Richters weist Parallelen zu einer früheren Kindesentführung auf, dessen Täter allerdings hinter Gittern sitzt. Unerwartete Hilfe bekommen sie von einem Friseurmeister, der in dieser Strafvollzugsanstalt tätig ist. Gemeinsam wird ihnen schnell klar, dass ein größeres Ziel hinter dem Ganzen steckt.
Es war eine gute Entscheidung, Dr. Marvin Wagner in die Ermittler-Reihe mit aufzunehmen, da er mit seiner trockenhumorigen Art einen angenehmen Kontrast zu Max Bischoff liefert. Denn so schlau Max in seinem Fach auch sein mag, sobald es ans Handeln geht, lässt er leider viel zu oft alle Vorsicht ausser Acht. Was mir bereits einige Male missfallen hat und auch diesmal seine unnötige Schwachstelle ist. Der Fall selbst sowie die Hintergründe sind hingegen thematisch gut gewählt. Unterhaltsames Extra ist der Friseurmeister, ein unerwarteter Sidekick, den der Autor nach einer Aktion auf Wunsch basierend auf einer realen Person eingebaut hat. Dies wird im Nachwort kurz erläutert. Leider kam es zu Beginn zu einigen Längen, da die Detektei erst noch eröffnet werden muss, bevor die Handlung wirklich in Schwung kommt. Was sich zwar interessant las, jedoch wenig Spannung aufbaute. Das sollte beim nächsten Band, falls es einen geben wird, nicht mehr der Fall sein. Insgesamt empfand ich den Band als eine gelungene Entwicklung der Reihe.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Was vor 50 Jahren wirklich geschah

Die unsichtbare Hand
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Olivia Dumont ist eine Ghostwriterin, die sich durch einen Karriereknick samt Geldproblemen kämpft. Retten könnte sie die neueste Jobanfrage, welche ihre Agentin ihr vorschlägt: Der berühmte Autor Vincent ...

Olivia Dumont ist eine Ghostwriterin, die sich durch einen Karriereknick samt Geldproblemen kämpft. Retten könnte sie die neueste Jobanfrage, welche ihre Agentin ihr vorschlägt: Der berühmte Autor Vincent Taylor hat sie angefragt, um ein Buch für ihn zu schreiben. Ein Mann, um den sich Gerüchte ranken, er hätte in seiner Jugend seine eigenen Geschwister ermordet. Was kaum jemand weiß: Dieser Mann ist Olivias Vater, dem sie vor langer Zeit den Rücken kehrte.
Der Roman begleitet die Leserschaft auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart versucht Olivia nicht nur, ihr Leben und die Beziehung zu ihrem Vater auf die Reihe zu bekommen, sondern entwickelt ein Interesse daran, die Wahrheit über die Morde vor rund 50 Jahren aufzuklären. In der Vergangenheit kann man einige Szenen sowohl aus Vincents als auch auch als Poppys Perspektive erleben, seiner jüngeren Schwester, die ziemlich aufgeweckt und mit einer kleinen Videokamera durchs Leben lief. Dabei sind die Szenen so geschickt angeordnet, dass sich Details in der Gegenwart, wie z. B. aus Vincents Erzählungen oder anderen Aufzeichnungen, mit den damaligen Ereignissen ergänzen.
Durch das Buch zieht sich eine gewisse Distanziertheit. Einige mag dies stören, ich empfand es als passend zu den Charakteren von Olivia und Vincent. Getragen wird die Handlung vor allem durch das Geheimnis, was vor 50 Jahren wirklich geschah. So ab der Hälfte des Romans hatte ich eine erste Vermutung, doch schafft es die Autorin geschickt, bis zum Schluss ein Detail nach dem nächsten zu enthüllen.
Das Buch ist kein Krimi, sondern ein Roman mit Krimi- und Drama-Elementen. Stärke und Schwäche zugleich, denn dadurch hing der Spannungsbogen einige Male etwas durch. Dafür gibt es eine gelungene Auflösung des Geheimnisses um den Cold Case.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Zwei Familien und ein Schicksal

Beeren pflücken
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Diese Erzählung handelt von zwei Familien, welche über das Schicksal eines Mädchens miteinander verbunden sind.
Jeden Sommer kommen Familen der Mi'kmaq aus Nova Scotia zur Beeren-Ernte auf die Felder ...

Diese Erzählung handelt von zwei Familien, welche über das Schicksal eines Mädchens miteinander verbunden sind.
Jeden Sommer kommen Familen der Mi'kmaq aus Nova Scotia zur Beeren-Ernte auf die Felder Maines. So auch im Jahr 1962. Mit dabei der sechsjährige Joe, der auf seine vierjährige Schwester Ruthie aufpassen soll. Doch plötzlich ist Ruthie verschwinden, wie vom Erdboden verschluckt. Die Polizei ist den Fremden keine große Hilfe. Zurück bleibt eine trauernde Familie.
Ungefähr zur selben Zeit hatte die jetzt über 50-jährige Norma damals in ihrer Kindheit merkwürdige Träume, welche ihre Eltern mit irgendwelchen Ausreden erklärten. Norma wuchs als Einzelkind einer gutsituierten, weißen Familie auf, das Verhältnis zu ihren Eltern war teilweise erdrückend.
Die Verbindung zwischen den beiden Familien lässt sich schnell erahnen, da gleich zu Beginn erwähnt wird, dass die kleine Ruthie auffällig helle Haut besitzt im Vergleich zu ihrer Familie. Zumal die Handlung auch zu einer Zeit beginnt, als den Natives von den Weißen die Rechte beschnitten und die Kinder weggenommen wurden, natürlich alles für den guten Zweck einer wohlfunktionierenden Gesellschaft. Entsprechend ist die kindliche Perspektive des kleinen Joe zu Beginn, der vom damaligen Leben der Mi'kmaq sowie den Erlebnissen berichtet, umso erschütternder. Ein Junge, der sich den Verlust seiner Schwester über Jahre hinaus sehr zu Herzen nimmt, sich für den Verlust die Schuld gibt. Ein Gefühl, welches ein Kind in dem Alter nie haben sollte. Genaugenommen geht es also um zwei Schicksale, die von Joe und Norma. Aus deren Perspektiven erlebt man die Schicksale dann auch. Das geschehene Unrecht ist einem wie bereits erwähnt schnell klar, der Weg der beiden aufeinander zu ist in diesem Buch das Ziel. Bewegend, vielleicht mit einigen Längen. Dennoch ein Thema, was nicht vergessen werden darf und hier symbolhaft erzählt wird. In meinen Augen ein überzeugendes Roman-Debut der Autorin.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Suche nach verschollenen Heiligtümern der Unterwelt

Guardian 1. Seelenwächter
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Endlich gibt es Guardian auch als deutsche Version, da war ich sofort dabei.
Guardian ist eine Danmei Light Novel, also ein chinesicher Roman mit Boys-Love, und spielt in diesem Fall in unserer Welt, also ...

Endlich gibt es Guardian auch als deutsche Version, da war ich sofort dabei.
Guardian ist eine Danmei Light Novel, also ein chinesicher Roman mit Boys-Love, und spielt in diesem Fall in unserer Welt, also quasi vergleichbar mit Urban Fantasy. Zu einigen kulturellen bzw. mythologischen Besonderheiten gibt es ein Glossar, ebenso wie eine Übersicht zur Aussprache der Hauptcharaktere.
Zhao Yunlan (auf dem Cover rechts) ist ein sexy Chaot, besitzt das Dritte Auge und leitet als Seelenwächter des Seelenschutzordens die Abteilung für Sonderermittlungen, Kontakte zur magischen Unterwelt inklusive. Neben einer Gruppe mehr oder minder ausgefallener Angestellter hat er einen dicken schwarzen Kater namens Daqing (gesprochen: da tsching) an seiner Seite, der sowohl magisch als auch sarkastisch so einiges auf dem Kasten hat. Gemeinsam mit dem jungen, soziophoben Guo Changcheng, der überraschend einen Job in dieser Abteilung zugeteilt bekommen hat und nun zu seinem ersten Tag dort antritt, lernen wir diese Leute nach und nach kennen.
Der erste Fall, in dem der junge Mann mit seinem Direktor ermitteln muss, lässt ihn Geister und gruselige Schatten sehen und bringt ihn echt an seine Grenzen. Dabei lernen sie den Uniprofessor Shen Wei kennen (links auf dem Cover), einen unterkühlten Typen, der sofort Zhao Yunlans Jagdinstinkt erotischer Natur weckt. Die Andeutung, dass der Prof den Ermittler bereits kennt, lässt natürlich auch die Leser hellhörig werden und, ja, da kommt noch so einiges an Überraschungen.
Im Großen und Ganzen geht es ansonsten um vier magische Artefakte, sogenannte Heiligtümer der Unterwelt, mit deren Hilfe sich so einiger Schaden anrichten ließe und die vor langer Zeit verschwunden sind. In diesem ersten Band der Trilogie sind die ersten beiden von insgesamt 4 Teilen enthalten, wobei es jeweils um eines der Heiligtümer geht. Den ersten Teil fand ich deutlich knackiger, im zweiten Teil hatte ich zwischendurch einen argen Spannungsknick. Das wäre inhaltlich das einzige, was mir nicht so gefiel, die Charaktere an sich sind herrlich ausgefallen und der Humor kommt auch nicht zu kurz.
Von der Aufmachung des Buches bin ich in einigen Punkten etwas enttäuscht. Ja, der Buchschnitt ist klasse und die beiliegende Charakterkarte gefällt mir ebenfalls sehr. Dafür Daumen hoch! Das Covermotiv entspricht der englischen Version, ebenso sind die Illustrationen im Buch dieselben. Nur dass diese in der deutschen Version leider nicht so schön ausfallen, da das Papier recht grob und leicht graustichig ist. Nicht grad die perfekte Wahl für Illustrationen. Und der silbern aufgedruckte Titel hat sich leider während des Lesens vom Softtouch-Cover gelöst und ist nun vorne nur noch anteilig lesbar. Davon abgesehen kann ich das Buch allen empfehlen, die auf Danmei/BL und/oder Urban Fantasy mit Fernost-Mythologie stehen.

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