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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2025

Dexter in feministisch!

How To Kill a Guy in Ten Ways
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🖤 How to Kill a Guy in 10 Ways ist ein schwarzhumoriger Female-Revenge-Thriller, der sich anfühlt wie eine feministische Version von Dexter. Die Mischung aus Thriller und Komödie funktioniert überraschend ...

🖤 How to Kill a Guy in 10 Ways ist ein schwarzhumoriger Female-Revenge-Thriller, der sich anfühlt wie eine feministische Version von Dexter. Die Mischung aus Thriller und Komödie funktioniert überraschend gut, auch wenn der Schreibstil stellenweise etwas simpel ist. Das hat mich aber nicht gestört – ich habe das Buch in einem Tag verschlungen! 😍📚
🔥 Fazit: Wer schwarzhumorige Thriller mit einer starken Protagonistin und feministischer Note liebt, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Kein Meisterwerk, aber absolut binge-worthy! 👏💀✨

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2025

👉 Perfekt für alle, die feministische, historische Romane lesen möchten, ohne dass es zu schwer oder überfordernd wird.

Die Frauen der Familie Flores
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Ein Familienfluch, Frauen, die zurückbleiben und ein Netz aus Fäden, das zu einem Symbol für Widerstand wird. Angélica Lopes hat mit Die Frauen der Familie Flores einen Roman geschrieben, der sich eindringlich, ...

Ein Familienfluch, Frauen, die zurückbleiben und ein Netz aus Fäden, das zu einem Symbol für Widerstand wird. Angélica Lopes hat mit Die Frauen der Familie Flores einen Roman geschrieben, der sich eindringlich, aber gleichzeitig zugänglich liest.

Ich sage es mal so: Das Buch ist vielleicht nicht das beste, was ich je gelesen habe – aber gerade deshalb möchte ich, dass viele Menschen es lesen. Es eignet sich unfassbar gut für alle, die Lust auf einen feministischen Roman haben, ohne gleich in extrem hochtrabende oder retraumatisierende Stoffe einzutauchen. Die Einstiegshürde ist niedrig, man braucht kaum Vorwissen über Geschichte oder Geografie – Schulwissen reicht völlig.

Was mich wirklich berührt hat, ist die weibliche Solidarität, die durch jede Seite hindurchscheint. Diese Verbundenheit zwischen den Frauen, ihre stille, fast unzerbrechliche Stärke, war für mich das Herzstück des Buches. Männer gibt es natürlich in der Geschichte, aber sie nehmen kaum Raum ein und genau das hat mir gefallen. Hier stehen endlich Frauen im Zentrum, ohne dass ihre Geschichten zur Randnotiz degradiert werden.

Vielleicht werde ich dieses Buch nicht hundertfach empfehlen. Aber es bleibt für mich trotzdem ein wichtiges, wertvolles Leseerlebnis – eines, das zeigt, wie weibliche Solidarität nicht nur rettet, sondern Generationen verbindet. 🕸️💜

*Rezensionsexemplar

Veröffentlicht am 13.08.2025

🖤 Für alle, die Fantasy lieben, in der Macht, Moral und Menschlichkeit neu verhandelt werden.

Das Lied der Krähen
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Düster, clever, voller Ecken und Kanten – Das Lied der Krähen ist keine 08/15-Fantasy. Bardugo schmeißt uns mitten in Ketterdams Gassen, wo Machtspiele genauso gefährlich sind wie Messer im Rücken.

Und ...

Düster, clever, voller Ecken und Kanten – Das Lied der Krähen ist keine 08/15-Fantasy. Bardugo schmeißt uns mitten in Ketterdams Gassen, wo Machtspiele genauso gefährlich sind wie Messer im Rücken.

Und dann diese Figuren: keine strahlenden Heldinnen, sondern Überlebenskünstlerinnen mit gebrochenen Knochen und noch gebrocheneren Herzen. Inej und Nina? So viel mehr als Love Interests – sie navigieren patriarchale Machtstrukturen mit Klinge, Witz und unerschütterlicher Selbstbestimmung.

Aus literaturwissenschaftlicher Sicht spannend: Bardugo unterläuft das klassische Helden-Narrativ. Hier geht es nicht um Auserwählte, sondern um moralisch graue Figuren, deren Entscheidungen zwischen Überleben und Schuld balancieren.

Der Anfang? Ein bisschen Chaos – aber sobald die Krähen zusammenfinden, liest sich das wie ein perfekt orchestrierter Coup: schnell, gefährlich, emotional.

🖤 Für alle, die Fantasy lieben, in der Macht, Moral und Menschlichkeit neu verhandelt werden.

Veröffentlicht am 04.08.2025

Ein wuchtiges Debüt – roh, politisch und mutig.

Das Beste sind die Augen
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🩸 Was als leises Familiendrama beginnt, eskaliert schnell in einen radikal-feministischen Rachetrip – blutig, unbequem und absolut unterhaltsam.

Ji-Wons “Weirdness” ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck ...

🩸 Was als leises Familiendrama beginnt, eskaliert schnell in einen radikal-feministischen Rachetrip – blutig, unbequem und absolut unterhaltsam.

Ji-Wons “Weirdness” ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck von Ohnmacht und Wut: gegen Rassismus, gegen Fetischisierung, gegen die Ignoranz weißer Männer. Monika Kim verwebt diese Themen auf so clevere Weise mit Genre-Elementen, dass man beim Lesen abwechselnd grinst, wütet – und sich heimlich denkt: Good for her?

Veröffentlicht am 23.06.2025

Eine literarisch eindringliche Annäherung an weibliche Wut – und das Recht, sie zu fühlen

Verdammt wütend
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Linn Strømsborgs Roman Verdammt wütend ist ein leises Buch über einen lauten Moment. Ein Moment, der viel zu lange auf sich warten ließ – und der vielleicht gerade deshalb so kraftvoll ist. Protagonistin ...

Linn Strømsborgs Roman Verdammt wütend ist ein leises Buch über einen lauten Moment. Ein Moment, der viel zu lange auf sich warten ließ – und der vielleicht gerade deshalb so kraftvoll ist. Protagonistin Britt, 43 Jahre alt, verheiratet, Mutter, hat alles richtig gemacht. Ein Leben lang. Sie war „vernünftig“, „zuverlässig“, hat sich selbst klein gemacht, um anderen Raum zu geben. Bis sie eines Tages explodiert – und plötzlich nichts mehr ist wie vorher.

Mit einem feinfühligen, beinahe poetischen Schreibstil gelingt Strømsborg ein feministisches Porträt einer Frau, deren Wut nicht übertrieben, sondern überfällig ist. Der Roman liest sich leicht, mit schnell durchblätterbaren Seiten und einem klaren, zugänglichen Ton – und doch hallt er nach. Denn was hier zur Sprache kommt, ist nichts Geringeres als das strukturelle Schweigen um weibliche Wut. Eine Wut, die allzu oft als „irrational“, „hysterisch“, „unangebracht“ abgetan wird – und die hier endlich einen Raum bekommt, in dem sie nicht nur da sein darf, sondern auch produktiv wird.

Strømsborg schreibt über die Konventionen des Frauseins: über das Mädchen, das zu einer Frau wird, und über die Frau, die irgendwann zur Mutter wird – oder eben nicht. Sie zeigt auf, wie eng gesellschaftliche Rollenerwartungen gefasst sind und wie sehr sie das Selbstbild prägen. Britt ist dabei keine Heldin im klassischen Sinn, sondern vielmehr eine Projektionsfläche: für ein kollektives Aufbegehren, das leise beginnt und sich dennoch tief in den Leserinnenkörper schreibt.

Verdammt wütend ist ein Roman über die subtile Rebellion im Alltäglichen, über den Trotz, der sich nicht rechtfertigt – und über das Bedürfnis, endlich wieder Subjekt der eigenen Geschichte zu werden. Und vielleicht liegt genau darin die literarische Kraft dieses Textes: in seiner Fähigkeit, jene Nuancen sichtbar zu machen, die allzu oft im Diskurs um Weiblichkeit verloren gehen.

Obwohl der Text für Leserinnen, die selbst keine Mutter oder Ehefrau sind, nicht in allen Aspekten identifikatorisches Potenzial bietet, bleibt er dennoch relevant – gerade weil er eine Erfahrung in Worte fasst, die systematisch entwertet wird. Es ist ein kluges, eindringliches Buch über emotionale Emanzipation – und über die Frage, wie ein anderes Leben, eine andere Welt vielleicht doch möglich ist.

4 von 5 Sternen – nicht weil das Buch Schwächen hätte, sondern weil es für einige Leserinnen in bestimmten Lebensphasen vielleicht noch mehr Resonanz erzeugen kann. Und dennoch: ein ganz klarer Lesetipp.