viel mehr als eine Teenagerliebesgeschichte!
We Burn DaylightDer Roman „We Burn Daylight“ von Bret Anthony Johnston spielt 1993 im texanischen Waco, wo sich der fanatische Sektenführer „Lamb“ niederlässt und seine Anhänger und Anhängerinnen um sich schart. Unter ...
Der Roman „We Burn Daylight“ von Bret Anthony Johnston spielt 1993 im texanischen Waco, wo sich der fanatische Sektenführer „Lamb“ niederlässt und seine Anhänger und Anhängerinnen um sich schart. Unter dem Verdacht des illegalen Waffenbesitzes und Missbrauch von Minderjährigen spitzt sich die Lage um den selbsternannten Messias immer mehr zu.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Roy (Sohn des Sheriffs) und Jaye (lebt zusammen mit ihrer Mutter, einer Anhängerin Lambs, auf dessen Ranch) erzählt.
Als sich die beiden begegnen und verlieben, wird schnell klar, dass diese Liebe im Schatten der Sekte keine sorglose Teenagerliebe sein kann.
Die Erzählung wird durch Auszüge eines 2023/24 produzierten Podcasts ergänzt, der die Ereignisse von 1993 näher beleuchtet und immer wieder Hinweise auf den Verlauf der Geschichte gibt.
Der Roman, der auf den realen Ereignissen der „Branch Davidians“ basiert, beschäftigt sich mit durchaus aktuellen Themen wie Machtmissbrauch und Fanatismus und gerade auf den letzten Seiten (s.Zitat) gibt es viel zu überdenken und zu diskutieren.
Das Ende lässt mich etwas ratlos zurück. Ist das echt ein gangbarer Weg? Wäre es nicht auch denkbar, die Wahrheit zu leben und sich für die Aufarbeitung des Geschehenen einzusetzen? An die Entscheidung der beiden kann ich nicht ganz anknüpfen.
In der deutschen Übersetzung werden immer wieder „Fräsen“ gesucht. Das war irgendwie merkwürdig. Aus dem Kontext geschlossen werden hier Waffen gesucht. Vielleicht „Fraser“?
Nett fand ich übrigens die Anekdote über den gestohlenen Laptop in der Danksagung!
Ein bewegendes und sehr emotionales, ein bedrückendes und absolut lesenswertes Buch!
„War es das Sterben wert? Die Antwort hängt davon ab, wen man fragt und auf welcher Seite diese Person steht.“