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Veröffentlicht am 25.08.2025

Deep Cuts - aber keine Deep Feelings

Deep Cuts
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Was versteht ihr unter dem Begriff "Deep Cuts"? Kennt ihr den Begriff? Sagt er euch irgendetwas? Mir war der Begriff vor dem Lesen des gleichnamigen Buches von Holly Brickley völlig unbekannt. Jetzt bin ...

Was versteht ihr unter dem Begriff "Deep Cuts"? Kennt ihr den Begriff? Sagt er euch irgendetwas? Mir war der Begriff vor dem Lesen des gleichnamigen Buches von Holly Brickley völlig unbekannt. Jetzt bin ich schlauer, aber fühle ich mich auch durch die Geschichte, bei welcher die Musik eine maßgebende Rolle spielt, auch unterhalten?

Manchmal passiert es, dass zwei Leben, die füreinander bestimmt scheinen, ganz plötzlich und unerwartet aufeinanderprallen. Es mag vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt sein, aber irgendwann passiert es, dass sich zwei Menschen rein zufällig am selben Ort treffen und eine Verbindung spüren, die tiefer zu gehen scheint. Das glaubt auch Percy, die Joe zwar schon vom Sehen an der Uni kennt, aber als die beiden in einer Bar in ein lebhaftes Gespräch kommen, weiß Percy, dass da mehr ist. Nicht direkt auf die Liebe bezogen, aber zwischen ihr und Joe herrscht eine gewisse Spannung. Sie verstehen sich gleich gut und das liegt zum größten Teil an ihrer beider Leidenschaft: der Musik. Percy selbst liebt die Musik im Allgemeinen einfach. Sie spielt kein Instrument, schreibt keine Songs und singt auch nicht. Joe dagegen schreibt seine eigenen Songs, spielt Gitarre und möchte mit der Musik ganz groß rauskommen. Einziger Nachteil: Seine Songs floppen alle eher und beim Schreiben fehlt ihm das gewisse Etwas. Da kommt nun Percy ins Spiel, die Texte versteht, selbst Blogbeiträge zum Thema Musik verfasst und sich bereiterklärt Joe unter die Arme zu greifen. Schnell hängen die beiden 24/7 zusammen. Es scheint, dass sie sich auch auf sexuelle Weise näher kommen, aber da gibt es immer diese kleinen Momente, diese Rückzieher, die beide machen. Und dann steht oft, man mag es kaum glauben, deren Leidenschaft zur Musik im Weg. Percy und Joe ziehen sich gegenseitig an, stoßen sich aber auch genauso schnell wieder ab. Kann das überhaupt funktionieren? Sowohl in Sachen Liebe, als auch beim Schreiben der Songs? Auch als die beiden sich aus den Augen verlieren, finden sie immer wieder zueinander. Denn die Musik führt sie zum jeweils anderen, kann sie aber auch genauso schnell wieder entzweien...

Für einen tiefgründigen Roman bin ich immer zu haben. Percys und Joes Geschichte klingt genau nach dem, was ich aktuell gesucht habe. Es geht um die Liebe, viel Gefühl und die Musik, die zwei Menschen näher zusammenbringt. Dass sie in diesem Fall zu Unstimmigkeiten führen kann, macht die Story erst aus. Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt und jeder Teil bezieht sich auf einen Lebensabschnitt von Percy und Joe. Zu Beginn lernen sie sich in Berkeley an der Uni kennen und verbringen viel Zeit zusammen. Im zweiten Teil hat es sie beide schon in die Welt hinaus gezogen (dieser Teil gefiel mir auch wesentlich besser, als der erste). Im dritten Abschnitt und somit dem letzten Teil des Buches, geht es nochmal viel um Gefühle, um das was richtig und falsch ist und um Entscheidungen, die in der Vergangenheit getroffen wurden. Auch dieser Teil gab mir eindeutig mehr, als es der erste getan hat. Trotzdem muss ich leider sagen, dass ich mehr von der Geschichte an sich erwartet habe. Sowohl Percy als weibliche Protagonistin, als auch Joe als der männliche Part, konnten mich nicht wirklich überzeugen. Für mich wirken die beiden eher, als wüssten sie nicht recht, was sie eigentlich von sich und ihrem Leben erwarten und wollen. Joe hat zwar ein klares Ziel vor Augen, trotzdem gibt er mir immer wieder das Gefühl von Ziellosigkeit. Auch Percy ist da nicht besser. Der einzige Charakter, der wirklich (meiner Meinung nach) ein Ziel vor Augen hat und weiß, was er möchte, ist deren gemeinsame Freundin Zoe. Alle anderen, mitwirkenden Charaktere bleiben für mich eher blass und nichtssagend. Dass die Geschichte in den frühen 2000ern spielt, hatte für mich aber doch etwas Positives und einen kleinen Nostalgiefaktor. Ich selbst bin Anfang der 90er geboren und habe die frühen 2000er miterlebt. Ein Ereignis hat auch mich damals sehr geprägt und ich denke auch heute noch oft daran zurück. Dieses ist auch im Laufe des Buches immer mal wieder Thema und wird wieder und wieder aufgegriffen. Den Punkt fand ich gut und spannend. An dieser Stelle hat mein ein klein wenig mehr Gefühl gespürt. Nicht nur von Percy und Joe, sondern generell. Oft war ich aber auch sehr wütend beim Lesen und konnte die ein oder andere Handlung der Protagonisten nicht nachvollziehen. Man merkt ganz offensichtlich, dass Percy und Joe zwar irgendwie zusammen passen, aber irgendwie auch nicht zusammen gehören. Versteht ihr, was ich meine? Für mich ist da viel toxic dabei. Das aber selbst einzusehen ist für viele wirklich schwierig und deshalb kann ich auch die beiden nicht dafür verurteilen. Geschrieben ist das Buch aus Percys Perspektive, weshalb man einen großen Einblick in ihre Gefühlswelt bekommt. Trotzdem kommt mir das Geschriebene oft eher nüchtern vor. Auch machen die vielen Songnamen, die Namen der Interpreten und Fachbegriffe aus der Musik das Lesen nicht immer leicht. Wer Musik liebt und sich stark mit ihr auseinandersetzt, wird aber sicher Spaß am Buch haben. Mir hat die Geschichte zu großen Teilen gefallen, aber an mancher Stelle waren mir sowohl die Protagonisten, als auch das Thema, einfach zu viel.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Schöne Idee, leider etwas wirr

Immortal Consequences – Die Blackwood Academy Trials
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Wer kann diesem düsteren aber doch wunderschönen Cover widerstehen? Ich hätte es auf keinen Fall gekonnt! Alleine die Farbgebung hat mich magisch angezogen und ich war sehr gespannt auf die Academy-Story ...

Wer kann diesem düsteren aber doch wunderschönen Cover widerstehen? Ich hätte es auf keinen Fall gekonnt! Alleine die Farbgebung hat mich magisch angezogen und ich war sehr gespannt auf die Academy-Story "Immortal Consequences" von i.V. Marie mit dunklem Hintergrund. Also nichts wie rein in die Handlung rund um eine mysteriöse Zwischenwelt und verstorbene Jugendliche, die ihr Dasein in dieser fristen müssen.

Wren, August, Masika, Irene, Emilio und Olivier sind so verschieden, haben aber doch eines gemeinsam. Alle sechs sind "lebende Tote". Manche vor einiger Zeit schon verstorben, andere erst vor kurzem. Doch sie leben nun alle ein ganz anderes Leben weiter, als sie es sich jemals vorgestellt haben. Die sechs sind jetzt Schüler an der Blackwood Academy und dafür bestimmt Seelen zu ernten. Mehr als das und ihre Leistungen in der Schule haben sie nicht mehr. Doch, da gibt es noch eine Sache, die eigentlich jeder und jede der Studierenden anstrebt: Sie wollen zu sogenannten Aufgestiegenen werden. Dieser Posten wird nicht an alle vergeben. Nur die Besten der Besten bekommen überhaupt eine Chance darauf. Aber schafft sie oder er es dann die Trials rund um diese Auszeichnung zu bestehen, winkt ein ganz anderes Leben. Eines, in welchem das Vergessen sofort gestoppt wird. Denn einen großen Nachteil am Tod in dieser Zwischenwelt ist, dass man mit den Jahren (und auch wenn es sehr viele Jahre sind), tritt das Vergessen ein. Die Jugendlichen vergessen einfach alles aus ihrer Vergangenheit, alles aus ihrem Leben vor dem Tod. Eine unschöne Vorstellung und deshalb ist der Posten der Aufgestiegenen auch so beliebt. Kein Wunder, dass auch die sechs oben genannten Schüler sich gerne dafür qualifizieren möchten. Und das aus den unterschiedlichsten Gründen... Denn es gibt in der Zwischenwelt nicht nur die Blackwood Academy, sondern auch viel düstere und verbotene Organisationen, deren Widersacher schon seit Jahren versuchen die Academy zu unterwandern. Auf welcher Seite werden die sechs am Ende stehen? Halten sie zu ihrer Academy oder verfallen sie dem Bösen? Und was mag die jungen Erwachsenen in den Trials erwarten?

Starten wir einmal mit dem rein, was mir gut gefallen hat. Ich mag das Setting der Geschichte sehr und finde es ganz cool, dass es so außergewöhnlich ist. Man meint, dass den Jugendlichen eigentlich schon das Schlimmste passiert ist, was einem passieren kann: Der Tod. Aber wir bekommen es in dieser Geschichte mit ganz anderen Problemen zu tun, die man sich so vorher nicht vorgestellt hätte. Die Kapitel sind immer aus der Sicht eines Dritten geschrieben, handeln aber abwechselnd von Wren, August, Emilio, Olivier, Irene und Masika. So bekommt man trotz des Erzählstils einen guten Einblick in deren Gefühlslage und Gedanken. Ich muss aber hier leider schon etwas meckern. Generell finde ich verschiedene Handlungsstränge und viele Eindrücke in einer Story gut und wichtig. ABER mit sechs Personen ist mir das hier einfach einen Ticken zu viel. Es kommen tatsächlich alle sechs Protagonisten hintereinander im Buch an die Reihe und das brachte für mich keinen richtigen Flow in die Geschichte. Da ist dann auch klar, dass die Backstorys immer nur kurz angerissen werden und man nicht tiefer tauchen kann. Um aber wieder zu etwas Positivem zu kommen, ich mag es sehr gerne, dass die sechs so unterschiedlich vom Charakter her sind, ihre Ziele aber immer verfolgen. Es sind sechs sehr starke Protagonisten, bei welchen ich manche mehr, die anderen weniger mag. Ich denke aber, dass sich jede/r LeserIn in mindestens einen Charakter reinfühlen kann und das macht die große Auswahl wieder zu etwas Gutem. Das Hauptaugenmerk sollte in diesem ersten Band der Dilogie auf den Trials liegen. Die werden auch ausführlich behandelt, zumindest am Anfang. Nachher lässt hier die Berichterstattung arg nach und man bekommt das Gefühl, dass man diesen Handlungsstrang einfach nur schnell abarbeiten möchte. Sehr schade, denn die Fantasywelt lebt genau von solchen Momenten in einer Story. Man kann prima mit Illusionen, bösen Mächten oder anderen, hinterhältigen Hindernissen spielen und glänzen. Ihr dürft mich nicht falsch verstehen, denn ich mag die Geschichte an sich sehr gerne. Ich mag das Setting, ich mag die Charaktere (zum größten Teil) und ich mag auch deren Entwicklungen im Laufe des Buches. Aber für mich ist die Idee der Geschichte leider nicht richtig zu ende gedacht. Man hätte noch viel mehr rausholen können. Aber am Ende war es dann doch eher wirr und wirkte zusammengewürfelt. Trotzdem tat es der Spannung im Buch keinen Abbruch, denn ich habe die knapp 550 Seiten innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Spannend war die Story auf jeden Fall und ich bin auch neugierig, wie es in Teil 2 weitergeht. Vielleicht entwickelt sich in diesem eine klarere Linie und alles passt am Ende super zusammen. Mein Fazit ist, dass ich mir mehr erhofft hatte und leider etwas von der Umsetzung enttäuscht bin. Trotzdem hatte ich ein angenehmes Lesevergnügen und ein paar schöne Stunden mit dem Buch.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Überbezahlte Manager, zickige Assistentinnen und die große Liebe?

Born to perform – Sei das Rad, nicht der Hamster
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Unter dem Titel "Born To Perform - Sei das Rad, nicht der Hamster" von Caspar Bendix stellt man sich wohl viel eher einen "richtigen Ratgeber" vor, als einen humorvollen Roman mit Insidertipps zum Management ...

Unter dem Titel "Born To Perform - Sei das Rad, nicht der Hamster" von Caspar Bendix stellt man sich wohl viel eher einen "richtigen Ratgeber" vor, als einen humorvollen Roman mit Insidertipps zum Management und Beziehungen. Aber genau das steckt hinter dem motivierenden Titel, der uns nicht nur so einiges über Topmanager mit auf den Weg, sondern auch Beziehungsratschläge und Dating Tipps mit an die Hand gibt.

Bo Mertens kommt frisch von der Uni und hat sich schon einen Job in der Stein Holding (wir wissen nicht so genau, was diese Firma eigentlich vertreibt, ober wofür sie steht) gesichert. Zwar ist er noch ein recht unbedeutendes Licht am funkelnden Firmenhimmel, aber aller Anfang ist bekanntlich schwer und jeder hat ja irgendwann mal klein angefangen. So zumindest seine und die Einschätzung seiner unmittelbaren Kollegen und Kolleginnen (wobei auch von Letzteren eher weniger die Rede ist). Für seinen "Chef", Thomas Meermann sieht das allerdings anders aus. Er erkennt in Bo viel mehr, sehr viel mehr. Ob das an seinem Fachwissen zu "Moppeds" liegt oder doch an den Qualitäten im aktuellen Job sei man dahingestellt. Tom Meermann ist begeistert von Bo und nimmt ihm quasi unter seine Fittiche. Von ihm bekommt Bo auch den Tipp einen ganz bestimmten Zahnarzt aufzusuchen, welcher hervorragend Bos Zahnleiden behandeln könnte. Sein guter Freund "Clausi" hat ganz bestimmt spontan einen Termin für Bo frei, wenn dieser auch nur erwähnt, dass er von Tom Meermann geschickt wurde. Clausi selbst wird jedoch die Behandlung gar nicht vornehmen, darum kümmert sich ausnahmsweise mal dessen Tochter Laura. Und die hat es Bo sofort angetan. Sie ist DIE Eine, seine Traumfrau (obwohl die beiden kaum ein paar Worte miteinander gewechselt haben und sich diese auch nur auf eher oberflächliche Themen bezogen haben). Für Bo steht es fest: Er möchte Laura besser kennenlernen. Und wenn einer in Bos Umfeld weiß, wie das richtig geht, dann sein langjähriger und bester Freund Jan. Mit Jans Beziehungstipps und Tom Meermanns klugen Ratschlägen im Management, die man laut Jan auch prima auf das Liebesleben ausweiten kann, versucht Bo sich auf sein erstes Treffen mit Laura vorzubereiten. Dass diese aber schon von anderer Seite einige Infos über Bo bekommt, die ihn in keinem guten Licht dastehen lassen, weiß diese zu dem Zeitpunkt noch nicht...

Erhofft hatte ich mir hier einen witzigen, humorvollen Roman, der mitten aus dem Leben stammen könnte und vielleicht sogar ein kleines Happy End bereithält. Habe ich das alles bekommen oder gar überhaupt etwas davon? Definitiv ja. Konnte das Buch in allen Bereichen überzeugen? Wohl eher nicht. Lasst es mich so formulieren: Ich hatte eine Menge Spaß beim Lesen und kam auch mit dem Schreibstil sehr gut zurecht. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und fand auch die Länge der Kapitel entsprechend passend. Manche Kapitel waren mal länger, andere mal eher ganz kurz. Alles hat sich aber die Waage gehalten und unterhalten fühlte ich mich eigentlich zu jedem Zeitpunkt. Ich muss allerdings sagen, dass die Geschichte nicht genau das war, was ich mir zu Beginn erhofft hatte. Klar, manche Textpassagen waren lustig, andere dafür waren so skurril, das man sich das eigentlich nicht ausdenken kann. Und dabei stellte ich mir so oft die Frage, ob das Verhalten mancher Charaktere im echten Leben vielleicht wirklich existiert. Was verdammt gruselig wäre. Mir ist natürlich bewusst, dass viele Topmanager oftmals gar keine Ahnung von dem haben, was sie da so den lieben langen Tag tun (oder auch eher tun SOLLTEN). Aber gibt es Menschen, die so gar keinen Plan von ihrer Arbeit haben, sich trotzdem immer irgendwie durchgemogelt bekommen? Vor allem bei Thomas Meermann fällt das natürlich sehr stark auf. Wenn er angefangen hat zu sprechen, habe ich meist schon die Augen verdreht, weil ich es einfach nicht lesen wollte. Auch Bos Freund Jan hat bei mir nicht viel mehr Sympathiepunkte geerntet. Er hat völlig verdrehte Vorstellungen von Beziehungen, Dating und dem was richtig oder falsch ist. Bo, als Hauptprotagonist, erschien mir im Gegensatz zu diesen beiden Männern oft eher blass und nichtssagend. Er hat nie auf den Tisch gehauen, egal wie absurd die Vorschläge der beiden auch waren. Er hat sich einfach immer weiter treiben lassen, obwohl seine Gedanken doch schon offenbart haben, dass er das alles ein klein wenig anders sieht. An manchen Stellen fand ich das ganze Buch auch sehr wirr und konnte einige Handlungen nicht nachvollziehen. Wer mal was für Zwischendurch braucht um einfach abzuschalten, kann das Buch auf jeden Fall gut lesen. Besonders tiefgründig ist es aber nicht. Spaß hat das Lesen aber allemal gemacht, auch wenn ich persönlich mir eine andere Story dazu gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Tief gedacht aber zum Ende hin doch sehr geschwächelt

Achtzehnter Stock
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Unter dem Titel "Achtzehnter Stock" kann man sich nicht allzu viel vorstellen. Es könnte sich alles und nichts hinter einem solchen Buchtitel verbergen, aber was möchte uns die Autorin Sara Gmuer hier ...

Unter dem Titel "Achtzehnter Stock" kann man sich nicht allzu viel vorstellen. Es könnte sich alles und nichts hinter einem solchen Buchtitel verbergen, aber was möchte uns die Autorin Sara Gmuer hier wirklich erzählen? Welchen tieferen Sinn hat die Geschichte um Wanda, ihre großen Träume und ihrer Verpflichtungen in der Mutterrolle? Achtzehn Stockwerke hoch, dem Himmel so nah, ihren Träumen könnte sie aber kaum fernen sein. Es handelt sich hierbei um eine Geschichte einer jungen Mutter, die hin- und hergerissen ist zwischen ihren Gefühlen als Mutter ihrer Tochter gegenüber und ihrem Traum eine bekannte Schauspielerin zu werden.

Wandas Leben scheint bereits fertig geschrieben zu sein. Sie lebt mit ihrer kleinen Tochter Karlie in einem dreckigen Plattenbau, ganz weit oben. Bekannt ist ihr nur ein solches Leben zwischen grauen Hochhäusern und unerfüllten Träumen. Doch das möchte Wanda auf keinen Fall akzeptieren. Sie möchte Schauspielerin werden und eine bekannte noch dazu. Ihr größter Traum war es immer zu schauspielern, in Filmen und Serien mitzuwirken und von allen gesehen zu werden. Letztendlich konnte sie sich diesen Traum (bisher zumindest) noch nicht erfüllen und es sieht auch für ihre Zukunft nicht unbedingt so aus, als würde er noch in Erfüllung gehen können. Bis sie eines Tages doch eine bedeutende Rolle an Land gezogen haben soll. Sie tritt ein in eine Welt der mächtigen Menschen und lernt die andere Seite des Lebens kennen, wenn auch nur für einen kleinen Moment, denn als ihre Tochter Karlie krank wird, muss Wanda überlegen, was ihr wichtiger ist. Möchte sie den Bedürfnissen ihrer Tochter nachkommen und eine gute, alleinerziehende Mutter für sie sein? Oder lässt sie alle Gedanken an ihr Kind fahren und verschreibt sich der Schauspielerei mit Leib und Seele? Wanda gerät nicht nur einmal im Laufe der Geschichte in den Konflikt zwischen ihren Träumen und dem Bedürfnis ihrer Tochter eine gute Mutter zu sein. Sie merkt schnell, dass man nicht alles haben kann und schon gar nicht, wenn man nicht bereit ist Opfer zu bringen. Aber wofür wird Wanda sich entscheiden? Ihren großen Traum oder doch das Kind, welches sie alleine großziehen muss und welches doch so sehr auf die Liebe und den Schutz ihrer Mutter angewiesen ist?

Nachdem ich das Buch beendet hatte, hallte es doch noch ein wenig länger in mir nach, als ich es zuerst vermutet hatte. Hier wird so ein wichtiges Thema angesprochen, dass ich mich beim Lesen doch oft selbst in Wandas verzweifelter Situation wiedergefunden habe. Ich selbst habe (noch) keine Kinder, kann mir aber in der Position einer Frau durchaus vorstellen, was die Entscheidung zu einem Kind mit sich bringt. Vor allem in beruflicher Hinsicht. Wird sind in Deutschland noch lange nicht soweit, dass alle Frauen sich für beides entscheiden können: Karriere und Kind. Viele Frauen haben diesen Konflikt in sich und müssen tagtäglich mit ihren Entscheidungen leben. Entweder oder ist hier das Motto. Entweder du bekommst Kinder und kümmerst dich um diese ODER du machst Karriere und startest im Berufsleben so richtig durch. An Wanda's Beispiel sieht man dann auch noch sehr gut was ist, wenn man so gar niemanden hat, dem man zur Unterstützung mal anrufen kann. Der sich dann um das Kind kümmern kann oder anderes an Hilfe anbieten kann. Wanda ist völlig alleine und die Verzweiflung die damit einhergeht merkt man in diesem Buch sehr heftig und stark. Gerade den ersten Teil des Buches fand ich auch extrem gut geschrieben. Nicht nur inhaltlich war er so hart, brutal und real. Auch sprachlich konnte er mich sehr überzeugen. Leider lies das aber im Laufe des Buches doch sehr nach. Es wurde, für mein Dafürhalten, immer unrealistischer und abstruser. Ich gehe mit allem mit, was im Laufe des ersten Teiles alles so passiert ist. Das ist für viele Menschen sicher harte Realität. Aber was später geschrieben wurde, kann ich nicht so ganz mit der Wirklichkeit vergleichen. Es ist doch am Ende etwas sehr weiter hergeholt und nicht realistisch. Es mag sein, dass man hier auf Wandas Geisteszustand anspielt, der im Laufe des Buches immer mehr und mehr geschwächt wirkt, aber auch dann ergibt so manche Handlung von ihr einfach keinen Sinn für mich. Das Ende fand ich wiederum "krass". Es ist kein Paukenschlag, aber ich hätte mit dieser Entscheidung auch wirklich nicht gerechnet. Für mich wirkt Wanda am Ende des Buches, als hätte sie resigniert. Auch wenn es schwer ist, sollte das Ziel immer sein aus alten Mustern auszubrechen. Das Buch hat mich zu Beginn gut unterhalten, wurde aber dann leider immer schwächer. Die Message ist trotzdem so wichtig und vor allem heute noch der Alltag fast jeder Frau.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Cover ist eine 10/10, die Story zu wirr und nicht richtig durchdacht

The Stars are Dying
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Ein dunkles Buch, goldene Schrift, ein Farbschnitt wie aus dem Lehrbuch und eine Story rund um Sternengötter, die Dunkelheit und Fae und andere Fabelwesen - was will man mehr? Nun, das dachte ich mir zumindest, ...

Ein dunkles Buch, goldene Schrift, ein Farbschnitt wie aus dem Lehrbuch und eine Story rund um Sternengötter, die Dunkelheit und Fae und andere Fabelwesen - was will man mehr? Nun, das dachte ich mir zumindest, als ich das neue Buch "The Stars Are Dying" von Chloe C. Penaranda in Händen hielt und freute mich sehr auf mystische Kreaturen und einen erbitterten Kampf zwischen verschiedenen Spezies. Denn auch der Klappentext machte neugierig auf mehr. Wenn Licht und Schatten sich berührend bekommt in diesem Buch eine ganz andere Bedeutung, aber konnte mich die Storyline letztendlich überzeugen oder ist das Buch nur hübsch anzusehen?

Astraea kann sich eigentlich nicht beschweren. Sie lebt in einem stattlichen Herrenhaus, hat einen schönen und einflussreichen Mann an ihrer Seite, der sie beschützt und ihren Wünschen nachkommt und sie braucht sich keine Gedanken über ihre Zukunft zu machen. Worüber sie sich allerdings immer wieder Gedanken macht ist ihre Vergangenheit, denn an diese kann sie sich beim besten Willen nicht mehr erinnern, egal wie sehr sie sich auch anstrengt. Vor fünf Jahren kam Astraea zu Hektor ins Herrenhaus und seitdem lebt sie dort in Saus und Braus, nimmt als stille Beobachterin an Festlichkeiten teil und bekommt von Hektor alles, was sie zum leben braucht. Deshalb sollte sie sich auch keine Gedanken machen, was das "Vorher" in ihrem Leben angeht, allerdings ändert sich dies ganz schnell, als sie eines Tages in einem Zimmer des Herrenhauses auf einen dunklen, unbekannten Mann stößt. Zwischen den beiden entsteht sofort eine Chemie, die Astraea so noch nie gespürt hat. Sie fühlt sich gleich zu diesem Fremden hingezogen und auf irgendeine Weise verbunden. Dass der Fremde im Laufe der Zeit immer häufiger auftaucht, ohne das Astraea weiß woher, macht die Sache nicht leichter für sie. Im Gegenteil: Die ständige Anwesenheit des fremden Mannes überzeugt sie nun noch mehr sich aus ihren goldenen Fesseln bei Hektor zu befreien und in die Welt hinauszuziehen. Vielleicht erfährt sie ja auch etwas über ihre Vergangenheit. Dass sie nicht einfach so verschwinden kann, wird ihr schnell klar, denn Hektor möchte seinen größten Besitz nicht kampflos gehen lassen. Letztendlich wird sich also zeigen wie sehr Astraea ihre Freiheit möchte und was sie dafür alles bereit ist zu tun... Ganz auf sich alleine gestellt ist sie in dieser Sache nicht. Sie hat zwar wenige, aber dafür richtige Freunde, die sie in ihrem Vorhaben unterstützen und sie auf ihrem Weg zu sich selbst begleiten. Am Ende bleibt immer die Frage, ob alle die Opfer es wert sind und wie viele Opfer Astraea überhaupt bereit ist zu geben? Wird sie erfahren, woher sie stammt und was sie vor all den Jahren in die Arme eines machthungrigen Mannes geführt hat? Findet sie vielleicht sogar ihre Familie wieder? Und in welcher Verbindung stehen sie und der geheimnisvolle Fremde wirklich?

Puhhh, ich weiß gar nicht so recht, wie ich diese Rezension beginnen soll... Ich war zu Beginn des Buches so euphorisch und gespannt auf die Geschichte, dass ich mir auch bei dem wunderschönen Cover gar nicht vorstellen konnte, dass mir das Buch am Ende gar nicht gefällt. Aber so ist es leider gekommen und ich möchte euch jetzt erklären, woran das liegt. Ich glaube nicht, dass wir uns darüber streiten müssen, dass das Cover eine 10/10 ist. Es ist wundervoll ausgearbeitet und beinhaltet auch Themen, die in der Geschichte aufgegriffen werden. Der hübsche Farbschnitt trägt zu einem runden Erscheinungsbild bei und hat mich wirklich fasziniert. Genauso wie auch die Story, die sich zwischen den Seiten verbergen soll. Es geht um alte Götter, Fae, Vampire, Sternenbilder und eine sogenannte Sternenmaid, Celestrials und Menschen, die irgendwie mehr schlecht als recht koexistieren. sind an sich ja keine schlechte Ausgangslage. Mir hier in diesem Fall allerdings zu viel des Guten. Ein, zwei übernatürliche Kreaturen weniger, hätten es auch getan. So springt man gedanklich ständig von einer Spezies zur anderen und kommt nicht wirklich klar in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. Dass sich alle nicht so wohlgesonnen sind, ist zwar klar, aber es ist mir persönlich einen "too much". Außerdem muss ich leider kritisieren, dass ich im gesamten Buch keinen richtigen, roten Faden sehen kann. Es wird eine nette Geschichte von einer jungen Frau erzählt, die sich ihren Weg durch's Leben bahnt und dabei von Freunden und Fremden unterstützt wird. Sie muss viele Abendteuer bestehen um am Ende zu erfahren wo sie eigentlich hingehört (wobei auch das, kleiner Spoiler, zumindest im ersten Band nicht so ganz aufgeklärt wird). Das Potential dieser Geschichte ist groß und sie hätte mich wirklich fesseln können. Da aber alles irgendwie oberflächlich geblieben ist, habe ich keinen richtigen Zugang zur Story und auch nicht zu den Charakteren gefunden. Die beiden Hauptprotagonisten finde ich zwar nicht so flach, wie die Nebendarsteller, aber ich hätte mir hier mehr Tiefe gewünscht. Auch was deren Gefühlswelt angeht (auch wenn man bedenken muss, dass alle Kapitel aus Astraeas Sicht geschrieben sind). Ihre Freunde Cassia, Zath, Davina und Rose sind mir nicht nahe gekommen, was ich echt schade finde. Gerade bei Zath hatte ich am Anfang so viele Hoffnungen. Auch Nyte, der dunkle Unbekannte, gewinnt in Band 1 nicht viele Sympathiepunkte bei mir. Ich weiß, welches Bild man mit ihm darstellen wollte und den Ansatz finde ich nicht verkehrt. Er sollte einer der beliebten, großen "Shadow Daddys" werden, dafür springt er mir in seinem Verhalten aber zu viel hin und her. Gut finde ich aber, dass es hinten eine Agenda gibt, die die korrekte Aussprache der Namen und Orte zeigt. Direkt zu Beginn habe ich mir alles gut durchgelesen und hatte somit eine tolle Hilfe während des Lesens. Es ist so schade, da die Geschichte so viel zu bieten hat. Vielleicht müssen wir aber einfach auf Band 2 hoffen, um dort etwas mehr aufgeklärt zu werden und Verbindungen und Schlüsse besser ziehen zu können. Ich bin auf jeden Fall gespannt und werde der Fortsetzung, wenn sie dann erscheint, eine Chance geben.

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