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Veröffentlicht am 12.10.2023

Wenn Erinnerung tötet

Ein Fluss so rot und schwarz
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Sieben Menschen wachen auf einem Schiff auf, das ohne eine Möglichkeit, es zu steuern, auf offener See fährt. Kurz darauf ist einer von ihnen tot. Keiner der Anwesenden weiß, warum sie hier sind. Denn ...

Sieben Menschen wachen auf einem Schiff auf, das ohne eine Möglichkeit, es zu steuern, auf offener See fährt. Kurz darauf ist einer von ihnen tot. Keiner der Anwesenden weiß, warum sie hier sind. Denn niemand erinnert sich an die Vergangenheit. Eine mysteriöse Stimme im Satellitentelefon gibt ihnen klare Anweisungen: Wer sich erinnert, muss sterben. Denn Erinnerungen führen zu Veränderungen, die zur Bedrohung der ganzen Mannschaft werden. Und so bringt sie das Schiff immer näher an ihr Ziel: Das völlig zerstörte London.

Anthony Ryan schafft mit seinem Thriller-Debüt einen dystopischen Endzeit-Thriller, der den Leser auf brutale Art an den Erfahrungen der Protagonisten teilhaben lässt. Dabei verlässt er sein bekanntes Fantasy-Milieu nur zum Teil, da vieles seiner Geschichte nur fiktional möglich ist. Nichtsdestotrotz ist es ein unglaublich spannendes Buch mit einem für mich emotional sehr aufwühlenden Ende. Die Geschichte hat mich absolut mitgerissen.

Kaufinteressenten sollte bewusst sein, dass sie eine Handlung im Stile von “28 Days Later” und “The Last of Us” erwartet und kein klassischer Thriller. Dies wird m.M.n. im Klappentext zu wenig deutlich und kann falsche Erwartungen schüren.

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Veröffentlicht am 18.09.2023

Schuldig oder nicht schuldig - Im Krieg ist alles relativ

Helle Tage, dunkle Schuld
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Die Polizei in Nachkriegsdeutschland ist mit dem Makel der Mittäterschaft behaftet. Viele Mitglieder hatten sich der SS angeschlossen, einige wurden verurteilt und aus dem Dienst entlassen. Aber schon ...

Die Polizei in Nachkriegsdeutschland ist mit dem Makel der Mittäterschaft behaftet. Viele Mitglieder hatten sich der SS angeschlossen, einige wurden verurteilt und aus dem Dienst entlassen. Aber schon wenige Jahre nach Kriegsende verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse immer mehr. In dieser Zeit wird Inspektor Carl Bruns zu einem Mord gerufen. Der vermeintliche Täter ist ein Bekannter aus dem Polizeidienst, der bei einem Massaker 35 Zwangsarbeiter ermordet haben soll. Seit Kriegsende ist er untergetaucht, denn die Briten haben ein Todesurteil gegen ihn verhängt. Und jetzt liegt die Mutter des Massenmörders tot auf der Straße. Auf einmal gerät Carls Jugendliebe ins Visier der Ermittler, denn ihre Geschichte ist mit der des Mörders verwoben.

“Helle Tage, Dunkle Schuld” beschreibt eindringlich die Verhältnisse, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in den Ruinen des Ruhrgebiets herrschten. Die Menschen kämpfen ums nackte Überleben. Mittendrin stecken die Charaktere des Buches, die mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben. Wo bekommen sie genug zu Essen? Haben sie ein Dach über dem Kopf oder müssen sie weiter in den Ruinen schlafen?

Eingebettet in die Geschichte über Armut und Überlebenskampf baut sich eine Kriminalgeschichte auf, bei der nichts ist, wie es scheint. Der Spannungsbogen spannt sich ab Beginn des zweiten Drittels des Buchs bis zum Ende und reißt kaum ab. Über all dem schwebt die Frage: Wie viel Schuld trägt jeder Mensch nach dem Krieg in sich? Und wie lässt sich die Schuld relativieren, wenn man dadurch einen geliebten Menschen schützt?

Als ich angefangen habe, das Buch zu lesen, habe ich bei weitem nicht so ein spannendes Buch erwartet. Neben der eindrücklichen Beschreibung der Zerstörung und des Leid der Menschen nimmt die Kriminalgeschichte rasant an Fahrt auf. Über die Zeit entwickeln sich immer mehr Beteiligte zu Tätern und Opfern, wenn nicht zu beidem. Das Buch ist bis zum Schluss spannend. Durch die verwendete Sprache kann man sich wunderbar in die Zeit nach dem Krieg hineinversetzen.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung für das Buch.

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Veröffentlicht am 13.09.2023

Keksprinz trifft Naturprinzessin

Skogen Dynasty (Crumbling Hearts, Band 1)
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In Skogen Dynasty treffen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Milliardenerbe Aleksander (Sander) Skogen liebt ein Jetset-Leben, genießt die beste Ausbildung der Welt ...

In Skogen Dynasty treffen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Milliardenerbe Aleksander (Sander) Skogen liebt ein Jetset-Leben, genießt die beste Ausbildung der Welt und wird darauf vorbereitet, in die Fußstapfen seiner Vorfahren als Leiter eines Keksimperiums einzusteigen. Wegen eines Skandals wird der “Keksprinz” dazu verdonnert, sich ins Exil zu begeben und an der Trekkingtour von Norah Svendsen teilzunehmen.

Carolin Wahl baut in ihrem Buch zwei Charaktere auf, die im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durchmachen. Beide Hauptcharaktere wirken authentisch, ihre Entscheidungen und Handlungen sind absolut nachvollziehbar, wenn auch zum Teil schwer zu ertragen. Eingebettet sind die Charaktere in die wunderschöne Natur Norwegens, in die man sich herrlich hineinversetzen kann. Geschrieben ist alles mit einem wunderbaren Witz, mit viel Zuneigung und auch Frustration über die Gefühlswelt der Protagonisten.

Alles in allem ein absolut lesenswertes Buch. Für mich war es das erste Mal, dass ich mich an dieses Genre herangetraut habe und ich habe es nie bereut. Umso mehr freue ich mich auf die weiteren Teile der Reihe.

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Veröffentlicht am 11.09.2023

Der Tod wartet in vielen Facetten - Innen wie außen!

Fourth Wing – Flammengeküsst
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Violett Sorrengail will gerne in die Fußstapfen ihres Vaters treten und als Gelehrte im Basgiath War College lernen. Leider lässt ihre Mutter das nicht zu, denn sie soll zur Drachenreiterin ausgebildet ...

Violett Sorrengail will gerne in die Fußstapfen ihres Vaters treten und als Gelehrte im Basgiath War College lernen. Leider lässt ihre Mutter das nicht zu, denn sie soll zur Drachenreiterin ausgebildet werden. Und so begibt sie sich in die gefährliche Ausbildung, bei der der Tod der ständige Begleiter ist. Nicht nur die Prüfungen, die sie bestehen muss, sind todbringend, auch vor ihren Mitstreitern ist sie nicht sicher, denn es gibt nur eine begrenzte Anzahl Drachen, die Willens sind zu töten, um Drachenreiter zu werden. Als wäre das noch nicht genug, trifft sie auch noch auf den Sohn des Mannes, den ihre Mutter hinrichten ließ. Auch wenn sie sich aufs Blut hassen sollten, scheint da doch mehr zu sein als pure Verachtung und plötzlich erscheint alles, was Violett zu wissen schien, in einem völlig anderen Licht...

Rebecca Yarros hat in dem Auftakt ihrer fünfteiligen Reihe einen atemberaubendes Fantasy-Universum geschaffen. In einer Welt voller Krieg, in der die Feinde von außen versuchen, Violetts Lebensraum zu zerstören, muss sie eine Ausbildung absolvieren, die sie mehr fordert, als sie zu schaffen glaubt. Das Buch ist mit viel Herz, Witz und Brutalität geschrieben. Für mich ist Fourth Wing eine der besten Fantasy-Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Ich freue mich riesig auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Ein aufwühlendes Buch über die Abgründe der Menschheit

2081
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Was soll die Menschheit tun, wenn die Klimakatastrophe sie unter die Erde zwingt, da die Oberfläche nicht mehr bewohnbar ist? In 2081 wird die Lösung in der Flucht zum Mars gesucht. Hier soll ein besseres ...

Was soll die Menschheit tun, wenn die Klimakatastrophe sie unter die Erde zwingt, da die Oberfläche nicht mehr bewohnbar ist? In 2081 wird die Lösung in der Flucht zum Mars gesucht. Hier soll ein besseres System aufgebaut werden, das auf Gemeinschaft basiert.

Die Klimakatastrophe dient in 2081 vor allem als Aufhänger für eine Geschichte über die Abgründe des menschlichen Verhaltens. Die dystopische SciFi-Geschichte skizziert eine andere Lebensweise, die sich auf dem Mars entwickelt. Aber ist diese wirklich besser als das, was der Mensch auf der Erde treibt? 2081 ist absolut kein Wohlfühlroman. Es geht um nicht weniger als das Überleben in einem kranken System, bei dem immer wieder Abstriche zum Wohle der Menschheit gemacht werden müssen. So entsteht eine aufwühlende Geschichte, die sehr zum Nachdenken anregt, so wie viele dystopische Geschichten. So reichen 300 Seiten auch einfach nicht, um zu einem zufriedenstellenden Ergebnis für die gesamte Menschheit zu kommen. Dies ist aber auch nicht die Intention des Buches, es geht vielmehr um einen Einblick in die Frage, wozu der Mensch bereit ist, wenn es um das eigene Überleben geht. Insgesamt ist 2081 ein lesenswertes Buch, vor allem für Fans von Dystopien. Zwar braucht die Geschichte etwas, um in Fahrt zu kommen und lange ist nicht klar, was der Kern der Geschichte ist, das Ende macht dies aber absolut wett.

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