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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2025

Dolce Vita für den Alltag

Es kann so schön sein, das Leben
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Alexander Oetker hat mit Es kann so schön sein, das Leben ein Buch geschrieben, das sofort Urlaubsgefühle weckt und gleichzeitig dazu einlädt, den eigenen Alltag zu überdenken. Er zeigt anhand von zehn ...

Alexander Oetker hat mit Es kann so schön sein, das Leben ein Buch geschrieben, das sofort Urlaubsgefühle weckt und gleichzeitig dazu einlädt, den eigenen Alltag zu überdenken. Er zeigt anhand von zehn Kapiteln, wie Menschen im Süden Europas leben und was wir uns davon abschauen können. Es geht um Essen und Genuss, Familie und Freundschaft, Religion, Bewegung, Natur und vieles mehr. Dabei mischt er persönliche Anekdoten mit Beobachtungen und Gesprächen, was das Ganze sehr lebendig und nahbar macht.

Besonders schön fand ich, dass jedes Kapitel mit Leitsätzen und Impulsen endet. Diese kleinen Zusammenfassungen machen die Inhalte greifbar und liefern Denkanstöße, die man auch im eigenen Leben umsetzen kann. Dazu kommen Rezepte und ein unterhaltsames Alphabet des Dolce Vita, was das Buch abwechslungsreich und kurzweilig macht.

Ich habe beim Lesen oft genickt, manchmal geschmunzelt und immer wieder Lust bekommen, mehr Gelassenheit und Leichtigkeit in meinen Alltag zu holen. Natürlich geht nicht alles eins zu eins – manches wirkt eher auf Auswanderer oder Selbstständige zugeschnitten und weniger auf den typischen Arbeitsalltag. Auch ist der Vergleich zwischen deutscher und südeuropäischer Mentalität manchmal etwas einseitig. Aber das hat meinen Lesegenuss nicht geschmälert, denn die vielen kleinen Impulse bleiben wertvoll und inspirierend.

Unterm Strich ist es ein Buch, das gute Laune macht und gleichzeitig kleine Denkanstöße liefert, wie man glücklicher und entspannter leben kann. Für mich ein rundes Wohlfühlbuch, das ich sicher noch öfter in die Hand nehmen werde.

Fazit: Ein inspirierendes Plädoyer für mehr Gelassenheit, Genuss und Lebensfreude. Nicht alles lässt sich im Alltag sofort umsetzen, aber vieles kann man sich abgucken – und allein das macht das Buch lesenswert.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Überraschend fesselnd

Tell Me Softly
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Kamila dachte, sie hätte ihr Leben im Griff. Doch als die Di-Bianco-Brüder Taylor und Thiago nach Jahren plötzlich wieder auftauchen, gerät alles ins Wanken. Früher waren sie unzertrennlich, doch ein Ereignis ...

Kamila dachte, sie hätte ihr Leben im Griff. Doch als die Di-Bianco-Brüder Taylor und Thiago nach Jahren plötzlich wieder auftauchen, gerät alles ins Wanken. Früher waren sie unzertrennlich, doch ein Ereignis hat ihre Freundschaft zerstört. Nun spürt Kami, dass die Vergangenheit noch immer zwischen ihnen steht, gleichzeitig aber auch, dass alte Gefühle nie wirklich verschwunden sind. Zwischen Loyalität, Sehnsucht und Schmerz muss sie herausfinden, wem ihr Herz wirklich gehört und ob eine gemeinsame Zukunft überhaupt möglich ist.

Zuerst war ich unsicher, ob ich dieses Buch lesen soll. Die Figuren sind noch recht jung und normalerweise lese ich eher Geschichten, in denen die Protagonisten ein paar Jahre älter sind. Trotzdem hat mich die Leseprobe neugierig gemacht und ich wollte wissen, was hinter der Vergangenheit der drei steckt. Zum Glück habe ich weitergelesen, denn schon nach wenigen Seiten war ich mittendrin in der Dynamik zwischen Kami, Taylor und Thiago.

Was mich an der Geschichte besonders fasziniert hat, war die Spannung zwischen den drei Hauptfiguren. Auch wenn das Liebesdreieck nicht unbedingt neu ist, schafft es Mercedes Ron, diese alte Freundschaft, die Schuldgefühle und die unausgesprochenen Emotionen so darzustellen, dass man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Die Atmosphäre erinnerte mich an typische High School-Dramen mit all den unausgesprochenen Blicken, den intensiven Gefühlen und den kleinen Geheimnissen, die langsam ans Licht kommen.

Natürlich gibt es Stellen, die vorhersehbar sind oder für meinen Geschmack manchmal etwas übertrieben wirken, aber genau das hat den Reiz ausgemacht. Es fühlte sich so an, als würde ich in die Gefühlswelt eines Teenagers zurückversetzt, wo alles entweder Weltuntergang oder das größte Glück überhaupt ist. Dadurch konnte ich mich überraschend gut auf die Geschichte einlassen.

Besonders gelungen fand ich die Entwicklung der Charaktere. Taylor war für mich sofort sympathisch mit seiner sanften, aufmerksamen Art. Thiago war deutlich schwieriger, gleichzeitig aber auch spannend, weil er so viel Wut und Schmerz mit sich herumträgt. Und Kami? Sie tat mir oft leid, weil sie sich für alles verantwortlich macht und ständig versucht, es allen recht zu machen. Trotzdem bewundere ich, dass sie in vielen Situationen Stärke zeigt, obwohl ihr Umfeld, vor allem ihre Mutter, es ihr nicht gerade leicht macht.

Es war mein erstes Buch der Autorin und auch ihre Verfilmungen kenne ich nicht, aber ihr flüssiger Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich das Buch in wenigen Stunden verschlungen habe. Jetzt möchte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, denn die Geschichte hört mit einem offenen Ende auf. Vielleicht schaue ich mir in der Zwischenzeit doch mal eine Verfilmung von ihr an.


Tell Me Softly ist ein emotionaler und süchtig machender Auftakt, der mich trotz anfänglicher Skepsis überzeugt hat. Ja, die Figuren sind jünger als in den Büchern, die ich sonst lese und manche Szenen wirken etwas klischeehaft. Aber die Mischung aus Drama, Gefühlen und Geheimnissen hat mich am Ende nicht mehr losgelassen.

Für alle, die Lust auf eine gefühlvolle High School-Romance mit Dreiecksbeziehung, spannender Vergangenheit und jeder Menge Herzklopfen haben, ist dieses Buch absolut lesenswert. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band Tell Me in Secret und bin gespannt, wie sich die Figuren weiterentwickeln und welche Geheimnisse noch aufgedeckt werden.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Ein Thriller, der süchtig macht

Der Lehrer – Will er dir helfen oder will er deinen Tod?
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Eve unterrichtet Mathe an der Caseman High School und ist mit Nate verheiratet, der dort Englisch lehrt. Nach außen wirkt alles perfekt, doch hinter den Kulissen bröckelt die Fassade gewaltig. Eve flüchtet ...

Eve unterrichtet Mathe an der Caseman High School und ist mit Nate verheiratet, der dort Englisch lehrt. Nach außen wirkt alles perfekt, doch hinter den Kulissen bröckelt die Fassade gewaltig. Eve flüchtet sich in ihre heimliche Schuhsucht, während die Ehe mit Nate immer kälter wird. Alles spitzt sich zu, als Addie, eine Schülerin mit schwieriger Vergangenheit, in beider Klassen auftaucht. Schnell entsteht ein Geflecht aus Misstrauen, Geheimnissen und gefährlichen Anspielungen. Man weiß nie, wem man glauben kann und was wirklich passiert ist.

"Ein Grab auszuheben, ist harte Arbeit" - S. 1

Ich habe dieses Buch innerhalb eines Tages verschlungen, weil es mich von der ersten Seite an gepackt hat. Schon der düstere 3-Seiten-Prolog mich neugierig gemacht und ab da wollte ich nur noch weiterlesen. Freida McFadden versteht es einfach, kurze Kapitel mit kleinen Cliffhangern zu schreiben, sodass man immer denkt: nur noch eins. Besonders gefallen hat mir, dass ich nie sicher war, wem ich trauen konnte. Eve und Addie sind beide keine Sympathieträger, aber genau das hat die Spannung ausgemacht. Die Wendungen sind teilweise völlig verrückt, aber genau das liebe ich an McFaddens Thrillern, man darf sich auf Überraschungen einstellen und sollte gar nicht erst versuchen, alles logisch vorherzusehen. Manche Entwicklungen waren vielleicht ein bisschen überspitzt, aber sie haben mich dennoch bestens unterhalten.

"Ich wollte nur in der Nähe eines Erwachsenen sein, der freundlich zu mir sein würde." S. 229

Der Lehrer ist ein gelungener Psychothriller voller Misstrauen, Geheimnisse und Twists. Wer Freida McFaddens Bücher kennt, weiß, dass man sich auf ein spannungsgeladenes Auf und Ab einstellen darf. Für mich war es ein absoluter Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Kleine Schwächen im Detail haben mich nicht gestört, da das Buch durch Spannung und Tempo überzeugt hat. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine klare Empfehlung an alle, die Lust auf einen süchtig machenden Thriller haben.

"Es ist nicht fair. Es ist nicht fair, dass eine so schreckliche Frau mit dem tollsten Mann verheiratet ist, der mir je begegnet ist, und es nicht mal zu schätzen weiß. Trotzdem lässt sie ihn nicht gehen." - S. 219

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Zwischen Rache, Sehnsucht und einem riskanten Raubzug

Diamond Empress. Seven Thieves
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Der zweite Band der Stolen Dreams-Reihe setzt direkt nach den Ereignissen von Diamond Empress Band eins namens A million Reasons an. Dieses Mal stehen Josefin, von allen Fin genannt, und der Architekt ...

Der zweite Band der Stolen Dreams-Reihe setzt direkt nach den Ereignissen von Diamond Empress Band eins namens A million Reasons an. Dieses Mal stehen Josefin, von allen Fin genannt, und der Architekt der Diamond Empress, Rafael, im Mittelpunkt. Fin ist Teil der Diebescrew und soll durch ihre Nähe zu Rafael an wichtige Informationen über das Luxusschiff gelangen. Doch schnell wird klar, dass hinter beiden Figuren mehr steckt, als es auf den ersten Blick scheint. Während Fin mit den Schatten ihrer Vergangenheit kämpft und alles für ihre Schwester geben würde, ringt Rafael mit eigenen Dämonen und einem Leben, das nicht so perfekt ist, wie es scheint. Zwischen ihnen entsteht eine gefährliche Anziehung, die nicht nur ihre Mission, sondern auch ihr Vertrauen auf die Probe stellt.

Mir hat gefallen, dass man sofort wieder mitten in der Geschichte ist. Der Einstieg war so geschrieben, dass man sich schnell an die Ereignisse aus Band eins erinnert hat, ohne dass es sich nach einer reinen Wiederholung anfühlt. Besonders gelungen fand ich, dass man Fin und Rafael deutlich besser kennenlernen konnte, beide mit ihren Ecken und Kanten und der Last ihrer Vergangenheit. Manche Entwicklungen zwischen den beiden wirkten für mich ein wenig vorhersehbar, trotzdem hat mich ihre Dynamik überzeugt und ich habe mit beiden mitgefühlt.

Auch die Spannung rund um den geplanten Raub war wieder präsent, wobei der Fokus in diesem Teil stärker auf den Charakteren und ihren inneren Kämpfen lag. Das hat die Geschichte emotionaler gemacht, auch wenn ich mir an manchen Stellen ein kleines bisschen mehr Action gewünscht hätte. Der Schreibstil von Nena Tramountani war wie schon im ersten Band bildhaft und lebendig, sodass ich das Buch in wenigen Tagen beendet habe. Es war meine Strandlektüre und somit ist es eine absoulte Sommerbuch-Empfehlung von mir, die sich perfekt als Strand- und Pool-Lektüre für zwischendruch eignet.

Seven Thieves ist somit eine gelungene Fortsetzung, die mich trotz kleiner Vorhersehbarkeiten überzeugen konnte. Besonders das Ende hat mich sprachlos zurückgelassen und macht mich neugierig auf den dritten Band. Für mich war es wieder ein spannender und emotionaler Lesegenuss, der von mir 4 von 5 Sternen bekommt.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Satire, Wahn und Einsamkeit

Bunny
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Ich glaube, dass das ein Buch ist, das man entweder hasst oder liebt. Ich habe es geliebt, auch wenn ich ein bisschen gebraucht habe, um in die Geschichte reinzufinden. Satire liest sich eben anders als ...

Ich glaube, dass das ein Buch ist, das man entweder hasst oder liebt. Ich habe es geliebt, auch wenn ich ein bisschen gebraucht habe, um in die Geschichte reinzufinden. Satire liest sich eben anders als das, was ich sonst lese.

Im Mittelpunkt steht Samantha, die Protagonistin, eine junge Frau, die sich in ihrem elitären Schreibprogramm an einer Uni vollkommen fehl am Platz fühlt. Ihre Kommilitoninnen, die sogenannten Bunnies, sind eine sehr enge, fast sektenhafte Gruppe, die sich gegenseitig Bunny nennen, ständig kichern und wirken, als wären sie aus einem pastellfarbenen Albtraum entsprungen. Anfangs beobachtet Samantha das Ganze mit Zynismus und Abstand, bis sie eines Tages selbst eine Einladung erhält.

Ab da wird alles zunehmend merkwürdig. Samantha verliert den Kontakt zu ihrer einzigen Freundin Ava, gerät immer tiefer in die Welt der Bunnies, und Realität und Wahnsinn beginnen sich zu vermischen. Kaninchen explodieren, Männer tauchen auf, als hätte man sie herbeigeschrieben, und das Schreiben, das eigentlich ihr Anker ist, wird zum Auslöser für etwas Dunkles. Je weiter die Geschichte geht, desto mehr stellt sich die Frage: Was ist Fantasie, was ist Wahn, was ist Trauma? Und ist Ava überhaupt real?

Ich mochte das Buch sehr, obwohl ich zwischendurch öfter dachte: Was lese ich hier gerade? Es ist schräg, blutig, manchmal kitschig, oft poetisch und voll von genau diesen Momenten, in denen man als Leserin laut WTF denken muss. Überraschenderweise habe ich es dennoch geliebt. Gleichzeitig musste ich auch sehr oft mit dem Kopf schütteln.

Die Kritik an akademischem Schreiben, an elitären Schreibzirkeln, an falscher Freundschaft und Gruppenzwang ist clever verpackt, oft witzig und gleichzeitig fies. Der Schreibstil ist sehr bildhaft, teilweise fast schon überladen, aber genau das passt zur fiebrigen, surrealen Stimmung des Buches.

Was mich besonders überzeugt hat, war dieses ständige Spiel mit weiblicher Einsamkeit, Identität und der Sehnsucht, irgendwo dazuzugehören. Die Bunnies sind so überzeichnet, dass sie wieder real wirken – wie eine Mischung aus Barbie, Hexenzirkel und Albtraum aus der Mittelstufe. Und Samantha ist keine einfache Erzählerin. Sie ist verwirrt, wütend, unsicher, anstrengend, und manchmal distanziert, dass man selbst nicht mehr weiß, was man ihr glauben kann. Aber genau das macht sie und die Geschichte auch so spannend.

Das Buch ist seltsam, surreal, verstörend und gleichzeitig faszinierend. Wer mit TikTok-Büchern wenig anfangen kann und Lust auf ein Buch hat, das einen völlig aus der Bahn wirft, sollte diesem Roman definitiv eine Chance geben. Es ist nicht für jeden, aber genau das macht das Buch besonders. Für mich war es ein Leseerlebnis mit viel schwarzem Humor, das mich so schnell nicht loslässt. Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich einlasse, als ich Bunny aufgeschlagen habe und jetzt, ein paar Tage später, denke ich immer noch darüber nach. Selten hat mich ein Buch so verwirrt und begeistert zurückgelassen. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Bücher der Autorin.

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