Platzhalter für Profilbild

Pollykatze

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Pollykatze ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Pollykatze über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2024

Spannung top - Schreibstil gewöhnungsbedürftig

Eine Frage der Sicherheit
0

Karen Cleveland entführt den/die Leser*in in eine sehr spannende, nervenaufreibende Haupthandlung. Immer wieder neue Wandlungen und ein schlussendlich komplexen Plott haben mich wirklich in ihren Bann ...

Karen Cleveland entführt den/die Leser*in in eine sehr spannende, nervenaufreibende Haupthandlung. Immer wieder neue Wandlungen und ein schlussendlich komplexen Plott haben mich wirklich in ihren Bann gezogen. Außerdem sind die verschiedenen Erzählperspektiven sehr reizvoll. Zum einen die Sicht der Hauptperson selbst und zum anderen ein unbeteiligter Erzähler in Nebensträngen anderer Personen. Denn es war manchmal wohltuend aus der eher Ich-bezogenen hin und her gerissenen Mutterperspektive heraus zu kommen. Was mich leider sehr enttäuscht hat ist eine kaum vorhandene Nebenhandlung. !ACHTUNG SPOILER! Diese beschränkt sich auf das immer wiederkehrende Gespräch zwischen Mutter und Tochter, welches ich als emotional eintönig wahrnehme und was keine Entwicklung nimmt, weder bezüglich der Kommunikation an sich, noch der zwischenmenschlichen Komponente. !SPOILER ENDE! Der Schreibstil ist vom Selbstmitleid Stephanies geprägt und lässt somit auch nur eine kleine Charakterwandlung zu. Ich empfand es als sehr eintönig und manchmal unnötig. Genau wie die wenig detaillierte Ausarbeitung von Persönlichkeiten. Als Fazit kann ich allerdings festhalten, dass mich der Thriller trotz diverser Kritikpunkte gut unterhalten hat. Wer auf Spannung steht sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Dabei darf man allerdings aus literarischer Sicht kein Meisterwerk erwarten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2025

Oberflächlichkeit = Bestie

Bestie
0

Delia möchte ihr Leben hinter sich lassen und als Lilly, Theaterregisseurin, in Hamburg neu beginnen, als sie bei ihrer Lieblingsinfluecerin Anuk einzieht. Es entwickelt sich eine Geschichte über die Beziehung ...

Delia möchte ihr Leben hinter sich lassen und als Lilly, Theaterregisseurin, in Hamburg neu beginnen, als sie bei ihrer Lieblingsinfluecerin Anuk einzieht. Es entwickelt sich eine Geschichte über die Beziehung und Entwicklung der beiden, welche von persönlichen Problemen überlagert wird.
Das Cover, das Wortspiel und die Idee der Erzählung haben mich gepackt, aber so sehr ich das Buch mögen wollte, ist es mir nicht gelungen richtig einzutauchen. Ich hatte auf eine Geschichte über Womenhood und Selbstfindung gehofft. Letzteres kann man von "Bestie" auch erwarten. Es werden eindrücklich die Herausforderungen und Mühen auf den Wegen von Anuk und Delia/Lilly gezeigt. Wünsche, Träume, Enttäuschungen und die Vergangenheit spinnen sich Seite für Seite zu einer Erzählung mit viel Potential, was leider nicht ausgeschöpft wird.
Statt einer Geschichte über Frauen und deren Beziehungen unter einander, wird ein stereotypes, sexistisches Bild von schlechten Freundinnen gezeichnet, die sich nur für Tratsch, einen perfekten "Sommerbody" und Männer interessieren, während sie keine Sekunde darauf verwenden emphatisch zu sein. Vielleicht als überspitzte Darstellung des Influencerinnen-Lebens? Das konnte ich dem Buch aber nicht ganz abnehmen. Meiner Meinung nach stört auch das Loveinterest und die ganze Hund Thematik, weil es, neben anderen Aspekten, dafür sorgt , dass es um viel zu viel geht und nichts mit der nötigen Tiefe behandelt werden kann.
Positiv hervorzuheben ist der Spannungsbogen, der nach und nach Aspekte enthüllt und in einem Höhepunkt mündet. Zudem habe ich genossen, dass es zwei Perspektiven gab, auch wenn mich das hin und her von Lilly und Delia irritiert hat - hat es nur unnötig verkompliziert. Die persönlichen Probleme, unabhängig von der Lüge, finde ich hingegen passend dargestellt. Obwohl die zwei Perspektiven Abwechslung reingebracht haben, war es mir nicht möglich eine Beziehung zu den Frauen aufzubauen, da viele Gedanken angerissen, aber nicht in Tiefe beleuchtet werden.

Ein Buch dem es an Tiefe mangelt und gleichzeitig versucht viele Themen unterzubringen. An vielen Stellen maßt es sich künstlerische Aspekte an, die aber störend wirken. Dementsprechend zieht sich das Gefühl von zu vielen losen Fäden bis zum Ende durch, aber auch dieses schafft es nicht das Buch abzurunden.
Eine leichte Lektüre für nebenbei, die gut ist um sich mit der Thematik des Schein und Sein der Influencer*innen auseinanderzusetzen. Nach der Lektüre weiß ich gar nicht so recht, was ich gelesen habe, wenn ich es kurz beschreiben müsste: Verschenktes Potential, leider nichts sagend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2025

Oberflächlichkeit = die Bestie

Bestie
0

Delia möchte ihr Leben hinter sich lassen und als Lilly, Theaterregisseurin, in Hamburg neu beginnen, als sie bei ihrer Lieblingsinfluecerin Anuk einzieht. Es entwickelt sich eine Geschichte über die Beziehung ...

Delia möchte ihr Leben hinter sich lassen und als Lilly, Theaterregisseurin, in Hamburg neu beginnen, als sie bei ihrer Lieblingsinfluecerin Anuk einzieht. Es entwickelt sich eine Geschichte über die Beziehung und Entwicklung der beiden, welche von persönlichen Problemen überlagert wird.
Das Cover, das Wortspiel und die Idee der Erzählung haben mich gepackt, aber so sehr ich das Buch mögen wollte, ist es mir nicht gelungen richtig einzutauchen. Ich hatte auf eine Geschichte über Womenhood und Selbstfindung gehofft. Letzteres kann man von "Bestie" auch erwarten. Es werden eindrücklich die Herausforderungen und Mühen auf den Wegen von Anuk und Delia/Lilly gezeigt. Wünsche, Träume, Enttäuschungen und die Vergangenheit spinnen sich Seite für Seite zu einer Erzählung mit viel Potential, was leider nicht ausgeschöpft wird.
Statt einer Geschichte über Frauen und deren Beziehungen unter einander, wird ein stereotypes, sexistisches Bild von schlechten Freundinnen gezeichnet, die sich nur für Tratsch, einen perfekten "Sommerbody" und Männer interessieren, während sie keine Sekunde darauf verwenden emphatisch zu sein. Vielleicht als überspitzte Darstellung des Influencerinnen-Lebens? Das konnte ich dem Buch aber nicht ganz abnehmen. Meiner Meinung nach stört auch das Loveinterest und die ganze Hund Thematik, weil es, neben anderen Aspekten, dafür sorgt , dass es um viel zu viel geht und nichts mit der nötigen Tiefe behandelt werden kann.
Positiv hervorzuheben ist der Spannungsbogen, der nach und nach Aspekte enthüllt und in einem Höhepunkt mündet. Zudem habe ich genossen, dass es zwei Perspektiven gab, auch wenn mich das hin und her von Lilly und Delia irritiert hat - hat es nur unnötig verkompliziert. Die persönlichen Probleme, unabhängig von der Lüge, finde ich hingegen passend dargestellt. Obwohl die zwei Perspektiven Abwechslung reingebracht haben, war es mir nicht möglich eine Beziehung zu den Frauen aufzubauen, da viele Gedanken angerissen, aber nicht in Tiefe beleuchtet werden.

Ein Buch dem es an Tiefe mangelt und gleichzeitig versucht viele Themen unterzubringen. An vielen Stellen maßt es sich künstlerische Aspekte an, die aber störend wirken. Dementsprechend zieht sich das Gefühl von zu vielen losen Fäden bis zum Ende durch, aber auch dieses schafft es nicht das Buch abzurunden.
Eine leichte Lektüre für nebenbei, die gut ist um sich mit der Thematik des Schein und Sein der Influencer*innen auseinanderzusetzen. Nach der Lektüre weiß ich gar nicht so recht, was ich gelesen habe, wenn ich es kurz beschreiben müsste: Verschenktes Potential, leider nichts sagend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.08.2025

stark angefangen, stark nachgelassen

How To Kill a Guy in Ten Ways
0

Hauptperson Millie ist eine junge Frau mit schwieriger Vergangenheit, die in ihrer Freizeit einen "Rettungsservice" für Frauen anbietet, die von Männern bedrängt/sexualisiert/etc. werden. Grund dafür ist ...

Hauptperson Millie ist eine junge Frau mit schwieriger Vergangenheit, die in ihrer Freizeit einen "Rettungsservice" für Frauen anbietet, die von Männern bedrängt/sexualisiert/etc. werden. Grund dafür ist ihre Schwester Katie, die nach einer Vergewaltigung in eine schwere Depression fällt, wofür sich Millie die Schuld gibt. Abgesehen von Katie gibt es nur noch die beste Freundin Nina und den frisch kennengelernten James in ihrem Leben. An einem Abend eskaliert die Situation und es entwickelt sich eine Geschichte, die eine Mischung aus Rachefeldzug und Selbstjustiz mit einer guten Portion female rage ist.

Erstmal das Positive ;) : Die Einführung von Millie hat mir super gefallen; humorvoll, bissig und stark. Auch die allgemeine Ausgangssituation finde ich passend, weil sie an das Ende anknüpft und sich so der Kreis schließt. Besonders genossen habe ich die Radikalität und des feministischen Anspruch des Buches. Ständig habe ich mir die Frage gestellt, was gerecht ist, wie man im Patriarchat mit solchen Männern umgehen soll und wie viel Selbstjustiz zu viel ist.

ABER (leider): Obwohl mir die Idee hinter der Geschichte super gefallen hat, bin ich vom Handlungsverlauf etwas enttäuscht. Die Clues sind so offensichtlich gesetzt, dass man als Lesende den Plot sehr schnell durchsteigt und sich dadurch für mich Stellen ergeben, an denen ich gern ein paar Seiten übersprungen hätte. Es konnte mich leider nur eine Wendung ganz zum Schluss überraschen. Der Schreibstil ist leicht zu lesen, was das Buch als leichte Unterhaltung auszeichnet, hat aber einige Fehler bzw. unschöne Formulierungen, über die ich gestolpert bin und die mich aus dem Lesefluss gerissen haben. Millies Handlungen und die Motivation dahinter, konnte ich nur teilweise nachvollziehen und stellenweise hätte eine detailliertere Beschreibung geholfen. Die Charakterentwicklung von Millie hätte meiner Meinung nach umfangreicher/tiefgründiger sein können und eine weiter differenzierte Nebenfigur, hätte der Geschichte gut getan.

Trigger:
- Sexueller Missbrauch, Vergewaltigung (von Kindern)
- explizite Gewalt/Mord
- ungesunder Alkoholkonsum
- häusliche Gewalt

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.08.2025

(k)eine Liebesromanze

Cleopatra und Frankenstein
0

An die Lektüre bin ich mit der Erwartung herangegangen, dass ich eine spannende Liebesgeschichte lese, wie sie der Klappentext verspricht. Obwohl die romantische Beziehung von Cleo und Frank Handlungstreiber ...

An die Lektüre bin ich mit der Erwartung herangegangen, dass ich eine spannende Liebesgeschichte lese, wie sie der Klappentext verspricht. Obwohl die romantische Beziehung von Cleo und Frank Handlungstreiber der Geschichte ist, ist sie doch weniger zentral als erhofft. Viel mehr die tiefsitzenden persönlichen Probleme stehen im Fokus der Geschichte und die Lesenden nehmen eine beobachtende Rolle im Leben von verschiedenen Personen ein. Cleo und Frank lernen sich nach einer Partynacht an Sylvester kennen und es scheint wie Liebe auf den ersten Blick, obwohl Cleo als junge Kunststudentin und der beruflich erfolgreiche 20 Jahre ältere (nicht so cool) Frank aus verschiedenen Lebensrealitäten kommen. Nachdem sie innerhalb von kürzester Zeit geheiratet haben, entpuppt sich die Beziehung als doch nicht so perfekt und es zeigt sich, dass eine Ehe Zeit, Arbeit und Kommunikation erfordert (Überraschung...). Man liest Kapitel aus der Perspektive der Beiden, aber auch aus der seines besten Freundes Anders, seiner Schwester Zoe, seiner Arbeitskollegin Eleanor, ihres besten Freundes Quentin und deren gemeinsamen Freundes Santiago. Die Multiperspektive hat mir super gut gefallen und dem Buch mehr Abwechslung und Charakter gegeben. Anstrengend fand ich allerdings, dass jede Person gefühlt ausschließlich durch deren Traumata charakterisiert wird und ich an vielen Stellen das Gefühl hatte, dass die Personen im Roman durch deren Vergangenheit klar eingeschränkt bzw. bestimmt sind, und keine weiteren Eigenschaften besitzen. Auch zum Ende des Buches war immer noch eine starke Distanz zu den Figuren, was deren Verhalten und ihre Entscheidungen für mich häufig unverständlich gemacht hat. Die Beschreibungen von Orten, besonders aber die von Stimmungen/Vibes zwischen Personen, hat mir super gefallen. Ich konnte an diesen Stellen super eintauchen und meine Position als Beobachterin im chaotischen Leben anderer Personen genießen. Weil es so viele verschiedene Personen (mit verschiedenen Problemen) gibt, fällt es leicht sich von der ein oder anderen Szene angesprochen zu fühlen und sich emotional zu involvieren.
Das Buch hat seine Stärken und Schwächen und mein Lektüreeindruck ist stark von meiner Erwartungshaltung und den Triggern geprägt. Allgemein lässt sich sagen, dass es beiden Parteien an Reife mangelt und ich mit beiden nicht wirklich warm geworden bin. Drogen (aller Art) nehmen im Roman eine so große Rolle ein, dass ich es oftmals als nicht relevant für die Handlung erachtet habe. (Warum die gefühlt 10. Nase Koks auch noch im Detail erläutert wird.

TRIGGRER:
Suizid
Alkohol und andere Drogen
Tod eines Tieres (explizite Beschreibung)
Essstörung
Gewalt
Vergewaltigungsfantasien

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere