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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2025

Enttäuschende Entwicklung

Der Schlaf der Anderen
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Sina und Janis sind wortwörtlich so verschieden wie Tag und Nacht. Sie führen beide gegensätzliche Lebensstile, kämpfen aber beide mit Schlafproblemen. In einem Schlaflabor treffen sie aufeinander. Diese ...

Sina und Janis sind wortwörtlich so verschieden wie Tag und Nacht. Sie führen beide gegensätzliche Lebensstile, kämpfen aber beide mit Schlafproblemen. In einem Schlaflabor treffen sie aufeinander. Diese Bekanntschaft stellt für beide einen Neubeginn dar, was der Kern der Handlung darstellt.

Die ersten Kapitel fand ich sehr spannend, ich bin sofort in die Geschichte eingetaucht. Der Anfang der Geschichte ist der Autorin somit gelungen - damit wurde der Leser erfolgreich abgeholt. Durch die meist kurzen Kapitel liest sich das Buch schnell, trotzdem lässt die Spannung in der zweiten Hälfte nach. Vom Klappentext her habe ich mir eine handlungsgetriebene Geschichte erhofft, was sich nicht bewahrheitet hat. Im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass in der Mitte des Buches nicht wirklich viel passiert ist.
Die Geschichte entwickelt sich oft in ganz ausgefallene Richtungen, welche immer unrealistischer erscheinen und zu konstruiert wirken. Gegen Ende habe ich den Zugang zur Geschichte verloren. Auch die letzten Kapitel sowie das Ende haben mich unzufrieden zurückgelassen. Das vielverheissende Thema „Schlaf“ wurde meiner Meinung nach nicht gut umgesetzt.

Die zwei Protagonistinnen wurden in ihren Problemen realistisch gezeichnet. Sie brechen aus ihren Komfortzonen aus und entwickeln sich im Laufe der Story weiter und hinterfragen ihre Lebensweise. Jedoch hätte ich mir trotzdem mehr Tiefe gewünscht, besonders wenn es um so viele Umbrüche geht wie in dieser Geschichte. Beide Figuren verhalten sich oft impulsiv, ohne dass der Leser erfährt, wie es zu dieser Handlung kam. Ich konnte mich daher nicht vollständig in sie hineinversetzen.

Der Schreibstil hat mir wiederum gefallen. Noort schreibt äusserst atmosphärisch, sodass man das Gefühl hat, die nächtliche Brise zu spüren.

Abschliessend lässt sich festhalten, dass dieser Roman mich nicht überzeugen konnte und ich ihn deshalb nur eingeschränkt weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Eine Autofiktion, die mich nicht überzeugen konnte

Sputnik
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Der dritte Roman der autofiktionalen Familiengeschichte Berkels dreht sich um Christian selbst. Ein grosser Teil der Geschichte widmet sich seinen Kindheits- und Jugendjahren. Wir erfahren, wie er aufwächst, ...

Der dritte Roman der autofiktionalen Familiengeschichte Berkels dreht sich um Christian selbst. Ein grosser Teil der Geschichte widmet sich seinen Kindheits- und Jugendjahren. Wir erfahren, wie er aufwächst, wie er die Liebe zum Schauspielen und zur Theaterwelt entdeckt. Wir begleiten ihn auf seiner Schulzeit in Paris und bekommen seine ersten Erfahrungen in der Liebe, aber auch in Bezug auf Suchtmittel mit. Ich habe die Geschichte insgesamt als eine Reise zur Selbstfindung empfunden. Wir tauchen tief in seine Gedankenwelt ein, welche insbesondere in jungen Jahren interessant zu lesen sind, da der Roman aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur Sputnik geschrieben ist. Die für die Kindheit charakteristische Neugier und Unwissenheit hat Berkel sehr gut eingefangen. Einzelne Szenen haben mich schmunzelnd zurückgelassen. Berkel greift ironisch auf, dass bestimmte Aussagen der Eltern einen noch Jahre später beschäftigen können (und die sich an der ein oder anderen Stelle als Lüge herausstellen).

Die Figuren waren für mich nicht greifbar, ich konnte keine tiefere Verbindung mit ihnen aufbauen. Nach der Lektüre hat bei mir auch keiner einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Es fehlte eine sichtbare Charakterentwicklung, was mir persönlich in Büchern wichtig ist.
Sein Schreibstil ist lebendig und auf einem literarisch hohen Niveau. Hervorheben will ich an dieser Stelle seine Beschreibung als heranwachsender Fötus im Mutterleib sowie die Geburt aus der Sicht eines Babys - diese Sichtweise hat mir neue Perspektiven eröffnet. An anderen Stellen ziehen sich seine Gedanken oder Beschreibungen unnötig in die Länge, weshalb die Handlung oft nur langsam voranschreitet. Leider konnte ich deshalb ab der zweiten Hälfte die Lektüre nicht geniessen und musste mich vermehrt durch den Text kämpfen. Auch das Schauspiel-Setting, was an sich eine spannende Branche ist, konnte mich nicht wirklich packen. Auch hier werden Proben oder Gespräche langgezogen.
Gegen Ende wird vertieft die Nachkriegszeit und der Holocaust behandelt. Mit der Umsetzung dieser Thematik bin ich jedoch nicht warm geworden und konnte keine neuen Erkenntnisse für mich ziehen.

Abschliessend konnte ich nicht viel aus dieser Geschichte für mich mitnehmen. Zudem bleibt für mich offen, wer er denn nun genau ist (bezugnehmend auf den Buchumschlag, dass es im Buch um Folgendes geht: „die Frage, wer wir wirklich sind“).
Wer sich echten emotionalen Tiefgang wünscht, dem kann ich das Buch leider nicht empfehlen. Vielleicht kann jemand, der sich für Christian Berkel interessiert, mehr mit dem Roman anfangen.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Langatmige und enttäuschende Story

Book Lovers - Die Liebe steckt zwischen den Zeilen
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Die Literaturagentin Nora fühlt sich als Stadtmensch in New York pudelwohl. Ihre Schwester Libby kann sie mit grosser Mühe überzeugen, Urlaub in der Kleinstadt Sunshine Falls zu machen. Dort hoffen beide, ...

Die Literaturagentin Nora fühlt sich als Stadtmensch in New York pudelwohl. Ihre Schwester Libby kann sie mit grosser Mühe überzeugen, Urlaub in der Kleinstadt Sunshine Falls zu machen. Dort hoffen beide, ihre Geschwisterbeziehung zu stärken. Libby hat aber noch andere Pläne für ihre Schwester. Zudem wird der Urlaub durch das Auftauchen von Charlie Lastra gestört, den Nora nicht leiden kann.

Ich habe verhältnismässig lange gebraucht (100 Seiten), um in die Geschichte reinzukommen. Erst dann steigt die Spannung etwas, wo sich Nora und Charlie in Sunshine Falls begegnen und sich annähern. Leider war das auch das Highlight der Handlung, denn danach plätschert die Geschichte vor sich hin und ist sehr vorhersehbar. Ich habe mich insgesamt nicht gut unterhalten gefühlt, und durch die nicht überzeugende Handlung musste ich mich fast durchgängig durch das Buch quälen.

Die Figuren sind an sich realitätsnah gezeichnet und weisen auch eine gewisse Tiefe und ihre individuellen Probleme auf. Schlussendlich konnte ich aber mit keinem wirklich warm werden. Die Beziehung zwischen Libby und Nora hat mich auch eher genervt.

Der Schreibstil war in Ordnung mit einer Prise Humor.

Ich kann für das Buch keine Empfehlung aussprechen. Ich kann mir aber vorstellen, dass jüngere Lesende das Buch toll finden könnten.

Veröffentlicht am 16.09.2025

Atmosphärischer Stil, aber nicht überzeugende Handlung

Strandgut
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Bucky führt ein recht gewöhnliches Leben im Ruhestand in den USA, als er eine Einladung nach England kriegt. Dort soll er mit seinen mässig erfolgreichen Songs auftreten. Zum ersten Mal reist er in die ...

Bucky führt ein recht gewöhnliches Leben im Ruhestand in den USA, als er eine Einladung nach England kriegt. Dort soll er mit seinen mässig erfolgreichen Songs auftreten. Zum ersten Mal reist er in die Ferne. Der Leser begibt sich zusammen mit Bucky auf dieser Reise. Ab da taucht man in seine Gefühlswelt ein und teilt seine psychischen und körperlichen Probleme.

Was im Klappentext vielversprechend und fast schon mysteriös klang, konnte ich in der Geschichte leider nicht wiederfinden. Die Handlung hat mich gar nicht erreicht und ich hatte oft den Eindruck, dass diese unnötig in die Länge gezogen wurde. Zu lange ist nicht wirklich etwas bedeutendes passiert.
Der Fokus lag auch stark an die körperlichen Leiden und die Drogenprobleme von Buckley, was ich irgendwann nur noch als repetitiv empfunden habe. Die ursprüngliche Idee, dass Bucky in England ankommt und merkt, dass er ein Star ist, fand ich super spannend. Aber meiner Meinung nach hat Myers das Potenzial dieser Grundidee nicht ausgeschöpft.
Es werden tiefgründige Themen angeschnitten wie Trauer und die Abhängigkeit von Suchtmitteln. Diese wurden jedoch lediglich sehr oberflächlich behandelt, sodass ich nicht viel damit anfangen konnte. Myers hat jedoch schön verdeutlicht, dass Musik Menschen zusammenführen kann und als eine Art Heilmittel fungiert.

Der Schreibstil wiederum war sehr bildhaft und insgesamt wunderschön. Die Umgebung wird atmosphärisch beschrieben.

Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht überzeugen. Vielleicht ist es aber trotzdem lesenswert für Myers-Fans. Leser, die eine poetische und atmosphärische Schreibweise schätzen, werden an diesem Buch sicher trotzdem Gefallen finden.

Veröffentlicht am 10.09.2025

Schwache und turbulente Storyline

Cleopatra und Frankenstein
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Coco Mellors Debüt „Cleopatra und Frankenstein“ thematisiert die Beziehung zwischen der jungen Künstlerin Cleo und dem mitten im Leben stehenden Frank. Eine zufällige Begegnung der beiden reicht, um eine ...

Coco Mellors Debüt „Cleopatra und Frankenstein“ thematisiert die Beziehung zwischen der jungen Künstlerin Cleo und dem mitten im Leben stehenden Frank. Eine zufällige Begegnung der beiden reicht, um eine stürmische Liebe zu entfachen. Die ersten zwei Kapitel haben mich sofort eingenommen und mich für die Geschichte begeistert. Der humorvolle und unbeschwerte Dialog zwischen den beiden hat mir zu Beginn sehr gefallen. Schnell wird geheiratet, was einen interessanten Start in die Geschichte bietet und Neugier weckt. Leider hielt dies bei mir nicht lange an, denn von Kapitel 3 an war ich von den ganzen Perspektivwechseln verwirrt und versuchte zu deuten, wie sich die verschiedenen Szenen zu einem Plot zusammenführen lassen. Es hat sich eher nach einer Aneinanderreihung von Szenen angefühlt - ein roter Faden hat mir schlicht gefehlt. Trotz der vielen Charaktere geht die Handlung nur schleichend voran und bleibt oberflächlich. Obwohl auch wichtige und ernste Themen angeschnitten wurden, konnte mich deren Umsetzung nicht überzeugen. Diese wirken künstlich eingebaut, werden teilweise nicht weiter behandelt und schaffen es nicht, die Handlung aufzubessern.



Mit den Charakteren konnte ich leider auch nicht warm werden. Hier wäre weniger mehr gewesen. Zwar sind diese alles andere als perfekt gezeichnet , aber im Kern alle gleich (egoistisch, unzufrieden, unreflektiert). Grundsätzlich ist das nichts Schlimmes, aber sie sind für mich einfach alle unglaubwürdig, übertrieben konstruiert und irgendwann einfach nur noch nervig.



Wer krasse und bedeutsame Wendungen erwartet, der sollte sich lieber eine andere Romanze suchen, denn für mich war diese Lektüre leider eine pure Enttäuschung und konnte einer guten Romanze nicht gerecht werden. Ich kann absolut nicht nachvollziehen, weshalb das Buch so hochgelobt wird, abgesehen vom wunderschönen Cover.

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