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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Spannend, überzeugt mich jedoch nicht vollends

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)



Der Klappentext klingt vielversprechend und erinnert mich ein bisschen an den Stil von Joel Dicker, weshalb das Buch bei mir einziehen durfte. Mysteriös ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)



Der Klappentext klingt vielversprechend und erinnert mich ein bisschen an den Stil von Joel Dicker, weshalb das Buch bei mir einziehen durfte. Mysteriös auch, dass der im Titel vorkommende Namen gleichzeitig der Autor ist.....



Der Schreibstil an sich lässt sich grundsätzlich flüssig lesen. Jedoch störte ich mich immer wieder an den vielen lyrisch, metaphorischen angehauchten Sätzen. Sie wirkten auf mich zu gewollt, ja irgendwie fast schon albern, vor allem für das Genre Spannungsroman. Erzählt wird übrigens grösstenteils aus der Sicht von Sarah in der ICH- Form oder ihrer Freundin Karen, aber weniger häufig. Dazwischen gibt es noch Ausschnitte aus dem Manuskript von Marceau in kursiver Schrift. Klingt kompliziert? Ist es allerdings nicht, da alles immer ganz klar am Anfang des Kapitels deklariert wird.



Wir lesen also immer in der ICH- Perspektive, trotzdem konnte ich keine Bindung zu den Protagonisten aufbauen. Ja ich muss sogar gestehen, dass mir eigentlich keine einzige Person sympathisch war. Vor allem Sarah die Ehefrau von Marceau Miller aus deren Blickwinkel wir als Leser das Meiste erleben, verhielt sich meiner Meinung nach in einigen Situationen völlig unglaubwürdig. Oft hatte ich das Gefühl ich habe hier eine wildrauflos stürmende, aggressive Action- Agentin vor mir. Natürlich hat sie x Fragen, fühlt sich sicher machtlos, trotzdem ist sie doch nicht "nur" trauernde Ehefrau sondern auch noch Mutter von zwei minderjährigen Kindern und sollte entsprechend etwas häufiger ihr Gehirn einschalten. Ich wurde also leider überhaupt nicht warm mit ihr, auch Alexis und Rollin ihre Freunde aus Jugendtagen waren mir gleichgültig, ebenso Karen. Alle wirkten auf mich insgesamt in der Darstellung blass und künstlich. Am nettesten fand ich noch Yves Reynaud ein langjähriger, loyaler Freund der Familie und pensionierter Gendarm.

Meistens kann ich eigentlich über die Charakter- Ausarbeitung in diesem Genre hinwegsehen, wenn der Plot und die Spannung stimmt. Hier hat es mich jedoch schon oft genervt.



Kommen wir also unter anderem zur Idee, die fand ich prinzipiell echt gut. Der ganze Aufbau der Geschichte ist toll, gerade der Einstieg mit dem Prolog und die Ausschnitte des Manuskripts, in dem wir auch in die Vergangenheit abtauchen, sehr geschickt gemacht. Durch diese Erzählstruktur bin ich wirklich durch die Seiten gerast und verspürte definitiv dieses Pageturner Feeling. Der Autor spannt uns mit der endgültigen Auslösung auch bis zum bitteren Ende auf die Folter. Dazwischen gibt es allerdings die ein oder andere Erklärung und oder Wendung, die für meinen Geschmack allerdings ein bisschen zu überkonstruiert und dramatisch war.



Insgesamt ein unterhaltsamer, kurzweiliger, spannender " Thriller" ( wird als Roman betitelt) für Zwischendurch, der mir allerdings nicht lange in Erinnerung bleiben wird.



3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Bewegender Roman mit erzählerischen Schwächen

Als Großmutter im Regen tanzte
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Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Schon etwas länger habe ich mit dem Buch geliebäugelt, nun habe ich es in einer privaten Leserunde gelesen.

Der Schreibstil der Autorin ist total einfach ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Schon etwas länger habe ich mit dem Buch geliebäugelt, nun habe ich es in einer privaten Leserunde gelesen.

Der Schreibstil der Autorin ist total einfach gehalten, unauffällig und lässt sich schnell weglesen. Mir fehlte allerdings die Atmosphäre und Bildhaftigkeit. Erzählt wird aus zwei Perspektiven, nämlich der von Juni in der ICH- Form und Tekla im personalen Stil, zusätzlich ist die Schrift unterschiedlich. Trotz der klaren Abgrenzung, gab es immer wieder Momente, wo ich stockte und kurzzeitig nicht wusste, wo ich mich jetzt gerade befinde.

Die Protagonistinnen, sind durchaus solide gezeichnet, Juni erscheint jedoch im Gegensatz zu Tekla fast schon ein bisschen blass und ich konnte auch keine richtige Bindung zu ihr aufbauen. Tekla war mir da näher, aber auch ihre Gedanken und oder Gefühlswelt war mir zu knapp dargestellt, da hätte ich mir bei der ganzen tragischen Thematik mehr Emotionen gewünscht. Ebenfalls ging mir die Liebesgeschichte in der Gegenwart viel zu schnell vonstatten, da habe ich wenig bis Nichts empfunden.

Der Plot an sich und die Idee der zwei Handlungsstränge und Perspektiven hat mir gut gefallen. Ich gebe allerdings zu, dass mich der Part in der Vergangenheit mehr reizte, denn Junis Sichtweise wirkt auf mich recht konstruiert und fast schon " Rosamunde Pilcher mässig". Ich persönlich habe noch nie von den tyskerjente („Deutschenmädchen“) gehört, weshalb ich interessiert und auch betroffen die Geschichte verfolgte. Gerade aus diesem Grund hätte ich mir mehr Norwegen- Vertiefung und weniger Deutschlandnachkriegszeit erhofft. Ebenso empfand ich das Ende als sehr übereilt, als hätte man plötzlich noch alle losen Enden in die letzten hundert Seiten packen müssen.



Aus all diesen Gründen vergebe ich 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Domestic noir à là Poznanski

Das Signal
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Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Es ist schon fast zehn Jahre her seit ich etwas von der Autorin gelesen habe und eigentlich bin ich eher Fan ihrer Jugendbücher, hier bin ich jedoch wieder ...

Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Es ist schon fast zehn Jahre her seit ich etwas von der Autorin gelesen habe und eigentlich bin ich eher Fan ihrer Jugendbücher, hier bin ich jedoch wieder einmal neugierig geworden ;)

Bei Thrillern greife ich immer wieder gerne zur Hörbuchfassung, weshalb ich zuerst darauf eingehen werde, da ich die Geschichte grösstenteils in dieser Variante gehört habe.

Es war mein erstes Aufeinandertreffen mit Tessa Mittelstaedt und ich muss sagen, dass ich zu Beginn extrem Mühe hatte mit der Sprecherin. Ihre Stimme ist, jedenfalls hier bei diesem Roman unglaublich langweilig, monoton, ja fast schon einschläfernd und wirkte für mich auch zu alt für die Rolle der Viola. Irgendwie gewöhnte ich mich allerdings mit der Zeit an ihr Timbre und die Interpretation, würde jetzt aber nicht sofort wieder zu einer Vertonung von ihr greifen.

Poznanskis Schreibstil ist klar, unkompliziert, schnörkellos und flüssig zu lesen. Erzählt wird ausschliesslich aus der Sicht der Protagonistin in der ICH- Form im Präsens, was ich überhaupt nicht mag, doch durch die Hörbuchversion ist es mir gar nicht aufgefallen.

Viola ist, wie oben schon erwähnt unsere Hauptperson und obwohl sie gut ausgearbeitet ist, ihre Gefühls/ Gedankenwelt transparent dargestellt wurde, kann ich nicht behaupten, dass ich mir ihr warm wurde. Ehrlich gesagt auch mit keiner anderen Figur in der Geschichte, sei dies nun ihr Ehemann, ihre Freundinnen oder die Pflegerin. Eigentlich für mich in einem Thriller kein Problem, allerdings handelt es sich hier ja doch eher um ein Domestic Noir Werk und da erwarte ich mir dann doch etwas mehr von den Charakteren.

Die Idee an sich hat mir gut gefallen, ebenso der Einstieg und diese lauernde, unterschwellige Spannung. Ebenso war der ein oder andere Plottwist durchaus überraschend, Andere hingegen fand ich eine Spur zu drüber und gerade eine gewisse Auflösung war mir zu konstruiert. Ebenfalls war für meinen Geschmack die Story ein bisschen zu stark in die Länge gezogen und eine Taschenbuchausgabe hätte genügt!

Ich vergebe hiermit 3,75 Sterne

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Trügerische Idylle

Heimat
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Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Das Buch ist mir schon bei den Vorschauen aufgefallen, obwohl das Cover eher schlicht wirkt. Vor allem faszinierte mich jedoch der Klappentext, weshalb ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Das Buch ist mir schon bei den Vorschauen aufgefallen, obwohl das Cover eher schlicht wirkt. Vor allem faszinierte mich jedoch der Klappentext, weshalb es spontan bei mir einziehen durfte.

Der Schreibstil ist präzise, eher sachlich gehalten und schnörkellos. Erzählt wird in der 3. Person aus der Sicht unserer Protagonistin Jana. Das Besondere es gibt keine Kapitel, nur Absätze mit kleinen schwarzen Quadraten unterbrochen. Bei mir führte dies zeitweise zu Verwirrung, oder gestörtem Lesefluss, da ein Zeisprung erfolgte oder ein Wechsel des Handlungsstrangs.

Entsprechend der Erzählweise ist natürlich Jana am ausführlichsten ausgearbeitet und wir können die meisten Gedankengänge, Emotionen und daraus folgenden Handlungen mitverfolgen. Sie war mir soweit ganz sympathisch und ich konnte einige Denkweisen gut nachvollziehen. Ihr Mann ( ich weiss schon nicht mal mehr seinen Namen ;) ) wirkte auf mich sehr blass, ja schon fast unsichtbar. Hingegen machte Karolin, die zukünftige Freundin von Jana auf mich schon recht Eindruck, wie sie so ihr Leben gelassen mit fünf Kindern meistert.

Die erste Seite der Geschichte fand ich sehr eigenartig, man weiss eigentlich auch nicht um wen es sich hierbei handelt, erst am Ende war ich etwas schlauer. Wie zu Beginn erwähnt hat mich der Text auf der Buchrückenseite angesprochen und neugierig gemacht, insbesondere, da mir der Begriff " Tradwife" völlig unbekannt war. Ich musste also zuerst googeln, um mir einen Überblick zu verschaffen ;) Einige Standpunkte im Leben von Karolin finde ich persönlich nämlich gar nicht so verwerflich, gerade im Bezug auf die Kinderbetreuung und die Naturverbundenheit. Liegt allerdings vielleicht auch daran, dass ich selber auf einem Bauernhof, recht bodenständig aufgewachsen bin ;) Hanna Lühmann beschreibt allerdings die unterschiedlichen Lebensentwürfe sachlich, ohne zu u werten oder den Zeigefinger zu heben. Der Roman ist eher ruhig, jedoch nie langweilig, wirft Fragen auf, regt zum nachdenken und diskutieren an. Mit Fortschreiten der Geschichte wird die ganze Atmosphäre immer wie dichter, beklemmender, und es gibt mehrere, subtile Andeutungen ,welche jedoch nicht konsequent aufgeklärt werden. Nach 170 Seiten sass ich ratlos da, blickte auf das kryptische Ende, blätterte zurück, las nochmals die letzten Zeilen und war dennoch immer noch nicht schlauer.....

Ich vergebe 3,75 Sterne

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Was ist eigentlich Schönheit

Wie du mich ansiehst
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Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Klappentext und Leseprobe haben mich angesprochen, weshalb die Lektüre spontan bei mir einziehen durfte ;)

Der Schreibstil ist ruhig, schnörkellos, klar ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Klappentext und Leseprobe haben mich angesprochen, weshalb die Lektüre spontan bei mir einziehen durfte ;)

Der Schreibstil ist ruhig, schnörkellos, klar und ich habe mir den ein oder anderen Satz markiert, da Eva Lohmann mit nur wenigen Worten einfach so viel Wahrheit ausspricht; " Wenn Menschen sich trennen, müssen sie entscheiden, ob sie um Dinge kämpfen wollen- oder sie loslassen" " Vielleicht ist deine Mutter einfach eine Loslasserin" ( S.88) Erzählt wir das Ganze aus der Sicht unserer Protagonistin im personalen Stil, was ich für den Stil der Geschichte als passend empfunden habe.

Dementsprechend stehen natürlich auch die Gedankengänge und Handlungen von Johanna im Vordergrund. Ich Ü50 konnte viele Denkweisen nachvollziehen und nickte immer wieder zustimmend , einige daraus folgenden Taten fand ich jedoch unverständlich. Ebenfalls wirkte Johanna auf mich älter als Mitte vierzig und ständig hatte ich den Eindruck sie müsste eigentlich Rosa heissen und nicht ihre Tochter ;) weshalb ich die Beiden zeitweise verwechselte ;) Die Ausarbeitung der Charaktere war solide für den Umfang der Geschichte.

Das Buch beinhaltet einige interessante Themen(zum Beispiel: Was ist Schönheit, Feminismus, Älterwerden, Trauer) für mich persönlich waren es fast zu Viele um ihnen wirklich allen gerecht zu werden, aber vielleicht war dies auch gar nicht das Ziel der Autorin. Ebenfalls verspürte ich keine emotionale Bindung zu den Charakteren, obwohl mich die Aspekte an sich eigentlich total angesprochen haben!

Ich vergebe deshalb 3,5 Sterne

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