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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2025

Nicht mein Geschmack

Dunkle Sühne
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North Falls ist eine typische amerikanische Kleinstadt, in der man einander kennt oder in diesem Fall, zu kennen glaubt, denn das Verschwinden von zwei Teenagerinnen deckt tiefe dunkle Abgründe auf …

Für ...

North Falls ist eine typische amerikanische Kleinstadt, in der man einander kennt oder in diesem Fall, zu kennen glaubt, denn das Verschwinden von zwei Teenagerinnen deckt tiefe dunkle Abgründe auf …

Für die Ermittlerin Deputy Emmy Clifton ist der Fall persönlich, weil eins der vermissten Mädchen ist die Tochter ihrer besten Freundin ist, die ihr ein schlechtes Gewissen macht, ihr die Schuld an der Entführung ihrer Tochter gibt …

“Dunkle Sühne” konnte mich leider nicht überzeugen: ich empfand den Erzählstil als zu ausführlich und die Umsetzung der Handlung sowie die Charakterzeichnung bzw. die Dynamik zwischen den Figuren eher wenig originell.

Die Geschichte ist nervenaufreibend, komplex sowie wendungsreich, der Stil intensiv und die Atmosphäre spürbar beklemmend, aber meine oben genannten Kritikpunkte lassen all das meiner Meinung nach irgendwie, mal mehr mal weniger, verpuffen.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Für mich zu viel Cosy, zu wenig Crime

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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Im Mettes Strickladen “Strickschick” in Lüttjekoog, einem kleinen idyllischen Ort an der Nordseeküste, treffen sich die tatkräftige Pfarrerin und alleinerziehende Mutter Anne, die burschikose Friseurin ...

Im Mettes Strickladen “Strickschick” in Lüttjekoog, einem kleinen idyllischen Ort an der Nordseeküste, treffen sich die tatkräftige Pfarrerin und alleinerziehende Mutter Anne, die burschikose Friseurin Brunhilde sowie der verwitwete Bootsverleiher Gustavsen jeden Donnerstag, um gemeinsam zu stricken, zu plaudern oder Probleme zu lösen.

Als Anne bei einem Watt-Spaziergang etwas findet, dass aus der untergegangenen sagenumwobenen Siedlung Rungholt stammt, überschlagen sich die Ereignisse: Jemand bricht in die Kirche ein und schlägt Anne nieder. Kurz darauf geschieht ein Mord und da die Polizei schon Annes Angreifer nicht aufspüren konnte, nehmen die Strickbegeisterten die Ermittlungen selbst in die Hand - allen voran die sympathisch forsche Mette.

Mettes Entwicklung – aus einer konservativen Erziehung hin zu einem selbstbestimmten Leben – verleiht ihr Tiefe und macht sie für mich zur Heldin der Geschichte. Sie war mir am sympathischsten, denn ihre rebellische Energie bringt ordentlich Schwung ins Strickkränzchen! Sie ist ein Freigeist: selbstironisch, aufgeschlossen, kreativ, intuitiv, mutig sowie unkonventionell bis unorthodox - bei ihr sind Hirn, Herz und Humor perfekt ausbalanciert!

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt - lebendig, mit viel Gespür für die menschliche Natur, Gemütlichkeit sowie Nordseeflair! Die Hygge-Atmosphäre, die Innenwelt und die Aktivitäten der liebenswerten, leicht kauzigen Figuren, die Tierliebe und die Liebe zum nordischen Küsten-Lifestyle machen diesen Roman zu einem warmherzigen Wohlfühlbuch, doch all das “erdrückt” die Spannung meiner Meinung nach. Mir dauerte es zu lange, bis die Krimi-Handlung zum Tragen kam, und dann empfand ich sie als nebensächlich sowie wenig packend gestaltet.

“Mörderisch verstrickt – ein Strickclub ermittelt” ist ein gemütlicher Krimi, der mir zu gemütlich war – das Düstere, das rätselhaft Vertrackte, das ich in britischen Cosy-Crime-Büchern so schätze, fehlte mir hier - aber das ist natürlich Geschmackssache!

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Meinen Geschmack traf es nicht

Die feindliche Zeugin
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Emmett, ein schwarzer Jugendlicher, wird in London wegen Mordes an einem weißen Mann verhaftet. Die Beweislage spricht gegen ihn und die Vorverurteilung in den Medien ist niederschmetternd, doch seine ...

Emmett, ein schwarzer Jugendlicher, wird in London wegen Mordes an einem weißen Mann verhaftet. Die Beweislage spricht gegen ihn und die Vorverurteilung in den Medien ist niederschmetternd, doch seine ambitionierte schwarze Strafverteidigerin Rosa Higgins hat den Verdacht, dass hier etwas faul ist und forscht hartnäckig nach ...

Erzählt wird aus Rosas und Emmetts Sicht. Aus Rosa Perspektive erfährt man viel über die Abläufe eines Strafverfahrens im britischen Rechtssystems und darüber, wie es hinter den Kulissen zugeht. Konservative weiße Männer mit Upperclass-Herkunft geben den Ton an. Ihre Möglichkeiten bzw. Verbindungen bedeuten zudem entscheidende Vorteile - vor, während sowie nach der Ausbildung! Aus Emmets Sicht erfährt man wie er die Untersuchungshaft erlebt und ansatzweise, wieso er sich kaum zum Tathergang äußert.

Rosa ist absolut glaubwürdig, mit echten Fehlern: ihre Alltagsorganisation, ihre Beziehung und ihre Familienangelegenheiten sind chaotisch sowie kompliziert, da sie alles vernachlässigt, was nicht mit der Arbeit zu tun hat. Sie hat es wirklich nicht leicht, als schwarze Frau ohne Oberschicht-Herkunft muss sie gegen Nachteile ankämpfen!

Die Ignoranz, die Vorurteile und die Diskriminierung kommen hautnah an. Man spürt die Ohnmacht bzw. den Frust aufgrund der vielen kleinen wie großen, leichtfertigen gleichzeitig tiefschürfenden Ungerechtigkeiten gegenüber Rosa sowie Emmett.

Ich fand den Schreibstil weder besonders gut noch schlecht, manches war mir zu ausführlich und einige Kapitel bzw. Passagen waren für mich nichtssagend. Die Handlung hätte mMn ein bisschen mehr Tempo vertragen können und die meisten Charaktere waren mir wenig sympathisch und ich empfand viele als klischeehaft gezeichnet. Die Dynamik zwischen ihnen ergab für mich auch kaum Sinn, denn irgendwie sind alle meistens kalt bzw. schroff zueinander, sogar diejenigen, die sich nahestehen und viel bedeuten.

“Die feindliche Zeugin” wurde für mich erst zum Ende hin spannend. Die Geschichte an sich, mit all den wichtigen Themen, und der Auflösung ist toll, doch die Umsetzung traf meinen Geschmack einfach nicht. Die eindringlichen Darstellungen der Ignoranz der Überprivilegierten gegenüber den Interessen der “anderen”, von “Alltagsrassismus” sowie “Alltagsfrauenfeindlichkeit” fand ich wirklich gelungen, genau wie Rosas übermäßiges Engagement – beides ist bewegend und erschreckend gestaltet!

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Wenn die fabrizierte Social Media Persönlichkeit das Leben übernimmt ...

Like / Hate
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Die Influencerin hier ist einerseits besonders, weil den “hässlichen Schein” wahrt, nicht den schönen! Sie ist ordentlich, würde gerne abnehmen sowie ihre Ansätze regelmäßig färben, doch sie gibt sich ...

Die Influencerin hier ist einerseits besonders, weil den “hässlichen Schein” wahrt, nicht den schönen! Sie ist ordentlich, würde gerne abnehmen sowie ihre Ansätze regelmäßig färben, doch sie gibt sich gezielt chaotischer und nachlässiger, um DIE nahbare Mama zu sein! Ihr Markenzeichen ist es, das Unperfekte zu zelebrieren und für alle Probleme Verständnis inklusive Trost oder Rat parat zu haben. Ich fand ihr kühles Kalkül dabei faszinierend verstörend! Andererseits sie typisch, weil sie sich ständig verbiegt, denn sie ist vom Wohlwollen ihrer Community bzw. Sponsoren abhängig! All das wird ausführlich geschildert, genau wie die Anforderzungen, die Mutterschaft, Ehe sowie Familie mit sich bringen, was psychologisch interessant und gesellschaftskritisch gestaltet ist – es sind nur keine Themen, die mich besonders interessieren.

Bei der Widersacherin handelt es sich auch um eine Mutter, die ebenfalls von Muttergefühlen und dem Familienleben erzählt, bei ihr geht es allerdings um Trauer, Verlust sowie damit verbundene Rachegelüste. Dieser Erzählstrang ist zwar rätselhaft, aber für mich irgendwie, so als würde eine Person es “unnötig spannend machen”, indem sie lange nicht zum Wesentlichen kommt.

Etwas Abwechslung gibt es durch den Ehemann der Influencerin, einen hadernden Schriftsteller, der, neben Ehe- sowie Familienherausforderungen auch von seinen Schreibproblemen berichtet.

“Like/Hate” ist lebendig und ausdrucksstark geschrieben, die Charaktere sind toll gezeichnet und die Handlung ist vielschichtig sowie raffiniert. Ich finde jedoch, dass sie oft schleppend voranschreitet, die Spannung kommt mMn viel zu kurz (nervenaufreibend wurde es für mich erst zum Ende hin) und das Motiv der Widersacherin empfand ich als wenig überzeugend, weshalb dieser Thriller meinen Geschmack nicht traf.

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Veröffentlicht am 13.11.2024

Originell, cool & herrlich düster, aber mir fehlte es an Spannung

Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht
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Die unmotivierte Studentin Tycho wird von Alkohol übermenschlich stark. Da sie als Barkeeperin in NYC arbeitet, kommt ihr das entgegen, denn Halbstrake, die es auf Schwächere abgesehen haben, gibt es dort, ...

Die unmotivierte Studentin Tycho wird von Alkohol übermenschlich stark. Da sie als Barkeeperin in NYC arbeitet, kommt ihr das entgegen, denn Halbstrake, die es auf Schwächere abgesehen haben, gibt es dort, gerade nachts auf ihrem Heimweg, zuhauf. Sie betätigt sich heimlich als selbstjustizübende Rächerin, nicht einmal ihr bester Freund Logan weiß davon. Sie fühlt sich oft einsam, weil sie ihre Nachtaktivitäten mit niemandem teilen kann, zudem plagen sie die Dämonen ihrer dunklen Vergangenheit ...

Doch plötzlich wird sie zu dem Thema in den Medien, unter dem Namen Captain Wodka, wird sie zum Stadtgespräch. Ihre Superkraft wird schließlich zum existentiellen Problem, denn gleich zwei Organisationen, mit entgegengesetzten Zielen, haben es auf sie abgesehen ...

Ich mochte die Prämisse, die düstere Protagonistin, die Figurendynamiken, den intensiven Schreibstil und die einfallsreiche, wendungsreiche Geschichte rund um die coole, starke sowie gleichermaßen verletzliche Tycho sehr – aber da ich den Handlungsverlauf als unnötig in die Länge gezogen empfand, kam für mich kaum Spannung auf.

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