Exotisch, spannend und berührend
Der Duft der fernen InselEve Goodall tritt eine außergewöhnliche Stelle an. Der Sultan von Sansibar sucht eine Gouvernante für seine blinde Tochter Nunu. Für Eve beginnt ein neues Leben in einer exotischen Welt: in einem prächtigen ...
Eve Goodall tritt eine außergewöhnliche Stelle an. Der Sultan von Sansibar sucht eine Gouvernante für seine blinde Tochter Nunu. Für Eve beginnt ein neues Leben in einer exotischen Welt: in einem prächtigen Palast trifft sie auf ihr bisher unbekannte Sitten, Bräuche, Menschen und Düfte.
Als ein Machtkampf um die Nachfolge des verstorbenen Sultans entbrennt, zieht Eve mit Nunu auf eine Gewürzplantage. Dort fördert sie Nunus Talent, Düfte herzustellen. Doch die friedliche Zeit endet als sich Nunu und Eve in denselben Mann verlieben.
Eve Goodall arbeitet seit 13 Jahren an der Blindenschule, die sie selbst als Schülerin besuchte. Ihr Traum ist ein eigener Haushalt, ein Mann und Kinder. Sie folgt dem unerwarteten Ruf in eine fremde Welt, in der sie sich vielen Herausforderungen stellen muss. Eve ist eine unerschrockene und tapfere Frau, die sich nicht scheut, für andere einzutreten.
Der sympathische Engländer Ethan Collins arbeitet im Gewürzhandel. Er ist auf einer Plantage in Sansibar aufgewachsen, die seine Eltern aber verkaufen mussten, da die Sklavenhaltung für Europäer verboten wurde.
Nunu ist ein schwieriges Kind, gewöhnt, ihren Kopf durchzusetzen und terrorisiert die ganze Familie. Sie kann sich mit ihrer Blindheit nicht abfinden und versucht, sich an ihren sehenden Geschwistern dafür zu rächen. Eve soll ihr eine allgemeine Bildung und Benehmen vermitteln. Nunu liebt Gerüche und lernt schnell, Duftkissen herzustellen. Voller Begeisterung verfolgt sie beharrlich ihren Weg, Düfte herzustellen.
Alphonse de Poirou, eine Nase aus Grasse, wird auf Nunus Parfüm aufmerksam. Er hat nur ein Ziel vor Augen: Nunus Düfte. Diese will er mit allen Mitteln bekommen. Ein mehr als unsympathischer und egozentrischer Charakter.
Der Duft der fernen Insel ist ein Roman, der ab der ersten Seite fesselt und ins weit entfernte exotische Sansibar entführt. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und durchweg authentisch dargestellt. Durch die flüssige und eingehende Schreibweise konnte ich die Atmosphäre regelrecht spüren und die Geschichte miterleben. Es wurden aber nicht nur die schönen Seiten Sansibars gezeichnet, man wird auch mit den damaligen menschenverachtenden Umständen wie Sklaverei und dem teilweise herzergreifenden Schicksal der Protagonisten konfrontiert.
Der Roman ist so gefühlvoll und spannend geschrieben, daß ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Der Autorin ist es gelungen, mich in vergangene Zeiten, exotische Welten und eine ganz andere Kultur zu entführen und ab der ersten Seite zu fesseln.
Ein richtiger Wohlfühlroman, der mir sehr viel Freude bereitet hat, und deshalb eine Leseempfehlung!