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Veröffentlicht am 18.09.2025

Toxische Beziehungen und Alltagshumor

»Ich als Feminist ...«
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Meine Meinung

Triggerwarnung: Das Buch behandelt explizit Themen wie psychische Manipulation, toxische Beziehungen, körperliche Gewalt und sexuelle Übergriffe, die für Betroffene belastend sein können.


In ...

Meine Meinung

Triggerwarnung: Das Buch behandelt explizit Themen wie psychische Manipulation, toxische Beziehungen, körperliche Gewalt und sexuelle Übergriffe, die für Betroffene belastend sein können.


In »Ich als Feminist …« von Lensi Schmidt geht es um mehr als nur um humorvolle Beobachtungen über das Verhalten von Männern. Die Autorin, bekannt durch ihre Instagram-Präsenz, beleuchtet auf 208 Seiten 70 typische Phänomene aus der Datingwelt, dem Alltag und der sogenannten Bro Culture. Dabei spricht sie Themen wie Ghosting, Mansplaining und ungewollte Komplimente an, die vielen Frauen vertraut sind. Der Schreibstil ist direkt und pointiert, was dem Buch eine erfrischende Leichtigkeit verleiht.

Doch hinter dem humorvollen Ton verbirgt sich eine tiefere Auseinandersetzung mit toxischem Verhalten und manipulativen Dynamiken. Schmidt beschreibt, wie subtil und dennoch wirksam solche Verhaltensweisen sein können. Sie zeigt auf, wie oft Frauen in Beziehungen emotional manipuliert oder klein gemacht werden, und wie schwer es ist, solche Muster zu erkennen und zu durchbrechen. Dabei bleibt sie nicht bei der bloßen Analyse stehen, sondern fordert aktiv dazu auf, diese Verhaltensweisen nicht länger zu tolerieren.

Zum Schluss erwähnt Schmidt von ihren eigenen Erfahrungen in einer missbräuchlichen Beziehung.


"Ich war fünf Jahre lang in einer missbräuchlichen und gewalttollen Beziehung, die mich gebrochen und gleichzeitig so widersprüchlich war, dass ich mir selbst nicht mehr glaubte." (ZITAT der Autorin)

Diese Offenheit verleiht dem Buch eine zusätzliche Dimension und macht die behandelten Themen greifbar und nachvollziehbar. Sie verdeutlicht, wie tief solche Erfahrungen sitzen und wie wichtig es ist, sich selbst und andere davor zu schützen.

"Zuhause war mein Partner jemand ganz anderes: Er erniedrigte mich, kontrollierte mich, isolierte mich und ließ mich glauben, dass all das normal sei." (ZITAT der Autorin)



Über die Autorin

Lensi Schmidt, geboren 1991 in Ludwigshafen am Rhein, ist Soziologin, Podcasterin und bekannt für ihre provokanten feministischen Beiträge auf Instagram. Mit ihrem klaren Standpunkt und scharfsinnigen Analysen polarisiert sie in den sozialen Medien und regt wichtige Diskussionen rund um das Thema Geschlechtergerechtigkeit an. Neben ihrer Arbeit als Onlineredakteurin im Bundestag engagiert sie sich aktiv in der linken Politik und setzt sich für die Rechte von Frauen und marginalisierten Gruppen ein.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Kurze Geschichten mit langem Echo

Starke Meinung zu brennenden Themen
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Meine Meinung

"Starke Meinung zu brennenden Themen" besteht aus kurzen Geschichten, die leise und manchmal schräg von dem erzählen, was uns heute beschäftigt. Keret schafft es, mit wenigen Sätzen ganze ...

Meine Meinung

"Starke Meinung zu brennenden Themen" besteht aus kurzen Geschichten, die leise und manchmal schräg von dem erzählen, was uns heute beschäftigt. Keret schafft es, mit wenigen Sätzen ganze Welten aufzumachen.

Sein Stil ist besonders.Die Texte sind knapp, oft nur ein paar Seiten, aber sie bleiben hängen. Er schreibt schlicht, ohne Schnörkel, und plötzlich taucht ein Bild auf, das einen zum Lachen bringt oder das Herz schwer macht. Es ist dieser Wechsel zwischen Humor und Melancholie, der mich immer wieder überrascht hat. Manche Szenen wirken fast traumartig, so dass man nicht genau weiß, ob man lachen oder nachdenken soll!

Die deutsche Übersetzung liest sich sehr gut. Der trockene Witz und der Rhythmus seiner Sprache kommen klar rüber, so dass man nie denkt, etwas vom Original zu verpassen.

Inhaltlich geht es um vieles, was uns alle betrifft: Angst, Liebe, Verlust, das Gefühl, dass die Welt aus den Fugen gerät. Keret stellt Fragen, statt Antworten zu geben.

Natürlich hat nicht jede Geschichte die gleiche "Wucht". Manche wirken wie Skizzen, Ideen, die nicht ganz ausgearbeitet sind. Wer eine durchgehende Handlung sucht, wird vielleicht ungeduldig.

Am Ende ist dieses Buch für mich eine besondere Sammlung. Es ist eigenwillig, manchmal komisch, manchmal traurig, aber (!) immer überraschend.

P.s.: Wie toll ist das Cover gewählt - ein echter Hingucker!


Über den Autor

Etgar Keret, geboren 1967 in Ramat Gan, Israel, ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller Israels. Er gilt als Meister der Kurzgeschichte, seine Short-Story-Bände sind in Israel Bestseller und werden in 40 Sprachen übersetzt. Sein neuester Band »Tu's nicht« wurde mit dem National Jewish Book Award ausgezeichnet. Etgar Keret schreibt auch Drehbücher und Graphic Novels. Er lebt mit seiner Familie in Tel Aviv.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Crown Royale

All Better Now
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Meine Meinung

Neal Shustermans „All Better Now“ hat mich nachdenklich gestimmt. Die Idee, dass ein Virus namens Crown Royale die Weltbevölkerung in einen Zustand völliger Zufriedenheit versetzt, ist faszinierend ...

Meine Meinung

Neal Shustermans „All Better Now“ hat mich nachdenklich gestimmt. Die Idee, dass ein Virus namens Crown Royale die Weltbevölkerung in einen Zustand völliger Zufriedenheit versetzt, ist faszinierend und zugleich beunruhigend. Die Geschichte folgt drei Jugendlichen – Mariel, Rón und Morgan – die jeweils auf ihre Weise mit den Auswirkungen dieses Virus konfrontiert sind. Mariel ist immun, Rón überlebt mit bleibender Zufriedenheit, und Morgan wird von einer Milliardärin beauftragt, das Virus zu bekämpfen.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Frage, ob ewiges Glück wirklich erstrebenswert ist. Shusterman zeigt auf, dass ein Leben ohne negative Emotionen nicht zwangsläufig zu einer besseren Welt führt. Die Charaktere sind vielschichtig und ihre Konflikte nachvollziehbar. Allerdings fand ich die Handlung an einigen Stellen etwas langatmig, und die Vielzahl an Perspektiven erschwerte es mir, mich auf eine einzelne Figur einzulassen.

Insgesamt ist „All Better Now“ ein provokantes Buch, das zum Nachdenken anregt. Es stellt wichtige Fragen über Glück, Gesellschaft und die menschliche Natur. Wer bereit ist, sich auf diese komplexen Themen einzulassen, wird mit einer tiefgründigen Lektüre belohnt.


Über den Autor

Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, ist in den USA ein Superstar unter den Jugendbuchautoren. Er studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Alle seine Romane sind internationale Bestseller und wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem National Book Award.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Eine ruhige Reise durch Familie und Gefühle

Katzen, die wir auf unserem Weg trafen
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Meine Meinung

Ich habe das Buch als eine ruhige und gefühlvolle Geschichte erlebt. Aisha erfährt, dass ein Meteorit die Erde zerstören wird. Statt Spannung gibt es viel über Familie, Beziehungen und verlorene ...

Meine Meinung

Ich habe das Buch als eine ruhige und gefühlvolle Geschichte erlebt. Aisha erfährt, dass ein Meteorit die Erde zerstören wird. Statt Spannung gibt es viel über Familie, Beziehungen und verlorene Nähe zu lesen. Sie reist mit ihrer Mutter durch Malaysia, um ihre entfremdete Schwester zu finden und alte Wunden zu heilen.

Der Titel hat mich zunächst verwirrt, weil es kaum Katzen gibt. Doch er passt gut, weil die Begegnungen im Buch Spuren hinterlassen, auch wenn sie leise sind. Die Kapitel sind kurz und oft wechseln die Zeiten, aber das hat für mich gut funktioniert. Es geht weniger um Handlung als um Gefühle.

Besonders berührt hat mich die Beziehung zwischen Aisha und ihrer Mutter. Die unausgesprochenen Konflikte wirken echt und die wenigen Momente von Nähe sind intensiv. Das Ende ist offen, aber das hat für mich gut zur Geschichte gepasst.

Ich gebe dem Buch vier von fünf Sternen. Es ist kein actionreicher Roman, sondern eine stille Geschichte über Familie, Verlust und Nähe. Wer sich darauf einlässt, wird eine Geschichte finden, die nachklingt.

Die Covergestaltung finde ich super!


Über Nate Ng

Nate Ng lebt in Kuching, Malaysia, und arbeitet freiberuflich als Illustratorin. Bei ihren Zeichnungen für ›Katzen, die wir auf unserem Weg trafen‹ hat sie sich von Dato' Mohammad Nor bin Mohammad Khalid, besser bekannt als Lat, inspirieren lassen, weil er die malaysische Landschaft in einem ausgeprägt nostalgischen Stil darstellt. Nate Ngs Hobbys sind Frisieren, Hunde trainieren und Horrorserien schauen, und sie würde gern mal eine Horrorgeschichte über Hundetraining und Friseure illustrieren.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Augen, die nicht loslassen

Das Beste sind die Augen
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Meine Meinung

Für mich war dieses Buch eine Erfahrung, die mich gleichzeitig abgestoßen und fasziniert hat. Vielleicht ist das Buch auch nichts für schwache Nerven.Der Gedanke an Augen zieht sich wie ...

Meine Meinung

Für mich war dieses Buch eine Erfahrung, die mich gleichzeitig abgestoßen und fasziniert hat. Vielleicht ist das Buch auch nichts für schwache Nerven.Der Gedanke an Augen zieht sich wie ein Faden durch die Handlung. Was zuerst alltäglich und fast harmlos wirkt, wird nach und nach zu einer Obsession, die erschreckend konsequent durchgespielt wird.

Besonders beeindruckt hat mich, wie viele gesellschaftliche Themen in die Geschichte eingeflochten sind. Für mich geht es nicht nur um Körperhorror, sondern auch darum, wie eine Frau permanent in Rollen gepresst wird, wie rassistische Zuschreibungen wirken, wie Abhängigkeiten entstehen und wie schwer es ist, sich daraus zu lösen. Diese Ebenen wirken für mich nicht aufgesetzt, sondern treiben die Spannung an. Gerade das macht den Schrecken so greifbar, weil er nicht nur aus dem Unheimlichen kommt, sondern aus dem, was im Alltag schon da ist.Stark fand ich die Sprache. Sie wirkt auf den ersten Blick nüchtern, fast beiläufig, aber gerade dadurch entwickeln die Sätze eine Wucht. In den ruhigen Passagen bauen sich kleine Wiederholungen auf, die sich zu einem Unbehagen verdichten. Und wenn dann Gewalt geschildert wird, kommt sie umso härter an. Für mich war es genau diese Mischung aus psychologischem Druck und eruptiven Momenten, die das Buch intensiv gemacht hat. Es gibt Szenen, die wirklich brutal sind, aber sie stehen nie für sich allein, sondern hängen eng mit der inneren Logik der Figur zusammen. Die Sprecherstimme war angenehm und passend.


Klappentext

Nach der Trennung ihrer Eltern gerät Jiwons Leben ins Chaos – und der neue, selbstgefällige weiße Freund ihrer Mutter macht alles nur schlimmer, indem er sie und ihre Schwester fetischisiert und ihre Kultur verhöhnt. Jiwons Gedanken werden immer radikaler. Wie weit wird sie gehen, um ihre Familie zu retten?


Über die Autorin

Monika Kim ist eine koreanische Amerikanerin der zweiten Generation, die in Los Angeles' Koreatown lebt. Das Essen von Fischaugen und anderen koreanischen Aberglauben hat sie von ihrer Mutter gelernt, die 1985 aus Seoul nach Kalifornien eingewandert ist. »The Eyes are the best Part« ist ihr Debütroman.

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