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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2025

Schönes Buch für zwischendurch

Lessons of Hearts and Magic
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„Lessons of Hearts and Magic“ ist eine süße, kurzweilige Geschichte, die mir insgesamt gut gefallen hat, aber für mich kein 5-Sterne-Hype-Buch war. Besonders angenehm fand ich den Love Interest, der eine ...

„Lessons of Hearts and Magic“ ist eine süße, kurzweilige Geschichte, die mir insgesamt gut gefallen hat, aber für mich kein 5-Sterne-Hype-Buch war. Besonders angenehm fand ich den Love Interest, der eine echte walking green flag ist – eine für mich SEHR gelungene Abwechsung der „Broody Alpha Males“ die ich sonst so in Büchern finde.

Die Protagonistin wirkte auf mich anfangs deutlich jünger als sie tatsächlich ist – ich hätte sie eher auf 16 geschätzt. Ihre Naivität und der Umstand, dass sie zu Beginn oft mehr Glück als Verstand hatte, haben mich bis zur Hälfte des Buches etwas frustriert. Gegen Ende wird dieses Verhalten jedoch plausibel erklärt und fügt sich rückblickend überraschend gut ins Gesamtbild ein. Trotzdem hätte es der Geschichte vermutlich gutgetan, das Alter der Figur offiziell etwas niedriger anzusetzen.

Das World-Building ist eher rudimentär und wirkt an einigen Stellen etwas wackelig. Für mich persönlich war das in Ordnung – nicht jedes Buch muss epische Ausmaße à la Sanderson erreichen, vor allem nicht bei einem Einzelband mit rund 400 Seiten, der bei anderen vielleicht als Dilogie erschienen wäre. Wer jedoch besonders viel Wert auf detaillierte Welten legt, könnte hier enttäuscht werden. Wer hingegen bereit ist, kleinere Unschärfen zu akzeptieren und sich auf eine charmante Geschichte einzulassen, wird vermutlich gut unterhalten.

Insgesamt ist es ein liebevoll erzählter Roman mit sympathischen Figuren und einer angenehm leichten, aber durchaus feministischen Atmosphäre. Kein absolutes Highlight für mich, aber definitiv ein Buch, das ich Leser*innen empfehlen würde, die Lust auf eine herzerwärmende, unkomplizierte Geschichte haben.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Solider Auftakt

We hunt the Flame
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Endlich mal Fantasy, das nicht im pseudo-mittelalterlichen Setting spielt! Dieses Buch entführt die Leser:innen in eine Welt, die stark von arabischen Einflüssen geprägt ist – ein Setting, das mich von ...

Endlich mal Fantasy, das nicht im pseudo-mittelalterlichen Setting spielt! Dieses Buch entführt die Leser:innen in eine Welt, die stark von arabischen Einflüssen geprägt ist – ein Setting, das mich von Beginn an begeistert hat. Es war erfrischend, in eine neue Kultur einzutauchen, mit Begriffen für Kleidung, Architektur und mehr, die das Ambiente authentisch und lebendig machten. Zwar mag dies für manche Leser:innen ungewohnt sein, doch wer sich darauf einlässt, kann viel entdecken. Für alle Fälle gibt es am Ende ein Glossar, das ich als eBook-Leserin zunächst übersehen hatte, aber als hilfreich empfand.

Die Handlung hat ihre Höhen und Tiefen. Der Einstieg lässt sich Zeit, die Welt und die Protagonist:innen einzuführen. Dabei werden ihre Beziehungen und ihr Umfeld detailliert beleuchtet, was mir geholfen hat, sie besser zu verstehen. Allerdings leidet das Buch etwas unter auffälligem Info Dumping, wodurch die Handlung gerade im letzten Drittel vorhersehbar wurde. Überraschende Wendungen blieben für mich leider aus.

Die Charaktere waren für mich ein Highlight. Die Protagonistin war angenehm abgeklärt und eine willkommene Abwechslung zur typischen „Damsel in Distress“. Der Protagonist hingegen tat mir oft leid, was ihn umso menschlicher und greifbarer machte – definitiv anders als der übliche überlegene Held. Auch die zögerliche Gruppendynamik und die Darstellung von komplexen Freundschafts- und Verwandtschaftsbeziehungen fand ich hervorragend umgesetzt.

Der Schreibstil hat mich ebenfalls überzeugt: poetisch, aber nicht trocken, sondern bildhaft und einladend. Er passt hervorragend zum Setting und der Geschichte und macht das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis.

Das Buch ist nicht so wirklich in sich abgeschlossen. Als erster Teil einer Dilogie lässt es viele Fragen offen, sodass ich allen rate, auch den zweiten Teil einzuplanen. Für mich steht jedenfalls fest: Ich werde ihn ganz bestimmt lesen.

Alles in allem ein erfrischender Fantasy-Roman, der durch sein ungewöhnliches Setting, interessante Charaktere und einen poetischen Schreibstil überzeugt – trotz kleiner Schwächen im Plot.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Coming of Age Zeitreise Geschichte

Our Infinite Fates
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Dieses Buch lässt sich schwer in Worte fassen – es ist zart, leise und ruhig in seiner Erzählweise. Wer hier nach großer Action sucht, wird vermutlich enttäuscht sein.

Im Zentrum steht eine faszinierende ...

Dieses Buch lässt sich schwer in Worte fassen – es ist zart, leise und ruhig in seiner Erzählweise. Wer hier nach großer Action sucht, wird vermutlich enttäuscht sein.

Im Zentrum steht eine faszinierende Grundidee: Zwei Seelen, die immer wiedergeboren werden – nur um sich am Ende gegenseitig zu töten. Warum das so ist, bleibt lange ein Rätsel, das wie ein Schleier über der Handlung liegt und der Geschichte eine melancholische Stimmung verleiht.

Es geht in diesem Buch jedoch nicht nur über dieses übernatürliche Schicksal, sondern vor allem die Frage, wie weit man sein Herz öffnen kann oder sollte. Selbst wenn man weiß, dass es gebrochen werden könnte – lohnt es sich, sich trotzdem zu verlieben? Und wenn man sich verliebt, was ist es dann genau, in das man sich verliebt?

Die Erzählweise hat mir besonders gefallen: ein schöner, atmosphärisch dichter Schreibstil, der nie aufdringlich wird, sondern die Geschichte behutsam vorantreibt. Thematisch erinnert an Werke wie Cloud Atlas oder Letztendlich sind wir dem Universum egal: fragmentarisch, über Epochen hinweg, sodass man sich Stück für Stück ein Gesamtbild zusammensetzen muss. Gerade dieser erzählerische Ansatz, mit seinen kurzen Einblicken in verschiedene Leben, macht das Lesen besonders reizvoll.

Das Ende selbst ist weniger spektakulär als erwartet, eher bittersüß. Es bleibt eine gewisse Leerstelle zurück – nicht unbefriedigend, aber auch nicht vollständig erfüllend.

Liest man das Buch als Coming-of-Age-Roman, funktioniert es besonders gut. Die beiden Protagonisten wirken durchweg jung, fast unreif, weil sie nie erwachsen werden durften bzw. konnten.

Eine Empfehlung für alle, die stille Coming of Age Geschichten mögen.

Eckdaten:
Genre Romantasy
Alter Ab 14 Jahren
Bände Einzelband
Setting Wales Gegenwart + wechselnde historische und geografische Schauplätze
Erzähler Ich-Perspektive, nicht-linear mit Rückblenden in frühere Leben
Tropes Enemies to Lovers, Reinkarnation, Star-Crossed Lovers
Diversity LGBTQ+; genderfluide Inkarnationen der Hauptfiguren

Für Fans von:
Coming of Age Geschichten
Zeitübergreifenden Liebesgeschichten
Den Büchern Cloud Atlas und Letztendlich sind wir dem Universum egal
Reinkarnations-Storys
Star Crossed Lovers
nicht lineare Erzählweisen

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Gelungenes Märchen-Retelling

A name so cursed
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Märchen-Retellings haben bei mir sowieso einen besonderen Platz im Herzen, und insbesondere die Geschichte rund um Rumpelstilzchen fasziniert mich immer wieder. „A Name So Cursed“ hat mich daher sofort ...

Märchen-Retellings haben bei mir sowieso einen besonderen Platz im Herzen, und insbesondere die Geschichte rund um Rumpelstilzchen fasziniert mich immer wieder. „A Name So Cursed“ hat mich daher sofort neugierig gemacht.

In den Danksagungen erzählt die Autorin, wie sie auf die Idee für das Buch gekommen ist: Beim Lesen des Originalmärchens sind ihr einige Ungereimtheiten aufgefallen, und daraus hat sie ihre eigene, spannende Version entwickelt. Ich liebe ja solche Entstehungsgeschichten!

Wie es bei vielen Märchen der Fall ist, haben wir auch hier eine Protagonistin, die sich oft wie eine klassische „Damsel in Distress“ anfühlt. Sie macht zwar das Beste aus ihrer Situation, muss aber trotzdem hin und wieder gerettet werden.

Ein Highlight war für mich die Charakterentwicklung des männlichen Protagonisten. Anfangs ist er ein arroganter Schnösel, getrieben von Geld und Macht – nicht gerade jemand, in den man sich sofort verliebt. Ich habe wirklich nicht verstanden, warum die Heldin etwas in ihm sieht... bis ich ihn mir in meinem Kopf als Henry Cavill vorgestellt habe, dann ging es wieder ;) Im Verlauf der Geschichte entwickelt er sich zu einem Mann, der aus echter Liebe handelt, und dieser Wandel wird richtig schön und nachvollziehbar dargestellt.

Ein kleiner Wermutstropfen für mich: An einer Stelle driftete die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu sehr ins Schwülstig-Kitschige ab. Aber hey, es ist Romantasy – und Fans des Genres werden daran sicher ihre Freude haben.

Und der Epilog AHHHHHH mega! Ohne zu Spoilern: das hat für mich das ganze Buch noch etwas runder gemacht - kann sein dass es manche nicht mögen werden, ich fand die Charakterentwicklung nachvollziehbar und Liebs.

Wichtig: Bevor ihr in die Geschichte eintaucht, werft unbedingt einen Blick auf die Content Notes. Märchen waren nie harmlos, und das hier ist definitiv keine weichgespülte Version. Es wird düster und brutal.

Fazit: Romantasy und Märchen-Retellings sind genau mein Ding – da kann bei mir fast nichts schiefgehen. Wenn ihr auch Fans dieser Mischung seid, dann werdet ihr „A Name So Cursed“ bestimmt genauso mögen wie ich.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Gelungener Abschluss

Kerze & Krähe
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Diese Geschichte ist genau das Richtige für alle, die sich nach einer humorvollen, leichten Lektüre sehnen: Ein echter „Palate Cleanser“ zwischen all den komplexen High-Stakes-Fantasy- und düsteren Romantasy-Welten.

Der ...

Diese Geschichte ist genau das Richtige für alle, die sich nach einer humorvollen, leichten Lektüre sehnen: Ein echter „Palate Cleanser“ zwischen all den komplexen High-Stakes-Fantasy- und düsteren Romantasy-Welten.

Der Protagonist ist klar auf der Seite des Guten – manchmal vielleicht etwas mit dem Holzhammer betont, insbesondere bei Themen wie Menschenhandel, Patriarchat etc. - ich teile seine Ansichten zwar, ist aber manchmal etwas dick aufgetragen.
Dennoch passt diese eindeutige Einordnung gut zum Gesamtthema des Buches: Die Bösen sind wirklich böse und bekommen am Ende, was sie verdienen. Und die Guten erhalten ein rundum perfektes Happy End. Gerade diese konsequente Auflösung aller Handlungsstränge und das absolut positive Finale empfand ich als wohltuend und befriedigend.

Fans der Druiden-Reihe werden sich über viele kleine Anspielungen und bekannte Figuren freuen – ich hab die Reihe nicht gelesen und war teilweise etwas verwirrt, wer das denn jetzt nun sein soll und wieso diese Person auftaucht. Wer jedoch mit dieser Art von Fanservice umgehen kann, wird hier viele liebevolle Details entdecken.

Was den Humor betrifft: Er ist bewusst derb, provokant und zielt oft unter die Gürtellinie – eine klare Geschmacksfrage. Wer sich aber darauf einlassen kann, wird bestens unterhalten.

Besonders schön fand ich, dass nicht nur der Hauptcharakter, sondern auch viele Nebenfiguren – selbst in der zweiten und dritten Reihe – mit viel Liebe ausgearbeitet sind und eigene kleine Happy Ends bekommen.

Insgesamt ist das Buch pure Unterhaltung, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen. Wer bereits beim Blick in die Leseprobe grinsen muss, wird mit der gesamten Trilogie sehr glücklich werden. Absolute Empfehlung für alle, die mal wieder einfach nur Spaß am Lesen haben möchten.

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