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Veröffentlicht am 02.10.2025

Bewegender Auftakt einer Familien-Saga, die in Irland und Amerika angesiedelt ist

Zwei Federn
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Mit diesem historischen Roman legen die Autoren Sonja und Rüdiger Lehman den ersten Band ihrer als Trilogie angelegten Saga um die irisch stämmige Familie O´Brian vor, die mich zwar nicht komplett überzeugen, ...

Mit diesem historischen Roman legen die Autoren Sonja und Rüdiger Lehman den ersten Band ihrer als Trilogie angelegten Saga um die irisch stämmige Familie O´Brian vor, die mich zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten konnte.

Als im Jahre 1847 in Irland die Kartoffelfäule ausbricht und zu einer großen Hungersnot führt, reist der Choctwa-Krieger Two Feaders zwei Jahre später in das Land, um eine Spendensummer, die sein Stamm gesammelt hat, zu übergeben. Dabei trifft er auf die Schriftstellerin Amy O´Brian und verliebt sich in sie. Da er ihre Liebe zur Literatur teilt, beschließen sie, fortan gemeinsam Bücher zu verfassen. Sie reisen zurück ins Land seiner Vorfahren und begleiten einen Treck weißer Siedler auf dem Weg in den Westen. Ihre Reiseberichte machen sie berühmt, doch dieser Ruhm ist nur von kurzer Dauer.

Mit einem packenden Schreibstil und historisch genauen Beschreibungen, die von einer sehr sorgfältigen Recherchearbeit zeugen, treiben die Autoren ihre gut aufgebaute Geschichte voran und lassen uns dabei hautnah am bewegten Leben ihrer Hauptfiguren teilhaben. Neben der Handlung in der Vergangenheit, die in den Jahren 1819 bis 1879 angesiedelt ist, gibt es einen zweiten Erzählstrang in der Gegenwart, in dem sich zwei Nachfahren auf die Spur der beiden Autoren begeben. Dieser Strang fällt nach meinem Geschmack aber doch zu ausführlich aus und nimmt dem Hauptstrang damit etwa zu sehr den nötigen Raum. Da dieses Buch der Auftakt einer Trilogie ist, kann ich derzeit allerdings noch nicht beurteilen, wie wichtig dieser Strang noch für die weiteren Bände ist. Getragen wird das Ganze von einer Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Ein Personenregister zu Beginn des Buches hilft, um im doch recht großen Personenaufgebot nicht den Überblick zu verlieren.

Wer auf bewegende historische Romane aus der amerikanischen Pionierzeit steht, wird hier gut bedient. Mein Interesse an den nachfolgenden Büchern der Trilogie ist auf jeden Fall geweckt.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Spannender Kriminalroman aus Stuttgart

Nur ein Sterbenswort
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Mit diesem Buch legt die Autorin Britt Reißmann den ersten Band einer neuen Reihe um die Kommissarin Meike Masur vor, der mich gleich gut und spannend unterhalten konnte.

Meike Masur hat sich gerade ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Britt Reißmann den ersten Band einer neuen Reihe um die Kommissarin Meike Masur vor, der mich gleich gut und spannend unterhalten konnte.

Meike Masur hat sich gerade erst aus Stralsund nach Stuttgart versetzen lassen, um dort einen beruflichen und privaten Neustart zu wagen. Dabei tut sie sich noch etwas schwer, sich an die Gepflogen- und Eigenheiten ihrer neuen Heimat zu gewöhnen, obwohl sie als Unterstützung ihren Cousin Severin Scholl an ihrer Seite hat, der schon vor Jahren in den Süden gezogen ist und ebenfalls bei der Stuttgarter Kriminalpolizei arbeitet. Als die Schauspielstudentin Katie tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird, übernimmt Meike ihre erste Mordermittlung. Ist das Motiv für den Mord eher an der Schauspielschule oder im Umfeld einer Produktionsfirma zu finden, für die Katie eine Sprechrolle in einer erfolgreichen Zeichentrickserie übernommen hat ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran, garniert sie dabei mit jeder Menge Lokalkolorit aus Stuttgart und bietet am Ende eine verblüffende Auflösung des ziemlich verzwickten Falles, die völlig überraschend, aber dennoch absolut schlüssig daherkommt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei erleben wir die Geschichte im Wesentlichen durch die Augen von Meike. Zusätzliche Passagen aus der Perspektive eines zunächst unbekannten Ich-Erzählers, sorgen für zusätzliche Spannung, ohne bereits zu viel über die Bedeutung dieser Rückblenden zu verraten, auch das Geschlecht der Person bleibt lange Zeit unklar. Die Übergänge zwischen diesen Passagen und der Hauptgeschichte erfolgen im E-Book allerdings ohne sichtbare Trennung, dies hätte man deutlich besser gestalten können bzw. eigentlich sogar müssen. Der übliche Spagat eines Auftaktbandes, zum einen eine interessante Geschichte zu erzählen, die Lust auf weitere Bände macht, und zum anderen das Setting und die Protagonisten, die diese Geschichten tragen sollen, sorgfältig einzuführen, gelingt ganz hervorragend. Als Bonbon für Leser, die bereits frühere Bücher der Autorin gelesen haben, wirken hier mit Verena Sander und Thea Engel zwei ehemalige Hauptfiguren in tragenden Nebenrollen als Teil der Ermittlungsteam mit.

Wer auf spannende Kriminalromane aus dem Ländle steht, wird hier gut bedient und unterhalten. Für die weiteren Bände bleibt aber durchaus noch etwas Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Packender Roman, der von gleich 2 Klassikern inspiriert wurde

Der Sturm
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In diesem Roman erzählt der Autor Helmut Fritz die bewegende Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern und hat sich dabei gleich von zwei Klassikern inspirieren lassen. Es handelt sich zum einen um ...

In diesem Roman erzählt der Autor Helmut Fritz die bewegende Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern und hat sich dabei gleich von zwei Klassikern inspirieren lassen. Es handelt sich zum einen um „Der Sturm“ vom William Shakespeare und zum anderen um die Sage von „Tristan und Isolde“ in der Fassung von Gottfried von Straßberg aus dem frühen 13. Jahrhundert. Helmut Fritz führt die klassischen Elemente dieser „Vorlagen“ durch eine moderne Erzählweise in die Gegenwart über und erzählt eine Geschichte, die durchaus auch für sich steht. Besondere Kenntnisse aus den beiden Inspirationsquellen sind daher nicht unbedingt nötig, schaden aber natürlich auch nicht.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Fernando, der Adoptivsohn des einflussreichen Filmstudio-Bosses Alfred „Al“ Mendez, und Randy, der Sohn eines Drehbuchautors. Als sie sich am Strand von Malibu kennenlernen, entwickeln sie nach vorheriger gegenseitiger Abneigung schnell Gefühle füreinander. Doch ihre Liebe steht unter einem schlechten Stern und sieht sich zahlreichen Widerständen ausgesetzt. Jahre nach ihrer unfreiwilligen Trennung treffen sich Fernando und Randy in einem gewaltigen Sturm, der zu einem Flugzeugabsturz führt, wieder. Gibt es doch noch eine Chance für die beiden ?

Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und beginnt sie direkt mitten im titelgebenden Sturm. Erst danach nimmt er sich die Zeit, die Vorgeschichte seiner Protagonisten in aller Ausführlichkeit zu erzählen. Getragen wird das Ganze von grundsätzlich gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Allerdings hätte die eine oder andere Nebenfigur durchaus etwas mehr Tiefe vertragen können, die bei den Hauptfiguren aber durchgehend vorhanden ist. Dass das Ende der Geschichte dann vielleicht doch etwas hopplahopp und nach meinem Geschmack auch etwas zu harmonisch daherkommt, nimmt ihr nur wenig von ihrer vorherigen Wirkung. Unter dem Strich überwiegen die positiven Leseeindrücke bei weitem.

Wer auf packende Romane mit sympathischen Hauptfiguren und einer bewegenden Liebesgeschichte steht, wird hier insgesamt gut bedient und spannend unterhalten.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Abwechslungsreiche Sommerkrimis aus Wien

Sunshine Killer
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In dieser Anthologie versammeln die Autorin Franziska Waltz und die beiden Autoren Claus Schönhofer und Norbert Peter insgesamt 9 abwechslungsreiche Sommerkrimis, die allesamt in Wien angesiedelt sind ...

In dieser Anthologie versammeln die Autorin Franziska Waltz und die beiden Autoren Claus Schönhofer und Norbert Peter insgesamt 9 abwechslungsreiche Sommerkrimis, die allesamt in Wien angesiedelt sind und mich gut und spannend unterhalten konnten.

Verbindendes Element der Geschichten ist ein lockerer Schreibstil, der immer mit einem gewissen Augenzwinkern versehen ist, dabei aber die nötige Spannung nicht außeracht lässt. So entsteht schnell der bekannte Wiener Charme, der die Geschichten trägt und viel zum hohen Unterhaltungswert des Buches beiträgt. Und auch wenn in den Beiträgen fröhlich gemordet wird, geht es insgesamt eher gemütlich und nicht allzu blutig zu. Mir persönlich haben die drei Beiträge von Franziska Waltz ein klein wenig besser gefallen, die Geschichten ihrer beiden Kollegen haben aber durchaus auch ihren ganz eigenen Reiz.

So bietet das Buch eine nahezu perfekte Mischung für den Krimi-Spaß zwischendurch. Dabei sollte jeder Liebhaber von Kurz-Krimis den einen oder anderen Beitrag ganz nach seinem Geschmack finden.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Spannender Kriminalroman aus Schweden, der mit einem gut aufeinander abgestimmten Ermittler-Duo aufwartet

SchwedenRache (Schwedenkrimi)
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In ihrem neunten Küstenkrimi entführt uns die Autorin Nele Bruun zum dritten Mal in die schwedische Provinz rund um Vimmerby, dem Geburtsort von Astrid Lindgren. Dort ermitteln erneut der kommissarische ...

In ihrem neunten Küstenkrimi entführt uns die Autorin Nele Bruun zum dritten Mal in die schwedische Provinz rund um Vimmerby, dem Geburtsort von Astrid Lindgren. Dort ermitteln erneut der kommissarische Polizeichef Marten Henriksson und seine Ex-Frau Lena Wallin, ein gut aufeinander abgestimmtes Ermittler-Duo, das mich auch diesmal wieder gut und spannend unterhalten konnte.

Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als in der Nähe des Astrid-Lindgren-Freizeitparkes eine durch einen Pfeil aus einem Jagdbogen schwer verletzte Frau aufgefunden wird, die kurz darauf ihren Verletzungen erliegt, bekommen Marten und sein Team erneut dessen Ex-Frau Lena als erfahrene Mordermittlerin zur Seite gestellt. Das Opfer hat im Freizeitpark eine Imbissbude betrieben und befand sich gerade im offenen Streit mit dem örtlichen Klärwerk, dem sie vorgeworfen hat, illegal verschmutzts Wasser in den Fluss geleitet zu haben. Auch im familiären Umfeld der Frau gab es einige Konflikte. So mangelt es zwar nicht an Verdächtigen, eine heiße Spur zum Täter ist aber zunächst nicht zu erkennen. Doch dann spitzen sich die Dinge dramatisch zu.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders das gelungene Zusammenspiel der beiden ungleichen Hauptermittler ist durchaus gelungen, zumal ihr privates Verhältnis inzwischen nicht mehr so eine prägende Rolle einnimmt wie noch in Band 1 und dies der Krimihandlung zugutekommt. Zudem bekommen diesmal auch die übrigen Mitglieder des Ermittlerteams etwas mehr Raum zur Entfaltung, den sie auch gut nutzen können. Zwar konnte mich auch Band 3 erneut nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten. Und an der überraschenden und schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt, gibt es auch nichts zu meckern.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit aus der schwedischen Provinz steht, wird hier insgesamt gut bedient und unterhalten. Für den nächsten Band bleibt aber weiterhin noch ein wenig Luft nach oben.

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