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Veröffentlicht am 04.12.2025

Fesselnde Reise ins Mittelalter

Der Silberbaum. Das Ende der Welt
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„Der Silberbaum – Das Ende der Welt“, der zweite Band von Sabine Eberts Silberbaum-Trilogie, hat mich von der ersten Seite an gefesselt und das, obwohl ich den ersten Band nicht gelesen habe.

Der Einstieg ...

„Der Silberbaum – Das Ende der Welt“, der zweite Band von Sabine Eberts Silberbaum-Trilogie, hat mich von der ersten Seite an gefesselt und das, obwohl ich den ersten Band nicht gelesen habe.

Der Einstieg ist mir trotz der vielen Namen erstaunlich leichtgefallen. Dazu beigetragen haben das ausführliche Personenregister und die historischen Karten, die sofort eine gewisse Orientierung bieten. Besonders hervorheben möchte ich jedoch die Erzählweise der Autorin, denn sie schafft es bereits in den ersten Kapiteln, eine gewisse Nähe zu einzelnen Personen aufzubauen und so wird Seite für Seite immer klarer, wie alles zusammenhängt.

Der Roman spielt im Jahr 1241, als Markgraf Heinrich von Meißen und sein Volk dem drohenden Angriff der Tataren gegenüberstehen. Die Autorin zeichnet eindrucksvoll die Belastung durch die drohende Gefahr, doch auch als diese abgewendet scheint, kommen die Bewohner nicht zur Ruhe. Freud und Leid folgen dicht aufeinander und lassen einen beim Lesen kaum los. Immer wieder geht es um Verrat, Macht und Tod, aber auch um Mut, Loyalität und Menschlichkeit.

Ich konnte mich sehr gut in das Schicksal der Figuren einfühlen. Die weiblichen Charaktere fand ich sehr stark, aber auch gerade Heinrich von Meißen hat mich mit seiner Loyalität und seinen klugen Entscheidungen sehr beeindruckt.

Sehr dankbar war ich auch für das ausführliche Nachwort, das mir geholfen hat, die Ereignisse noch einmal richtig einzuordnen und neugierig auf weitere Recherchen gemacht hat.



Insgesamt ist „ Der Silberbaum - Das Ende der Welt“ ein spannender, lehrreicher und bewegender historischer Roman.

Er hat mich sowohl durch seine sorgfältige Recherche als auch durch seine packende Erzählweise absolut überzeugt.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Ein Krimi mit vielen Facetten

Über die Toten nur Gutes
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Mads Madsen ist Trauerredner aus Leidenschaft und lebt zusammen mit seinem etwas verschrobenen Vater in einer norddeutschen Kleinstadt. Als er einen Brief seines erst kürzlich verstorbenen Jugendfreundes ...

Mads Madsen ist Trauerredner aus Leidenschaft und lebt zusammen mit seinem etwas verschrobenen Vater in einer norddeutschen Kleinstadt. Als er einen Brief seines erst kürzlich verstorbenen Jugendfreundes Patrick erhält, der ihn bittet, seine Trauerrede zu schreiben, erwacht in Mads der Ermittlergeist. Seit Jahren hatte er keinen Kontakt zu Patrick, warum sollte er ihm plötzlich eine geheime Botschaft schicken? Mads vermutet, dass mehr hinter dem Tod seines ehemaligen Freundes steckt und begibt sich zusammen mit seiner Malteserhündin auf Spurensuche.



Dieser Kriminalroman ist der Auftakt einer Reihe des Autors Andreas Izquierdo, der mich schon mit vielen anderen Werken begeistern konnte. Schon das Cover und der Klappentext hatten einen Krimi zum Schmunzeln angedeutet, gespickt mit teils sehr besonderen Persönlichkeiten.

Und tatsächlich war ich wirklich hingerissen von der Mischung aus Humor, Spannung und ernsteren Tönen. Mal steht das Krimielement im Vordergrund, dann wird es wieder richtig witzig und zwischendurch, vor allem wenn der Blick ein wenig in die Vergangenheit geht, wird die Stimmung auch mal ernster.

Mir hat hier einfach alles gut gefallen und ich verabschiede mich nur ungern von den vielen liebenswerten Charakteren, allen voran Mads und Fritjof.

Zum Glück steht schon fest, dass es einen zweiten Teil geben wird, worauf ich mich jetzt schon freue.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Facettenreicher Mittelalterroman

Das Lied des Vogelhändlers
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Der neue historische Roman des Autors Ralf H. Dorweiler spielt im Hochmittelalter, genauer gesagt im Jahr 1190. Die junge Franziska ist eine von vielen Menschen, die den dritten Kreuzzug unter der Führung ...

Der neue historische Roman des Autors Ralf H. Dorweiler spielt im Hochmittelalter, genauer gesagt im Jahr 1190. Die junge Franziska ist eine von vielen Menschen, die den dritten Kreuzzug unter der Führung Kaiser Barbarossas begleiten. Als sie dem Markgrafen von Baden das Leben rettet, verändert dies ihr Leben auf schicksalhafte Weise. Zehn Jahre später reist sie zur Burg Hachberg, wo die Söhne des Markgrafen ein Fest ausrichten und lernt dort den Vogelhändler Wigbert kennen.

Was Ralf H. Dorweilers Romane auszeichnet ist, dass man kaum Zeit braucht, um im Buch anzukommen. Man ist einfach von Seite eins an mittendrin und fühlt sich bis zur letzten Seite bestens unterhalten.
Die Geschichte um Franziska von Hellenau und den Vogelhändler Wigbert findet zunächst auf unterschiedlichen Zeitebenen in zwei Erzählsträngen statt. Diese werden dann im weiteren Verlauf geschickt miteinander verbunden.
Das Schicksal der tatkräftigen Franziska hat mich besonders angesprochen.
Nach dem Tod ihres Onkels ist sie ganz auf sich allein gestellt und das mitten im riesigen Tross des dritten Kreuzzuges fern von der Heimat. Doch sie gibt nicht auf, geht dem Bader zur Hand und erwirbt dadurch wertvolle Fertigkeiten, die ihre Zukunft sichern.
In diesem Erzählstrang erfährt man viel über die Widrigkeiten, denen die Menschen während des dritten Kreuzzuges ausgesetzt sind, was mir wirklich gut gefallen hat.

Auf der anderen Ebene spielt der Vogelhändler Wigbert die Hauptrolle. Durch Zufall trifft er auf den Minnesänger Walther von der Vogelweide und gemeinsam, doch mit zunächst unterschiedlichen Absichten, reisen sie zum großen Turnier auf Burg Hachberg. Hier geht es um Machtkämpfe, Verrat und Mord.
Das Vogelthema wird immer wieder sehr kreativ aufgegriffen, sei es als Kapitelüberschrift oder als kleine Anekdote zwischendurch.

Fazit
„Das Lied des Vogelhändlers“ ist wieder einmal ein facettenreicher, spannender und einfach wunderbar zu lesender Roman des Autors Ralf H. Dorweiler.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Historisches Krimivergnügen

Frag Philomena Freud
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Der erste Band dieser historischen Krimireihe spielt im Wien der zwanziger Jahre und spricht sowohl jugendliche Leser ab 12 Jahren als auch Erwachsene an.

Nachdem sie aus dem Waisenhaus entwischt ist, ...

Der erste Band dieser historischen Krimireihe spielt im Wien der zwanziger Jahre und spricht sowohl jugendliche Leser ab 12 Jahren als auch Erwachsene an.

Nachdem sie aus dem Waisenhaus entwischt ist, verdient die junge Philomena ihren Lebensunterhalt als Schuhputzerin, hauptsächlich vor dem Haus des berühmten Artzes und Begründers der Psychoanalyse Sigmund Freud. Immer an ihrer Seite ist Kaiser Franz Joseph ihr treuer Schnauzer. Als eine Patientin Freuds, die gleichzeitig eine von Philomenas besten Kundinnen war, eines Tages ermordet aufgefunden wird, ist eine Täterin schnell gefunden. Doch Philomena hat große Zweifel und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Auf äußerst charmante Weise lässt uns die Autorin Annette Roeder in das Wien der zwanziger Jahre eintauchen und zeigt uns eine Welt zwischen Armut und großem Reichtum.
Ich hatte mich sehr auf diesen historischen Kriminalroman gefreut und war gespannt, ob mich als Thrillerfan ein Buch für Jugendliche ab 12 Jahren wirklich mitreißen könnte. Was soll ich sagen? Philomenas erster Fall hat mich wirklich begeistert. Ich fand die Geschichte absolut kurzweilig, spannend und wunderbar zum miträtseln geeignet.
Die Charaktere mochte ich alle unglaublich gern und ich freue mich jetzt schon darauf, einige von ihnen im nächsten Band wieder zu treffen.
Die Kapitel haben genau die richtige Länge, um die Spannung und das Interesse hoch zu halten.
Wiener Flair verbreiten nicht nur die österreichischen Begriffe, die immer wieder eingestreut werden, sondern auch die leckeren landestypischen Gerichte.

Fazit
Ein rundum gelungenes Debüt für Philomena Freud !

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Ein bittersüßer Lesegenuss

Bittersüß
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Charlie hat nach einem Schicksalsschlag gerade frisch Fuß gefasst in einem Londoner Verlag.
Sie gehört zu einem Team, das den berühmten Autor Richard Aveling betreut, der nach einigen Jahren ein neues ...

Charlie hat nach einem Schicksalsschlag gerade frisch Fuß gefasst in einem Londoner Verlag.
Sie gehört zu einem Team, das den berühmten Autor Richard Aveling betreut, der nach einigen Jahren ein neues Werk vollendet hat.
Charlie ist schon seit ihrer Kindheit fasziniert von ihm und seinen Büchern, und als sie den dreißig Jahre älteren Mann bei einer Zigarettenpause plötzlich kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn.
Auch er scheint gleich Interesse an ihr zu haben und so entwickelt sich eine Romanze,
die Charlie in ungeahnte Höhen, aber auch in die tiefsten Abgründe katapultiert.

Mit „Bittersüß“ hat die Autorin Hattie Williams einen feinfühligen Roman, mitten aus dem Leben gegriffen, geschrieben. Ich konnte mich so gut in Charlie hineinversetzen, sei es in ihrem Bemühen beruflich Fuß zu fassen, als auch echte soziale Kontakte zu knüpfen.
Die Liebesgeschichte zwischen Charlie und Richard wirkt vorhersehbar und trotzdem hofft man die ganze Zeit, dass es nicht so ist. Sie ist Mitte zwanzig, er über fünfzig; das kann doch nicht gut gehen denkt man. Manch einer würde Charlie naiv nennen, doch ich fand ihr Handeln absolut authentisch erzählt. Gerade in den Zwanzigern, wenn gefühlt alles auf einmal auf einen zukommt, ist eben nicht alles locker leicht und man handelt keinesfalls dauernd rational.

Besonders gut gefallen hat mir, wie Hattie Williams die intensive Freundschaft zwischen Charlie, Ophelia und Eddy beschrieben hat, die so wertvoll ist.
Ich mochte die beiden sehr und habe gern über die Zeit, die sie zusammen verbracht haben gelesen. Dass der Roman im Verlagswesen angesiedelt ist, ist für mich ein weiterer Pluspunkt. Alles dreht sich um das Thema Buch und man taucht richtig ein in die Welt des Marketing und der Autorenbetreuung.

„Bittersüß“ liest sich leicht wie eine Sommerlektüre und doch steckt sehr viel mehr in ihr. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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