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Veröffentlicht am 20.08.2025

Folgen eines Attentates

WARDA
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Der Roman "Warda" von Rose Daniel hat mich durch sein besonderes Cover mit den zwei,
nur durch die verschiedenen Augenfarben unterschiedlichen Gesichtern, stark angezogen.
Auch der Buchfigur Cherin, Schwester ...

Der Roman "Warda" von Rose Daniel hat mich durch sein besonderes Cover mit den zwei,
nur durch die verschiedenen Augenfarben unterschiedlichen Gesichtern, stark angezogen.
Auch der Buchfigur Cherin, Schwester des jungen Polizisten Tamer Al Bari sind diese unterschiedlichen Augen aufgefallen. Kurze Zeit später ist sie tot. Opfer eines Terroranschlages, das durch die Protagonistin dieses aufregenden Romans, Agnesa, auf einem muslimischen Fest verübt wurde. Auch Agnesa wird Opfer ihres eigenen Anschlages. Sie erleidet eine Amnesie und wird von Cherins Bruder in der Wohnung seiner Familie untergebracht. Nicht ahnend, dass diese junge Frau für den Tod seiner Schwester verantwortlich ist. Während Agnesas Gruppe neue Anschläge plant, kehrt ihre Erinnerung nach und nach wieder zurück.
Zwischenzeitlich hat Tamer für die verletzlich wirkende junge Frau Gefühle entwickelt, obwohl ihm nach und nach bewusst wird, dass Agnesa für den Anschlag mit verantwortlich ist. Die Autorin schreibt offen und schonungslos über das Attentat und seine Folgen für die Angehörigen der Opfer und für die Attentäterin selber. Der Schreibstil ist spannend und sie vermittelt gekonnt die Empfindungen beider Seiten. Der Seite der Opfer und der Seite der Täterin. Ein emotionaler Roman, der mich nach dem Lesen noch längere Zeit beschäftigt hat.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Leben in anderen Kulturen

Wohin du auch gehst
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In dem Roman „ Wohin du auch gehst „ von der afrikanischen Autorin Christina Fonthes spielen zwei Frauen die Hauptrolle: Mira und Bijoux. Die beiden jungen Frauen erzählen in dem bewegenden Roman jeweils ...

In dem Roman „ Wohin du auch gehst „ von der afrikanischen Autorin Christina Fonthes spielen zwei Frauen die Hauptrolle: Mira und Bijoux. Die beiden jungen Frauen erzählen in dem bewegenden Roman jeweils ihre Lebensgeschichte aus verschiedenen Zeitebenen. Mira ist in den 80er Jahren ein ziemlich aufmüpfiger Teenager gewesen, lebte in der heutigen Republik Kongo und wird ungewollt schwanger. Mira bekommt das Baby, ein kleines Mädchen namens Bijoux, das sie zu ihrer Schwester gibt und die in der Familie als Tochter aufgenommen wird. Mira selber wird von ihrem Vater verstoßen und geht nach Europa, wo sie in verschiedenen Städten lebt. Jahre später kommt es zu Unruhen in Kinshasa und Miras Tochter Bijoux wird außer Landes zu ihrer vermeintlichen inzwischen sehr religiösen Tante nach London geschickt. Bijoux hat große Schwierigkeiten dort heimisch zu werden, zumal sie zwischenzeitlich festgestellt hat, dass sie lesbisch ist und das in einem starken Kontrast zu dem religiösen Leben ihrer „Tante“ steht. Sie muss gegen ihren Willen eine Ehe eingehen und bekommt eine Tochter. Die Autorin verwebt geschickt die Geschichten der beiden Frauen miteinander und letztendlich kommt es zu einem Happy End. Dieser Debütroman über Kultur, Identität und Selbstfindung hat mich berührt und bekommt von mir eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Sehr lesenswert

Das Geschenk des Meeres
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„Das Geschenk des Meeres“ von Julia R. Kelly spielt in Skerry, einem kleinen Küstendorf in Schottland im Jahr 1900. Eines Tages wird am Strand des Ortes ein kleiner , lebloser Junge von dem Fischer Joseph ...

„Das Geschenk des Meeres“ von Julia R. Kelly spielt in Skerry, einem kleinen Küstendorf in Schottland im Jahr 1900. Eines Tages wird am Strand des Ortes ein kleiner , lebloser Junge von dem Fischer Joseph gefunden. Joseph bringt ihn in das Pfarrhaus und der dortige Pfarrer entscheidet, ihn zu der Dorflehrerin Dorothy zu geben. Dorothy hat vor einigen Jahren ihren sechsjährigen Sohn Moses verloren und kümmert sich liebevoll um den kleinen Jungen, der ihrem Sohn Moses so ähnlich sieht. Die Leute im Dorf rätseln über das plötzliche Auftauchen des Jungen und die Vergangenheit um das damalige Verschwinden von Moses ist wieder Dorfgespräch. Dieser sensibel geschriebene Roman ist in zwei Zeitebenen geschrieben. Die Autorin beschreibt ihre Charaktere sehr detailliert, beginnend von der damaligen Ankunft Dorothys als junge Lehrerin auf der Insel, ihre Beziehung zu dem Fischer Joseph und das Verschwinden ihres Kindes. Sie fängt durch ihren einprägsamen Schreibstils die Atmosphäre des Dorfes und seiner Bewohner ein. Ein für mich sehr lesenswerter Roman.

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Frisch und modern

Gesellschaftsspiel
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Das Thema des Romans von Dora Zwickau „Gesellschaftsspiel“ hat mir nach Lesen des Klappentextes sehr zugesagt, aber von dem Roman war letztendlich doch nicht so ganz überzeugt. Das hat daran gelegen, dass ...

Das Thema des Romans von Dora Zwickau „Gesellschaftsspiel“ hat mir nach Lesen des Klappentextes sehr zugesagt, aber von dem Roman war letztendlich doch nicht so ganz überzeugt. Das hat daran gelegen, dass der Lesefluss immer wieder durch das Einsetzen von Podcasts, Mails usw. unterbrochen wurde. Im Mittelpunkt der Handlung stehen eine sterbende Mutter ,ihre beiden Töchter und ihre Schwester, die Tante der beiden Frauen. Sie haben sich versammelt um von der todkranken Frau Abschied zu nehmen. Die beiden Schwestern haben sich im Laufe der Jahre entfremdet und versuchen am Sterbebett ihrer Mutter wieder zueinander zu finden. Ein anderer Handlungsstrang bezieht sich um ein Experiment eines Tech Miliardärs, namens „Double Z“, der der Gesellschaft per App ein Update verpassen möchte, damit das Miteinander wieder besser funktioniert. Dabei treten für die Mitmachenden viele Fragen auf. Das Buch ist gut lesbar, hat ein aktuelles Thema und wirkt durch seinen Schreibstil, der oft von Einschüben von Mails und Chats unterbrochen wird, frisch und modern.

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Besseres Leben

Furye
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Kat Eryn Rubin hat mit "Furye" einen ganz besonderen Roman über eine Frau geschrieben, die aus dem Nichts gekommen ist und einen Aufstieg in die Gesellschaft geschafft hat.Nach außen hin scheint alles ...

Kat Eryn Rubin hat mit "Furye" einen ganz besonderen Roman über eine Frau geschrieben, die aus dem Nichts gekommen ist und einen Aufstieg in die Gesellschaft geschafft hat.Nach außen hin scheint alles bei ihr zu stimmen. Sie ist eine beruflich sehr erfolgreiche Frau. Doch hinter dieser strahlenden Fassade stimmt nichts. Die Erzählerin stammt aus einfachen Verhältnissen. Sie wohnte zusammen mit ihren Eltern,der Vater arbeitete als Taxifahrer, die Mutter war als Reinigungskraft tätig, in einer kleinen Wohnung. Alec arbeitete nebenbei in einer Bar und erhielt ein Stipendium an einer Uni, wo sie sich in einen anderen Studenten verliebt. Zusammen mit ihren damaligen beiden Freundinnen Tess und Meg nannte sie sich die 'Furyen', die sich so benahmen, wie es der Name sagt. Jahre später fasst sie in einem Notizbuch zuammen, was sie damals alles getrieben hat und welche Folgen das mit sich brachte. Der Roman ist in einem lebendigen Sprachstil verfasst und sehr nachdrücklich geschrieben. Man kann sich gut vorstellen, was die jungen Frauen damals alles getan haben, um ihrem eigentlichen Leben zu entfliehen. Besonders die Abhängigkeit von Männern machte sie angreifbar. Das Buch hat mir, trotz seiner Melancholie, gut gefallen .

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