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Kobina

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.10.2025

Passender Abschluss, der der Reihe treu bleibt

The Sweetest Betrayal
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Nach dem Ende von The Cruelest Mercy war klar, dass es in The Sweetest Betrayal ordentlich krachen würde. Und tatsächlich: Schon nach wenigen Kapiteln war ich wieder mitten in dieser Welt, die mich seit ...

Nach dem Ende von The Cruelest Mercy war klar, dass es in The Sweetest Betrayal ordentlich krachen würde. Und tatsächlich: Schon nach wenigen Kapiteln war ich wieder mitten in dieser Welt, die mich seit dem ersten Band so begeistert. Die Mischung aus Intrigen, Romantik und Wüstenmagie funktioniert auch diesmal wieder wunderbar und sorgt für ein Finale, das sich richtig groß anfühlt.

Zahru hat endlich den Entwicklungssprung gemacht, den ich mir so lange gewünscht hatte. Sie ist immer noch sie selbst, aber entschlossener, dunkler, weniger bereit, sich kleinzumachen. Es macht Spaß, ihr dabei zuzusehen, wie sie die Konsequenzen früherer Entscheidungen trägt. Und Kasta? Nun, er ist weiterhin das perfekte Beispiel für einen moralisch grauen Love Interest, der einen gleichzeitig verzweifeln und seufzen lässt. Ihre Dynamik ist definitiv das Herzstück des Buches.

Auch die Nebenfiguren glänzen wieder. Hen und Jet stehlen in ihren Szenen fast die Show und bringen die richtige Portion Witz und Leichtigkeit ins Geschehen. Insgesamt schafft Natalie Mae es erneut, Humor und Spannung zu verbinden, ohne dass eines das andere verdrängt.

Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass der politische Teil diesmal etwas zu kurz kommt. Die Handlung konzentriert sich stärker auf Beziehungen und Emotionen, was zwar funktioniert, aber manchmal etwas Tiefe kostet. Trotzdem bleibt die Geschichte durchgehend spannend, mit genug Überraschungen, um mich bis zur letzten Seite mitzunehmen.

Das Ende hat mich zufrieden, aber auch ein bisschen wehmütig zurückgelassen. Ich wollte gar nicht, dass es vorbei ist – und das ist wohl das beste Kompliment, das man einem Reihenfinale machen kann.

Fazit:
Ein würdiger Abschluss, der mit starken Charakteren, Spannung und Gefühl überzeugt. Nicht alles läuft perfekt, aber The Sweetest Betrayal beweist, dass diese Reihe zu den unterschätzten Highlights im YA-Fantasybereich gehört.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Klassischer Krimi plus queere Identität

Lavender House
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Selten hat mich ein Cover so angesprochen wie es bei der deutschen Ausgabe von "Lavender House" von Lev AC Rosen der Fall war. Versteht mich nicht falsch, das englische Cover ist auch schön echt hübsch, ...

Selten hat mich ein Cover so angesprochen wie es bei der deutschen Ausgabe von "Lavender House" von Lev AC Rosen der Fall war. Versteht mich nicht falsch, das englische Cover ist auch schön echt hübsch, aber die Dunkelheit des deutschen setzt dem Ganzen nochmal die Krone auf. Die Treppen darauf, die leichten Blutspuren, die Blütenblätter (und das alles in meiner absoluten Lieblingsfarbe) ist förmliche Perfektion.
Dann kam der Titel, der wiederum an die Lavendelehen erinnert und da ich dieses Thema schon immer spannend fand, war somit klar, dass ich das Buch lesen muss.

(Ich weiß nicht, WIE ich auf die Idee gekommen bin, aber irgendwie ging ich davon aus, hier einen Fantasyroman in den Händen zu halten. Dem ist NICHT der Fall! Es ist ein historischer Krimi, wie er auch vollkommen korrekt auf dem Klappentext beworben wird.)

Das Setting an sich ist so klassisch, wie man es kennt: Wir haben einen Excop, der sich nun auf andere Weise durchs Leben schlagen muss.
Der Grund für diese Entlassung ist jedoch nicht ganz so klassisch: Unser Protagonist Andy Mills wurde nämlich bei einer Razzia in einer Schwulenbar erwischt, was 1952 schließlich ein No-Go war.

Umso schöner ist, was er im namengebenden Lavender House findet.; ein echtes Safe Space, ein Zuhause für Menschen, die anderswo verstecken und lügen müssten. Hier leben queere Menschen wie er offen, ohne Angst vor Anfeindungen. Doch gerade in diesem vermeintlich sicheren Hafen lauert das Verbrechen – und schnell wird klar: Wenn Irene tatsächlich ermordet wurde, dann war es jemand aus dem Inneren der Familie.

Der Roman ist eine Mischung aus klassischem Whodunit und queerer Geschichtsschreibung. Rosen bringt ein spürbares Film-noir-Flair in seine Erzählung, gleichzeitig fühlt sich die Geschichte an vielen Stellen mehr nach Cozy Mystery an als nach „Knives Out“ (mit dem es oft verglichen wird). Wer auf überdrehte Charaktere, bissigen Humor und absurde Twists hofft, wird vielleicht enttäuscht. Stattdessen stehen Atmosphäre, Identität und Andys innere Reise im Vordergrund.

Ich mochte besonders die Grundidee: Ein queeres „Haus voller Geheimnisse“ in einer Zeit, in der es draußen gefährlich war, man selbst zu sein. Die Figuren sind interessant, auch wenn einige eher blass bleiben, und der Fall selbst ist nicht übermäßig komplex – eher geradlinig erzählt, ohne große Überraschungen. Für mich funktionierte das als ruhiger, nachdenklicher Krimi, andere könnten sich jedoch mehr Tempo wünschen.

Der Sprecher des Hörbuchs schließt sich dabei der angenehmen Ruhe an. Seine Stimme ist unaufgeregt und beruhigend, sodass er perfekt zu unserem Protagonisten passt.

Fazit: Kein nervenzerreißender Thriller, sondern ein queerer Cozy-Krimi mit starker Atmosphäre, viel Herz und einem spannenden Setting. Wer sich davon mehr erhofft als ein „Knives Out in gay und 1950s“, sollte die Erwartungen justieren – dann kann Lavender House ein richtiges kleines Juwel sein.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Greenflags und Humor

Puck Mates
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Vor "Puck Mates" von Alessia Gold hatte ich genau eine Sportsromance gelesen ("Deep End" von Ali Hazelwood) und die hatte den Vorteil, dass es dabei um Sportarten ging, für die ich mich auch außerhalb ...

Vor "Puck Mates" von Alessia Gold hatte ich genau eine Sportsromance gelesen ("Deep End" von Ali Hazelwood) und die hatte den Vorteil, dass es dabei um Sportarten ging, für die ich mich auch außerhalb der Bücherwelt interessiere. "Puck Mates" hatte diesen Vorteil nicht - und ich glaube, ich habe es trotzdem noch mehr geliebt als "Deep End".
Zunächst einmal war ich nicht darauf vorbereitet, wie witzig Alessia Golds Schreibstil ist. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so bei einem Hörbuch gelacht habe.
Connor und Gabe sind beide krasse Greenflags, ebenso wie ihre Familien. Gut, vielleicht bewegen wir uns damit im Bereich des Unrealistischen, aber für Realismus lese ich auch keine Bücher. Auch die obligatorischen Dramen einer Romanze hielten sich erstaunlich gezielt in Grenzen und waren immer schnell gelöst, sodass hier ein absolutes Wohlfühlbuch vorliegt.
Außerdem waren die Sprecher sehr gut gewählt. Zwar reden sie etwas langsam, aber dafür im gleichen Tempo, sodass man jenes einfach erhöhen konnte, ohne zwischen ihren Abschnitten immer wieder anpassen zu müssen. Ihr Glitzer, in Form von tatsächlichem Knurren, Stammeln oder Durch-die-Zähne-Sprechen, hat die Gefühle der Protagonisten perfekt rübergebracht.
Ich bete, dass auch die anderen beiden Bände dieser Reihe vertont werden!

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Beziehungsstatus: Absichtlich unausstehlich

Red Flags
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"Red Flags" von Sophie Jo ist eine herrlich absurde, charmante Teen-Romcom, in der zwei Jugendliche versuchen, sich gegenseitig aus dem Datingspiel zu nerven – weil beide ihren Freunden versprochen haben, ...

"Red Flags" von Sophie Jo ist eine herrlich absurde, charmante Teen-Romcom, in der zwei Jugendliche versuchen, sich gegenseitig aus dem Datingspiel zu nerven – weil beide ihren Freunden versprochen haben, definitiv nicht Schluss zu machen. Und das, ohne zu wissen, dass es dem anderen genauso geht.
Die Protagonistin ist Romcom-Leserin mit Leib und Seele – was allein schon ein riesiger Pluspunkt ist – und sie weiß ziemlich genau, was sie will… oder glaubt es zumindest. Der Love Interest ist ebenso gut geschrieben, und ganz ehrlich: Ich steh auf beide. Not gonna lie. Es ist dieses typische „Ich will nicht, aber ich kann auch nicht aufhören“-Ding beim Lesen, das super funktioniert. Dabei ist der Schreibstil locker-flockig, dass ich das Buch wirklich in einem Rutsch inhaliert habe. Man fliegt nur so durch die Seiten, ohne jemals das Gefühl zu haben, es würde sich ziehen.
Einziger kleiner Downer: Das Thema „Liebe und Dating“ nimmt einen seeehr großen Stellenwert ein. Selbst für Teenager wirkt das fast ein bisschen drüber – als gäbe es sonst nichts im Leben. Aber wenn man das einfach hinnimmt, macht das Buch richtig gute Laune.
Unterm Strich ist Red Flags ein witziges, süßes Buch mit einem cleveren Grundkonzept, das auch mal mit den typischen Romcom-Klischees spielt. Ideal für Fans von leichtem Herzklopfen, peinlichen Situationen und ganz viel „Was zum Teufel tun die da gerade?“-Vibes.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Romance in der Gamingbranche? Pixelperfect! ;)

Novel Haven - Levels of Love
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Bereits in der Schule konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich später lieber mal in den Gamingbereich oder lieber Autorin werden wollte. Somit war mein heiliger Gral der Gamingjournalismus, um beide Leidenschaften ...

Bereits in der Schule konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich später lieber mal in den Gamingbereich oder lieber Autorin werden wollte. Somit war mein heiliger Gral der Gamingjournalismus, um beide Leidenschaften miteinander zu verknüpfen. Nun als Erwachsene bin ich zwar nicht bei Buffed und Co. untergekommen, muss meine Freizeit aber noch immer zwischen Büchern und Spielen aufteilen.

Als ich das erste Mal von "Novel Haven" hörte, war somit sofort klar, dass ich dieses Buch lesen MUSSTE. Das Äußere des Buches hat dies noch verstärkt, auch wenn dieses grelle Pink nicht unbedingt mein Geschmack ist; die detailreiche Illustration der beiden Hauptfiguren in ihren Zimmern war es dafür umso mehr.
Wochenlang fieberte ich darauf hin und als Netgalley es für mich freigab, war ich ganz aus dem Häuschen. Nun bin ich endlich dazu gekommen es zu lesen und muss sagen: Zu Recht!

Beide Protas haben in der Vergangenheit ein Trauma erlebt, das sie noch bis heute zeichnet. Das der Hauptcharakterin liegt dabei so lange zurück, dass sie auch noch mit den Folgen von Mobbing in der Schule zu kämpfen hat. Während ihr Initialtrauma zwar vermutlich für die Wenigsten nachvollziehbar ist, sind die Wunden, die Mobbing verursacht, dafür gruselig bekannt. Jede:r heilt in seinem eigenen Tempo und das spiegelt Novel Haven wunderbar wieder.
Dazu kommen all die Details eines Gamerlebens, die ungezwungen und problemlos erkennen lassen, dass die Autorin selbst sich ebenfalls in diesen Riegen rumtreibt. Nichts wirkt aufgesetzt oder überzeichnet, sondern gibt die Realität so charmant wieder, dass man einmal mehr Liebe für sein Hobby empfindet. Selbst die Darstellung des Alltags von Spieleentwickelnden war realistisch und nicht romantisch verklärt.

Da ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, habe ich mir über den eARC hinaus noch das Hörbuch gekauft. Hier gab es jedoch leider kleine Mankos. Zum Einen hat die Protagonistin hat (physische) Probleme mit ihrer Stimme, was die Sprecherin wohl nachzuarmen versucht. Dies gelingt ihr nicht ganz so gut und störte den Hörgenuss erheblich. Auch war die Lautstärke zwischen dem männlichen und dem weiblichen Part nicht immer gut abgemischt, sodass einem die Ohren wegflogen, wenn ein Kapitel von Lukas anfing, nachdem man die ganze Zeit Lauras Flüstern gelauscht hatte. Schade!

Insgesamt sind es trotzdem 5 von 5 Sternen, insbesondere da ich hier ja nicht das Hörbuch, sondern den Inhalt des Buches bewerten möchte.

P.S.: Es ist eine Romance, sodass man nicht mit den krassesten Plottwists oder ähnlichem rechnen kann, aber wem dies wichtig ist: Ein, zwei Überraschungen hielt "Novel Haven" trotzdem für mich bereit :)

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