Leider hat der Autor in vielen Dingen recht
FASCHOLAND"Fascholand" ist kein gewöhnliches Buch. Es legt den Finger in eine Wunde, die von vielen Menschen gar nicht als solche erkannt wird. Der Autor reist durch die Republik und spricht mit Menschen von denen ...
"Fascholand" ist kein gewöhnliches Buch. Es legt den Finger in eine Wunde, die von vielen Menschen gar nicht als solche erkannt wird. Der Autor reist durch die Republik und spricht mit Menschen von denen er sich mehr verspricht, als das Herunter leiern von Parolen. Zugleich berichtet er von alltäglichem Rassismus, dem er immer wieder ausgesetzt ist. Gerade weil er als Kind von Gastarbeitern noch immer als „Ausländer“ angesehen wird. Dabei waren es doch genau diese Menschen, die Deutschland nach diesem unsäglichen Krieg mit aufbauten und aus diesem Grund eingeladen wurden. Was wurde ihnen alles versprochen? Unglaublich, dass sie bis heute unter Ressentiments zu leiden haben.
Der Ich-Erzähler spricht häufig mit seiner Freundin Otto. Bei ihr kann er genau das sagen, was er empfindet. Er muss sich nicht verstellen und/oder befürchten, dass sein Gegenüber ihn nicht versteht oder gar verachtet. Aufgebaut ist das Buch wie eine Ermittlungsakte. Etliche Zeugen werden befragt und diese Befragungen genauestens protokolliert. Sehr direkt und ohne Umschweife. Das mag zuweilen erschreckend sein, aber es rüttelt auf. Und ja, er hat in so vielen Dingen recht.
Den Inhalt des Buches mochte ich und es gab für mich nichts zu bemängeln. Was mich störte, das war die „gendergerechte“ Sprache. Mich irritierte es sehr, wenn immer wieder dieses :innen Teil von Sätzen war. Aber das ist nur meine Meinung und hat nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun. Dieser ist sehr gut und Raschid Daniel Sidgi ist als Sprecher perfekt.