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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2026

Schwach

Meine Lieblingsrezepte: Expressbacken
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Ein ziemlich reguläres Buch mit 33 süßen Rezepten. Das Buch verspricht Expressbacken in maximal 30 Minuten, wird diesem Anspruch aber nur teilweise gerecht. Klar, die reine Zubereitung dauert selten ewig ...

Ein ziemlich reguläres Buch mit 33 süßen Rezepten. Das Buch verspricht Expressbacken in maximal 30 Minuten, wird diesem Anspruch aber nur teilweise gerecht. Klar, die reine Zubereitung dauert selten ewig – das tut sie bei Backrezepten ja fast nie. Ich hatte eher mit Rezepten gerechnet, die man wirklich noch schnell vor spontanem Besuch aus dem Ärmel schütteln kann. Und da fallen leider nicht alle darunter.

Blätterteigteilchen, die in rund 35 Minuten inklusive Backzeit fertig sind, gehen für mich noch als „express“ durch. Ein Johannisbeer-Grieß-Kuchen, der eine Stunde im Ofen steht, dagegen eher nicht. Das passt für mich einfach nicht zum Versprechen.

Die Rezepte selbst sind solide, aber komplett unaufgeregt. Klassische Backrezepte, wie man sie auch von Dr.-Oetker-Verpackungen oder der Website kennt. Nichts Neues, nichts Überraschendes. Für mich persönlich kein Buch, für das ich Geld ausgeben würde. Und Werbung für Dr. Oetker Produkte ist natürlich auch enthalten.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Mental Road am Rande

Freier Kopf statt Mental Load - Ihr Weg zu mehr Klarheit und mentaler Stärke
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Ich bin mit der Erwartung an Freier Kopf statt Mental Load gegangen, wirklich etwas Substanzielles zur mentalen Last in Partnerschaften zu lesen, und wurde leider enttäuscht. Stattdessen bekommt man größtenteils ...

Ich bin mit der Erwartung an Freier Kopf statt Mental Load gegangen, wirklich etwas Substanzielles zur mentalen Last in Partnerschaften zu lesen, und wurde leider enttäuscht. Stattdessen bekommt man größtenteils die üblichen Verdächtigen: Achtsamkeit, Pareto-Prinzip, Eisenhower-Matrix, Schulz von Thun, „Nein sagen“, „Aufgaben abgeben“ und People-Pleasing stoppen. All das mag nützlich sein, aber es ist eben nicht das Gleiche wie eine gründliche Auseinandersetzung mit Mental Load als Macht- und Verteilungsproblem.

Das Buch richtet sich offenbar vor allem an Mütter und liefert viele allgemein brauchbare Tipps zur Selbstorganisation und Stressreduktion. Wer einfache Tools, Mindset-Erinnerungen und Basics zur Priorisierung sucht, findet hier einiges zum Nachschlagen. Für mich war das aber nicht der Kern: Ich wollte wissen, wie Mental Load in Partnerschaften wirklich entsteht, wie man die Arbeit neu aushandelt, wie man Konflikte führt, wenn Aufgaben schlicht nicht fair verteilt sind. Dazu hätte ich gern tiefere Konzepte, Praxisbeispiele und Interventionen gelesen.

Stattdessen bleibt es oft bei simplen Lösungen: Delegieren, mal fünf gerade sein lassen, Wünsche äußern. Nett und ja, nötig aber eben zu kurz gedacht. Was passiert, wenn das Gegenüber nicht mitzieht? Wer managt dann das Nachmanagen? Wer trägt emotional die Mehrarbeit, obwohl formal Aufgaben „geteilt“ sind? Das sind Fragen, die in meinem Alltag relevant sind, und die beantwortet dieses Buch meiner Meinung nach nicht.

Fazit: Nützlich als Einstieg oder für Menschen, die noch keine Basisstrategien kennen. Wenn man aber eine tiefere, partnerschafts- und machtkritische Perspektive auf Mental Load erwartet, bleibt das Buch blass. Schade, denn das Thema hätte viel mehr verdient.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

unteres YA

Soulmates and Other Ways to Die
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Trotz des wunderschönen Covers und der eigentlich ganz witzigen Prämisse konnte mich das Buch überhaupt nicht abholen. Vielleicht bin ich dafür schlicht und einfach zu alt. Ich würde es eher jungen Teens ...

Trotz des wunderschönen Covers und der eigentlich ganz witzigen Prämisse konnte mich das Buch überhaupt nicht abholen. Vielleicht bin ich dafür schlicht und einfach zu alt. Ich würde es eher jungen Teens empfehlen als jungen Erwachsenen.

Der Schreibstil ist sehr jugendlich, und das merkt man besonders in den Dialogen: viel Banter, aber eher auf Grundschulniveau. Tiefe sucht man vergeblich, und vieles klang für mich einfach zu gewollt.

Die Handlung ist ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Ich hab weder geglaubt, dass Zoe und Milo wirklich „Feinde“ sind, noch konnte ich ihren Gedanken und Entscheidungen viel abgewinnen. Alles passiert einfach irgendwie – logisch ist das aber selten.

Die Romanze war für mich auch eher lasch. Wenn schon vorbestimmt, dann müsste wenigstens der „Enemies“-Teil zünden oder die Chemie stimmen. War aber beides nicht der Fall. Statt echter Verbindung gibt es körperliche Anziehung – das reicht mir persönlich nicht, um mitzufiebern.

Insgesamt: Idee nett, Umsetzung leider nicht meins. Wer was Lockeres für zwischendurch sucht und unter 16 ist, könnte damit vielleicht mehr anfangen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2025

Undifferenziert

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
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In ihrer Analyse Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein spricht Lea Joy Friedel viele wichtige Themen an, die die Mehrkosten von Frauen in einer patriarchalen Gesellschaft betreffen. Sie beleuchtet ...

In ihrer Analyse Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein spricht Lea Joy Friedel viele wichtige Themen an, die die Mehrkosten von Frauen in einer patriarchalen Gesellschaft betreffen. Sie beleuchtet die finanziellen und gesellschaftlichen Benachteiligungen von Frauen – von den höheren Preisen für vermeintlich frauenspezifische Produkte bis hin zu der zusätzlichen Care-Arbeit, die von ihnen erwartet wird. Dabei fällt jedoch auf, dass ihre Argumentation oft normativ und wenig differenziert ist.
Auffällig ist die undifferenzierte Darstellung von Frauen, etwa durch die beispielhaft gewählte Aussage, dass „alle Frauen“ nach der Geburt nur einen schnellen Gewichtsverlust anstreben würden. Dieser Stil zieht sich dabei durch die Argumentation und auch sonst klingt das Geschriebene nach Verbitterung. Eine differenzierte Betrachtung oder eine wirklich kritische Diskussion von Studien fehlt komplett, stattdessen wird eine einzelne Sichtweise als Wahrheit präsentiert.

Trotz einer klaren Kapitelstruktur wirkt das Buch chaotisch, da viele Themen schnell und oberflächlich abgehandelt werden. Vieles wird binnen weniger Seiten „abgefrühstückt“, ohne den Themen die notwendige Tiefe zu verleihen. Friedels Analyse bleibt dadurch enttäsuchend und bietet wenig Raum für differenzierte Überlegungen.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Detailreich

Putins Angriff auf Deutschland
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Ich hatte gehofft, mit diesem Buch ein klareres Verständnis für die Mechanismen russischer Desinformation zu bekommen. Der Klappentext klang hochaktuell und dringend, und gerade deshalb wollte ich mich ...

Ich hatte gehofft, mit diesem Buch ein klareres Verständnis für die Mechanismen russischer Desinformation zu bekommen. Der Klappentext klang hochaktuell und dringend, und gerade deshalb wollte ich mich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen. Leider habe ich mich beim Lesen oft mehr gequält als informiert gefühlt.

Die Autoren haben offensichtlich gründlich recherchiert, das möchte ich ihnen keineswegs absprechen. Jede Seite ist voll mit Daten, Fakten und Beispielen. Aber genau darin liegt für mich das Problem: Es wird so viel gleichzeitig erzählt, dass kaum Raum für Struktur oder Verständlichkeit bleibt. Statt einer klaren Argumentationslinie oder eines roten Fadens fühlt es sich an wie ein permanentes Zubomben mit Informationen.

Für Einsteiger*innen in das Thema ist das Buch meiner Meinung nach nicht geeignet. Man verliert sich schnell in Details und bekommt nur schwer ein Gesamtbild. Für mich wirkte es eher wie eine Mischung aus wissenschaftlicher Abhandlung und politischer Analyse, aber ohne die Leichtigkeit, die es bräuchte, um auch ein breiteres Publikum wirklich zu erreichen.

Ich finde das schade, weil der Gegenstand absolut relevant und dringend ist. Propaganda, Manipulation und die Folgen für unsere Demokratie sollten mehr Aufmerksamkeit bekommen. Aber das Buch hat es bei mir nicht geschafft, dieses Wissen so aufzubereiten, dass ich es wirklich aufnehmen und mitnehmen konnte. Stattdessen fühlte es sich irgendwann an wie eine unliebsame Pflichtlektüre.

Fazit: Ein wichtiges Anliegen, aber so überfrachtet und anstrengend aufbereitet, dass ich leider keine positive Bewertung geben kann.

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