Ein Krimi für Zwischendurch
TodesflutIch habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen. Der Krimi beginnt mit einem Auftrag: Die Privatdetektivin Emma Klar soll im Auftrag einer Staatsanwältin eine aus dem Gefängnis geflohene Frau finden, ...
Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen. Der Krimi beginnt mit einem Auftrag: Die Privatdetektivin Emma Klar soll im Auftrag einer Staatsanwältin eine aus dem Gefängnis geflohene Frau finden, die dafür verurteilt wurde, ihren Ex-Freund auf offener Straße erstochen zu haben. Recht schnell schwant ihr jedoch, dass sehr viel mehr dahintersteckt.
Die Thematik, die sich dann entfaltet, ist eigentlich äußerst interessant: Obdachlose Frauen, eine vulnerabelsten Gruppen überhaupt, verschwinden in vielen Städten an der Küste. Die Taten scheinen zusammenzuhängen und wie steckte der ermordete Ex-Freund mit drin? Für mich war das Erzähltempo aber leider viel zu langsam.
Insgesamt hatte mir das Buch zu viele Längen. Emma – oder eigentlich viel eher ihr Mitarbeiter Padorn, der IT-Spezialist und eine Art Hacker ist – finden durch dessen „Programme“ und Hackereien immer wieder neue Spuren, denen dann nachgegangen wird. Etwas schade fand ich, dass einem als Leser:in die Erkenntnisse immer als gegeben präsentiert wurden, wie die „Programme“ die meisten Sachen gefunden haben, kann man nicht nachvollziehen. Denn ohne diese Unterstützung hätte Emma rein gar nichts aufgeklärt. Und ich frage mich, ob das alles vor Gericht überhaupt Bestand hat.
Am Ende ging mir dann aber alles viel zu schnell. Ratz fatz wurden die Hintergründe grob aufgeschlüsselt, meiner Meinung nach blieben aber viele Fragen ungeklärt. Bzw. war das Ende dafür, dass sich der gesamte Rest des Buches teilweise sehr zieht und jede Spur ausführlich behandelt, zu oberflächlich und vor allem hat mir gefehlt, wer wie mit drinsteckte und welche Strafen die Täter bekommen haben.
Somit fand ich das Ende etwas „wenig“. Also nicht in dem Sinne, dass kein großes Verbrechen aufgeklärt wurde, sondern WIE alles zusammengebracht wurde. Mir hat es im gesamten Buch schon an Spannung gefehlt, ich hätte mir darum zum Schluss nochmal etwas Action gewünscht.
Und ich habe wirklich lange kein Buch mehr gelesen, in dem SO viele Rechtschreibfehler waren! Das würde ich dringend für eine weitere Auflage korrigieren.
Sehr gut fand ich allerdings den Fokus auf Männer, die sich allein wegen ihres Geschlechts überlegen fühlen und auf Frauen – besonders sozial schwache – herabblicken bzw. sie verachten. Das ist ein sehr wichtiges Thema und ich finde es gut, dass es hier so viel Aufmerksamkeit bekommen hat!