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Veröffentlicht am 17.09.2025

Bedrückende Dystopie, die nachklingt

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
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Inhaltsangabe Verlag:
Immer wenn ich aus dem Fenster über die schneeweißen Türme von Surdus blicke, denke ich an Flucht.
Für 8 ist jeder Tag gleich. Jeden Tag lebt sie nach einer strengen Lehre, die sie ...

Inhaltsangabe Verlag:
Immer wenn ich aus dem Fenster über die schneeweißen Türme von Surdus blicke, denke ich an Flucht.
Für 8 ist jeder Tag gleich. Jeden Tag lebt sie nach einer strengen Lehre, die sie auf ein sinnvolles Leben im Ausland vorbereitet. Jeden Tag fügt sie sich unter Tausende andere Mädchen, die genauso aussehen wie sie.
Aber 8 fühlt anders. Sie fühlt sich besonders, und das ist ein Problem. Denn jemand zu sein, ist verboten und kann sie in große Gefahr bringen. Doch eines Tages hebt ein anderes Mädchen den Blick und sieht sie an. Und für 8 gibt es kein Zurück mehr. Sie wird fliehen müssen. Zusammen mit ihr.
Schöne neue Welt: ein Text der Fragen aufwirft, konfrontiert, berührt und bewegt
Yorick Goldewijk, Preisträger des bedeutendsten niederländischen Jugendliteraturpreises, dem "Goldenen Griffel"

Mein Eindruck:
8 lebt im 30. Stock ihres Wohnblocks in Surdus. Jeder Tag läuft gleich ab: aufstehen, zum Zug gehen, in einer Kabine ihre Arbeit verrichten, keinen Ansprechen, keinen Anschauen, keine Gefühle zeigen. Den ganzen Tag tönt folgendes Mantra aus den Lautsprechern:

Hör zu, sei gehorsam, folge.
Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
Sei hilfreich und ergeben.
Unterwirf dich dem Willen der Beseelten.


8 versucht sich daran zu halten, doch sie ist sich sicher, sie ist anders als die anderen. Eines Tages, 8 sitzt mal wieder im Zug zur Arbeit und kann es nicht lassen, den Kopf ein kleines bisschen anzuheben, trifft ihr Blick auf den eines anderen Mädchens, auf 1000. Für 8 ist klar: sie muss 1000 wiedertreffen, sie sind sich so ähnlich, beide sind anders als die anderen. Schaffen die beiden es, aus Surdus, aus ihrem Leben auszubrechen und gemeinsam zu fliehen?

Erster Satz: »Immer, wenn ich aus dem Fenster über die schneeweißen Türme von Surdus blicke, denke ich an Flucht.«

Mein Eindruck:
Das ist sicher keine leichte, flotte Lektüre, sondern eine düstere, beklemmende Dystopie, die auf nur 160 Seiten ein großartiges Thema behandelt. Alles in Surdus ist grau und farblos und macht einen beim Lesen echt depressiv. Mir gefällt, wie 8 sich langsam ihrer selbst bewusst wird. Als die beiden Mädchen aufeinandertreffen, zieht sich die Story ein bisschen und ist auch irgendwie seltsam zu lesen und ein wenig verwirrend, finde ich. Doch dann, als es Richtung Ende geht, kommt ein Plot Twist daher, der es in sich hat und den ich zumindest nicht auf dem Schirm hatte (wobei ich mich im Nachhinein frage: warum eigentlich nicht). Das Buch war ab dem Zeitpunkt gefühlt ein komplett anderes, was ich total interessant fand und das Ende hat mich sehr berührt. Und zum Nachdenken gebracht über… halt, nein. Das kann ich gar nicht verraten, ohne zu spoilern. Ich fand es richtig gut, mal was völlig anderes. Wer auf beklemmende Dystopien steht, die auf wenigen Seiten schnell auf den Punkt kommen und dennoch viel drumherum beschreiben und die sich von einem etwas anderen Schreibstil, als man das sonst von Jugendbüchern gewohnt ist, nicht abschrecken lassen, dem lege ich das Buch gern ans Herz. Von mir gibt´s 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Jahrmarkt, Zuckerwatte, Zeitreisen und ein verschwundenes Familienerbstück

Jahrmarkt der Zeitreisenden - Der gestohlene Kristall
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Inhaltsangabe Verlag:
Livs Welt ist der Jahrmarkt – zwischen Zuckerwatte und Turbo Dancer kennt sie jeden Winkel. Doch ihre Welt gerät aus den Fugen, als der sagenumwobene Kristall aus dem Karussell ihrer ...

Inhaltsangabe Verlag:
Livs Welt ist der Jahrmarkt – zwischen Zuckerwatte und Turbo Dancer kennt sie jeden Winkel. Doch ihre Welt gerät aus den Fugen, als der sagenumwobene Kristall aus dem Karussell ihrer Eltern gestohlen wird. Er hält doch alles zusammen! Als sie den geheimnisvollen Jungen mit Hosenträgern und Schiebermütze sieht, keimt ein Verdacht auf: Ist er der Dieb? Heimlich verfolgt sie ihn – und macht eine unglaubliche Entdeckung: Waggon 8 im „Tunnel of Love“ ist ein Portal durch die Zeit! Plötzlich steht nicht nur der Kristall auf dem Spiel, sondern auch ihr Herz.
Eine Diebessuche zwischen zwei Dimensionen beginnt!

Meine Inhaltsangabe:
Liv und ihre Familie sind Schausteller auf Jahrmärkten und tingeln fast das ganze Jahr durch die Welt. Das ist Livs Leben und ihre Leidenschaft, auch wenn es oftmals nicht ganz leicht ist, mit den vielen wechselnden Schulklassen. Eines Tages entdeckt sie auf dem Jahrmarkt einen seltsam angezogenen Jungen in ihrem Alter, der offensichtlich den Trubel nutzt, um Dinge zu stehlen. Als dann sogar der Kristall gestohlen wird, der seit Jahr und Tag auf der Spitze des Familienkarussells steckt und der für Lena so viel mehr als nur Deko ist, wird ihr schnell klar: sie muss den Jungen stellen. Doch der entkommt ihr immer wieder im Tunnel of Love. Bis sie es schafft, ihn zu überrumpeln und zu ihm in Waggon Nr. 8 springt und damit in die Vergangenheit. Liv und Jaro, so der Name des Jungen, freunden sich an und begeben sich in Gegenwart und Vergangenheit gemeinsam auf die Suche nach dem gestohlenen Kristall. Gerne würde Liv ihrer besten Freunde Elina und deren Bruder Lex einweihen, doch das wäre zu gefährlich und glauben würden sie ihr ohnehin nicht. Als Lex irgendwann anfängt, sich seltsam zu verhalten, steht Liv vor dem nächsten Rätsel und ihre Gefühle fahren Achterbahn.

Erster Satz: »Leute, die Probleme machen, erkenne ich schon von Weitem.«

Mein Eindruck:
Ich hatte noch nie ein Buch mit dem Setting eines Jahrmarkts. Das hat mir total gut gefallen, zumal der lebendige, bildhafte Schreibstil dafür sorgte, dass ich alles vor meinem geistigen Auge sehen konnte. Ich konnte schon fast Zuckerwatte und Popcorn riechen, laute Musik und die Ansagen der Schausteller hören. Großartig! Auch toll fand ich, dass ich ein bisschen was über das Leben von Schaustellerfamilien erfahren habe. Die Story selbst ist spannend und kurzweilig, auch wenn es mir anfangs ein bisschen zu langatmig war und viel drumherum geschrieben wurde, bis es dann endlich zu den Zeitreisen kommt. Dafür hätte ich mir zu den Szenen in der Vergangenheit, also in Jaros Gegenwart, ein bisschen mehr gewünscht. Liv erzählt die Story in der ersten Person, was sie eindeutig zur Hauptfigur macht. Dennoch werden auch alle anderen Figuren gleichermaßen beleuchtet und fallen nicht hinten runter. Womit ich hadere, ist die Altersempfehlung. Das ist mir deutlich zu tief gegriffen, da die Hauptprotagonisten untereinander romantische Zärtlichkeiten austauschen und diese z.B. gerade auch bei Livs schwulem Cousin Henning deutlich in die sexuelle Richtung gehen (nicht eindeutig erwähnt, aber zwischen den Zeilen deutlich herauslesbar). Das erscheint mir für 11jährige noch nicht passend. Abgesehen davon ein spannendes Buch mit tollem Setting und mir daher 4/5 Sterne wert.

Band 2 (Der Jahrmarkt der Zeitreisenden - Der zerbrochene Kristall) erscheint voraussichtlich am 19.03.2026. Gerne würde ich lesen, wie es mit Liv, Jaro, Lex und Co weitergeht.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Böse, fesselnd, brutal – die emotionale Jagd nach dem Einflüsterer

Der Einflüsterer
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Inhaltsangabe Verlag:
»Meine Mission ist beendet. Mein Werk getan. Nun kommt das Ende.«
Ein Mann – brutal ermordet, das Herz herausgerissen.
Die Täterin: die beste Freundin seiner Partnerin.
Ihr Motiv: ...

Inhaltsangabe Verlag:
»Meine Mission ist beendet. Mein Werk getan. Nun kommt das Ende.«
Ein Mann – brutal ermordet, das Herz herausgerissen.
Die Täterin: die beste Freundin seiner Partnerin.
Ihr Motiv: unbekannt.
Ihr Ende: ein Suizid – direkt vor den Augen der Polizei.
Für Hauptkommissarin Anika Albrecht ist klar: Das war kein Einzelfall. Gemeinsam mit den Verhaltensanalysten Seifert und Theurer von der OPE folgt sie einer Spur, die ins Dunkel menschlicher Manipulation führt. Die Täter sind Werkzeuge. Ihre Morde: geplant, präzise, gnadenlos. Ihr Ende: immer der eigene Tod.
Die Ermittler jagen ein Phantom – einen Einflüsterer, der Menschen in Mörder verwandelt und alle Spuren im Blut ertränkt. Doch als die nächste Tat geschieht, wird eines erschreckend deutlich: Der Strippenzieher ist näher, als sie denken – vielleicht sogar mitten unter ihnen.
Im sechsten Band der fesselnden Profiler-Crime-Reihe geraten Seifert und Theurer in ein tödliches Spiel aus Kontrolle, Wahnsinn und Verrat. Wem kannst du wirklich trauen?

Meine Inhaltsangabe:
Ein brutaler Mord, die Mörderin wird noch am Tatort gestellt und tötet sich dann vor den Augen von Hauptkommissarin Anika Albrecht selbst. Kein Einzelfall, wie Anika weiß, es fanden bereits mehrere derart brutale Morde statt, an deren Ende sich der Mörder immer selbst richtete. Wer oder was steckt dahinter. Anika wendet sich hilfesuchend an das OPE, deren Chef Jan Theurer sie aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit kennt. Das Team um Jan steigt in die Ermittlungen ein und muss bald schmerzhaft und auf brutalste Art und Weise erfahren, dass der Täter näher ist, als sie sich vorstellen können. Der Wettlauf gegen die Zeit beginnt und keiner weiß, wem noch zu trauen ist.

Erster Satz: »Kein Blaulicht, keine Sirene, keine Aufmerksamkeit.«

Mein Eindruck:
Das war sicherlich der bisher emotionalste Band dieser Reihe. Warum, kann ich nicht verraten, weil ich sonst spoilern würde. Nur so viel: ich war kurz davor, das Buch in hohem Bogen von mir zu pfeffern und habe den Autor verflucht
Wie gewohnt geht es nicht zimperlich zu, die Beschreibungen der Gräueltaten sind bildhaft und Zartbesaitete sollten gewappnet sein (Triggerwarnung: Suizid, Folter, Drogen, Gedankenmanipulation, Alkoholmissbrauch, Mord). Der Schreibstil ist super zu lesen und der gute Aufbau der Story hat dafür gesorgt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Ich hatte irgendwann in der Mitte einen Verdacht, der sich dann auch bestätigt hat, was an der Spannung aber nichts geändert hat. Es gab diesmal viele Geschehnisse, die mich haben mitleiden lassen. Daran habe ich gemerkt, wie sehr mir die inzwischen bekannten Figuren doch schon ans Herz gewachsen sind im Laufe der nun sechs Bände. Ich empfehle daher unbedingt, die Bücher der Reihe nach zu lesen, weil sie halt doch aufeinander aufbauen, auch wenn die einzelnen Fälle unabhängig voneinander sind. Von mir 4/5 Sterne, wobei dieses sensationelle Cover allein eigentlich schon 5 Sterne verdient hätte. Ist es nicht superschön?

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Schräger Comic-Roman mit Schleim und tollen Botschaften

Franky 1: Meine schräge Zombie-Familie, Schrumpfdrachen und andere Katastrophen
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Inhaltsangabe Verlag:
Witzig-skurriles Comic-Abenteuer, das zeigt, dass „anders sein“ zur Superkraft werden kann.
Franky ist ein echter Katastrophen-Magnet. Ständig passieren ihm die unglaublichsten Dinge, ...

Inhaltsangabe Verlag:
Witzig-skurriles Comic-Abenteuer, das zeigt, dass „anders sein“ zur Superkraft werden kann.
Franky ist ein echter Katastrophen-Magnet. Ständig passieren ihm die unglaublichsten Dinge, sodass er beschlossen hat, alles in einem Fotobuch festzuhalten. Dass Franky ein 3/4-Zombie ist, macht alles nicht einfacher, denn "anders sein" ist manchmal ziemlich anstrengend. Trotzdem ist sein erklärtes Ziel, ein berühmter Gruseltier-Fotograf zu werden. Gut, dass Franky mit Gruseltieren sprechen kann. Allerdings bekommt er Odi an die Seite gestellt – einen Schrumpfdrachen, der statt Feuer nur ekligen Schleim spuckt ... Wenig hilfreich, wenn man auf der Suche nach dem eigenen coolen Gruseltier ist.

Tolles Extra: Ein abziehbarer Schleim-Sticker auf dem Cover, der an allen glatten Oberflächen haftet und mehrfach verwendet werden kann!
Der Mix aus coolen Bildern, lustigen Figuren und spannender Handlung macht den Comic zum puren Lesespaß, für Kinder ab 8 Jahren!

Meine Inhaltsangabe:
Franky ist ein ¾-Zombie und lebt mit seinen Eltern, dem älteren Bruder und der kleinen Schwester in Sarghofen in der Unterwelt. Am liebsten fotografiert er Gruseltiere und ist ein derartiger Unglücks-Zombie, dass ihm ständig alle möglichen Katastrophen passieren. Eines Tages muss die Zombie-Familie zu Frankys Menschen-Oma ziehen, um dieser nach einem Beinbruch zu helfen. Mit an Bord alle möglichen Gruseltiere, um die sich die Eltern als Gruseltier-Ärztin und Gruseltier-Frisör kümmern. Franky wünscht sich endlich sein eigenes Gruseltier. Das bekommt er aber erst, wenn er zeigt, dass er zuverlässig ist und sich darum kümmern kann, deswegen stellen die Eltern Franky ein paar Aufgaben. Bis es so weit ist, darf er sich aber zumindest schon mal um Schrumpfdrache Odi kümmern, dem ehemaligen Gruseltier von Frankys Onkel. Er ist nicht wirklich begeistert über den schleimspuckenden Mini-Drachen. Bis er feststellt, dass er mit ihm und auch allen anderen Gruseltieren sprechen kann. Gemeinsam versorgen sie nun die anderen Gruseltiere, wobei auch da einiges schiefläuft und begegnen einem geheimnisvollen Schatten, der sie aus dem Haus vertreiben will. Aber nicht mit Franky und Odi, die schon einen Plan schmieden, den Schatten zu fangen.

Erster Satz: »Hey Leute, mein Name ist Franky, ich bin 10 Jahre alt und ein Katastrophen-Magnet.«

Mein Eindruck:
Das ist mal ein ziemlich witziger Comic-Roman und kein bisschen gruselig, wie man vielleicht annehmen könnte, wenn es um Zombies geht. Die vielen Bilder, auf denen man einiges entdecken kann, sorgen dafür, dass auch Lesemuffel ihren Spaß an Franky haben werden. Die Story ist total schräg und daher superlustig. Odi der Erbsen fressende Schrumpfdrache sorgt für so manchen Lacher (ich sage nur Unterhosen und Klo-Pömpel). Schön ist, dass es in der Story aber nicht einfach nur skurril zugeht, sondern wichtige Botschaften drinstecken. So wird deutlich, dass es nicht schlimm ist, anders zu sein, dass man nicht nach dem Äußeren gehen und vorschnell urteilen soll und wie wichtig Freunde sind. Das gefällt mir sehr gut. Toll auch Odis Schleimrezept am Ende des Buches, mit dem man ganz einfach selbst grünen Schleim herstellen kann. Und der ablösbare, wiederverwendbare Schleimsticker auf dem Cover ist eine echt witzige Idee! Mir hat Franky sehr gut gefallen, daher bekommt er von mir 4/5 Sterne. Leseanfänger und Lesemuffel werden durch das comicähnliche Format gut abgeholt und die schräge Story hält sie bestimmt bei der Stange.

Band 2 von Franky erscheint im Herbst 2026.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Kleiner, aber überraschend umfassender Ratgeber zum Thema Leben mit Wohnungskatzen

Wohnungskatzen
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Inhaltsangabe Verlag:
Können Wohnungskatzen ohne Freilauf tatsächlich glücklich sein? Nach der Lektüre des GU Tierratgebers Wohnungskatzen lässt sich diese Frage eindeutig mit Ja beantworten. Die Autorin ...

Inhaltsangabe Verlag:
Können Wohnungskatzen ohne Freilauf tatsächlich glücklich sein? Nach der Lektüre des GU Tierratgebers Wohnungskatzen lässt sich diese Frage eindeutig mit Ja beantworten. Die Autorin Gabriele Linke-Grün beschreibt, wie aufregende Katzenreviere in der Wohnung entstehen, ganz gleich, ob Ihre vier Wände klein oder groß sind. Ein durchdachtes Fitness- und Beschäftigungsprogramm fordert die Fähigkeiten und Sinne der kleinen Raubtiere und vertreibt Langeweile. Im Vordergrund steht die harmonische Katze-Mensch-Beziehung: Gemeinsame Spiele fördern den Zusammenhalt ebenso wie innige Zwiegespräche, erholsame Massagen und ausgiebige Schmusestunden. Zum Rundum-Katzen-Wohlfühlprogramm zählt natürlich auch eine ausgewogene Ernährung, sorgfältige Pflege und die Gesunderhaltung. Auch diese Themen kommen in diesem Ratgeber selbstverständlich nicht zu kurz. Als Extra gibt es ein Online-Quiz, mit dem man sein Katzenwissen auf spielerische Weise testen kann. So wird der Tierratgeber interaktiv und bietet weitere interessante Zusatzinformationen.

Meine Inhaltsangabe:
Auf 96 reich bebilderten und sinnvoll strukturierten Seiten wird das Leben von Wohnungskatzen zu deren Wohle beleuchtet. Vom kurzen Rassenportrait über die artgerechte Wohnung zum generellen Zusammenleben bis hin zu Ernährung und Pflege wird jedes Thema kurz und knackig präsentiert. In der zusätzlichen Kategorie »Auf einen Blick« werden weitere Themen untermalt mit Skizzen behandelt.

Mein Eindruck:
Es ist immens wichtig, dass man sich vor der Anschaffung eines tierischen Mitbewohners über diesen kundig macht. Ratgeber gibt es zuhauf und dieser hier dreht sich also um die Wohnungskatze. Seit mehr als 11 Jahren lebe ich mit Katzen (aktuell leider nur noch einer) zusammen und wage mal zu behaupten, dass ich mich ganz gut auskenne. Ich empfehle diesen Ratgeber allen, die sich die Anschaffung einer reinen Wohnungskatze überlegen. Denn hier wird aufgezeigt, dass diese in den Köpfen der (unwissenden) Menschen allgemeinhin als eigenständig, unabhängig und genügsam betitelten Tiere durchaus viel Aufmerksamkeit, Zeit und so vieles anderes benötigen, um gesund und glücklich zu bleiben. Die Anforderungen an eine artgerechte Wohnung (Kratzbäume, Schutz vor alltäglichen Gefahren, Zugang zu möglichst vielen Räumen, Versteckmöglichkeiten, Schlafplätze u.s.w.) sind im Buch thematisiert ebenso wie ein harmonisches Miteinander (spielen, beschäftigen, miteinander kommunizieren etc.) und die Gesundheit (Futter, Pflege, Tierarzt). Für einen ersten Eindruck ist das alles absolut geeignet. Natürlich muss man sagen, dass Katze nicht gleich Katze ist und ich nicht alles, was in dem Ratgeber steht, 1 zu 1 überstülpen kann. Doch für einen gelungenen Anfang, einen ersten Überblick und als Entscheidungshilfe, ob man sich das Zusammenleben mit einer Katze denn wirklich so vorgestellt hat, reicht das allemal. Die kurzen Rasseportraits hätte ich nicht gebraucht, da wie erwähnt jede Katze ihr eigenes Wesen hat und es zudem ohnehin besser ist, einen pelzigen Mitbewohner aus dem Tierschutz zu adoptieren, statt eine Rassekatze zu kaufen. Das Thema Tierheim/Adoption wird zwar auch angeschnitten, für meinen Geschmack aber zu beiläufig. Die Aufmachung ist ansprechend, die vielen Fotos und Illustrationen lassen das Gelesene greifbarer werden. 4/5 Sterne und eine Empfehlung vor allem für Kids, die eine Katze wollen, da es ein recht kompakter, gut zu lesender und verstehender Ratgeber ist, den man gut gemeinsam mit dem Kind durcharbeiten kann.

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