Profilbild von Buchstabenpoesie

Buchstabenpoesie

Lesejury Star
offline

Buchstabenpoesie ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Buchstabenpoesie über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2025

London Calling fürs Herz

Am Himmel funkelt ein neuer Tag
0

Zu Romanen von Meike Werkmeister greife ich immer wieder gerne, denn sie schaffen es zuverlässig, mich zu unterhalten und manchmal sogar, mich aus einer Leseflaute herauszuholen. Auch "Am Himmel funkelt ...

Zu Romanen von Meike Werkmeister greife ich immer wieder gerne, denn sie schaffen es zuverlässig, mich zu unterhalten und manchmal sogar, mich aus einer Leseflaute herauszuholen. Auch "Am Himmel funkelt ein neuer Tag" habe ich in kürzester Zeit gelesen. Da lag unter Anderem daran, dass die Autorin diesen unvergleichlich leichten, flüssigen Schreibstil hat, der die Seiten nur so dahinziehen lässt. Gerade für die wärmere Jahreszeit ist das Buch ein perfekter Begleiter.
Besonders war für mich, dass dieser Roman nicht wie die bisherigen Werke innerhalb Deutschlands spielt, sondern in London. Da ich selbst schon dort war, konnte ich die Atmosphäre wunderbar nachempfinden und habe die Schauplätze mit großem Vergnügen vor Augen gehabt. Meike Werkmeister gelingt es, das Flair der Stadt sehr lebendig einzufangen und eine vertraute, wohltuende Stimmung zu herzustellen.
Die Figuren sind wie gewohnt authentisch, warm und herzlich. Neben der Protagonistin Zoé, die mit den Geistern ihrer Vergangenheit ringt und sich nach einem Besuch bei einer Wahrsagerin neu mit ihrem Leben auseinandersetzt, sind es vor allem die Nebencharaktere, die mich begeistert haben. Ravi ist mir sofort ans Herz gewachsen, ebenso Dawn und ihre Familie. Auch Bina und Neil habe ich sehr gemocht. Mit Yon hingegen konnte ich weniger anfangen und selbst bei Zoé fiel es mir teilweise schwer. Sie macht sich ihr Leben stellenweise unnötig kompliziert, auch wenn man beim Lesen immer besser versteht, welche Themen sie aus ihrer Vergangenheit mit sich trägt. Schön fand ich wiederum ihre Liebe zu Pflanzen und die Art, wie sie sich in London ein neues Leben aufbaut und Kontakte herstellt.
Natürlich spielt auch die Liebe eine zentrale Rolle. Lange Zeit war ich mir unsicher, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde, was ich sehr angenehm fand. Dadurch unterscheidet sich der Roman auch von vielen anderen romantischen Büchern, in denen der Ausgang meist früh absehbar ist. Das Ende hat mich positiv überrascht und gut gefallen.

Alles in allem ist "Am Himmel funkelt ein neuer Tag" ein kurzweiliger, herzerwärmender Roman. Er lädt zum Träumen ein, vermittelt positive Gefühle und eignet sich perfekt für alle, die zwischendurch eine leichte, inspirierende Lektüre suchen. Auch wenn die Geschichte sicher nicht dauerhaft nachhallt, hat sie mir eine sehr schöne Lesezeit beschert. Auch künftig werde ich gerne wieder zu Büchern von Meike Werkmeister greifen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.08.2025

Meerweh und Manhattan

Das Licht in den Wellen
0

Als mir dieses Buch in der Buchhandlung ins Auge fiel, war es zunächst das wunderschöne hellblaue Cover, das mich sofort angesprochen hat und so sommerlich und frisch wirkt. Doch nicht nur die Optik, auch ...

Als mir dieses Buch in der Buchhandlung ins Auge fiel, war es zunächst das wunderschöne hellblaue Cover, das mich sofort angesprochen hat und so sommerlich und frisch wirkt. Doch nicht nur die Optik, auch der Inhalt hat mich neugierig gemacht, denn es handelt sich um eine Geschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird, verankert zwischen der gemütlich-heimischen Nordseeinsel Föhr und dem pulsierenden Manhattan.
Im Zentrum steht Inge, eine faszinierende Protagonistin voller Wärme und Willenskraft. Gemeinsam mit ihrer Urenkelin Swantje reist sie von Föhr nach New York. Während der Überfahrt erzählt die 100-jährige Inge ihre ganz persönliche Geschichte und wir Leser:innen tauchen unmittelbar in ihre Vergangenheit ein. Immer wieder gibt es Einschübe aus der Gegenwart, die den Bogen zurück zu Inge und Swantje schlagen. Besonders schön fand ich die Idee, dass es früher tatsächlich eine kleine Gemeinde von Insulanern in Manhattan gab. Die Authentizität des Ganzen zeigt auch auf, wie liebevoll und genau Janne Mommsen recherchiert hat und damit die Erzählung bereichert.
Die Figuren waren mir insgesamt sehr sympathisch, allen voran Inge, deren Erlebnisse von Neuanfängen, Sehnsucht, Freundschaft und Liebe geprägt sind. Gerade diese Freundschafts- und Liebesgeschichten haben mir viel Freude bereitet. Auch die Atmosphäre der Schauplätze – ob die heimelige Insel Föhr oder das lebendige Manhattan – kam gut rüber.
Trotzdem blieben am Ende einige Fragen für mich offen. Besonders das Verhältnis zwischen Inge und ihrem Sohn Tom hätte ich gerne noch klarer verstanden. Zwar wird angedeutet, warum die Beziehung belastet ist, aber eine wirkliche Aussprache oder ein klärender Moment bleibt aus. Auch in Sachen Spannung habe ich immer ein wenig auf den großen Knall gewartet – auf eine überraschende Wendung, die das Buch noch einmal auf eine neue Ebene hebt. Diese blieb leider aus, sodass sich die Handlung insgesamt eher gleichmäßig und ruhig entwickelte.
Ein weiterer Punkt, der mich beim Lesen gestört hat, waren die Dialoge. Die direkte Rede wirkte auf mich oft unauthentisch, stellenweise erzwungen, und hat mich aus dem ansonsten stimmungsvollen Erzählfluss etwas herausgerissen. Dem gegenüber stehen jedoch sehr schön beschriebene Szenen, flüssige Erzählpassagen und eine insgesamt lebendige, leicht zugängliche Sprache.
Alles in allem ist Das Licht in den Wellen für mich ein warmherziges, atmosphärisches Buch, das man gerne liest. Es ist kein klassisches Sommerbuch voller Leichtigkeit, da es auch Verluste und schwerere Themen berührt, doch gerade das macht es zugleich authentisch und menschlich.

Für mich ist es eine schöne, bewegende Familiengeschichte, die wundervoll erzählt wird und von tollen Charakteren zeugt. Mir hat es gefallen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.11.2024

Ein Hauch von Magie und Marmelade

Spellshop
0

“Es war nicht so, dass sie Menschen nicht mochte. Sie mochte bloß Bücher lieber. Bücher machten kein Theater, verurteilten oder verspotteten einen nicht und wiesen einen auch nicht zurück. Nein, sie baten ...

“Es war nicht so, dass sie Menschen nicht mochte. Sie mochte bloß Bücher lieber. Bücher machten kein Theater, verurteilten oder verspotteten einen nicht und wiesen einen auch nicht zurück. Nein, sie baten einen hinein, schüttelten die Kissen auf der Couch auf, boten einem Tee und Toast an und ließen einen dann in ihr Herz blicken, ohne irgendetwas anderes zu erwarten, als dass man in sich aufnahm, was sie zu bieten hatten.”

Sarah Beth Durst entführt uns mit “Spellshop” in eine herzliche, magische Welt voller Charme und Gemütlichkeit, die besonders an kalten Herbsttagen wie eine warme Decke und eine Tasse heiße Schokolade wirkt. Die Geschichte schafft es von Anfang an, ein wohliges Gefühl zu vermitteln und eine sanfte Atmosphäre aufzubauen, in der man sich einfach geborgen fühlt.
Im Zentrum der Geschichte steht Kiela, eine Protagonistin, die einem sofort ans Herz wächst. Sie ist freundlich, hilfsbereit und hat ein besonderes Talent dafür, die Bewohnerinnen und Bewohner der Insel mit Magie zu unterstützen und zu heilen. In ihrer Gesellschaft sind ihre zwei Pflanzenfreunde Caz und Miep, die mit ihrer Niedlichkeit und Einzigartigkeit die Geschichte bereichern. Auch Larran und die anderen Dorfbewohner, die immer wieder auftauchen, fügen sich wunderbar in die Szenerie ein und tragen zur herzlichen Atmosphäre des Buches bei. Lediglich Fenerer, ein etwas schwieriger Charakter, sorgt gelegentlich für Spannungen.
Das Setting von “Spellshop” ist kreativ und einzigartig – es gibt Baumwächter, Einhörner, sprechende Pflanzen, geflügelte Katzen, Meermenschen und sogar süße Seepferde, auf denen geritten wird und die die Lesenden immer wieder verzaubern. Man spürt, dass Durst viel Liebe und Fantasie in den Aufbau dieser Welt gesteckt hat, die voller Leben und Wunder ist. Die Gestaltung des Buches trägt ebenfalls zur Gesamtatmosphäre bei: Der lilafarbene Buchschnitt, der grüne Buchdeckel und das einladende Cover ziehen einen förmlich in Kielas Welt.
Einziger kleiner Kritikpunkt ist der Spannungsbogen zum Ende hin, die den ruhigen Zauber der Geschichte leicht unterbricht. Gerade diese actionreicheren Elemente hätten für mich nicht unbedingt sein müssen; die magischen Wiesen, das Zaubern und das Herstellen von Marmelade waren bereits erfüllend und hätten die Geschichte vollkommen getragen.

Insgesamt ist “Spellshop - Der Zauber der kleinen Dinge” ein 4 Sterne Buch – eine warmherzige Geschichte, die voller Magie, Leben und Herzlichkeit steckt. Durst schafft es, eine einzigartige Welt zu erschaffen, die vor allem in der Herbstzeit ein echter Wohlfühlort ist. Es ist ein Gefühl von Ankommen und Willkommen-sein, das das Buch zu einer so tröstenden Lektüre macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.10.2024

Frauen im Krieg - Mut und Zweifel

Die Frauen jenseits des Flusses
0

In “Die Frauen jenseits des Flusses” begleiten die Lesenden die Protagonistin Frances, auch Frankie genannt, auf ihrer Reise in den Vietnamkrieg, wo sie als Krankenschwester tätig ist.
Kristin Hannah ...

In “Die Frauen jenseits des Flusses” begleiten die Lesenden die Protagonistin Frances, auch Frankie genannt, auf ihrer Reise in den Vietnamkrieg, wo sie als Krankenschwester tätig ist.
Kristin Hannah schafft es, mit einem lebendigen und detailreichen Schreibstil das Grauen des Krieges und die schwierigen Lebensumstände der Kriegsveteranen, insbesondere der Frauen, eindrucksvoll zu schildern. Gerade die Passagen, in denen Frankie als Krankenschwester arbeitet, sind spannend und fesselnd. Hier wird deutlich, wie hart und aufopferungsvoll die Rolle der Frauen im Krieg war.

Leider zieht Frankie in der Geschichte recht schnell wieder zurück in die Heimat – zumindest empfand ich es so, dass der Vietnamkrieg selbst nur etwa ein Drittel des Buches umfasst. Das finde ich schade, da ich mir gerade hier mehr Einblicke und Details erhofft hatte. Stattdessen liegt der Fokus stärker auf den Herausforderungen, die Frankie nach ihrer Rückkehr erwarten, vor allem im familiären Umfeld. Ihr Vater verleugnet ihre Taten im Krieg, während ihre Mutter hin- und hergerissen ist zwischen ihrer Tochter und dem Erhalt des guten Rufs. Diese Konflikte sind zwar interessant, aber für meinen Geschmack hätte der Krieg selbst und die Erlebnisse in Vietnam noch stärker in den Vordergrund gerückt werden können, um die emotionale Tiefe der Geschichte zu intensivieren.
Auch die immer wieder eingestreuten Liebesgeschichten nehmen viel Raum ein, was für mich etwas ermüdend war. Der ständige Wechsel der Charaktere und die emotionalen Verstrickungen lenken manchmal zu stark vom eigentlichen Thema des Buches ab – dem Krieg und den Opfern, die er gefordert hat.

Gerade im Hinblick auf die aktuellen Konflikte, wie den Krieg in Israel und Gaza oder den Krieg in der Ukraine, ist dieses Buch von großer Bedeutung. Die Wichtigkeit des Erinnerns an das, was geschehen ist, wird hier aufgegriffen, um die Vergangenheit nicht zu wiederholen. „Und da war es wieder. Erinnern war wichtig. Das wusste Frankie nun. Niemand konnte den Blick vom Krieg und von der Vergangenheit abwenden, niemand konnte einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen“ (S.536).

Trotz der Kritikpunkte hat mich das Buch vor allem aufgrund des lebendigen Schreibstils und der gelungenen Darstellung von Frankies Erlebnissen in Vietnam überzeugt. Hannah schafft es, die Grausamkeiten des Krieges und den Umgang Amerikas mit seinen Kriegsveteranen authentisch darzustellen. Insgesamt gebe ich dem Buch vier Sterne, da es zwar einige Längen und weniger gelungene Schwerpunkte gab, aber dennoch eine bewegende und interessante Geschichte erzählt wird, von welcher man merkt, wie viel Arbeit und Herzblut in diese Handlung hinein geflossen sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.07.2024

Zwischen Campanula-Klängen und Familiengeheimnissen

Das Versprechen der Rosenholzvilla
0

„Das Versprechen der Rosenholzvilla“ von Tabea Bach ist ein bewegender und gefühlvoller Wohlfühlroman, der die Leser:innen in die idyllische Landschaft des Tessins entführt. Elisa Eschbach hat nach den ...

„Das Versprechen der Rosenholzvilla“ von Tabea Bach ist ein bewegender und gefühlvoller Wohlfühlroman, der die Leser:innen in die idyllische Landschaft des Tessins entführt. Elisa Eschbach hat nach den Unsicherheiten im ersten Band nun ihr Glück gefunden. An ihrer Seite ist Danilo, dessen eifersüchtige und misstrauische Art jedoch im Verlauf der Geschichte negativ auffällt. Auch andere Charaktere wie Romy, Mariella und Anna tragen mit ihren unsympathischen Eigenschaften zur Spannung bei, was jedoch das Wohlgefühl, das der Roman ansonsten verbreitet, etwas mindert.

Besonders faszinierend fand ich die Thematik rund um Musikinstrumente und deren Bau. Obwohl ich in diesem Bereich keine Vorkenntnisse habe, hat Tabea Bach es geschafft, mein Interesse zu wecken und mich in diese Welt eintauchen zu lassen. Ihre Beschreibungen vermittelten ein wohliges Gefühl und machten mich neugierig auf mehr.

Überraschende Wendungen und neue Entdeckungen hielten die Spannung hoch und machten das Buch zu einem echten Pageturner. Elisa, einst ein Wunderkind am Cello, spielt nun die von Danilo entwickelte Campanula und unterstützt ihren Großvater und weltbekannten Niklas bei einem Konzert, welches er nach vielen Jahren Pause gibt. Trotz der positiven Entwicklung in ihrem Leben trägt sie den Schmerz eines vergangenen Konzertversagens tief in sich. Ihr Großvater,, hat ein großes Geheimnis gelüftet, das die Familiengeschichte erschüttert. Fabio, ebenfalls von diesem Geheimnis betroffen, trifft eine drastische Entscheidung, die das Familienunternehmen gefährdet. Der Konflikt innerhalb der Familie Fasetti eskaliert und die Probleme erscheinen unüberwindbar. Besonders emotional war für mich der Tod von Niklas, der Elisa seit ihrer Wiedervereinigung stets liebevoll unterstützt hat. Seine tragische Geschichte und die Versöhnung mit Anna kurz vor seinem Tod haben mich tief berührt. Annas Verhalten bei der Testamentseröffnung war jedoch schwer zu ertragen, ihr egoistisches und unfaires Verhalten ihrer Tochter gegenüber eine der größten Enttäuschungen der Geschichte.
Dennoch wird das Buch positiv abgeschlossen und hinterließ bei mir viel Freude und warme Emotionen in Bezug auf die Familiengeschehnisse und Beziehungen untereinander.

Trotz der unsympathischen Charaktere bleibt „Das Versprechen der Rosenholzvilla“ ein lesenswerter Roman, der vor allem durch seine emotionalen und detaillierten Beschreibungen überzeugt. Einziger Wermutstropfen: Der dritte Teil der Serie erscheint leider erst im nächsten Jahr, was ziemlich schade ist und mir viel Geduld abverlangt.

Fazit
„Das Versprechen der Rosenholzvilla“ ist ein gelungenes Werk von Tabea Bach, das ich mit vier Sternen bewerte. Trotz einiger unsympathischer Charaktere, die das Wohlfühlklima etwas trüben, überzeugt der Roman durch seine emotionale Tiefe und die lebendige Darstellung des Tessins. Wer Familiengeschichten mit Herz und Drama liebt, wird dieses Buch genießen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre