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lili_an

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Veröffentlicht am 28.10.2025

ein kleines Abenteuer

Ins hohe Gras
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Ein schönes kleines Abenteuer für kleine Ohren an dem aber auch große Ohren ihre Freude finden können.

Die Illustrationen sind richtig schön - simpel aber doch farbenfroh und passen sehr gut zur Geschichte.

Das ...

Ein schönes kleines Abenteuer für kleine Ohren an dem aber auch große Ohren ihre Freude finden können.

Die Illustrationen sind richtig schön - simpel aber doch farbenfroh und passen sehr gut zur Geschichte.

Das Abenteuer an sich ist gar nicht so spektakulär; was unser kleiner Protagonist unterwegs erlebt und welche Gespräche er führt stehen im Fordergrund.
Als der Junge eines morgens aufwacht ist er sehr frustriert von den ganzen scheinbar willkürlichen Regeln, die seine Eltern (bzw. vorallem seine Mutter) ihm auferlegen. Kurzerhand schnappt er sich seinen Teddybär und büchst aus. Ab ins hohe Gras, das verheisungsvoll hinter dem Haus auf ihn wartet.

Unterwegs trifft er einen Gnom, der ihm zeigt wie man eine Sache aus der Perspektive von anderen sehen kann.
Er trifft 2 Schnecken, die es schaffen sich harmonisch zu streiten und danach zu sehen womit der andere vielleicht doch Recht hatte.
Und er trifft eine Hand voll Münzen, die ihm zeigen, wie sie Entscheidungen treffen mit denen sie alle einverstanden sind.
Und natürlich trifft er auch seine eigenen Gedanken und Gefühle.

Diese kleinen Begegnungen helfen nicht nur dem Jungen im Buch dabei seine Frustration zu bewältigen. Der ein oder andere Satz ist auch bei mir als erwachsener Leserin hängen geblieben. Denn sind wir mal ehrlich - im Alltag vergessen wir alle viel zu oft empathisch mit unseren Mitmenschen umzugehen.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich am Anfang des Buches etwas zu sehr das Gefühl hatte, dass dem kleinen Jungen die Verantwortung auferlegt wurde seine Mutter verstehen zu müssen. Durch seine Begegnungen im Laufe der Geschichte fällt ihm das auch irgendwann leichter, aber ich denke nicht dass es in der Verantwortung von Kindern liegt von sich das Verhalten ihrer Eltern verstehen zu müssen.

Ich hatte die Möglichkeit, über vorablesen.de kostenlos eine Vorabkopie dieses Buches [ARC] zu lesen, und hinterlasse diese ehrliche Rezension freiwillig.


Hier ein paar meiner Lieblings-Zitate aus dem Buch:

Jeden Tag muss ich machen, was meine Mutter möchte, auch ewnn ich es nicht will. Und wer sagt überhaupt, dass sie alles am besten weiß? [...] Was versteht sie davon, wie's ist, ein Kind zu sein?

Jeder Mensch wird zum Hindernis, wenn man nich versucht, sie oder ihn zu verstehen.

Wenn wir uns nciht einigen können, streiten wir nicht lange herum, dann macht sie es einfach so, wie ich's für richtig halte. / Und sie macht's so, wie ich es für richtig halte. // Aber wenn ihr beide überzeugt seid, dass ihr recht habt, wieso macht ihr dann das Gegenteil davon? // Weil alle immer denken, dass sie recht haben ... bis sie feststellen, dass sie sich irren.

Wir sind schon so weit gekommen. Vielleicht sollten wir einfach noch weiter gehen. // [...] Aber willst du denn weiter gehen? // Ich... Ich weiß nicht mehr.

Freunde streiten miteinander. Eltern streiten mit Kindern. Hunde mit Katzen. Und wozu? Wir haben festgestellt, dass wir lieber gemeinsam Kompromisse schließen, als ganz allein zu bekommen, was wir wollen.

Wir können nicht immer entscheiden, was im Leben passiert. Aber wir können entscheiden, mit wem es passiert.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Streben nach Glück

Lilianas unvergänglicher Sommer
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"Was hier zählt, sind ihre eigene Stimme und ihre eigenen Worte."

Was für ein kraftvolles, wichtiges, schönes, erschütterndes, tragisches Buch.
30 Jahre nach dem Femizid an ihrer Schwester Liliana Rivera ...

"Was hier zählt, sind ihre eigene Stimme und ihre eigenen Worte."

Was für ein kraftvolles, wichtiges, schönes, erschütterndes, tragisches Buch.
30 Jahre nach dem Femizid an ihrer Schwester Liliana Rivera Garza überwindet Cristina ihre lähmende Trauer und macht sich auf die Suche nach der Vergangenheit, nach Gerechtigkeit.
Schon bald folgend wir nicht mehr Cristina im Hier und Jetzt - aus Lilianas eigenen Notizen und Tagebüchern hat sie liebevoll Lilianas Leben rekonstruiert. Das gibt einen einmaligen Einblick in ihr Leben, ihre Gefühle, ihre Entscheidungen, ihre Empfindungen. Das ist so wichtig, denn sonst kann kaum ein Opfer von Femizid ihre eigene Perspektive darstellen. Ihre eigene Stimme, ihre eigenen Worte kommen hier zum Tragen.
Wie ergeht es jungen, aufgeschlossenen, interessierten Frauen in einer Welt von Patriarchat, Besitzansprüchen und Gewalt? Und noch viel wichtiger: Wie ergeht es ihnen, wenn sie nie gelernt haben psychische und physische Gewalt in Beziehungen als solche zu erkennunen und nicht als romatische Zeichen von Innbrunst oder Hingabe? Wie geht es Liliana, die nur nach ihrem persönlichen Glück strebt, sich selbst zu einer Erwachsenen entwickeln will und so durstig nach dem Leben ist, und die dabei viel zu früh, viel zu naiv, auf einen viel zu kaputten Jungen trifft, der ihre Freiheit nicht akzeptieren kann?

Ein absolut wichtiges Werk, gerade in aktuellen Zeiten in denen so viel über Frauenrechte und körperliche Selbstbestimmung diskutiert wird. Ein absolut berührendes Werk, in dem ein strahlendes junges Mädchen voller Liebe sich in patriarchal romatischen Besitzansprüchen verheddert und so nicht nur ihre Freude sondern auch ihr Leben einbüst.
Das hier ist sicher kein einfaches Buch zu lesen, aber dennoch um so wichtiger, dass man es tut.



Lieblingszitate:

Wir sind andere und doch immer dieselben. Frauen, die sterben und dennoch lebendig sind. Frauen, die Gerechtigkeit fordern. Erschöpfte Frauen, die zusammenhalten und füreinander einstehen. Empörte Frauen mit jahrhundertealter Geduld. Unendlich wütende Frauen.

»Artikel 325: Ein Femizid ist die Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts.« Vor diesem Datum wurden Femizide als »Verbrechen aus Leidenschaft« bezeichnet. Die Opfer waren leichte Mädchen und ungezogene, gotteslästernde Frauen. Femizide hatten viele Namen: Warum muss sie sich auch so anziehen? Oder: Frauen müssen sich erst einmal selbst respektieren lernen. Sie wird schon irgendwas gemacht haben, um so zu enden. Ihre Eltern sind schuld. Sie hat eine schlechte Entscheidung getroffen. Sie hat es verdient.

Angesichts des Unfassbaren wussten wir nicht, was wir tun konnten. Also sind wir verstummt. Und dich wickelten wir in unser Schweigen ein, um dich zu schützen, machtlos angesichts der Straflosigkeit, der Korruption, der mangelnden Gerechtigkeit. Wir waren einsam und geschlagen. Erledigt. Wir waren so tot wie du. So atemlos wie du. Und während wir uns durch die Schatten der Tage schleppten, vermehrten sich die getöteten Frauen. Immer mehr Frauen wurden von der Welle der Gewalt mitgerissen, junge wie alte, aus Arbeiterhaushalten wie aus wohlhabenden.

Während die Erwachsenen in ihrem Leben annahmen, dass die Mädchen weder Libido noch Sexualität hatten, oder darauf vertrauten, dass sie sie, falls vorhanden, unterdrücken würden, vor allem diejenigen, die in streng katholischen Familien aufwuchsen, pirschten die Mädchen sich langsam und vorsichtig, aber doch bestimmt, an die Welt der Körper heran.

Gab es in ihrem Umfeld, in unserem Umfeld, eine Sprache, die es ihr ermöglicht hätte, die Warnzeichen zu sehen und zu identifizieren?

Neben dem klugen Mädchen, der guten und manchmal besorgten Freundin, der redegewandten und schlagfertigen jungen Frau, die mit Worten heilen und verletzen konnte, neben der Studentin, die sich mehr und mehr für ihr Fach begeisterte, der Scharfsinnigen, wie sie einer ihrer Freunde beschrieb, der charismatischen Anführerin, neben der Frau, die immer mehr an sich selbst glaubte, war da auch die Liliana, die trotz allem, was sie bewegte, keine Sprache finden konnte für die Gewalt, die ihr auf den Fersen war. [...] Diese Blindheit, die nicht individueller, sondern gesellschaftlicher Natur war, hat zur Ermordung Hunderttausender Frauen beigetragen, in Mexiko und darüber hinaus.

Die Forderung der Grünen Flut ist daher heute so wichtig und aktuell wie bei ihrer Entstehung zu Beginn des 21. Jahrtausends: sexuelle Bildung, um Entscheidungen treffen zu können, Verhütung, um nicht abtreiben zu müssen, legale Abtreibung, um nicht sterben zu müssen.

Wenn du von einem Bären angegriffen wirst, stellst du dich dem Kampf, obwohl du weißt, dass er dich lebensbedrohlich verletzen kann? Oder stellst du dich lieber tot?»Opfer partnerschaftlicher Gewalt bleiben in der Beziehung, weil sie wissen, dass jede plötzliche Bewegung den Bären provoziert.

Wenn du zerbrichst, dann brich aus, nicht ein.

Ich habe Liliana immer viel Freiheit gelassen. Genau wie dir. Ich habe immer an die Freiheit geglaubt, weil wir uns nur in Freiheit selbst erkennen können. Die Freiheit ist auch nicht das Problem. Das Problem sind die Männer.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

unterhaltsam, interessant und hochwertig

Gaming – Eine Pixel-Zeitreise
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Dieser Comic erzählt nicht nur, wie sich Videospiele seit ihrer Geburtsstunde entwickelt haben. Es umspannt so viel mehr: technologische Neuerungen von denen das gaming nicht nur profitiert, sondern an ...

Dieser Comic erzählt nicht nur, wie sich Videospiele seit ihrer Geburtsstunde entwickelt haben. Es umspannt so viel mehr: technologische Neuerungen von denen das gaming nicht nur profitiert, sondern an deren Entwicklung gaming mitgewirkt hat. Wirtschaftliche crashs und Lichtblicke. Wie Gaming, Kunst und Kultur unfassbar eng miteinander verwoben sind.
All das ist in einem optisch ansprechenden Comic-Stil verpackt dargestellt, in dem die zwei Autoren miteinander durch die Zeit reisen und Einblicke in die Geschichte der Videospiele offenbaren. Dabei werden interessante Fakten genau so an den Tag gelegt wie random fun facts, witzige Kabbeleien und nicht zuletzt Erklärungen für ales mögliche, sodass nicht nur eingefleischte Gamer verstehen worum es geht, sondern wirklich jeder.
Das Buch spannt einen schönen Bogen und stellt richtig gut dar, dass Videospiele eben auch aber nicht nur Unterhaltung sind. Sie sind Technologie, Spaß, Kunst, Wirtschaft, Politik, Psychologie, Geschichtenerzähler, Lehrer, Perspektivgeber und nicht zuletzt Ausgangspunkt für Freundschaften und soziale Beziehungen.

Das Buch ist super wertig produziert, die Drucke kommen gut raus und das Papier ist schön griffig.

Lieblingszitat: "Schön wie ein Film, pisch wie ein Abenteuerroman, grausam wie der Krieg, sanft wie ein Schlaflied. Romatisch oder voller Action, [das Gaming] wechselt seine Gestalt je nach Genre. Es ist technologisch und künstlerisch, zugänglich und sozial. Es schafft Freundschaften und Beziehungen, es verleiht Ängsten Ausdruck und polemisiert".

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Heranwachsen in China

Himmlischer Frieden
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Lai Wen erzählt in ihrem Werk aus ihrem eigenen Leben, aus der Politik und dem Alltag in Peking bis 1989. Dabei verwebt sie geschickt selbst erlebtes mit Gesellschaft und Geschichte.
Wir dürfen Lai ab ...

Lai Wen erzählt in ihrem Werk aus ihrem eigenen Leben, aus der Politik und dem Alltag in Peking bis 1989. Dabei verwebt sie geschickt selbst erlebtes mit Gesellschaft und Geschichte.
Wir dürfen Lai ab ihrer Kindheit begleiten, einen EInblick erhalten wie es war zwischen Totalitärer Kontrolle und Freiheit aufzuwachsen. Wie verschiedene Generationen geprägt waren - von den halb gebundenen Füßen ihrer Großmutter, dem Trauma ihres Vaters und ihrer eigenen Rebellion. Wie sie nach Zugehörigkeit zu Gleichaltrigen sucht und dabei an der Uni mehr oder weniger in eine politische Bewegung gezogen wird - und sich entscheidet mit ihrer Generation gemeinsam für Selbstbestimmung und Freiheit einzustehen.
Läuft dabei geradlinig und zielstrebgi alles auf die Proteste von 1989 hin zu? Nein - genau so wenig wie es das Ereignisse im Leben nun mal tun. Doch gerade die vielen Einblicke in den Alltag, in die Kultur und ihr Heranwachsen macht diesen Roman so nahbar und detailreich und zichnet ihn aus. Für manche mag das etwas langatmig und "ab vom Thema" erscheinen - ich habe diese Details jedoch sehr genossen und denke ohne sie wäre diese Geschichte nicht so ganz vollständig.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Kultur-Flut

Das Echo der Sommer
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Elin Anna Labba erzählt einfühlsam, wie die Modernisierung und der Kapitalismus das Volk der Samen in den letzten Jahrzehnten bewegt und beeinflusst hat.
Die naturverbundenen Gemeinschaft, ernährt sich ...

Elin Anna Labba erzählt einfühlsam, wie die Modernisierung und der Kapitalismus das Volk der Samen in den letzten Jahrzehnten bewegt und beeinflusst hat.
Die naturverbundenen Gemeinschaft, ernährt sich nomadisch von der Rentierhaltung und vom Fischfang - zumindest bis die moderne Industrie beschließt, dass der Energiebedarf des Landes wichitger als ihre Kultur ist und ihr Sommerland flutet. Wieder und wieder.
Ich finde, es ist beeindruckend nachempfunden, wie verschiedene Charactere und Generationen mit dem Verlust ihrer Wurzeln umgehen: Verzweifeln, die alte Kultur und das alte Leben immer wieder aufs Neue aufbauen, oder sich anpassen und integrieren.

Im Buch begleiten wir Iŋgá, die als junges Mädchen zum ersten Mal miterlebt, wie ihre Heimat im Stausee versinkt. Zusammen mit ihrer Mutter und deren Schwester durchleben wir ihr heranwachsen bis ins Erwachsenenalter und hören dabei auch immer wieder Erinnerungen an ihre Oma oder Blicke auf andere Dorfbewohner.

Elin Anna Labba's Werk spiegelt die Machtlosigkeit der indigenen Völker gegenüber der Modernen Industrie, aber dennoch gleichzeitig ihre Beständigkeit.
Mein Einzger Kritikpunkt ist, dass ich immer davon ausgegangen bin, dass Iŋgá als Hauptcharakter auftritt und immer auf mehr Ansichten aus ihrerm Blick gewartet habe. Im Endeffekt erlebt man den Großteil der GEschichte jedoch aus den Augen ihrer Mutter - wogegen auch absolut nichts spricht, da hier nochmal mehr Geschichte und Entschiedungen einfließen.

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