Eine Welt ohne Wasser
Die Geschichte des WassersMaja Lunde verknüpft im zweiten Teil ihre Klimaquartetts zwei, zu zwei unterschiedlichen Zeiten stattfindende Handlungsstränge miteinander, die auf der einen Seite das Ende eines Lebens und auf der anderen ...
Maja Lunde verknüpft im zweiten Teil ihre Klimaquartetts zwei, zu zwei unterschiedlichen Zeiten stattfindende Handlungsstränge miteinander, die auf der einen Seite das Ende eines Lebens und auf der anderen Seite das Fortbestehen eines Lebens bedeuten. Mittelpunkt beider Handlungsstränge ist die Bedeutung des Wassers. In dem ersten Zeitstrang, der zu unserer jetzigen Zeit vor der Corona-Krise spielt, wird Gletschereis aus Norwegen als Luxusgut verkauft und natürlich vorkommende Wasserquellen zur Stromgewinnung genutztm wodurch der Mensch mal wieder deutlichen Einfluss auf die Natur nimmt und natürlichen Lebensraum zerstört. Dieser kleine Teil der fortschreitenden Klimakatastrophe hat fatale Auswirkungen auf das Leben der Menschen nur 30 Jahre später. Der junge Vater David arbeitet in einer Wasserentsalzungsanlage, um Trinkwasser herzustellen als Flammen große Teile Frankreichs verschlingen und er mit seiner Familie zum Klima-Flüchtling wird. Auf der Flucht wird er von seiner Frau und seinem Sohn getrennt. Er gelangt mit seiner Tochter in ein Flüchtlingslager und muss fortan dort um sein Überleben kämpfen. Gleichzeitig versucht er die Hoffnung nicht aufzugeben, dass seine Frau und sein Sohn doch noch am Leben sind und ihnen die Flucht aus der brennenden Stadt ebenfalls geglückt ist.
Die Geschichte ist meiner Meinung nach nicht leicht zu lesen, obwohl der Schreibstil leicht und eingängig ist. Es führt dem Leser aber sehr deutlich vor Augen, welches Schicksal uns blüht, wenn wir als Gesellschaft als auch als weltweite Bevölkerung den Klimawandel billigend in Kauf nehmen und das Leben in vielen Ländern der Erde unmöglich wird. Es ist eine sehr mitfühlende, oft herzzerreißende Geschichte, die jedoch so wichtig ist, damit wir verstehen, dass wir jetzt noch handlungsfähig sind - und die Folgen des industriellen Zeitalters vielleicht nicht mehr aufhalten, zumindest aber noch begrenzen können.