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Veröffentlicht am 31.08.2025

Familie kann man sich nicht aussuchen

Die Ferien
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Familie kann man sich nicht aussuchen

Wie kann man sich den familiären Traditionen entziehen? Wie kann man seinen Eltern beibringen, dass man andere Vorstellungen vom Leben hat?

So geht es Keru und Nate. ...

Familie kann man sich nicht aussuchen

Wie kann man sich den familiären Traditionen entziehen? Wie kann man seinen Eltern beibringen, dass man andere Vorstellungen vom Leben hat?

So geht es Keru und Nate. Ein ungleiches Paar mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen verbringen zwei chaotische Sommerurlaube mit ihren Schwiegereltern. Und die wollen nur eines: Enkelkinder. Während Keru unter dem stetigen Druck und den Erwartungen ihrer Familie zunehmend verzweifelt, zieht sich Nate immer tiefer in seine Forschung zurück. Schließlich droht ihre Beziehung daran zu zerbrechen, dass beide keinen gemeinsamen Weg aus dieser Belastung finden.

Nicht jeder empfindet sein Glück darin, Kinder zu bekommen. Und leider kann da kaum ein Außenstehender nachvollziehen. Vor allem nicht die eigenen Eltern.

Da ich selbst auch schon immer Kinder wollte, kann ich vermutlich auch nicht jeden Gedanken nachvollziehen, aber voll und ganz verstehen, wenn sich Frauen und Paare dagegen entscheiden. Jeder kann und darf sein Leben so leben wir man es möchte. Sei es nun mit oder ohne Kinder. Denn ja, ohne Kinder hat man definitiv mehr Freiheiten im Leben. Und Wang hat es auf eine ganz tolle und kluge Art geschafft, sich diesem Thema zu nähern. Auch wie es kulturell zwischen den beiden Familien abläuft. Wie Vorurteile entstehen und wie es zwischenmenschlich eskalieren kann.

Trotz des ja eher ernsteren Themen, bleibt der Humor. Oft musste ich schmunzeln und habe so manche Diskussion nachvollziehen können. Die Autorin hat es jedenfalls geschafft, ein Buch zu schreiben, das trotz harter Auseinandersetzungen wie Rassismus und unterschiedliche Lebensentwürfe einen lockeren und humorvollen Ton behält. Das macht das Buch zugänglich für viele Menschen, da man oft nicht den erhobenen Zeigefinger lesen, sondern sich unterhalten lassen möchte.

ISBN: 978-3910372481
Autorin: Weike Wang
Verlag: Kjona
Veröffentlicht. 22.07.25
Umfang: 208 Seiten

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Welches Leben leben wir?

Frauen im Sanatorium
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Welches Leben leben wir?

Die Idee hinter dem Buch hat mich sehr angesprochen und daher wollte ich das Buch gern lesen.
Denn Anna befindet sich in einem Sanatorium. Dort trifft sie auf ungewöhnliche Menschen. ...

Welches Leben leben wir?

Die Idee hinter dem Buch hat mich sehr angesprochen und daher wollte ich das Buch gern lesen.
Denn Anna befindet sich in einem Sanatorium. Dort trifft sie auf ungewöhnliche Menschen. Zum Beispiel Elif mit ihren täglichen Märchen, Marija mit den Monologen über ihre Mutter und die Soldatin Katharina mit ihren nächtlichen Trinkritualen. Sie vertraut sich außerdem einem Flamingo an und spricht mit ihrem Vogel über die Liebe, die selbst an diesem merkwürdigen Ort spürbar bleibt. Es ist eine Geschichte über Suchende, Fremde und Verlorene sowie über die Kraft des Erzählens.

Ich kann es gar nicht genau beschreiben, aber ich konnte mich in dieses Buch fallen lassen. Auch wenn ich selbst bisher “nur” auf einer Kur war, konnte ich so manches nachvollziehen. Man versucht irgendwie dem Alltag zu entkommen und doch ist er immer präsent.
Man weiß selbst als Leser nicht so genau, was wahr ist und was nicht. Denn das Tagebuch, das Anna von ihrer Mitinsassen bekommt, enthält viele Geschichten - doch was davon ist Fiktion und was Wirklichkeit?

Wir sind im Kopf von Anna und genauso fühlt es sich auch an. Gedanken, die springen. Erinnerungen und dann sind wir wieder in der Gegenwart. Aber das macht es zum Teil auch schwer zu verstehen und der Geschichte an sich gut folgen zu können. Es war ein Leseerlebnis, aber ein bisschen mehr Struktur hätte es meiner Meinung nach dennoch vertragen können.

Und auch wenn ich Cover oft nicht beurteile, muss ich hier sagen, ich liebe es. Dadurch bin ich zuerst auf es aufmerksam geworden.

ISBN: 978-3498007324
Autorin: Anna Prizkau
Verlag: rowolth
Veröffentlicht. 15.07.25
Umfang: 304 Seiten

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Ein guter Krimi

Eisfeld – Dunkle Enthüllungen
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Ein guter Krimi

Das Buch ist der zweite Teil einer Reihe. Ich habe es jedoch als erstes gelesen und auch das geht, da der Fall selbst in sich abgeschlossen ist. Wer jedoch nicht zu dem vorherigen Fall ...

Ein guter Krimi

Das Buch ist der zweite Teil einer Reihe. Ich habe es jedoch als erstes gelesen und auch das geht, da der Fall selbst in sich abgeschlossen ist. Wer jedoch nicht zu dem vorherigen Fall ein paar kleine Hinweise lesen möchte, sollte mit dem ersten beginnen.

Der Investigativ-Journalist Peter Hester wird in der Innenstadt ermordet und die Ermittlerin Mara Eisfeld ermittelt. Neben privaten Problemen muss sie herausfinden, ob die Täter aus einem Racheakt der gefürchteten Tiznit-Bande heraus gehandelt haben.

Die Geschichte ist gut und lässt den Leser miträtseln und mitermitteln. Auch die Protagonisten fand ich wirklich gut und glaubwürdig. Niemand wirkt eindimensional, jeder hat seine Vergangenheit, Geheimnisse und eigene Beweggründe. Allerdings war es für mich am Ende zu viel Privates. Ich lese einen Krimi, weil ich den Fall verfolgen möchte und nicht das Privatleben der Ermittlerin. So ein bisschen ist immer gut - auch um Handlungen verstehen zu können, aber es muss dennoch im Rahmen bleiben.

Der Schreibstil war spannend und dennoch etwas locker, sodass man nicht nur in einer düsteren Ermittlerumgebung war. Und auch hier wieder - die kurzen Kapitel mag ich. Sie lassen einem Zeit zu kurz durchzuatmen und nachzudenken.

Dennoch war es alles in allem ein guter Krimi, der mich unterhalten hat und wenn es die Zeit zulässt, werde ich mir auch den ersten Band noch durchlesen.

ISBN: 978-3426448236
Autor: Steffen Weinert
Verlag: DroemerKnaur
Veröffentlicht. 01.07.25
Umfang: 288 Seiten

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Wie weit reicht das Meer?

Das Geschenk des Meeres
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Wie weit reicht das Meer?

Ich selbst bin ein absolutes Wasserkind und daher hat mich der Titel und das Cover des Buches direkt angesprochen. Dann der etwas mysteriöse Klappentext und es stand fest, dass ...

Wie weit reicht das Meer?

Ich selbst bin ein absolutes Wasserkind und daher hat mich der Titel und das Cover des Buches direkt angesprochen. Dann der etwas mysteriöse Klappentext und es stand fest, dass ich das Buch lesen wollte.

Denn im Winter 1900 wird in Schottland ein lebloser Junge an den Strand gespült, der dem verschwundenen Sohn der Lehrerin Dorothy erschreckend ähnelt. Dorothy nimmt das Kind bei sich auf, doch seine Anwesenheit wirbelt alte Wunden und ungelöste Fragen im Dorf auf. Besonders das Verhältnis zwischen Dorothy und dem Fischer Joseph rückt ins Zentrum, da beide durch Geheimnisse und eine unerfüllte Liebe miteinander verbunden sind.

Ein bisschen Krimi, ein bisschen was fürs Herz. Und eine Autorin, die es schafft, den Inhalt auf so eine besondere Art und Weise wiederzugeben, dass ich direkt das Gefühl hatte, ans Meer versetzt zu werden, das Salz in der Luft zu schmecken und das Rauschen der Wellen zu hören.

Neben den so schönen Beschreibungen der Natur, begleiten wir Dorothy und weitere Bewohner des Dorfes. Die Figuren an sich mochte ich, doch manchmal dachte ich mir, dass sie einfach zu oft aneinander vorbeireden, statt miteinander. Ja, dann wäre die Geschichte nicht so gelaufen, hätte jedoch von Beginn an viel Frust erspart. Dennoch wollte ich gern mal mit Dorothy reden und ihr bei ihrem Leben etwas Freude mitgeben.

Dennoch habe ich es sehr gern gelesen. Es ist für mich ein leises, aber starkes Werk, das mich noch lange nach dem Lesen begleitet hat.

ISBN: 978-3866487482
Umfang: 352 Seiten
Autor: Julia R. Kelly
Verlag: Mare
Veröffentlicht. 11.07.25

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Was, wenn wir unser Leben ändern könnten?

Der Krabbenfischer
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Was, wenn wir unser Leben ändern könnten?

Die Frage hat Thomas sich eine lange Zeit wohl nicht gestellt. Er ist Anfang 20, die Geschichte spielt in den 1960er Jahren und er ist ein Krabbenfischer, wie ...

Was, wenn wir unser Leben ändern könnten?

Die Frage hat Thomas sich eine lange Zeit wohl nicht gestellt. Er ist Anfang 20, die Geschichte spielt in den 1960er Jahren und er ist ein Krabbenfischer, wie schon sein Opa es war. Tag ein, Tag aus. Zusammen mit seiner Mutter lebt er in einem Dorf an der englischen Nordseeküste.

Eigentlich hat er nur zwei Träume. Gitarre spielen und Joan. Bis eines Tages ein Regisseur zu ihm kommt, um ihn zu begleiten. Kann diese Begegnung sein Leben ändern?

Man muss sich hier auf ein Buch einstellen, das leise daherkommt. Es beschreibt die Landschaft und das Leben von Thomas, aber das in einem ruhigen Ton. Es ist kein schneller Zusammenschnitt, sondern ein Leben, das eigentlich ohne jegliche Abwechslung gelebt wird. Bis eben dieser eine Besuch kommt. Erst als der neue Lover der Mutter vermutet, entpuppt es sich als Besuch und eine Wendung für Thomas.

Die Natur und Thomas leben hier schon fast in einem Einklang. Sie zeigt seine Emotionen. Etwas trist, grau und neblig. Und auch wenn es sich erstmal anhört, als wäre es zu deprimierend, bringt es doch im Laufe der Geschichte einen kleinen Hoffnungsschimmer. Es zeigt zudem die Sehnsucht nach Veränderungen, dass man aus seinem Alltag ausbrechen kann und nicht alles als gegeben hinnehmen muss.

Was für mich persönlich etwas gewöhnungsbedürftig war, war, dass das Buch fast ohne Kapitel und Absätze geschrieben wurde. Ich mache gern nach ein paar Kapiteln eine Pause zum Nachdenken. Diese Trennung hilft mir, einen Punkt zu finden, an dem ich anhalten kann. Aber das ist nur meine persönliche Empfindung.

Alles in Allem ist es ein Buch, welches zum Nachdenken anregen möchte. Man muss sich Zeit nehmen und vor allem in der Stimmung dazu sein. Es ist kein Buch für Zwischendurch. Aber wenn man sich darauf einlässt, kann es in einem Spuren hinterlassen.

ISBN: 978-3755800613
Umfang: 224 Seiten
Autor: Benjamin Wood
Verlag: Dumont
Veröffentlicht. 25.07.25

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