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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2025

Ich weiß, was du an Halloween getan hast

Halloweenkind
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Der Kriminalroman beleuchtet eindrucksvoll, welche Apparate in Bewegung versetzt werden, wenn ein Kind verschwindet. Und wie es einen Ort und seine Bewohner einholt, wenn dies erneut passiert, ohne dass ...

Der Kriminalroman beleuchtet eindrucksvoll, welche Apparate in Bewegung versetzt werden, wenn ein Kind verschwindet. Und wie es einen Ort und seine Bewohner einholt, wenn dies erneut passiert, ohne dass die Vergangenheit schon aufgearbeitet wurde.

Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt und ich weiß nicht, ob mir das hier so 100% gefallen hat, weil es die Ereignisse so zerpflückt. Dazu werden die Ereignisse zwei Jahre zuvor ebenfalls nicht chronologisch erzählt, sodass ich schon fast zu sehr mitdenken musste, um entspannt dran zu bleiben.

Was ich aber richtig stark fand: wie die Beziehungen und Ereignisse über zwei Jahre hinweg in Zusammenhang gebracht wurden und sich der Plot kontinuierlich aufbaut und entwickelt. Was sich da an Geheimnissen und Intrigen auftaut ist absolut erschreckend und dadurch so mitreißend. Und dazu dieser ruhige, fast schon sachliche Erzählstil? Fand ich richtig gut.

Das Setting ist denkbar simpel und trotzdem wird da alles rausgeholt, was irgendwie möglich ist. Das macht die Geschichte so schrecklich authentisch. Dies ist kein spektakulärer Fall am Rande des Möglichen- es ist ein leises Verschwinden, so wie es vermutlich häufiger als gedacht geschieht. Und der Täter ist im nahen Umfeld des Opfers zu suchen. Allein das gibt mir Gänsehaut pur.

Schöner gemäßigter Kriminalroman, hat mir gut gefallen

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Veröffentlicht am 29.08.2025

hinter verschlossenen Türen

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Denn auch in deinen eigenen vier Wänden bist du nicht sicher. Du kannst die Türen verschließen, die Lichter löschen, aber er wird dich finden.
Ich fand den Start ins Buch tatsächlich etwas schwerfällig. ...

Denn auch in deinen eigenen vier Wänden bist du nicht sicher. Du kannst die Türen verschließen, die Lichter löschen, aber er wird dich finden.
Ich fand den Start ins Buch tatsächlich etwas schwerfällig. Ja, die unheimlichen Ereignisse starten relativ unmittelbar, aber irgendwie kommt noch nicht so richtig Stimmung auf, das kennt man aus anderen Büchern von Strobel auf jeden Fall stärker.

Generell ist dieses Home Invasion/ Intruder-Thema ja nichts neues und im Vergleich zu anderen Thrillern, die ich zu diesem Thema bereits gelesen habe, ist dieser hier nicht besonders atmosphärisch oder gruslig. Generell gab es hier für mich keine Gänsehaut-Momente. Hier fehlt mir die subtile Spannung, das Gefühl des beobachtet werden. Und das, obwohl es genau diese Szenen in dem Buch ja gibt. Trotzdem fühlen sie sich eher kalt und etwas lieblos an.

Der Mittelteil ist grundsolide, es werden einige Fährten ausgelegt, wie man es von Strobel gewohnt ist. Das Finale wird ziemlich stimmig vorbereitet, wenn auch etwas klischeehaft. Im Vergleich zu anderen Büchern des Autors ist dieses hier fast schon seicht was das Gewaltlevel betrifft. Finde ich aber gut, der Fokus liegt stärker auf der zwischenmenschlichen Komponente.

Das Buch liest sich wieder flüssig weg und ist insgesamt super rund, auch wenn das Spannungslevel dieses Mal eher Mittelmaß ist. Hätte für mich gerne einen Ticken perfider sein dürfen.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Zurück zum Ursprung

Heimat
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An der Tradwife-Bewegung kommt man ja auf Social Media nicht mehr vorbei, genauso wie am sich verbreitenden Gedankengut der AfD. Dieser Roman greift das Thema, sowie Mutterschaft und Beziehung gekonnt ...

An der Tradwife-Bewegung kommt man ja auf Social Media nicht mehr vorbei, genauso wie am sich verbreitenden Gedankengut der AfD. Dieser Roman greift das Thema, sowie Mutterschaft und Beziehung gekonnt auf und setzt es in einen aktuellen, politisch angehauchten Kontext.

Was wahnsinnig stark rübergebracht wurde, das war die sanfte Indoktrinierung- Kaffeeklatsch, Buchklub, Spieletreff. Vor dem Hintergrund weiblicher Solidarität werden die neuen Werte und Denkstrukturen geteilt, sodass sie sich in Jana, die anfangs noch skeptisch auf das unspektakuläre Dorfleben und die anderen Mutter geblickt hat, langsam festsetzen.

Es wirkt, als würde Jana nach und nach umgepolt werden; ein Hinterfragen findet kaum noch statt. Erst gehört ihr Körper nicht mehr ihr und plötzlich auch ihre Gedanken. Was war zuerst: die Entfremdung vom eigenen Ehemann, während man noch schwanger mit dem nächsten Kind ist oder das projizieren des eigenen Leben in die neue Ideologie. Und die Politik dahinter immer nur Rande, für Jana, die außer Social Media keine Medien mehr konsumiert, nur in der Mütterbubble greifbar. Und da ist es doch was Gutes, oder nicht? Es ist doch ein Safe Space. Und alle wollen doch nur das Beste für unsere Kinder, wie könnte man da widersprechen?

Das Buch weiß auf sanfte Art zu schockieren, aufzurütteln und Fragen aufzuwerfen. Hat für mich fast schon Schauerroman-Charakter, dabei liegt doch die Brisanz gerade darin, wie realistisch dieses fiktive Szenario ist. Trotzdem werden viele Gedanken gefühlt nicht zu Ende gedacht, nirgends Konsequenzen aufgezeigt.

Ich glaub ich hab das Ende einfach nicht verstanden, habe die Seiten wieder und wieder gelesen und verbleibe doch unschlüssig, was da jetzt eigentlich passiert. Das hat mir zum Schluss so ein bisschen die Stimmung und die Handlung selbst verhagelt.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Kann der Tod das Leben (wieder)beleben?

Das glückliche Leben
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Das Konzept das die Geschichte rund um Eric aufwirft, war super interessant und spannend. Diese Art des mit sich selbst und einem Lebensabschnitt Abschließens fand ich total faszinierend. Und Eric selbst ...

Das Konzept das die Geschichte rund um Eric aufwirft, war super interessant und spannend. Diese Art des mit sich selbst und einem Lebensabschnitt Abschließens fand ich total faszinierend. Und Eric selbst der beste Beweis dafür, wie man sein Leben umkrempeln kann, wie eine neue, andere Erfahrung die Augen öffnen kann.

Den Klappentext fand ich hier etwas irreführend, denn nicht nur ist Korea für Eric nur eine kurze Episode, es ist in meinen Augen auch eher eine Selbstfindungs- und Lebensgeschichte als Liebesgeschichte. Und bevor Eric sein Leben umkrempeln und ganz neu zu sich selbst finden kann, muss er sich erstmal verlieren und in seinem Alltag versinken.

Seine Arbeit im Ministerium bleibt dabei eher vage und schleierhaft. Vielmehr erlebt man die Konsequenzen von Erics Leben, seine zunehmende Teilnahmslosigkeit und Resignation vor seinem Leben, das ihn einfach nicht mehr erfüllt. Das wiederum fand ich sehr nahbar erzählt und dadurch auch ansprechend. Es macht auch den Leser ein Stück weit empfänglich für den Weg den Eric einschlägt. Und mir gefiel einfach die Idee, wie Eric das Konzept nicht nur auf sich selbst anwendet, sondern auch anderen damit hilft, nicht zuletzt seiner eigenen Mutter.

Teilweise liest es sich wie eine Erzählung um des Erzählens selbst willen und wie eine Aneinanderreihung von Zufällen, bei denen die Einschätzung ob glücklich oder unglücklich noch aussteht. Generell eröffnet diese Art des Erzählens viele mögliche Perspektiven und liest sich so ein bisschen wie das „was wäre wenn“ des Lebens. Aber genau damit hat es mich bekommen. Kann nicht genau beschreiben, aber ich hab mich an den verschiedensten Stellen selbst wiedergefunden, nicht genau in diesem Szenario, aber in der Grundsituation an sich.

Ich fands dadurch sehr cool und habs einfach gern gelesen.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Was bist bereit zu opfern um dazu zu gehören?

The Goldens
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Dieses Buch hier finde ich für ein Jugendbuch schon echt heftig, das sind nicht mehr bloß mean girl Vibes; die hier beschriebenen Beziehung sind wahnsinnig toxisch und die Story fast schon verstörend. ...

Dieses Buch hier finde ich für ein Jugendbuch schon echt heftig, das sind nicht mehr bloß mean girl Vibes; die hier beschriebenen Beziehung sind wahnsinnig toxisch und die Story fast schon verstörend.

Chloe ist unsicher und eine klassische Mitläuferin, geradezu schmerzlich sehnt sie sich nach Claras Aufmerksamkeit und dem Lebensstil, den diese zu bieten hat, was Clara schamlos für sich ausnutzt. Claras Leben ist glamourös und extravagant, erinnert ein bisschen an Gossip Girl und zieht andere dadurch an. Aber sie ist auch eine chronische Lügnerin und das Leben mit Clara schwankt für Chloe zwischen den Highs und Lows, hauptsächlich befeuert vom elitären Luxus von Claras Familienanwesen.

Die schillernde reiche-Mädchen-Welt hat schon einen gewissen Reiz und Anziehungskraft. Die Geschichte wartet in dem Sinne mit einer Sogwirkung auf, dass vermutlich jeder diese beliebten Cliquen kennt, zu denen man vllt gerne gehört hätte, die man aber zumindest vom Hörensagen kannte.

Der Plot ist auf völlig abstruse Art unvorhersehbar und hat mich an einigen Stellen wirklich geschockt. Brainwashing ist hier definitiv ein Thema und darin liegt vermutlich auch die Perfidität der Geschichte. Denn die Interaktionen zwischen Chloe und Clara, sowie Claras generelles Verhalten anderen gegenüber tun beim Lesen fast schon körperlich weh so platt und klischeehaft sind Claras egozentrische Gemeinheiten.

Ich fand quasi alles an dem Buch grenzwertig, moralisch verwerflich und menschlich eher verachtenswert, aber man, hab ich das Buch weggesuchtet. Leseerlebnis war schon wirklich stark, auch wenn die Handlung selbst gar nicht mal so spektakulär ist. Die Interaktionen zwischen den Mädchen, das Machtgefüge und kollektive Abdriften sind aber absolut fesselnd.

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