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Veröffentlicht am 09.09.2025

Familie, Äpfel und noch mehr

Apfelzeit am Deich
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Merle ist Scheidungskind und als solches hat sie Probleme, ihre Beziehung richtig festzulegen. Da kommt ihr der 30. Geburtstag ihres Bruders gerade recht, um vor dieser Festlegung zu fliehen. Als sie dann ...

Merle ist Scheidungskind und als solches hat sie Probleme, ihre Beziehung richtig festzulegen. Da kommt ihr der 30. Geburtstag ihres Bruders gerade recht, um vor dieser Festlegung zu fliehen. Als sie dann noch ihre Großmutter im Alten Land besucht, beginnt sie sich um die alte Dame zu sorgen. Zeitgleich wird sie mit der Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert.

Das alte Land und seine wunderbaren Apfelplantagen stehen im Mittelpunkt des Familienromans „Apfelzeit am Deich“ von Frieda Lamberti.
Für mich war es das zweite Buch der Autorin, die es auch hier wieder schaffte eine wunderschöne Wohlfühlatmosphäre mit ihrem Schreibstil zu zeichnen. 
Dieser Roman ist dabei nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, sondern vielmehr wird der Leser hier mit einer sehr holprigen Familiengeschichte konfrontiert.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Merle, die ich manchmal sehr ungerecht und zickig empfand. Allerdings ist sie ein absoluter Familienmensch und zeichnet sich trotz ihrer Zickereien als sehr emphatischer und vor allem kinderlieber Mensch. Man muss sich Zeit mit ihr nehmen, um ihr Verhalten zu verstehen.
Im Roman werden mehrere Familien beleuchtet. Es geht um Merles Großmutter Grete, deren Familiengeschichte im Laufe des Romans näher beleuchtet wird. Ich glaube, dass diese Geschichte zum Teil stellvertretend für die Geschichte vieler Familien nach dem 2. Weltkrieg steht. Sie sind geprägt von dem Wunsch einer erfolgreichen Zukunft, die aber verbunden ist mit einer Beziehung, die unter keinem guten Stern steht. Weiterhin lernt man die heutzutage sehr übliche Patchworkfamilie mit all ihren Facetten kennen. Es sind Vorwürfe, Empfindungen, Vorhalte und Klischees, die hier dargestellt werden und letzten Endes aufzeigen, wie wichtig es ist, als Familie zu reden und aufeinander zuzugehen.
Schwierig empfand ich dabei Merles Eltern Hauke und Wiebke. Sie geben dem Roman das Auf und Ab. Ich fand es sehr schwer, mit ihren Charakteren zurecht zu kommen.

Alles in allem liegt hier ein Roman über die Geschichte einer Familie vor, in der es viel Ungesagtes gibt. Dadurch kann der Leser so einiges mitnehmen.
Gleichzeitig lernt man auch Vieles über Familienbande und vor allem kann man sich ins wunderschöne Alte Land träumen und sich gedanklich gerne mal auf Gretes Insektenwiese legen.
Wer also Romane über Familiengeschichten liebt, ist hier genau richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2025

Träume und Versprechen

Honeybridge. All Mine
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Isabella träumt vom eigenen Restaurant. Als ihr Mann sie betrügt und die Scheidung besiegelt ist, setzt sie sich zum Ziel, innerhalb eines Jahres ein eigenes Restaurant zu eröffnen und außerdem innerhalb ...

Isabella träumt vom eigenen Restaurant. Als ihr Mann sie betrügt und die Scheidung besiegelt ist, setzt sie sich zum Ziel, innerhalb eines Jahres ein eigenes Restaurant zu eröffnen und außerdem innerhalb dieser Zeit keine körperliche Beziehung mit einem Mann einzugehen.
Im beschaulichen Ort Honeybridge findet sie ihr Traumrestaurant und lernt ihren gutaussehenden Nachbarn Etienne kennen.

Eine heimelige Story in einem beschaulichen Ort, fremde Menschen, die zu Freunden werden, die Erfüllung eines Lebenstraums und dann noch der Casanova von Nachbar, der sich zum Traumtypen entwickelt. Es sind diese Klischees, die in diesem Buch behandelt werden und die dem ganzen eine warme Atmosphäre geben. Es sind innere Konflikte, familiäre Probleme, aber auch Triggerthematiken wie Suchtverhalten, die dem Leser hier begegnen. Doch vor allem begegnen Lesern spicy Szenen, die man gemäß Klappentext erwartet, die aber oftmals zu viel des Guten sind. In herausfordernden Situationen sind es ihre Brustwarzen, die Isabella um Rat befragt, sodass ich mich manchmal gefragt habe, ob ich das richtige Buch in der Hand habe, aber habe mich dann wieder auf den Klappentext besonnen.
Das Buch wird aus den Perspektiven der beiden Protagonisten Isabella und Etienne erzählt.
Isabella selbst ist eine angenehme Person. Sie ist tough, zielstrebig und vor allem loyal. Was mir an ihr besonders gefallen hat, war ihre schonungslose Ehrlichkeit, ohne (Vor-)verurteilung. Sowas gibt es selten.
Etienne wiederum erfüllt dieses typische Bad Boy-Image und bedient es aus tiefster Seele. Dennoch zeigt seine Freundschaft zu den „Boys from another mother“ eine ganz andere Seite von ihm. Speziell an dieser Freundschaft und auch an der aufkeimenden Freundschaft zwischen Isabella und den Mädels aus der Buchhandlung spiegelt sich der Charme Honeybridges wider.
Es sind aber auch die unterschiedlichen Formen der Familienbande, die beschrieben werden, ob nun die klassische Kernfamilie wie in Isabellas Fall, der verwitwete, alleinerziehender Vater Fox, die Regenbogenfamilie der Buchhandlungsmädels oder die verwaisten Brüder Etienne und Alex. Das brachte eben eine familiäre Atmosphäre in den Roman.
Auch die WhatsApp-Szenen haben mir gut gefallen, weil sie den Lesefluss noch mehr auflockern.
Etienne und Alex’ Geschichte ist sehr ernst und fragt nach Schuld oder Unschuld. Sie bildet aber auch eine Art Basis dieser Geschichte, was man im Verlaufe des Romans gut erkennen kann.
Das letzte Drittel war spannend und stellte verständlicherweise das Highlight dar, wobei die letzte Wendung für mich ein bisschen zu viel war und auch der Abschluss war für mich nicht authentisch und überzogen.

Alles in allem war es ein schöner Roman, aber vollständig überzeugen konnte er mich durch die überzogene spicy Stimmung leider nicht. Wer sowas jedoch mag oder auch Romane über Zusammenhalt und Freundschaft, der ist hier richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 25.08.2025

Bonjour und guten Appetit

Einmal Crepes mit Liebe, bitte! (Bretagne-Träume)
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Eigentlich wollte Isabell einen vierwöchigen Urlaub mit ihrem Freund Robert machen, doch der hat sich einer anderen Frau zugewandt.
Isabell wagt dennoch den Schritt und fährt allein in die Bretagne. Hier ...

Eigentlich wollte Isabell einen vierwöchigen Urlaub mit ihrem Freund Robert machen, doch der hat sich einer anderen Frau zugewandt.
Isabell wagt dennoch den Schritt und fährt allein in die Bretagne. Hier beginnt sie darüber nachzudenken, was ihr im Leben wichtig ist und was sie eigentlich will.

„Einmal Crêpes mit Liebe, bitte“ ist Band 1 der neuen „Bretagne-Träume“-Reihe von Autorin Hanna Holmgren.
Hanna Holmgren schafft es auch hier wieder von der ersten Seite an eine wunderbare Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Als Leser hat man viele Bilder vor Augen und kann sich gut vorstellen, wo sich Isabell gerade befindet.
Mit Protagonistin Isabell ist ihr eine warme und herzensgute Frau gelungen, die eine ansteckende Begeisterung für ihre neue Umwelt entwickelt und dabei sowohl Klein als auch Groß mitnimmt.
Auch die Nebenfiguren wie Claire, Olivier, Alain und Enora sind liebevolle Figuren, die die Geschichte abrunden.
Die Geschichte ist sehr flüssig geschrieben. Es ist vielleicht sogar ein bisschen zu flüssig geschrieben, sodass es alles sehr reibungslos läuft und damit die Liebesgeschichte um Olivier und Claire fast untergeht.

Alles in allem also auch dieses Mal wieder ein netter Wohlfühlroman zum Entspannen und Abschalten und eine Kochherausforderung für all jene, die gerne Rezepte aus Romanen nachkochen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.08.2025

Eine Polizistin und ein ungewöhnliches Ermittlertrio

Der Trailer (Donkerbloem 1)
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Eine Ermittlerin im Visier der eigenen Kollegen und mittendrin ein Mädchen aus ihrer Jugend, die aufgrund eines Podcastinterviews in gewisser Weise wieder in ihr Leben tritt.
Als sie einen anonymen Anruf ...

Eine Ermittlerin im Visier der eigenen Kollegen und mittendrin ein Mädchen aus ihrer Jugend, die aufgrund eines Podcastinterviews in gewisser Weise wieder in ihr Leben tritt.
Als sie einen anonymen Anruf erhält, macht sie sich auf die Spur des Anrufers, ohne zu ahnen, dass der Anrufer mit Unterstützung seines Angestellten und seiner Mieterin, das gleiche Ziel hat.

Linus Geschkes „Der Trailer“ ist der Beginn seiner neuen Trilogie „Donkerbloem“.
Das Buch wird gelesen von Richard Berenberg, der es versteht, die verschiedenen Charakter unterschiedlich zu betonen und es dabei nicht am Hörerlebnis mangeln lässt. Ich finde es immer sehr beeindruckend, wie Sprecher es schaffen und ihm ist das hier auch wieder gelungen, den Personen ihre Eigenheiten über verschiedene Stimmfärbungen zu geben und dies über die Dauer des Buches durchzuhalten!
Man trifft auch hier, wie in vielen Thrillern und Krimis, in deren Fokus ein Polizeimitarbeiter steht, wieder eine Kommissarin mit schwierigem Charakter. Frieda Stahnke ist Ermittlerin bei der Hamburger Polizei. Auffällig ist ihre Hartnäckigkeit, die schon fast eine Art Verbissenheit darstellt. Sie hat, wie schon beschrieben, einen gewöhnungsbedürftigen Charakter, unnahbar, hin und wieder auf der Suche nach einem Abenteuer mit einem Mann und schwer zugänglich. Allerdings ist sie äußerst clever und in gewissem Maße pragmatisch eingestellt. So gefällt mir die Charakterkombination und damit auch die Verbindung zum vermeintlich kriminellen Wout gut. Der Schlagabtausch zwischen den Beiden findet in gewisser Weise auf Augenhöhe statt, da Wout bei ihr kein Blatt vor den Mund nimmt. Dabei hat der Spott, mit dem er ihr so manches Mal begegnet die Geschichte auch etwas aufgelockert.
Auch das Ermittlertrio, das aus Wout, Taifun und Katinka besteht, lockert die Geschichte auf, ohne sie ins Lächerliche zu ziehen. Vielmehr hat es mich überrascht, mit welchen Mitteln und welcher Logikkombination die drei arbeiteten und sich ergänzten. Speziell Katinka hat einen großen Einfluss auf das Spannungsgeflecht der Geschichte.

Der Thriller spielt auf verschiedenen Zeitebenen, was mich manchmal etwas aus dem Fluss gebracht hat, aber mit der Zeit nachvollziehbarer wurde.
Der Spannungsbogen zieht sich durch den gesamten Verlauf der Story und das Ende kam für mich wirklich mehr als unerwartet - Eben so, wie man es sich wünscht!

Fazit: Ein Thriller, der Spannung von der ersten bis zur letzten Seite verspricht, in deren Mittelpunkt eine charakterlich schwierige Kommissarin und ein ungewöhnliches Ermittlertrio stehen. Eine Empfehlung für all jene, die es mögen, wenn sich die Geschichte erst auf der letzten Seite auflöst!

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Sommer der Freundschaft

Sommer auf Kanelholmen
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Cornelia flüchtet aus ihrer bisherigen Anonymität, nachdem A sie gefunden hat. Wichtig ist, wieder zurück in eine Anonymität zu fliehen. Spontan nimmt sie eine Fähre und entscheidet sich, auf Kanelholmen ...

Cornelia flüchtet aus ihrer bisherigen Anonymität, nachdem A sie gefunden hat. Wichtig ist, wieder zurück in eine Anonymität zu fliehen. Spontan nimmt sie eine Fähre und entscheidet sich, auf Kanelholmen auszusteigen und trifft dabei auf Thure. Sie hilft dem alten Mann und beginnt damit unbewusst ein neues Leben.

„Sommer auf Kanelholmen“ von Yvonne Ehn ist Band 1 der „Kanelholmen“-Reihe.
Kanelholmen ist eine wunderschöne, kleine Insel im Schärengarten Stockholmens. Einen Einblick in die Landschaft bietet das traumhafte Cover des Buches.
Doch das Buch lädt nicht nur zum Träumen ein. Es behandelt viel mehr Themen wie Einsamkeit, Zwang und Familie. Es geht um die Flucht aus der Einsamkeit, raus aus der Anonymität und rein in das Gesellschaftsleben. Es geht aber auch darum, Vertrauen zu erhalten, aufzubauen und auszubauen. Dabei stellt sich auch die Frage, nach dem Umgang mit einem vermeintlichen Verrat. Es ist aber auch die Suche nach Freundschaft- einer echten Freundschaft, mit Tiefe und Zuneigung, mit Vertrauen und Respekt, mit gegenseitigem Zuhören.
All diese Dinge bringen die beiden Frauen Cornelia und Lulu dem Leser näher. Es sind zwei Frauen, die sich spontan treffen, deren Charakter nicht unterschiedlicher sein könnten.
Da ist zum einen die zwanghafte Cornelia. Als ich sie am Anfang kennenlernte, war ich mir nicht so sicher, ob dieser Roman überhaupt was für mich ist. Ich kam mit ihrer Person und ihren Angewohnheiten ganz und gar nicht klar.
Zum anderen ist dort die lebensfrohe Lulu - wie es scheint. Sie begeistert mit ihrer offenen und freundschaftlichen Art und gleicht so Cornelias Charakter aus.
Aber da sind auch Christar, Grietta und vor allem Thure. Sie sind diejenigen, die die beiden Frauen unbewusst leiten und ihnen neue Möglichkeiten eröffnen.

Alles in allem ein schöner und sommerlichen Roman, der zum Verweilen auf einer traumhaften Insel einlädt und so manchen vierbeinigen Herzensbrecher beherbergt. Wer also Freundschaft und Liebe in Gegenwartsromanen mag, ist hier absolut richtig.

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