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Veröffentlicht am 30.08.2025

Sehr lesenswert

Die Dolmetscherin
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Titus Müller legt in seinem exakt recherchierten, sehr empfehlenswerten Buch „Die Dolmetscherin“ den Focus auf den ersten Nürnberger Prozess, in dem sich die 24 Hauptangeklagten der Planung, der Vorbereitung, ...

Titus Müller legt in seinem exakt recherchierten, sehr empfehlenswerten Buch „Die Dolmetscherin“ den Focus auf den ersten Nürnberger Prozess, in dem sich die 24 Hauptangeklagten der Planung, der Vorbereitung, der Einleitung und Durchführung eines Angriffskrieges, Verbrechen an der Zivilbevölkerung und Kriegsgefangenen sowie Massenmord in den Vernichtungslagern zu verantworten hatten.

Im Badeort Mondorf-les-Bains, im Großherzogtum Luxemburg, internierte die US-Armee führende Nazi-Größen. Mit Görings Anreise werfen wir einen ersten Blick in das Palace-Hotel, in dem die ersten Verhöre stattfanden. Es war im Mai 1945, kurz nach Deutschlands Kapitulation. Görings Größenwahn kommt durch, er gibt sich auch später, als er nach Nürnberg übergeführt wird, von sich überzeugt, verhöhnt und verachtet die Justiz, führt diese bei jeder sich bietenden Gelegenheit nur zu gerne vor. Er liebt dramatische Auftritte, wähnt sich noch immer – trotz seiner Degradierung - als Hitlers Nachfolger.

Die fiktive Figur Asta ist es, die als Dolmetscherin fungiert. Die gebürtige Deutsche ist in jungen Jahren in die USA ausgewandert, sie beherrscht beide Sprachen perfekt in Wort und Schrift und überzeugt mit ihrem Gespür für sprachliche Feinheiten. Zunächst wird sie in Luxemburg und dann in Nürnberg als Simultandolmetscherin eingesetzt. Ihrer Figur haftet etwas Düsteres an, auch für Geheimdienste ist sie interessant, sie lebt äußerst gefährlich.

Zwischendurch dann ist es Leo, den sie schon in Luxemburg als normalen Kriegshäftling kennenlernt. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder, auch er kehrt zurück nach Nürnberg, zu seiner kleinen Familie. Und auch er hat noch eine Rechnung offen, die ihn in riskante Bahnen lenkt.

Titus Müller führt seine Leser von den ersten Verhören in Luxemburg hin zu der Anklage der vier alliierten Mächte, Robert H. Jackson (USA) ist einer der vier Hauptankläger. Die 24 Angeklagten sind hinlänglich bekannt, ich muss sie hier nicht näher bezeichnen. Im Roman allerdings werden uns neben Göring noch etliche der hohen Nazi-Funktionäre in ihren Eitelkeiten und ihrer menschenverachtenden Gesinnung und ihren Taten, die sie vehement leugnen, nähergebracht. Es ist schwer auszuhalten, was diese Massenmörder von sich geben, wie sie sich in ihrer Überheblichkeit auch im Angesicht der drohenden Verurteilung geben.

Und - wir sind im zerbombten Nachkriegsdeutschland. Da ist Leo, der seine Familie in einem Kellerloch wiederfindet. Der Krieg hat nicht nur Städte zerstört, jeder einzelne kämpft ums Überleben. Anhand seines Sohnes und seiner Frau wird die Tragik der Überlebenden offenbart. Und auch Asta hat ein Privatleben, das durch fremde Kräfte in eine äußerst gefährliche Richtung gelenkt wird.

Zunächst haben mich die Hintergründe der Nürnberger Prozesse interessiert. Gelegentlich musste ich innehalten und tief durchatmen, so manch Detail zeigt die inhumane Vorgehensweise der Nazis schonungslos auf. Dennoch will ich es wissen, wie zynisch sie waren, wie barbarisch sie agierten. „Die Dolmetscherin“ ist ein spannender, ein lebendig erzählter historischer Roman, der unsere Geschichte gut lesbar wiedergibt, der gelesen werden sollte.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Wenn das Zuhause zum Albtraum wird

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
1

Ines und Marco Winkler haben sich ihren Traum vom Eigenheim erfüllt. Sie ziehen mit ihrer vierjährigen Tochter Emilia in ein Neubaugebiet, das sich „Auf Mons“ nennt. Kaum angekommen, stellt sich ihre Nachbarin ...

Ines und Marco Winkler haben sich ihren Traum vom Eigenheim erfüllt. Sie ziehen mit ihrer vierjährigen Tochter Emilia in ein Neubaugebiet, das sich „Auf Mons“ nennt. Kaum angekommen, stellt sich ihre Nachbarin Johanna vor, die sie zu einem geselligen Abend einlädt, bei dem sie noch andere Nachbarn kennenlernen. Alle sind sie nett, alle sind sie hilfsbereit.

Schon in der ersten Nacht geschieht Seltsames. Marco wird von einem Geräusch im Erdgeschoss wach, ihr Labradoodle James knurrt bedrohlich, das Licht fällt aus. In der Nacht darauf ist es Ines, die einen Schatten vor ihrem Bett sieht, sie weckt Marco und - wieder bleibt es dunkel. Und wieder ist die Hauptsicherung herausgesprungen. Als dann Ines von ihrem Fenster aus im noch unbewohnten Nachbarhaus Merkwürdiges beobachtet, ruft Marco die Polizei. Diese beruhigt sie. Am nächsten Tag stürmt James los, kaum dass er aus dem Haus ist. Marco ihm nach. Und was er in diesem leerstehenden Haus findet, lässt ihn zusammensacken. Er findet eine Leiche, grausamst zugerichtet.

Arno Strobel versteht es, jeden, wirklich jeden verdächtig erscheinen zu lassen. Ich hatte bald meine Verdächtige(n), ließ mich dann doch eines Besseren belehren, denn es wäre zu voreilig, die Täterperson sofort zu präsentieren. Die Frage, wie sich dieser Unbekannte seine Opfer holt, obwohl sämtliche Türen und Zugänge und auch die Fenster gut gesichert sind, gibt Rätsel auf. Zumal es auch keinerlei Einbruchspuren gibt. Und doch scheint sich jemand in die Häuser zu schleichen, sie zu beobachten und blitzschnell zuzuschlagen. Denn es bleibt nicht bei diesem einen Opfer. Die Polizei scheint eher untätig zu sein, also nehmen die Siedlungsbewohner die Bewachung selber in die Hand, können allerdings nichts verhindern.

Die ganze Dramatik, die sich immer weiter aufbaut, sehe ich durch Marcos Augen. Nicht nur er will, dass dieser Albtraum aufhört, auch ich möchte es. Aber es kommt noch schlimmer, nach etwa der Hälfte des Buches bin ich zutiefst geschockt, ich fasse es schlichtweg nicht. Es ist wie ein böser Traum, der leider keiner ist, denn all diese Vorkommnisse sind nur zu real.

„Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?“ Das Gegenteil ist hier der Fall, nichts ist sicher, niemand darf sich in Sicherheit wiegen. Arno Strobel hat es wiederum geschafft, mir den Albtraum schlechthin zu präsentieren. Die ganze Zeit über kriechen meine Gedanken durch sämtliche Gehirnwindungen, schaffen es aber nicht ans Ziel. „Welcome Home“ – ein spannender Psycho-Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Liberantas - das faszinierende Finale

Liberantas - Im Licht der Vergebung
1

Nachdem ich die ersten beiden Bücher verschlungen habe, war ich natürlich gespannt auf das finale dritte Buch. Was wird aus Elainy und Awan? Werden sie sich lieben dürfen, werden sie sich verlieren oder ...

Nachdem ich die ersten beiden Bücher verschlungen habe, war ich natürlich gespannt auf das finale dritte Buch. Was wird aus Elainy und Awan? Werden sie sich lieben dürfen, werden sie sich verlieren oder werden sie gar getötet, befohlen von Odium, dem Herrscher von Liberantas?

„Im Licht der Vergebung“ beginnt traurig, Elainy wird von allen Geschöpfen umschwirrt. Wut, Einsamkeit, Trauer, Angst und Verzweiflung werden von ihren Emotionen angezogen, auch ein Confido, ein Geschöpf, das den Weg weist, ist da. Wohin führt ihr weiterer Weg? So viel sei verraten, sie ist stark. „Du musst mir versprechen, dass du jedes Hindernis nimmst, Elainy. Denn die Alternative wäre, davor stehen zu bleiben und zu verlieren.“ Diesen so wahren, sehr weisen Satz hat einst ihre Mutter ihr mitgegeben, sie erinnert sich daran.

Elainy weiß, dass es in Liberantas keine Zukunft gibt. Nicht für sie, nicht für Awan und auch für die anderen nicht, denn Liberantas darf nicht weiterbestehen.

Sie lernt, zu kämpfen. Nicht nur in Awan hat sie einen Mitstreiter, auch auf Milo ist Verlass. Kian, der sie einst hierher gebracht hat, offenbart seine wahre Seite und auch von Marty, ihrem so lange vermissten Bruder, hört sie. Wohin dies alles führt, was der Kampf bringen wird, sei nicht verraten, nur so viel - es ist ein spannendes und nervenaufreibendes und sehr gefährliches Auf und Ab.

Schon das erste Buch „Im Schatten der Erinnerung“ hat mich fasziniert, ich hätte das nie gedacht. Und natürlich haben mich die Folgebände „Im Nebel der Furcht“ und dieses hier „Im Licht der Vergebung“ unbändig gelockt. Ich war in einer fremden Welt fernab der Erde, in der Liebe verboten ist, die aber mit einem Schlaraffenland aufwartet, von dem man nur träumen kann.

Spicy New Adult Romantasy ist nicht unbedingt das Buchgenre, das ich bevorzuge, aber „Liberantas“ in seiner Gänze möchte ich nicht missen. Was ich noch kurz erwähnen möchte, sind die tiefgründigen Gedanken, die den Kapiteln vorangestellt sind. Am liebsten würde ich sie hier alle zitieren, was den Rahmen sprengen würde. Und natürlich klärt das Glossar über all die Wesen und Geschöpfe auf, die in Liberantas leben.

Es war eine kurzweile, eine wunderschöne, aber auch eine mitunter gefährliche Reise, die nun zu Ende geht. Ich danke Larissa Braun für unterhaltsame Lesestunden, ich habe jedes einzelne Buch sehr genossen.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Eine tiefgehende, eine ungewöhnliche, eine wunderschöne Geschichte

Unbeugsam wie die See
1

„Folge dem Ruf der Sirenen…“ Es sind die Gedanken, die mich ins Jahr 1800 zu den Zwillingsschwestern Mary und Eliza blicken lassen und andere, welche die Geschichte weitertragen - weiter zu Lucy, zum Hier ...

„Folge dem Ruf der Sirenen…“ Es sind die Gedanken, die mich ins Jahr 1800 zu den Zwillingsschwestern Mary und Eliza blicken lassen und andere, welche die Geschichte weitertragen - weiter zu Lucy, zum Hier und Jetzt, das im 2019 verortet ist. Dazwischen dann (zehn Jahre zuvor) lese ich von der 16jährigen Jess in ihrem Tagebuch.

Alles beginnt mit einer Geburt, fernab jeglicher Zivilisation. Erst spät wird klar, wie diese ersten Zeilen mit dem Geschehen zusammenhängen. Zunächst ist es Lucy, die - von Albträumen geplagt - sich in einer so bedrohlichen wie verfänglichen Situation wiederfindet, von der sie sich sofort befreien muss. Sie flieht Hals über Kopf zu ihrer Schwester Jess, von der sie schon lange nichts mehr gehört hat. Jess lebt seit geraumer Zeit an der australischen Küste in einem Haus, direkt am Meer. Sie ist für ein paar Tage weggefahren, lässt Melody, ihre Nachbarin, Lucy wissen. Wohin, weiß keiner so genau. Also wartet Lucy, sie findet ein Tagebuch, beginnt zu lesen…

Unter den Gefangenen (allesamt Frauen) auf der Naiad sind auch Mary und Eliza. Sie werden direkt vom Gefängnis aufs Schiff verfrachtet, das von Irland nach Australien unterwegs ist. Der Erzählstrang um die beiden Schwestern verrät nach und nach von ihrer Familie, von den menschenunwürdigen Bedingungen auf dem Schiff und noch so viel mehr.

Es ist eine mystische Erzählweise. So wunderschön und doch verworren und sehr beklemmend. Eine Meerjungfrau auf hoher See bedeutet nichts Gutes, von Schuppen auf der Haut wird berichtet und von den Häutchen zwischen den Fingern. Die Schwestern leiden unter einer Wasserallergie und doch scheint das Meer eine magische Anziehungskraft auf sie auszuüben. Träume verbinden die beiden Geschwisterpaare, alles ist geheimnisumwoben. Und da sind Stimmen, die sie immer wieder hören, all dies ist nicht recht greifbar. Es sind mehrere Ereignisse, die nebeneinander stehen, die abwechselnd erzählt werden, deren Ausgangspunkt der fiktive Ort Comber Bay ist.

Die Autorin hat den geschichtlichen Hintergrund um die britischen Sträflinge, unter denen auch Iren waren, ihrem Roman vorangestellt. Sie wurden ins ferne Australien verschifft, da die Gefängnisse daheim überfüllt waren. Sie hat Mary und Eliza auf eines dieser Schiffe verfrachtet, das Geheimnis um Baby Hope gesellt sich dazu, ebenso die acht Männer, die im Laufe der Jahre spurlos verschwunden sind. „Wie viele Leben hat diese Felswand im Laufe der Jahre enden sehen? Die Gefangenen auf der Naiad, die acht verschwundenen Männer, vielleicht sogar die Mutter von Baby Hope…“

Beide Zeitebenen haben etwas Mystisches, vor allem die Beschreibungen um das Wasser auf ihrer Haut kommen mir wie entrückt vor. Aber da ist noch mehr, auch das Tagebuch ist zunächst verwirrend, bis es doch mehr und mehr Licht ins Dunkle bringt. Wie die beiden Geschwisterpaare letztendlich miteinander verflochten sind, was Gemälde damit zu tun haben, erfahren wir schon auch. „Unbeugsam wie die See“ ist eine tiefgehende, eine ungewöhnliche Geschichte, das Meer als verbindendes Element.

Es ist mein erster Roman von Emilia Hart. An ihre Erzählweise musste ich mich herantasten, war aber bald gefangen in ihrer Geschichte um starke Frauen, die sich gegenseitig stützen und trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Selbstoptimierung oder Selbstzerstörung?

Gym
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Das einzige, das mir an GYM nicht gefällt, ist das Cover. Nur gut, dass ich die Buchbeschreibung gelesen und so Verena Keßlers neuestem Buch doch noch eine Chance gegeben habe.

Es liest sich weg wie ...

Das einzige, das mir an GYM nicht gefällt, ist das Cover. Nur gut, dass ich die Buchbeschreibung gelesen und so Verena Keßlers neuestem Buch doch noch eine Chance gegeben habe.

Es liest sich weg wie nix, es ist zum Schmunzeln, später wechselt dieses leichte, ein wenig verrückte Bild der namenlosen Erzählerin eher dem der entrückten, mehr und mehr süchtigen Person nach Perfektion, von Obsession und Ehrgeiz zerfressen, um sich letztendlich nochmal (nicht ganz freiwillig) zu wandeln.

Sie braucht einen neuen Job und wie es der Zufall will, landet sie im MEGA GYM, einem Fitnessstudio, dem man sofort ansieht, dass Leistung und Durchhaltevermögen belohnt wird - hier trainiert die Crème de la Crème. In diesem Palast aus glänzenden Oberflächen ist kein Staubkorn zu finden, überall nur durchtrainierte Körper an den teuren Geräten. Da kommt sie sich mit ihrem nicht ganz flachen Bauch direkt klein vor, also muss eine Ausrede her. Sie habe erst entbunden, meint sie lapidar. Nicht ahnend, dass diese Lüge viele Fragen nach sich zieht. Der Chef bezeichnet sich als Feminist, er ist sehr verständig, stellt ihr sein Büro zum Abpumpen der Milch zur Verfügung, Babyfotos kann sie auch irgendwie präsentieren, sie wird als coole Mutter wahrgenommen. Der Tresen ist ihr Metier, sie bereitet Proteinshakes, Smoothies und alles, was nach dem Training verlangt wird, zu. Als dann Vick auftaucht, eine Bodybuilderin mit nichts als Muskeln, will auch sie so sein. Jede freie Minute pumpt sie sich an ihr Ideal heran, Adduktoren, Abduktoren, Bizeps, Trizeps, Latissimus – sie ist süchtig danach, jeden einzelnen Muskel zu spüren und nichts als Eiweiß zu sich zu nehmen.

Verena Keßler schreibt über Kontrolle und bald dann über Kontrollverlust, gliedert ihren Roman in drei Teile. Zunächst wird die Ich-Erzählerin von ihrem Chef ans Training herangeführt, ihre Trainingseinheiten kann sie vor oder nach ihrer Arbeitszeit erledigen, was für sie ziemlich demotivierend ist. Ich meine, dass jeder, der ein Fitnessstudio von innen gesehen hat, diese Anfangsschwierigkeiten kennt. Und dann - ein Blick in den Spiegel zeigt erste Erfolge, der Ehrgeiz ist geweckt.

Der Körperwahn und die damit einhergehende Selbstoptimierung wird hochstilisiert, Erfolg mit Fitness, mit einem ästhetischen, perfekten, durchtrainierten Körper assoziiert. Hinter dem locker-leichten, amüsanten Erzählstil schimmert Gesellschaftskritik durch, der Ton wird ernster, die Protagonistin verbissener, der äußere Schein bekommt Risse. So einiges ist überzeichnet, aber genau diese Passagen sind es, die diese Oberflächlichkeit, dieses Streben nach Selbstoptimierung hervorheben.

GYM hält unserer auf Äußerlichkeiten geprägten Gesellschaft den Spiegel vor – nur das Perfekte zählt. Ein Roman, der durchaus anregt, auf sich acht zu geben. Man sollte nicht jedem Hype nachrennen, nicht jede Hürde nehmen müssen, man darf auch ruhig mal scheitern.

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