So schön
Aylas LachenAyla lebt in Deutschland, verbringt ihre Sommer aber in der Türkei. Von dort kommt ihre Familie. Sie verbringt dann gern viel Zeit mit Großvater Mesut, der viele tolle Geschichten erzählt. Am liebsten ...
Ayla lebt in Deutschland, verbringt ihre Sommer aber in der Türkei. Von dort kommt ihre Familie. Sie verbringt dann gern viel Zeit mit Großvater Mesut, der viele tolle Geschichten erzählt. Am liebsten sitzt sie mit ihm unter dem großen Feigenbaum und lauscht seinen Erzählungen. In Deutschland ist das Leben schwieriger. Sie steht zwischen den zwei Kulturen, darf nicht auffallen.
Parallel dazu erfahren wir die Geschichte von Aylas Mama, Hava. Mit ihrer Jugendliebe durfte sie nicht zusammen sein, lebt jetzt in einer unglücklichen Ehe. Für sie war es nie so leicht in Deutschland anzukommen. Die Sprache macht ihr Schwierigkeiten. Da muss Tochter Ayla oft unterstützen. Als Ayla und ihr Bruder Yasin erwachsen sind, begeben sie sich zu Dritt nach vielen Jahren wieder auf den Weg in die Türkei. Auf der Suche nach vielen schönen Erinnerungen und Heilung, werden sie konfrontiert mit altem Schmerz aber auch Versöhnung.
Eine wunderbare, einfühlsame Familiengeschichte, die über drei Generationen reicht. Die große Stärke in diesem Roman sind die grandios gezeichneten Protagonisten. Sie alle wirken unheimlich lebendig mit ihren inneren Schmerzen, der Zerrissenheit, Sehnsucht und Hoffnung. Vor allem Ayla, Mesut und Hava sind mir so ans Herz gewachsen, wirken so nahbar. Das Leben in der Türkei mit all den kulturellen Besonderheiten wurde so bildhaft beschrieben, dass ich die Hitze gespürt, den Baklava geschmeckt und die Menschen in den Dörfern vor mir gesehen habe. Das Leben der Familie in Deutschland mit den unglücklichen Eltern, ist so traurig. Die Kinder hatten es auch in der Schule nie leicht, gehörten nicht immer mit dazu.
Ein unglaublich berührender und feinfühliger Roman, mit vielen lebendigen Bildern, kulturellen Unterschieden und dem einen großen Wunsch: Zugehörigkeit. Unbedingt lesen!!!